48. Jugendliche mit ADHS - Warum die Pubertät nochmal anders kickt
Shownotes
AHDS Expertin Melanie Klefeldt, die ihr schon aus einigen anderen Folgen kennt, hat ein Buch geschrieben. Ein Buch über Jugendliche mit ADHS. Braucht es wirklich ein extra Ratgeber dazu?
Das habe ich sie in unserem heutigen Gespräch gefragt. Und während wir diese Frage am Ende klar mit Ja beantworten können, sprechen wir über die Gehirnumbaumaßnahmen im Zuge der Pubertät.
Wir sprechen über Abnabelung bei erhöhtem Unterstützungsbedarf und wie wir dieser Herausforderung als Eltern begegnen können. Wir klären auch, warum viele Jugendliche ihrer Diagnose plötzlich abweisend gegenüberstehen. Und wir widmen uns dem ungemütlichen Thema Sucht.
Hier findet ihr mehr über Melanies Arbeit:
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Und hier gehts zu Melanies Buch:
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Transkript anzeigen
00:00:00: Einen Ratgeber über ADHS speziell für die Begleitung von Jugendlichen.
00:00:07: Braucht es das überhaupt?
00:00:08: Genau über diese Frage möchte ich mit meiner heutigen Gästin Melanie Kleefeld sprechen.
00:00:13: Und Melanie kennt ihr bereits, denn sie ist heute schon das vierte Mal in meinem Podcast zu Gast.
00:00:20: Und diesmal mit einem Thema, zudem auch ich extrem viele Fragen bekomme und auch aus familiärer Sicht bestimmt bald ganz, ganz viele Fragen habe bzw.
00:00:30: Sie jetzt schon so langsam kommen.
00:00:33: Das ist ein Thema, das Eltern umtreibt und dem sich Melanie ganz besonders angenommen hat.
00:00:38: Sie hat nämlich einen Buch dazu geschrieben!
00:00:41: Und jetzt sagt man Melanie, ein Ratgeber über ADHS speziell für die Begleitung von Jugendlichen braucht sie nicht überhaupt
00:00:51: Ein Kopf voll
00:00:52: Gold Was Neuro-Divagente Kinder
00:00:55: brauchen und wie wir sie stärken können?
00:01:02: Ja weil es denen bisher noch nicht gegeben hat
00:01:05: in der
00:01:06: Kombination von ADHS plus Pubertät.
00:01:09: Und das war ganz oft was die Eltern nicht gefragt haben, ja kannst du unsere Buch empfehlen für unser Teenies mit ADHS?
00:01:16: so?
00:01:16: und dann habe ich festgestellt dass es da ganz viel gibt zur Kindheit und es gibt etwas für Erwachsene aber die Zeit dazwischen wird irgendwie nicht so richtig mitgedacht in vielen Fällen.
00:01:26: und dann hab' ich gedacht schreibe ich da selber was dazu.
00:01:33: Ja, das ist eine Phase die eben offiziell ja nicht nur oder gar nicht eine Verlängerung der Kindheit einfach ist.
00:01:41: Sondern es ist ein ganz eigener neurobiologischer Zustand in dem sich im Gehirn grundlegend so einiges verändert.
00:01:48: Eine komplette Großbaustelle im Gehören ist und gerade in einer Kombination mit ADHS bringt das doch so einigens mit sich was neurotypische Kinder und Jugendliche nicht unbedingt in diesem Ausmaß erleben.
00:02:01: also in der typischen Familie ist eine Pubertät sicherlich auch kein Spaziergang, beim einen Kind ein bisschen ruckeliger, beim anderen weniger.
00:02:08: Aber bei ADHS tendenziell doch eher ruckelig.
00:02:12: Bringe nochmal ganz kurz so auf den Punkt adhs.
00:02:16: ich nehme mal an das Menschen die diesen Podcast hören damit schon irgendwo Rührungspunkte hatten.
00:02:21: aber einfach der Vollständigkeit halber adh s was
00:02:26: Wenn man das in einem Satz zusammenfassen will, sage ich eine Beeinträchtigung an der Selbststeuerung und zwar potenziell erst mal in jeglicher Hinsicht.
00:02:36: Und gerade dass in Kombination mit einschließenden Hormonen und den Umbauarbeiten in der Pubertät kann dann eben zu... größeren Schwierigkeiten im Alltag auch führen und so mehr Konflikt in der Familie, Reibereien mit den Eltern.
00:02:50: Ich
00:02:51: höre lautstarkes Nicken an den Kopfhörern
00:02:55: gerade!
00:02:56: Ich weiß nämlich aus den Fragen die ich immer mal wieder bekomme dass grade das diese Konflikte die sich ergeben ein Riesenfeld ist und dass wir bestimmt auch noch einsteigen werden.
00:03:07: und ja es klingt einfach superlogisch dass überall da wo sich im Gehirn jetzt grundlegend was ändert eine Rolle spielt, wie mein Gehirn davor oder ganz grundlegend eingestellt ist.
00:03:19: Es ist ein neurotypisches Gehirne oder es ist eben neurodivagentes Gehirnt.
00:03:22: und ich kann nur bestätigen was du am Anfang gesagt hast dass das jetzt Fachliteratur technisch nicht sonderlich im Blick ist.
00:03:29: bisher also es gibt Bücher über Pubertät aber dass die eben im neurodivergenten Kontext anders ablaufen kann in diesem Fall mit adhs etwas anders ablaufen kann anders aussehen kann intensiver ablaufen können je nachdem.
00:03:42: Das ergibt ja einfach, wenn man logisch darüber nachdenkt schon total Sinn.
00:03:48: Gehen wir doch genau an der Stelle vielleicht direkt mal so ein bisschen rein.
00:03:54: was kann sich da unterscheiden.
00:03:56: Ja, was sich ganz grundsätzlich am meisten bemerkbar macht ist eben die große Umbauarbeit im präfrontalen Quortex also in unserem Stirnhirnbereich.
00:04:05: das ist der Bereich der unsere sogenannten Exekutivfunktionen steuert also die ganze Selbstorganisation wie man durch den Tag kommt, die Gefühlsregulation alle Prozesse was die Struktur angeht selbst Kontrolle eigentlich wenn man es über so einen Zusammenfassenden Begriff finden will.
00:04:24: und gleichzeitig erwarten wir aber mit zunehmendem Alter unserer Kinder immer mehr davon, also immer mehr Selbstständigkeit.
00:04:30: Immer mehr Selbstorganisation während die Exekutive Funktionen in der Pubertät mit ADHS erstmal nochmal deutlich den Bach untergehen können.
00:04:38: Das ist eben so das Kernthema und das erwarten wehr nicht nur als Eltern.
00:04:42: eventuell dass wir denken ja Menschen du bist fünf Jahre alt.
00:04:45: Also so langsam wird es dann doch mal Zeit, dass du auch mal alleine duschen kannst oder alleine duschn gehst ohne dich daran erinnern sagen müssen, dass du auch die Haare einweichen sollst quasi oder einseifen.
00:04:56: Aber auch im Kontext zur Schule ist es natürlich so, dass da häufig eben die Exekutive Funktionen nochmal ganz besonders gefordert sind aber eben auch andere Kontexte also die Peer Group das zurechtfinden im sozialen Bereich was eben dann auch zum Beispiel impulsivitätsbedingt schwerer fallen kann aufgrund der Unaufmerksamkeit aus diversen Gründen.
00:05:17: Jetzt gibt es ja, wenn man so an den klassischen Fortgang einer Pubertät denkt ein gewisses Autonomie bestreben bei Jugendlichen dass sich dabei auch sehr deutlich weg bewegt von den Bezugspersonen.
00:05:32: Eltern und Lehrkräften hinzu, Peer Group zum Beispiel ist ja so eine ganz klassische Dynamik also das alles was Eltern tun und Lehr Kräfte tun oder andere Erwachsene tun erst mal potenziell ich sage es mal Gelinde sehr kritisch gesehen wird oder peinlich ist und man sich davon sehr deutlich distanzieren möchte und dass einfach die Dynamik ist.
00:05:53: Ich gehöre jetzt hier in diese Freunde Gruppe oder in dieser Gruppe meiner Klasse.
00:05:59: Oder da möchte ich dabei sein, ich möchte auch so sein, bestimmt auch ein Thema sprechen wir noch darüber und jetzt sagst du das gleichzeitig?
00:06:08: Da aber so Funktionen die mit einer gewissen Selbstständigkeit zusammenhängen oder auch mit der Erwartungshaltung hey!
00:06:16: Jetzt mach dann mal alleine, mach autonom.
00:06:19: macht es für dich dass das irgendwie halt nicht so einfach ist.
00:06:23: oder da nochmal schwieriger wenn man ADHS hat Wie geht das zusammen?
00:06:28: Ist das Autonomie bestreben dieser Jugendlichen dann gleichzeitig etwas kleiner, ist die Hinwendung zu Bezugspersonen noch stärker als es vielleicht in einem neurotypischen Kontext ist?
00:06:39: oder entstehen da auch in dem jugendlichen... ...oder in der jugendliche Konflikt in diese Richtung mit.
00:06:46: Ich krieg so wenig alleine hin.
00:06:47: Gleichzeitig habe ich aber gar keinen Bock dass meine Mutter hier mit ins Badezimmer kommt und irgendwie guckt ob ich ordentlich dusche.
00:06:52: Weißt du was ich meine?
00:06:53: Total!
00:06:54: Das ist ja gerade eben so dieses Spannungsfeld.
00:06:56: Also sie wollen tendenziell sogar mehr Autonomie haben, früher Autonomien haben als neurotypische Kinder merken aber gleichzeitig selber ich komme immer noch nicht so ganz gut klar unter die Alten überspritzt gesagt also Sie merken Ich will ohne Aber ich schaffe es noch nicht So richtig.
00:07:14: Die Eltern denken, okay, ich übe mich selbst im Loslassen meines Kindes.
00:07:18: Aber ich sehe, das klappt noch nicht so.
00:07:21: Ich muss trotzdem immer die Tasche mit meinem Kind zusammenpacken, weil er immer noch nicht verinnerlicht hat, dass er mit Sport hat oder ... Also diese ganz normalen Sachen, wo man irgendwann denkt, langsam müsste er ja mal oder müsste sie ja mal in eine Routine reinkommen.
00:07:36: Das bleibt häufig auf der Strecke und das führt eben ... dann, wie ich ja eben auch schon einmal sagte, häufig zu mehr Konflikten.
00:07:44: Weil diese Reibereien festhalten und voneinander sich wegschieben und dieses Austarieren von wie viel Nähe geht und ab wann ist es zuviel?
00:07:54: Das ist halt das Schwierige in vielen Familien.
00:07:56: Und das macht viele Kinder selbst oder Jugendliche selbst ganz verzweifelt und die Eltern eben häufig auch verursacht häufig Hilflussigkeit auf beiden Seiten.
00:08:07: Ich glaube, an der Stelle wird auch direkt deutlich, warum so ein traditioneller Ratgeber oder so ein Ratgebaer, der einfach nur den neurotypischen Kontext mitdenkt schnell an die Grenzen kommt.
00:08:18: Weil dieser Entschluss oder auch dieser Rad ... Na ja es geht in diesem Prozess schon auf vermehrt ums Loslassen und Vertrauen, um Zutrauen.
00:08:27: Das ist immer da wo wir Übergänge haben, die sich mit Autonomie befassen oder die Autonomien mit sich bringen.
00:08:35: Und dass das in diesem Kontext einfach ein ganz, ganz anderes Spannungsfeld mit sich bringt als das eben im neurotypischen Kontext der Fall ist wird glaube ich an dieser Stelle ganz klar und schon mal eine gute Beantwortung auf die Frage ob wir da echt ne eigens Buch für brauchen.
00:08:50: Jetzt habe ich eben vor der Aufnahme ganz spontan in meiner Instagram Story mal gefragt Denn ihr, liebe Zuhörenden, Fragen habt zum Thema Jugendliche und ADHS.
00:09:02: Und nebenbei wirklich quasi live werde ich das jetzt immer so ein bisschen vorlesen und einspielen.
00:09:08: und eine Frage ist an der Stelle gerade, drängt sich so ein bisschen auf wenn man das hört und die kamen in unterschiedlichster Form öfter.
00:09:17: Kann man da als Eltern eigentlich überhaupt irgendwas richtig machen?
00:09:24: Also ich muss ja hier dieser Stelle sagen Ich bin ja selber Mutter eines Teenagers mit ADHS und Autismus Und ich stelle mir die Frage manchmal auch Es ist also nicht so, als hätte ich die Weisheit mit dem Löffel gefressen.
00:09:36: Sondern ich dachte sogar beim Schreiben und auch beim erneuten Lesen meines eigenen Buches so ja das sind ganz tolle Empfehlungen da müsste ich mich auch öfter nochmal selber dran halten.
00:09:44: Also ich möchte hier an dieser Stelle auch ganz viel dazu ermutigen dass wir nachsichtig mit uns selbst sind denn was gestern geklappt hat und was gesternt gefühlt richtig war kann morgen schon wieder total falsch sein.
00:09:57: Das ist natürlich sowieso in der Pubertät glaube ich einfach auch normal.
00:10:01: Also wenn ich so an meine eigene Pubertäte denke oder wir alle mal das machen, dann fallen uns bestimmt auch Situationen ein wo wir dachten Boah ey nerv mich nicht Mutter oder Vater.
00:10:11: was eben bei ADHS da häufig noch diese Rolle spielt ist die Reifungsverzögerung die wir eben in vielen Fällen dann noch haben.
00:10:19: So und da haben wir dann eben oft das Gefühl, dass wir nicht so richtig machen können.
00:10:25: Weil gewisse Dinge die vielleicht jetzt vernünftig wären vom Kind einfach so zu emotional reifungsbeding quasi noch nicht wirklich nachvollzogen werden können, noch nicht richtig umgesetzt werden können sodass wir dann manchmal denken oh man er müsste es langsam eben mal ein bisschen in die Selbstständigkeit kommen.
00:10:42: und wir sehen aber egal wie oft wir das erklären, egal wie often wir unterstützen mag das vielleicht einmal klappen und am nächsten Tag eben wieder nicht, also es ist starken Schwankungen häufig unterlegen.
00:10:53: Und von daher hat man glaube ich tendenziell mit einem Neurodivergenzkind häufiger das Gefühl dass man irgendwie machen kann was man will, dass alles irgendwie falsch ist oder nur kurz hilft.
00:11:03: Du hast gerade diese Reife- oder Reifungsverzögerung angesprochen, magst du nochmal kurz erklären?
00:11:08: Was das ist und was damit gemeint ist?
00:11:10: Das geht zurück auf die minus dreißig Prozent Regel vom Russell Barclay der ja ein bekannter amerikanischer Forscher ist im Gebiet, der er seit über vierzig Jahren.
00:11:20: Und er sagt eben und das ist ja nachgewiesen dass eben der präfrontale Cortex den hatte ich ja vorhin auch einmal angesprochen also eben diese Steuerzentrale unserer Exekutivfunktionen dass der in der Reifung hinterher hängt im Vergleich zu neurotypischen Kindern und gleichzeitig es aber so Das Emotionale feuert eben häufig sehr schnell, sehr intensiv.
00:11:44: Während aber dieser Steuerungsbereich im Gehirn die Bremse des Rationale-Innehalten nachdenken und geplant also planvoll vorgehen dass das häufig noch stark hinterherhängt und dass man da bei seinem Kind bemerkt Mensch der ist irgendwie mit seinen zum Beispiel zwölf Jahren deutlich unreifer als andere in seinem Alter Und da hat nichts mit der Intelligenz zu tun Und das ist ja gerade das.
00:12:07: Also man denkt, oh mein Gott ich hab so ein Quitsch also so ein wirklich so schlaues Kind
00:12:12: aber
00:12:13: warum kriegt es nicht hin morgens alleine seine Klamotten anzuziehen?
00:12:17: Also wo das so auseinander klafft?
00:12:18: eigentlich?
00:12:19: dass was das Kind im Kopf
00:12:20: hat
00:12:21: und auf der anderen Seite das Maß an Selbstständigkeit das einfach noch nicht auf dem Stand ist wie's bei anderem in dem Alter wäre
00:12:29: Das was du grade gesagt hast man das was wir uns seit Eltern fragen hey hier da ist doch jetzt zwölf dreizehn.
00:12:35: wieso muss ich immer noch gucken, ob der sich die Socken überhaupt richtig anzieht.
00:12:39: Das ist ja ein Alter in dem Kinder das oder Jugendliche in dem Fall ja auch selber checken.
00:12:44: Ich weiß dass ich... Dass das eine Part von diesem Ganzen sich irgendwie nicht so zugehörig zu fühlen war, dass ich solche Dinge Das habe ich auf Klassenfahrten gesehen und so das andere selbstverständlich machen.
00:12:57: Und ich dachte, also ich musste mich immer an anderen orientieren, damit ich es überhaupt irgendwie hinkriege!
00:13:03: Und das fragen sich ja Jugendliche auch wieso krieg' ich das denn nicht so hin?
00:13:09: Du hast gerade über Intelligenz gesprochen.
00:13:10: und dann kommen wenn sie eben nicht diese ADHS Antwort haben... Genau dieser Stelle ist das perfekte Beispiel, um mal zu zeigen an welcher Stelle dieses.
00:13:19: ich bin zu faul.
00:13:19: Ich bin zu dumm und kriege es nicht hin.
00:13:22: An welcher Stelle sich diese Glaubenssätze formen?
00:13:24: Da tun sie das ganz, ganz, sehr toll!
00:13:26: Weil du
00:13:27: das
00:13:27: checkst du komplett und dass bei dir irgendwie anders ist und dass du das viel anstrengender findest oder Dinge sich bei dir nicht so intuitiv ergeben sondern eher so ah die machen das.
00:13:38: oh okay macht Sinn aber bin ja überhaupt nicht selber drauf gekommen wäre ich auch darauf gekommen.
00:13:45: Das sind diese Momente, wo du denkst ja okay irgendwie was ist ja mit mir nicht richtig gerade in dieser sensiblen Phase?
00:13:51: Wo es ja so krasser darum geht das genauso zu machen wie die Peer Group dass genau so hinzukriegen möglichst zugehörig zu sein meine Identität in diese Richtung aufzubauen da nimmst du noch mal krasser war an welcher Stelle doch eben anders bist und wenn das eben nicht eingeordnet werden kann nicht besprochen werden kann dann wird irgendwann schwierig.
00:14:12: dann formt sich genau sowas Und... Wir waren jetzt bei, ja es ist die Frage was kann ich richtig machen?
00:14:21: Kann ich überhaupt etwas richtig machen.
00:14:22: Die stellen wir uns irgendwie alle.
00:14:24: aber gehen wir mal rein was kann man denn richtig machen?
00:14:26: Was?
00:14:27: das ist nämlich eine der häufigsten Fragen hier was isst Denn eine ganz besonders wertvolle Stütze?
00:14:32: Ja also die wertvollste stütze und ohne die geht gar nichts ist einfach das Wissen.
00:14:35: Also Ich mache in den Elterntrainings immer wieder die Erfahrung dass mir eben die Eltern zurück melden zwischen dem Termin wenn wir uns vielleicht auch ein paar Wochen nicht gesehen haben.
00:14:43: Dass sie sagen Melanie bei uns hat sich so viel zum Positiven gewendet, einfach weil wir es jetzt verstehen.
00:14:48: Also wir können gegen alles Mögliche jeden Tag und diskutieren.
00:14:53: aber wenn wir eben nicht im Kern verstehen warum gewisse Dinge für unser Kind einfach aktuell zumindest noch viel zuviel Erwartung ist also wo wir vom Kind zu viel erwarten, wenn wir diese Erwartung eben nicht anpassen.
00:15:07: Weil wir selber vielleicht gar nicht wissen dass dann eine Reifungsverzögerung ist da schreibe ich ja auch sehr ausführlich drüber im Buch und was das eben auch so für den Alter bedeutet.
00:15:17: Wir können am Gras nicht ziehen damit es schneller wächst um auf dieser Mittag mal jetzt zurückzugreifen zu wissen, das entlastet oft schon enorm und deswegen ist auch ein Kapitel in meinem Buch eben das Thema wie kommuniziere ich die Diagnose beim Kind gegenüber.
00:15:31: Also gerade erst wenn auch die Diagnose in der Jugend gestellt wird oder was ich auch häufig erlebe dass Kinder die Diagenose vielleicht seit, also haben seit sie sechs oder sieben sind aber die Eltern nie so sicher waren.
00:15:44: wir sprechen darüber und die Kinder das heute eigentlich nicht wissen.
00:15:47: so wirklich Da gebe ich halt ganz viel Input auch, wie man das anstellen kann.
00:15:52: Einfach um diesen massiven Selbstzweifeln und Versagensgefühlen vorzubäugen weil die kenne ich eben auch aus eigener Erfahrung also eben was du gerade sagtest zu sehen
00:16:03: und zu fühlen Ich
00:16:04: bin in dieser Klasse irgendwie anders als die anderen Und diese Zweifel, die sich immer mehr daraus ergeben zu sehen.
00:16:13: Ich will ganz viel aber die Umsetzung kriege ich nicht gut hin.
00:16:15: das ist das größte also der größte Selbstwertfresser.
00:16:20: jetzt hast du ja gesagt irgendwie braucht es da wenn wir über Stützen sprechen braucht's da schon noch die Unterstützung der Eltern wenns um bestimmte Routinen geht.
00:16:30: Wir hatten zum Beispiel über Pflegeroutine gesprochen.
00:16:34: Jetzt haben
00:16:34: auch gesagt dass es ein riesen Konflikt fällt Weil ja gleichzeitig schon dieser Wunsch, dass ich will das auch wie alle anderen alleine können oder ich will überhaupt alleine können.
00:16:43: Oder oh nee ey!
00:16:44: Ich bin dreizehn und meine Mutter guckt hier rein ob ich mir auch die Haare wasche?
00:16:47: Was soll denn das?
00:16:50: Was tut man da?
00:16:51: Also
00:16:51: wenn man dann eben möglichst gut das Gehirn seines Kindes versteht und vielleicht sogar auch sein eigenes über diesen Weg, kann man die Rahmenbedingungen adhs-Bedingst so anpassen dass diese Selbstständigkeit durchaus erlernt werden kann.
00:17:04: Das ist ja das Ziel.
00:17:05: also wir wollen nicht den Kindern bis sie siebzehn sind die zehn Egel schneiden oder an Szene putzen erinnern sondern Sie machen ihren Weg aber eben verzögert.
00:17:14: So und da geht es in allererster Linie darum die Erwartung erstmal an zu passen.
00:17:19: Also diese dreißig Prozent ist ein Orientierungswert, aber jetzt nicht so eine Regel die grundsätzlich auf alle Kinder passt.
00:17:25: also da sind auch Schwankungen dabei.
00:17:28: Aber
00:17:28: wenn man dann eben guckt okay weiß was für Situationen sind das die bei uns zu Hause schwer fallen?
00:17:34: Dann kann man eben schauen in Absprache mit dem Kind dass man eben sagt du Dies und das, das fühlt bei uns immer wieder zu Streit.
00:17:41: Eigentlich ist es ja blöd, ne?
00:17:42: Weil ich bin dann abends genervt, dann blaffen wir uns wieder an!
00:17:46: Ich würde dir da gerne helfen, dass du das in Zukunft besser... Alleine schaffst und ich habe gerade überlegt, wie wir das vielleicht anstellen können dass es dir leichter fällt.
00:17:55: Und dann kann man natürlich erst mal hören hast du eine Idee?
00:17:57: Kannst du sagen was daran besonders schwer für dich ist?
00:18:00: Hast du eine idee wie wir es dir leichtermachen können?
00:18:02: Dass man dann eben zum Beispiel wenn es um Selbstständige anziehen geht morgens oder beziehungsweise am Abend vorher klar dieser ganz normalen Klassiker sage jetzt mal wie gemeinsam Klamotten rausnehmen nicht zu viel Auswahl dafür geben in der Reihenfolge nebenes Bett legen.
00:18:18: damit fängt man natürlich auch ja, oft schon früher an mit sogenannten Anziehstraßen.
00:18:22: Aber dass man dann eben auch guckt
00:18:25: ist
00:18:25: viel Konflikt vielleicht auch dadurch das es dann morgens viel Zeit kostet weil da erst die Klamotten ausgesucht werden.
00:18:31: können wir durch einen visuellen Timer morgens die Zeit besser eingrenzen?
00:18:35: also dass man die Rahmenbedingungen so ein bisschen ans ADHS Gehirn anpasst aber trotzdem nicht einfach stumpf nur Aufgaben aus führt fürs Kind sondern das Kind doch immer wieder mit ins Boot holt und sagt lass uns zusammen gucken wie wir das einfacher machen können.
00:18:47: Dafür gebe ich natürlich auch viele Anregungen.
00:18:50: Das war jetzt nur ein Beispiel von vielen, das ist ja so eine Standard-Situation die viele Familien kennen aber was das Buch auf jeden Fall nicht ist.
00:18:57: es ist kein Ratgeber quasi wie man sein Kind zum Funktionieren bringt sondern wie man eben Erwartung anpasst, Verständnis aufbringt.
00:19:07: und alleine dadurch, dass es weniger Missverständnisse gibt, kehrt oft schon ein ganz guter Frieden ein.
00:19:14: Und die Kinder selber werden auch entspannter weil sie eben nicht mehr von uns ständig irgendwie Diskussionen zu erwarten haben, sondern weil man vielleicht in der Kommunikation bisschen was umstellt das man eben einfach einen zugänglicheren Kind hat.
00:19:28: Könnte hier so als Leitgedanke, dass man so eine Leididee hat für all diese Unterstützungsansätze im Pflegebereich.
00:19:36: Also Körperhygiene-Bereich oder eben bei sonstigen Routinen zu Hause oder auch im schulischen Sinne da kommen wir noch dazu?
00:19:42: Da könnte doch als Leidgedankel vielleicht der von Montessori, also von Maria Montessori, hilft mir es selbst zu tun ganz gut sein während man Wie du sagst und diese Aufgaben, die man für das Kind erledigt.
00:19:56: Ich würde sagen im Grundschulalter noch mal schneller dabei ist und sagt ja okay komm hey dann ziehe ich die Socken an weißt du?
00:20:03: Um des Friedens willen oder du guckst schon morgens so, ich hab grad ein Buch gelesen da hieß es Choose Your Battles.
00:20:10: Also wirklich so okay, da kann ich jetzt irgendwie aushalten, warten, anleiten und hier denke ich mir so gibt dein Fuß ja echt CDU-Soccer selber drin geworden.
00:20:21: Und das wird einfach schwieriger im Jugendalter wo auch mit einer anderen Gegenwehr dann vielleicht... behaftet ist, sag ich mal oder einfach auch für so ein Kind dann so oh Mann ey will ich eigentlich nicht mehr.
00:20:34: Ich brauche es!
00:20:35: check ich irgendwie auch selber, aber will nicht mehr.
00:20:38: Und dass es da noch viel mehr darauf ankommt wie du sagst eben diesen Rahmen zu schaffen also das man schon alles vorbereitet so gut es geht und dann aber versucht im konkreten Moment einen Schritt zurückzugehen und alles durch die Vorbereitung... Also dass man da nicht mehr konkret eingreifen muss und diese Konflikte damit leichter entstehen sondern dass man in diesen Momenten dann alles soweit vorbereitet hat die größtmöglichste Chance hat, dass es dann in einer gewissen Selbstständigkeit geht.
00:21:07: Kann man das so?
00:21:08: Genau ja absolut und ich sag also choose your battles sage ich eben auch häufig zu den Eltern, dass man eben auch guckt... Also eine ADHS beim Kind, beim Jugendlichen ist niemals nur auf dieses Kind oder auf diesen Jugendlichen bezogen.
00:21:21: Es ist immer eine familiensystemische Sache.
00:21:25: Das betrifft alle, die mit drin sind.
00:21:27: deswegen ist in meinem Buch auch ein großer Fokus eben welchen Standpunkt wir als Eltern einnehmen, mit welcher Haltung und dass wir uns selber dabei nicht vergessen.
00:21:37: Also es geht ganz viel um das gesamte Familiensystem in der Pubertät.
00:21:42: Und da müssen wir natürlich gucken okay was ist dann überhaupt wert?
00:21:46: Dass ich da wirklich jeden Tag Kämpfe habe weil wir werden auch durch dieses Buch nicht die ADHS beim Kind wegtherapiert oder wegpädagogisiert bekommen?
00:21:57: nein auf gar keinen Fall wollen wir ja auch nicht.
00:21:59: Das kann ja, sollte nicht das Ziel sein.
00:22:03: D.h.,
00:22:03: man wird die Merken immer weiterhin...
00:22:07: Aber
00:22:08: wichtig ist eben, dass man guckt, welche Konflikte sind es dann wirklich wert auch ausgefochten zu werden?
00:22:13: Worum geht es da?
00:22:14: Wie kann ich meinem Kind das greiflich machen?
00:22:17: Dass das Kind eben nicht ständig das Gefühl hat an mir wird nur rumgemeckert!
00:22:21: Ich hatte ja eine Zeit lang eben auch das Jugendlichen Training gegeben und da hatte ich eben auch viele Jugendliche im Gespräch, die gesagt haben Anir wird nur umgezehrt von allen Seiten
00:22:29: Und
00:22:30: das ist natürlich dann auch verständlich, dass sich irgendwann so eine Resignation einstellt.
00:22:36: Was
00:22:36: stärkt denn Jugendliche in dieser Zeit ganz besonders aus deiner Erfahrung?
00:22:40: Oder ich weiß auch, dass es im Urlaub kommt wie das mit Stärken aussieht und... Ja,
00:22:49: ja!
00:22:49: Ein gutes Stichwort.
00:22:51: also das sage ich auch immer was läuft denn schon gut?
00:22:53: weil häufig ist eben der Fokus sehr auf dem was nicht gut läuft ist ja auch klar.
00:22:59: Das zieht natürlich auch viel Aufmerksamkeit, aber wir haben in Badia ist die sogenannte negative Verstärkerbilanz ganz häufig.
00:23:06: Also die Jugendlichen oder die Kinder, die hören schon viele negative Feedback und da kann ich mich als Mutter selbst nicht von frei machen.
00:23:12: also wie oft habe ich vor allem in der Vergangenheit mit den Augen gerollt?
00:23:16: Oder ja, schon gut!
00:23:19: Ich bringe dir die Brote so natürlich gerne hinterher nach dem Motto oder war klar wieder ein Sportbeutel vergessen.
00:23:28: wo sie merken, ja ich mal wieder.
00:23:31: Also wo was nicht gelungen ist.
00:23:32: Da steht dann häufig so ein Vordergrund und da gab es auch mal diese Zahl von zwanzig tausend.
00:23:37: also das Kind bis zum zehnten Geburtstag mit Adea ist zwanzichttausend negative Kommentare mehr bekommt und im Vergleich zu nichts von Adeas betroffenen Kindern.
00:23:45: und das schon krass!
00:23:47: Und da können wir natürlich jeden Tag gucken dass wir die Lupe in die Hand nehmen.
00:23:52: Auch dafür gibt es einige Anregungen, wie man das machen kann im Buch.
00:23:55: Wie kann man das schaffen in all diesen Wahnsinnen und auch an den sehr belastenden Zeiten?
00:24:01: Den Fokus für das was gut läuft nicht zu verlieren auf wenn man das manchmal echt mit der Lupe suchen muss.
00:24:07: Dass man diese auf negativen Verstärkerbilanz etwas entgegensetzen kann dass die Jugendlichen auch was Gutes hören weil dass dieser Verstärkebilanz besagt ja je mehr schlechtes sie hören desto mehr passen sie ihr Verhalten unseren Erwartungen an.
00:24:21: Und wenn unsere Erwartung nicht hoch sind, weil wir denken ach das geht doch sowieso wieder schief wird es wieder schieb gehen.
00:24:27: Weil Sie natürlich dann auch an Selbstwert und auch an Motivation verlieren.
00:24:31: für mich als Mutter ist es ich würde nicht sagen dass eine Technik ist es einfach das was Was für mich gut klappt, weil ich einfach zufälligerweise in einem ähnlichen Kontext habe.
00:24:45: Ich bin eben auch neurodivagent und ich kann sofort so krass abrufen was ich gebraucht hätte.
00:24:53: Und das ist sicherlich nicht in allen die Königslösung sozusagen dafür, weil manchmal hat man bestimmte Dinge eben nicht auch so erlebt wie das Kind.
00:25:05: oder man muss eben an bestimmten Stellen noch sagen oh mein Kind erlebt es anders.
00:25:08: Achtung du darfst
00:25:09: dich beruhigen!
00:25:11: Es passiert hier nicht nochmal das gleiche wie dir passiert ist zum Beispiel.
00:25:14: also man muss dann schon ein bisschen differenzieren.
00:25:16: aber gerade was diese Sachen vergessen angeht oder um wo liegen lassen, das ist mein täglich Brot gewesen.
00:25:26: Ich habe immer irgendwo was liegen lassen ich hatte immer irgendwo irgendwas nicht mit.
00:25:31: Ich war die der man ständig die Taschentücher leihen musste in der Schule.
00:25:34: ne?
00:25:35: eine super liebe Freundin bis heute immer meine beste Freundin, die immer eine Taschentücherpackung extra für mich eingepackt hat.
00:25:42: Na?
00:25:43: Super!
00:25:44: Und das zum Beispiel ist eine Hilfe, die ich viel leichter annehmen konnte, fand irgendwie auch doof aber konnte ich viel leichter an nehmen als der Hilfe von meinen Eltern übrigens an dieser Stelle.
00:25:53: Die hatte es dann einfach wortlos dabei gehabt, hat mir ein Taschen zurückgegeben und da war die Sache gut so.
00:25:56: Aber das war wirklich... Das hatte ich immer So.
00:26:00: eine Angst gab, da mit nach Hause zu gehen.
00:26:02: Ich wusste den neuen Füller wieder verloren und dem Bleistift verloren.
00:26:05: Keine Ahnung wo das ist.
00:26:09: Mein Sport-T-Shirt habe ich irgendwie liegen lassen.
00:26:15: Erwachsenen, die Kinder mit ADHS begleiten.
00:26:19: Ich nehme mal an das ist doch ein sehr gemeinsamer Nenner dass die Dinge irgendwo liegen bleiben und in meinem Gehirn geht sofort an Das war keine Absicht, das Kind hat gerade einen mega mieses Gefühl.
00:26:31: dieser Jugendliche fühlt sich gerade oder die Jugendliche führte sich gerade selber mega kacke weil es auch vor allem selbst... Es ist ja nicht so, dass einem die Dinge egal sind oder das wurde mir dann schnell unterstellt ich habe keinen Respekt vor diesen Sachen oder ich hab keine Ahnung wie viel so was kostet und ich dachte mir doch, ich weiß das ist mir mega unangenehm.
00:26:47: Ich habe auch super Angst gerade da mit nach Hause zu gehen und es zu beichten und dann machst du irgendwelchen Quatsch oder versuchst es irgendwie nachzukaufen vom Taschengeld damit es nicht auffällt.
00:26:56: Und als daraus entstehen wirklich blöde Dynamiken!
00:27:00: Das hat sich so tief bei mir eingebrannt dass ich das super schnell abrufen kann in so einem Moment und dann in diesem Moment erst mal sage wenn dann irgendwie kommt so ja also mein Sport...ich weiss grad Da bin ich mir alles klar.
00:27:15: Und dann wird erst mal so, wo könnte er denn sein?
00:27:17: Hast du eine Idee, wo er liegen gebliebenen sein könnte?
00:27:19: Ja, ich glaub da und da!
00:27:22: Dann kannst du ja morgen nachfragen, meinst du das schaffst du?
00:27:25: Sollte ich ne Mail schreiben?
00:27:26: wie auch immer.
00:27:27: Und erstmal kurz wird das geklärt... ...und in Ruhe wenn dieser Moment vorbei ist sich ein anderer guter Moment ergibt.
00:27:37: mit Jugendlichen ist so meine Erfahrung ergeben sicher Momente.
00:27:40: Also irgendwie dann doch mal, wo sie dann doch irgendwie kommen und nochmal ein bisschen näher möchten das gibt es ja dann doch Mal.
00:27:46: und dann vielleicht irgendwie zu schauen ob man über sowas mal in Ruhe spricht weil in diesen Momenten vorwürfen zu kommen auch wenn das irgendwie verständlich ist weil die Dinge ja leider Geld kosten.
00:27:56: ich versteh jedes total aber Ich weiß einfach dass das in diesem moment Man schämt sich eh schon und ist so sauer auf sich selber.
00:28:05: Die Gefühle sind alle da, das kann ich euch versichern.
00:28:07: Ihr müsst diese Aufklärungsarbeit nicht leisten!
00:28:11: Wir wissen dass die Dinge Geld kosten.
00:28:14: Das ist meine Taktik in dieser Stelle wirklich ganz schnell dieses Gefühl hochzuhufen.
00:28:19: Okay überleg mal was du jetzt gerne gehört hättest und dann machen wir da keinen großen Heel draus in diesen Moment und sprechen an späterer Stelle darüber okay können wir irgendwas machen?
00:28:30: damit das nicht mehr so schnell passiert.
00:28:32: Irgendwas, lass uns mal nachdenken!
00:28:34: Weil ja es ist halt schon ärgerlich weil das Geld kostet und dann kann man das genau an der Stelle besprechen aber auch unter diesen lösungsorientierten Ansatz okay Ja
00:28:42: das ist es ja auch also toll wirklich klasse weil so vielen ich glaube oft.
00:28:48: Also man macht schnell als Elternteil, gerade wenn man selber untersteht.
00:28:52: Vielleicht sonst auch den... Ich will das nicht als Fehler bezeichnen, es rutscht an mir selber nur raus und man macht das ja nicht mit Absicht!
00:28:58: Oh ich finde es okay, Dinge als Fehler zu bezeichnend.
00:29:01: Ja, wir machen alle Fehler.
00:29:03: An der Stelle klappt's ganz gut ne?
00:29:04: Und ich finde völlig ok dass als Fehler auch vor dem Kind als Fehler zubezeichnet sind.
00:29:09: War jetzt gerade ein Fehler, das habe ich falsch gemacht.
00:29:10: Hätte ich gerne anders gelöst?
00:29:11: Ist mir in dem Moment nicht gelungen, tut mir leid!
00:29:13: Genau,
00:29:13: das mache auch so und ich habe selber diesen Fehler eben auch damals öfter gemacht dass ich meinem Kind da irgendwie diese Absicht unterstellt habe.
00:29:21: Also es ist dir scheinbar völlig egal nach dem Motto oder dass sich Sachen persönlich genommen haben.
00:29:28: also damit tun wir auch schon zwei gute Dinge wenn wir den Kindern per se die beste absicht unterstellen.
00:29:37: völlig egal ist, dass ihr das mit Absicht und aus Nachlässigkeit einfach vergessen haben.
00:29:42: Weil sie kein Gefühl haben für Geld oder wie lange man dafür arbeiten muss und dass wir eben versuchen nicht alles oder möglichst gar nichts von ihrem Verhalten persönlich zu nehmen weil es hat in der Regel ganz wenig mit uns zu tun und ganz viel mit ihnen selber.
00:29:54: Sie kämpfen in der Pubertät Wirklich krass.
00:29:57: Und ich finde, wie du sagst es ist menschlich dass wir auch irgendwie mal an Grenzen kommen das etwas raus rutscht.
00:30:04: aber ich finde einfach wichtig gerade in dem Alter kann man ja wirklich nochmal krasser mit ihnen sprechen und da schätzen sie's auch sehr wenn man sich wirklich auf Augenhöhe behandelt und sagt pass mal auf weiße was?
00:30:16: Das hätte ich irgendwie auch anders lösen können.
00:30:19: das war jetzt grad mein Fehler.
00:30:22: tut mir leid.
00:30:23: Können wir jetzt noch mal irgendwie anders drüber sprechen oder so, ne?
00:30:25: Also ja auch da gibt es empfängliche Momente und weniger empfengliche Momenste.
00:30:29: Pubertät ist einfach Pubertäd!
00:30:31: Klar aber die gibt das und ich glaube... Den Part kriege ich irgendwie hin mittlerweile weil das so tief in mir und meiner eigenen Erfahrung verankert ist.
00:30:42: Es gibt andere Dinge, da stehe ich auch manchmal.
00:30:45: Ich freu mich auf deinen Ratgeber.
00:30:47: Das würde ich jetzt doch gerne mal wissen, wie man das anders machen könnte!
00:30:52: Von daher da vollstes Verständnis und selbst wenn man Ratgeberschreibt oder in diesem Thema so krass unterwegs ist macht man auf gar keinen Fall alles richtig.
00:31:01: Nein... Und es war für mich irgendwie das Beste an der Sache als ich in diesen Schreibprozess war dass sich das irgendwie alles kannte auch aus eigener Erfahrung.
00:31:15: Also, dass ich eben nicht aus dieser rein professionelle Perspektive in dem Zug dessen was ich gelernt habe sondern einmal als selbst betroffene Person als Autistin mit ADHS damals natürlich übersehen das waren noch andere Zeiten als heutzutage also dementsprechend spätdiagnostiziert aber jetzt auch eben als Mutter so dass sich in diesem Buch natürlich immer auf dem Schirm haben die Eltern selber neurodivergent sind perfekt davon umgesetzt werden kann und wird.
00:31:44: Und das ist auch überhaupt nicht die Erwartung dieses Buches.
00:31:46: Also mein Ziel ist, dass sich das anfühlt wie eine Warmumarmung.
00:31:51: Das leite ich am Anfang des Buches auch glaube ich so ein, dass das rüber kommt.
00:31:56: Das ist so meine Hoffnung!
00:31:58: Ich möchte einfach auf Nachsicht mit sich selbst plädieren.
00:32:01: Es ist für alle Beteiligten eine aufregende und zeitweise wirklich schwierige Phase der Pubertät aber müssen wir alle durch.
00:32:10: Definitiv?
00:32:12: Das bleibt uns nicht aus und ich glaube, dass da in dieser Zeit ja auch trotzdem ganz große Chancen liegen.
00:32:19: Weil das ist trotzdem eine Zeit wo sich... Ich bleibe aber bei dir!
00:32:26: Auch wenn es hier gerade nicht einfach ist, wo sich ne Beziehungsqualität nochmal anders zeigt.
00:32:32: Das ist so mein ganz klares Erleben aus eigener Perspektive, aber eben auch ein bisschen wie gesagt beginnend bei uns als Mutter bei dem, was ich so in meinem täglichen Tun erlebe.
00:32:44: Das ist etwas wo auch ganz viel Chance für eine Beziehung drin steckt und wo sich das nochmal anders festigt wirklich mit Arbeit.
00:32:53: Das is immer der Part.
00:32:54: deswegen schaut doch gut auf euch und sorgt für euch als Eltern In dieser schwierigen Zeit.
00:33:01: aber wenn man die gut hinter sich bringen kann diese Phase, dann hat die finde ich auch mal eine ganz große Chance.
00:33:11: Jetzt gucke ich nochmal an der Stelle weiter in meine Insta-Fragen und habe also tatsächlich die häufigste... Hast du eine Idee was so am häufigsten gefragt wird?
00:33:20: Also Selber schon Sticker dazu gemacht, da war die häufigste Frage ab welchem Alter das Kind sich das Buch empfehlen würde.
00:33:28: Ich habe gar nicht so buchspezifisch gefragt sondern eher Jugendliche und ADHS.
00:33:32: was wollt ihr wissen?
00:33:34: Und ich finde es ganz wichtig dass wir uns dem Thema einmal widmen und zwar das Thema dieses intensive erleben und auch Sucht!
00:33:52: dass in verschiedensten Fragerichtungen es gibt Jugendliche, die das im Verliebtsein irgendwie regeln und ständig Liebeskummer haben.
00:34:00: Ständig des Dramasohntes, nächstes Mal wieder verliebt sind.
00:34:03: Und also ... Das hat ja dann auch schon fast leichte Suchtendenzen, sag ich mal jetzt zu Salopp gesagt, sich da drin irgendwie sehr verlieren.
00:34:13: andere, die in Richtung ... Alkohol und Co.
00:34:18: gehen, aber auch ganz oft hier dieses mein Kind oder mein Jugendliches Kind kann überhaupt nicht mit Geld umgehen.
00:34:27: jetzt wo es ein bisschen selbstständiger wird man ja eben in dem Alter auch das mehr in die Hände der Kinder gibt und ihnen da ein bisschen mehr Freiraum lässt wie sie so ihr eigenes Geld verwalten.
00:34:38: Und vielleicht gibt es eben auch mehr Taschengeld, als das vielleicht in der ersten Klasse so der Fall war.
00:34:43: Und merken die, dass da wenig Impulskontrolle da ist in diese Richtung... Ich finde es ganz spannend über dieses ganze Feld mal zu sprechen, denn meine Erfahrung, meine Persönlichkeit war auch, dass sich all diese Dinge extrem intensiviert haben, auch im Vergleich zu meinem Freundeskreis der nicht nur neurodivergent war sondern eben auch neurotypisch.
00:35:04: Ist auch meine Erfahrung und das ist eben das wo wir
00:35:07: in
00:35:07: die ADHS besonders häufig so merken an dieser ganzen Impulsivität in diesem intensiven sensation seeking also dass immer die Suche nach Stimulation im Vordergrund steht, ohne dabei eben über die langfristigen Risiken und Folgen nachzudenken von unserem Verhalten.
00:35:23: Und das geht auch mit dieser verzögerten Reife einher.
00:35:28: also wir müssen uns darauf einstellen dass unsere Kinder und Teenies über die Pubertät hinweg in vielen Bereichen mehr und länger Begleitung brauchen als in anderen Hinsichten und dass wir sicherlich auch oft tief durchatmen müssen weil wir denken um Gottes Willen wie soll das später irgendwann mal werden?
00:35:44: Also die gute Nachricht ist, dass bei uns beiden sieht man ja das wird alles.
00:35:49: Aber es kann auch häufig dauern weil der Brief von Telecortex ist erst mit ungefähr, soll ich das jetzt wirklich sagen?
00:35:56: Ich überlege gerade also er ist halt erst so mit um die Mitte zwanzig Ja, vollständig ausgereift und
00:36:02: die
00:36:02: meisten Erwachsene klären mit ADHS sagen mir naja also ich würde sagen ich war mit Anfang dreißig dann auch irgendwann im Erwachsenenleben angekommen.
00:36:09: Also das ist schon was alle Zuhörerinnen und Zuhörer kriegen vielleicht gerade innerlich.
00:36:15: die Krise soll jetzt nicht euch völlig runterziehen aber es ist gut wenn man das frühzeitig einfach weiß dass man sich in vielerlei Hinsicht drauf einstellen muss dass das Kind da Erfahrungen sammeln muss die andere nicht in dem Aus was sammeln, weil sie einfach mit ihrer inneren Bremsfunktion noch nicht ganz so fit sind.
00:36:34: Also und gerade was Süchte angeht spielt natürlich je nachdem wie stark die ADS-Symptomatik ausgeprägt ist auch tatsächlich die Medikation eine große Rolle, weil man eben ja nun auch weiß dass die Medication vor allem wenn Sie eben schon in der Kindheit oder früher Jugend gegeben wird das sie langfristig das Suchtrisiko was bei ADHS deutlich erhöht es effektiv senken kann.
00:36:58: Und natürlich ist es häufiger so, dass wenn ein Kind mit stärker ADS-Symptomatik in der Kindheit keine Medikation bekommen hat.
00:37:07: Dass sie dann häufig aber in früherer Jugend schon dazu tendieren eben Energy Drinks zu konsumieren und auch deutlich mehr als gesund wäre oder eben mit dem Rauchen anzufangen oder ja bei dem Thema Alkohol doch übermäßig in Kontakt kommen weil das natürlich Substanzen sind die zu nah schnellen und großen Dopaminfreisetzung führen.
00:37:27: Und das ist einfach wichtig, dass ein Blick zu behalten.
00:37:29: Weil irgendwann in der Jugend – also wir können dem sechzehnjährigen nicht mehr vorschreiben, dass beim Kumpel aber bitte nichts getrunken wird.
00:37:35: Also irgendwann ist da auch unser Wirkungsbereich natürlich kommt an seine Grenzen.
00:37:39: Deswegen ist da wirklich die Gravention ganz, ganz wichtig und einfach, dass man diese Zusammenhänge kennt.
00:37:45: Deswegen gehe ich auch darauf im Buch ein auf jeden Fall bei vielen Familien in der jugenden Thema es.
00:37:51: Ich finde, als Pfeiler da wirklich auch wieder wenn wir... ich habe gerade über die Beziehungsqualität gesprochen.
00:37:58: Da bleiben quasi, das finde ich ganz wichtig!
00:38:02: Als Kontaktperson da sein, wenn der Abend in bestimmte Richtung gelaufen ist, trotzdem ein sicherer Hafen sein nach Hause holen Kind versorgen und dann irgendwann in einem ruhigeren Moment solche Dinge mal besprechen.
00:38:21: Genau, Medikamente waren nämlich an der Stelle.
00:38:23: eben auch eine Frage ob die da unterstützen können?
00:38:27: Und da gab es jetzt gerade erst wieder ne neue Studie wie wer hat ihr auf Verlinken die diesen Zusammenhang auch im sehr kurzfristigen Abstand also man hat ich glaube so ein zwei Jahresverlauf quasi sich angeschaut und in diesem Zusammenhang schon deutlich gesehen das Suchtgefährdung ist ein ganz positiven Effekt potenzielle Süchte haben kann, indem man da eben etwas geschützt davon ist.
00:38:51: Ich glaube alles das was sonst so gilt in diesem Bereich es da eben auch wichtig zu schauen dass es genügend Bereiche gibt in denen sich das Kind als wertvoll erleben kann in dem das Kind anders den Dopaminkick bekommt als über vielleicht nicht so gesundheitsförderliche Dinge in einem Sport zum Beispiel.
00:39:09: Das ist der Klassiker in einem Hobby das erfüllt.
00:39:14: Wie auch immer kann man eben gucken, was so zu dem Kind passt.
00:39:17: Ich finde das noch mal super hilfreich.
00:39:19: aber ja also allein dieses Wissen hey in dem Bereich muss ich mich vielleicht ein bisschen wärmer anziehen als es bei anderen Familien der Fall ist.
00:39:27: Das find' ich schon mal hilfrecht.
00:39:28: und dann eben in Beziehung bleiben unbedingt dieses Band soweit sich das auch entfernen mag an dieser Stelle immer gut aufrechterhalten.
00:39:39: Und meine Erfahrung ist auch wenn man stabil an der Seite bleibt auch durch wirklich vielleicht schwere Jahre, ist die Wahrscheinlichkeit dass dann irgendwann diese Kehrtwende kommt und eine ja wie soll ich sagen Besinnung kommt deutlich größer.
00:39:57: Und dann eben in dieser Zeit auch auf Hilfen zurück zu greifen nicht nur auf Medikamente sondern eben auch auf therapeutische Unterstützung.
00:40:03: gerade wenn man sagt so okay Und dann lieber früh, als spät, wie du sagst präventiv.
00:40:08: Wenn ich schon merke okay das ist jetzt nicht mehr.
00:40:10: nur ich probiere mich aus Ich such Dopamin ja also das ist es schon auch aber in der Ursache vielleicht.
00:40:15: Aber letztendlich nimmt das gerade zum Beispiel Medienbereiche richtig ungute Schon jetzt ungute Formen an oder ich habe kein gutes Gefühl mehr dabei.
00:40:24: Dann lieber früh darauf zurückgreifen.
00:40:25: und damit kommen wir zu einer Frage die in diesem Zuge auch ganz oft gestellt wird.
00:40:31: Wir haben vorhin schon so ein bisschen darüber gesprochen dass Jugendliche nicht mehr so unbedingt gerne diese Unterstützung annehmen.
00:40:40: Und das gilt eben auch für so offizielle Unterstützungswege, die nicht über uns Eltern laufen, nämlich therapeutische Angebote, Medikamente oder überhaupt diese Diagnose plötzlich abgelehnt wird.
00:40:53: Entweder man hat sie schon früher bekommen und dann ist plötzlich ein Ohr will ich jetzt aber gar nichts mehr von Wissen gerade.
00:40:58: Nee danke!
00:40:59: Ich möchte einfach so sein wie alle anderen oder die wird im Jugendalter erst gestellt.
00:41:04: Und ich weiß noch, unserem Psychologin hat damals gesagt ... dass Diagnose- Stellung in der Pubertät ganz besonders herausfordernd ist, weil das eigentlich das Letzte ist was sie in diesem Moment hören wollen, dass da irgendwie etwas ist, was sie unterscheidet.
00:41:23: Wie kriege ich es hin?
00:41:26: Dass mein Kind sich auf solche Unterstützung noch einlässt und er plötzlich sagt Ich will das aber alles nicht mehr nehmen!
00:41:32: Ich will dann nicht mehr hin, ich hab da keinen Bock mehr drauf.
00:41:35: Das ist ein ganz schwieriger Punkt.
00:41:36: Man kann da am besten versuchen, erst mal eine Haltung vorzuleben... mit der man ausstrahlt, dass wir alle auf der Welt einfach eine verschiedene Bauart unseres Gehirns haben und das ein Gehirn mit ADHS oder ein autistisches Gehirnen kein Defizit-Gehirn ist quasi sondern das es einfach nur anders ist als alle anderen.
00:41:58: So und mit jeder Machart auf der welt hat jeder Mensch eventuell mal seine Schwierigkeiten und bei ADS und Autismus hat man eben tendenziell auch mal ein bisschen mehr Schwierigkeit weil diese welt eben neurotypisch ausgerichtet Und es ist einfach für die allermeisten Familien und Jugendlichen und Kinder ein großer Selbstwertschutz.
00:42:17: Wenn man früh im Leben Bescheid weiß, welche Art Gehirn habe ich?
00:42:20: Weil dementsprechend kann man eben schauen okay dann lerne ich vielleicht anders als andere Kinder Ich nehme anders Reize wahr als andere kinder.
00:42:27: deswegen bin ich so empfindlich wenn in meinem Schuh sich die Socken verdreht haben.
00:42:33: Also dass einfach da dieses Verständnis für sich selber schon ein bisschen besseres ist.
00:42:37: Weil tatsächlich habe ich so in den Elterngesprächen auch häufig die Erfahrung gemacht, dass wenn die Kinder so dreizehn-viertzehn um den Dreh sind das sie ganz schwer zu erreichen sind um sich auf eine Diagnostik einzulassen weil das ist eine unfassbar sensible Phase in der Pubertät Je älter sie dann werden, weil sie wollen ums Verrägen dazugehören.
00:42:58: Sie suchen gerade ihre Identität und das Letzte was sie da gebrauchen können ist irgendeine Diagnose mit dem Begriff Störung darin.
00:43:05: Also sie wollen normal sein.
00:43:08: Meine Empfehlung ist tatsächlich immer wenn sich schon vor der Pubertät abzeichnet dass das Richtung ADS gehen könnte, noch nie erwartet und noch nie beobachtet, sondern dass man dann schon mal schaut okay wo können wir konkret hin?
00:43:22: Wo können wir uns schon auf die Warteliste setzen lassen.
00:43:24: Aufgrund der wahnsinnig langen Wartezeiten, die wir Deutschland weit haben von teilweise ein bis vier Jahren.
00:43:29: also die Spanne ist wirklich groß.
00:43:31: ich kriege da natürlich oft mit wie lange die Familien da warten müssen Und in der Pubertät ist es dann einfach auch schwieriger sein Kind zu überzeugen.
00:43:39: Ich finde da wichtig, einem Kind zuzugestehen.
00:43:48: Diese Diagnose abzulehnen oder damit erst mal nicht viel anfangen zu können.
00:43:54: Jetzt bin ich ja sehr diagnosen und diagnostik positiv eingestellt.
00:43:59: Das ist auch das, was man bei Instagram überall liest.
00:44:02: Hey macht das super wichtig und ich bin selber ohne Diagnose durch eine Pubertät gegangen und im Nachhinein würde ich sagen mir hättest du extrem geholfen die zu haben.
00:44:13: keine Ahnung ob ich sie aber angenommen hätte es weiß ich nicht.
00:44:17: Ich war damals so verzweifelt.
00:44:18: ich glaube mir hätte irgendwas was nicht geheißen hätte Du bist schuld hätte ich vielleicht gut gefunden.
00:44:24: jetzt so aus dem Rückblick Aber man weiß es letztendlich nicht.
00:44:27: Und dieses Zugeständnis aus, okay.
00:44:29: Dann nimm sie jetzt nicht an die Antwort.
00:44:30: hast du trotzdem zu einem Zeitpunkt wo du vielleicht wieder bereit bist sich auf diese Antwort einzulassen damit zu arbeiten die für dich zu verstehen anzunehmen eine Identität damit aufzubauen Die ist ja auch später noch da die bleibt ja ein Leben lang und
00:44:47: ich
00:44:48: habe gerade eine Diagnostik begleitet weiteren Kreis, wo die größte Sorge eben war.
00:44:57: Ja ich will das eigentlich nicht weil ich möchte nicht dass dann in der Schule irgendwie was anders gemacht wird für mich und wer weiß das dann am Ende und so?
00:45:06: Und als man diesen Jugendlichen dann erklärt hat hey das ist deine persönliche Antwort!
00:45:13: Ich finde es wichtig, dass wir das als Familie wissen.
00:45:15: Ich finde auch unfassbar wichtig, daß du das weißt!
00:45:19: Wenn das sonst außer uns niemand wissen soll, dann verspreche ich dir hier hoch und heilig.
00:45:24: Ich werde darüber nicht sprechen.
00:45:28: Wir müssen das der Schule nicht sagen.
00:45:29: Es gibt keine Pflicht, das zur Schule zu sagen.
00:45:31: Und wenn du das jetzt gerade nicht möchtest, dann lassen wir das doch erst mal.
00:45:35: Dann kannst du dir das erstmal für dich selber überlegen.
00:45:40: Wenn die Schule das irgendwann erfahren soll, entscheidest Du, das mit uns gemeinsam.
00:45:44: Wir werden das nicht über deinen Kopf hinweg machen und du entscheidest ob du das vielleicht mal irgendwann einem sehr guten Freund einer guten Freundin erzählen möchtest.
00:45:51: Und mal ausprobieren wie die da drauf reagiert.
00:45:53: Vielleicht reagiert es total toll und dann ist es besser also wirklich dieses diese Ablehnung dem Kind auch zuzugestiegen.
00:45:59: Es ist seine Sache, seine Diagnose und es hat ein Recht darauf mit der umzugehen.
00:46:05: erst Mal Wie ich möchte.
00:46:07: nichtsdestotrotz ist es wichtig diese Ressource zu haben falls dann irgendwann doch der Moment kommt.
00:46:13: Ach so, damit kann ich da die Unterstützung bekommen.
00:46:16: Und ich bin vielleicht glücklicherweise in einer Klasse bei einer Lehrkraft, die das super gut hinkriegt, Unterschiede sehr gut zu behandeln in ihrer Klasse ohne den Scheinwerfer einsetzen zu müssen.
00:46:28: Dann habe ich die parat und kann mich trauen, die einzusetzen.
00:46:31: Ich finde ... Man sieht überall, sagt es euren Kindern, dass ist wichtig!
00:46:37: Und dann denkst du ja, mein Kind hat aber gar keinen Bock Und meine ganze Bebühung geht da rein, dass dieses Kind sagt Dank, dass ich endlich diese Antwort habe.
00:46:46: Und dann sind die Eltern so traurig und zweifeln an dieser Diagnose-Stellung, weil das Kind sagt Alter, nee, ich hatte ja erst so ein ... Nee, das hab' ich nicht.
00:46:57: Das haben also da so einer will ich aber nicht!
00:46:59: Also das muss man aushalten ein Stück weit erstmal.
00:47:03: Das finde ich total wichtig, weiß nicht wie du so die Erfahrungen machst in deinen Begleitungen?
00:47:07: Ob es da auch Ablehnung gibt von den Jugendlichen?
00:47:11: Ja genau!
00:47:13: Da gibts oft Ablehnung von den Jugendlichen weil sie häufig nicht genug greifen können.
00:47:18: was bedeutet das dann konkret.
00:47:20: Deswegen ist es natürlich auch wichtig soweit man eben mit dem Gespräch reinkommen kann, dass man guckt okay also aus welchen Grund?
00:47:29: warum tust du dich so schwer?
00:47:31: Das muss keiner erfahren.
00:47:32: Es ist für dich eine Erklärung es ist für uns ne Erklärungen.
00:47:36: gerade wenn man eben merkt das Kind hat schon wahnsinnig viele Selbstzweifel dann ist es natürlich was was das Kind mit sich selbst auch versöhnen kann zu einem Stück weit Dass man einfach merkt und das hätte mir glaube ich sehr geholfen damals einfach zu merken Okay Ich bin nicht blöd Stimmt.
00:47:52: Es fühlt sich wirklich für mich so an und das hat auch einen logischen Grund, weil ich habe ein ADHS gehören.
00:47:56: also Ich bin sehr sicher dass es für mich einiges verändert hätte.
00:48:01: Aber am Ende, was ich noch sagen wollte, worauf man auch nochmal mal gucken kann ist das manchmal die Eltern selber eben nicht ganz sicher sind.
00:48:12: Machen wir das?
00:48:12: Das ist ein Stempel.
00:48:14: Also dass sie selber auch mal überlegen habe ich eventuell selbst Vorurteile vorbehalte in Bezug auf diese Diagnose.
00:48:22: wie haben vielleicht schon einmal zu Hause über diese Diagnose oder jemanden der hat gesprochen, hat mein Kind das mit aufgeschnappt und kann sich mit diesen Menschen aber gar und sieht sich da überhaupt nicht, dass um meinem Kind vielleicht gar nicht bewusst ist.
00:48:34: Da gibt es so viele verschiedene aus... Führungen davon von ADHS und auch Autismus ja zum Beispiel, dass man da vielleicht auch für sich zu Hause das Bild nochmal vielleicht gerade rücken könnte.
00:48:44: Und
00:48:44: weißt du was?
00:48:45: Es ist doch grad so in der Diskussion dieses Social-Media-Bissechzehn verbieten usw.
00:48:52: Ich finde total wichtig darüber zu sprechen.
00:48:54: Ich find auch wichtig drüber zu sprechen, dass diese Plattform wirklich unschöne Techniken nutzen um Kinder und Jugendliche an sie zu binden.
00:49:05: sich erstmal wichtig finde.
00:49:07: Aber überall da, wo es nur darum geht Pauschal zu verbieten werde ich immer hellhörig.
00:49:12: das ist einfach nie mein Weg.
00:49:14: aber
00:49:15: mal dieses Stichwort reingeschmissen Ich finde es für Jugendliche so wertvoll sich auf dem Plattform umzuschauen weil sie dort andere jugendliche junge Erwachsene oder auch berühmte Vorbilder finden, die sich ganz offen zu diesen Diagnosen bekennen.
00:49:34: Ob das jetzt eben eine ADHS ist?
00:49:35: Ob es Autismus ist?
00:49:36: Dispraxie der Schauspieler von Harry Potter, Daniel Radcliffe hat zum Beispiel Dispraxi und das ist ja für viele Kinder ein super Anknüpfpunkt!
00:49:47: Und wenn sie sich dahin stellen und da offen drüber sprechen – das ist so wertvoll gerade in einer Zeit wo man vielleicht eben auch als Mutter sagt, hey ich hab doch auch ADHS und das Kind denkt ja.
00:49:57: Und ich habe gerade aber gar keinen Bock so zu sein wie du.
00:50:00: Schmerzhaft!
00:50:01: Aber so ist es in diese Frage rein.
00:50:03: Und dann eben andere Vorbilder anzubieten...
00:50:07: von
00:50:07: entweder wirklich, es müssen gar keine großen krassen Accounts sein sondern einfach andere Jugendliche.
00:50:13: Bei TikTok habe ich gerade einen mir abgespeichert um ihn rauszuholen zu können den Account wenn das wichtig wird.
00:50:21: oder mich mal danach jemand fragt da stellt sich ein junger Jugendlicher hin Ich glaube so ist es.
00:50:26: sechzehn-sehntin ist der und erzählt dass er Autistisch und erzählt einfach so ein bisschen was es für ihn heißt und wie er so die Dinge wahrnimmt.
00:50:32: Und wie so ein Schultag für ihn ist, und ich denke mir ja genau das ist es.
00:50:36: doch genau das brauchen doch Kinder und Jugendliche gerade im Jugendliche.
00:50:40: Und selbst wenn sie dann nicht sofort sagen Ja ich stelle mich jetzt auch und erkläre das groß der Welt aber dieses Es gibt eben noch andere Jugendliche, die das auch haben und da bin ich zugehörig Ich gehöre ja zu einer Gruppe und die is gar nicht so klein wie man immer denkt Und das finde ich so wertvoll, um trotzdem auch wenn es nicht dann an die große Glocke gehangen werden soll.
00:51:06: Auch wenn da nicht sofort jede Hilfsmaßnahme freudig aufgenommen wird.
00:51:11: Aber ich merke schon, dass das ein Türöffner ist Kinder mit diesen Accounts vertraut zu machen da natürlich irgendwie vielleicht auch ein bisschen zu begleiten weil die ganz oft auch Strategien teilen.
00:51:21: so hey guck
00:51:21: mal
00:51:22: Ich muss jetzt hier meine Hausaufgaben machen.
00:51:24: Hausaufgeben finde ich eigentlich immer gar nicht so gut.
00:51:26: Das mag ich nicht so gerne.
00:51:28: Ich mache mir dazu immer diese und diese Geräusche an dann tue ich es als welcher in einem Kaffee.
00:51:32: Sonst solche Videos
00:51:34: gibt's
00:51:37: ist eine super wertvolle Strategievermittel, die das Kind für sich nutzen kann ohne dass es nach außen getragen werden muss und mit diesem Wissen.
00:51:48: Ich hab's ja von einem TikTok-Video, hallo bei cool ist.
00:51:52: Und das finde ich eine super Ressource!
00:51:54: Ja
00:51:55: da merkt man wieder, man kann nicht alles per se verteufeln.
00:51:57: und da habe ich eben noch so gedacht was hätte mir oder vielleicht dir auch das damals geholfen?
00:52:01: Ich stand immer auf diesem Schulhof und dachte
00:52:03: ich bin der
00:52:03: einzige Mensch der sich so fühlt.
00:52:05: Der einzige Mensch...und jetzt sehe ich diese ganzen Instagram Accounts und denk so mein Gott wo wart ihr denn damals alle?
00:52:12: Also wo ich dachte ich ben alleine damit weil es sind so viele in meinem Alter und dann denke ich die müssen doch auch auf dem Schulhof gewesen sein.
00:52:20: und alleine das, dass die Jugendlichen heute da sehen.
00:52:24: Ich bin damit nicht allein und vielleicht ist es bei mir tatsächlich so ja gut dann behalte ich sie mal im Hinterkopf aber dadurch entsteht ja so ein stilles Verstehen wenn Sie nochmal ein Video sehen.
00:52:32: Genau,
00:52:33: auch weil man da natürlich immer vorsichtig sein muss.
00:52:34: Weil eben auch eine Untersuchung gezeigt hat dass etwa fünfzehnte Inhalte nicht konform gehen mit den Diagnosekriterien das sehr vieles sehr vereinfacht oder auch verzerrt dargestellt wird.
00:52:44: aber wenn sie dann mein Video finden wo Sie wirklich denken ja stimmt habe ich mal drüber gesprochen oder da hat Papa letztlich mich darauf aufmerksam gemacht dass er das vielleicht auch von sich selber kennt und vielleicht haben die ja doch ein bisschen recht.
00:52:55: naja ich folge dem Mal Das kann ja auch schon eben einfach innerlich was in Bewegung setzen, dass sie vielleicht ein Jahr später doch sagen.
00:53:02: Ich glaube ich möchte mal einen Termin
00:53:03: haben."
00:53:25: finde ich super interessant, kennst du das selber oder so?
00:53:30: Oder also für eins meiner Kinder ist gerade dieses berühmte Vorbilder und die gibt es im Sport grade zum Beispiel auch.
00:53:38: Gerade aus dem Sportbereich super wertvoll!
00:53:41: Und dabei haben wir gefreut... Also die und die Person hat das doch auch, ne?
00:53:46: Ja?
00:53:47: Ah ja cool dann kann ich ja Die und die Sportart, dann kann ich da ja richtig erfolgreich werden.
00:53:52: Natürlich kannst du das!
00:53:54: Und es ist so wichtig und gerade eben in einer Zeit in der das soweit also in der eben diese Bewegung weg von den Eltern hin zu anderen Vorbildern geht ist, dass das der ideale Anknüpfpunkt.
00:54:07: Und klar sind wir als Eltern immer gefordert, das verantwortungsbewusst zu begleiten.
00:54:11: Das gilt ja immer in diesem Social Media Bereich oder überhaupt im Einsatz von Medien.
00:54:16: aber ich möchte eben unbedingt Werbung für die Chancen machen denn wir hören gerade immer nur was daran alles so schrecklich und schlimm ist!
00:54:23: Wir müssen genau gucken, dass es gute Inhalte sind Und qualitative Inhalte sind klar.
00:54:30: Aber da sind Inhalten, die eine riesen Chance mit sich bringen finde ich und gerade da wo wir irgendwie ganz oft das Fragezeichen überm Kopf haben so okay dann kann ich mir als Mama kann ich das dreimal erklären und fünfmal sagen aber wenn es einfach jemand im gleichen Alter tut oder ne Person zu der ich aufschaue weil oh mein Gott hier super erfolgreiche Sportlerin oder Sportler und ich find die total toll!
00:54:52: Das hat so viel Effekt den könnte ich als Mutter niemals herstellen.
00:54:57: Ja, ich habe auch gerade gedacht so ein YouTube-Short mit sechzig Sekunden oder wie lange die gehen.
00:55:02: Falls gar nicht genau überwiegt dann manchmal das vierte Gespräch mit seinem Kind?
00:55:06: Auch wenn sich das vielleicht ein bisschen unfair anfühlt für uns als Eltern.
00:55:09: aber ja der Zweck heiligt die Mitte oder wie heißt es noch?
00:55:13: Ja und ich finde ganz ganz im Ernst selber... Ich bin gerade in einer Traumatherapie und manchmal bringt so ein Video Dinge, die in meinem Kopf um mich herumschwirren und dich nicht sortiert kriegen.
00:55:24: Wo ich gar nicht weiß
00:55:26: wie finde ich denn das eigentlich?
00:55:28: Manchmal kriegt man da ja wirklich einen Impuls wenn man eben bisschen schaut was man da so konsumiert.
00:55:33: Kriegt man wirklich einen impuls und sagt Ja!
00:55:35: Das ist exakt in Worte gefasst was sich grade fühle oder was ich nicht so greifen konnte.
00:55:40: Bord Danke also.
00:55:42: diesen Effekt kennen wir doch auch selber und es ist eine Chance Wie gesagt verantwortungsbewusst auswählen.
00:55:47: Es gilt für uns genauso, aber da ist ja diese Möglichkeit und das finde ich einfach vielleicht auch ein Anknüpfpunkt mit so diesem.
00:55:59: Ich will es alles nicht umzugehen.
00:56:02: was Schule angeht Das habe ich schon in einem anderen Folgen angesprochen Ist es die Phase in der allerwenigsten Ja, diese Hilfen angenommen werden.
00:56:15: Das wird mir ganz oft von Lehrkräften widerspiegelt gerade aus weiterführenden Schulen, dass sie da eigentlich überhaupt gar keinen Bock drauf haben.
00:56:22: Gleichzeitig ist auch meine Erfahrung das es eigentlich die Zeit ist in der man am offensten nochmal irgendwie die Chance hat darüber zu sprechen mit den jungen Erwachsenen dort, mit diesen jungen Menschen, die durchaus begreifen und dann sagt man... Also die kann man ja ganz anders ins Boot holen.
00:56:41: Sag mal, ist das nicht total dämlich dass wir uns hier darüber lustig machen wollen über dies und das und jenes?
00:56:48: Da kannst du so viel inneren Pathos hochholen der ja auch ein Teil von Pubertät ist.
00:56:54: Dafür möchte ich hier unbedingt Werbung machen, dass sich mehr Lehrkräfte weiter für einer Schule trauen diese Dinge für alle zur Verfügung zu stellen da nicht so einen Riesenheel draus zu machen die Scheinwerfer wegzunehmen Und einfach offen darüber sprechen.
00:57:09: Ja klar bringen wir alle irgendwie was anderes mit.
00:57:12: Hast du Fortbildungen in weiterführenden Schulen zu der Thematik?
00:57:16: Ich weiß, du gibst ja sehr viele.
00:57:18: Ja genau auch in weiterführenden Schulen gebe ich relativ häufig Fortbildung und das ist dann auch so eine häufige Frage.
00:57:25: Das Lehrkräfte sagen wir haben da Kinder mit ADS in der Klasse.
00:57:29: wie können wir das den anderen Kindern erklären?
00:57:31: dass für die manchmal was anderes gilt?
00:57:33: und da empfehle ich dann häufig vielleicht wenn es der Lehrplan her gibt oder man ein bisschen Zeit hat oder auch über die Mittagsbetreuung, wie auch immer mal eine Projektwoche Neurodiversität zu machen.
00:57:44: Also dass man gar nicht jetzt speziell der Klasse erklärt so hört man alle zu – die beiden da hinten aus dem und dem Grund!
00:57:51: Sondern das man sagt so grundsätzlich wollen wir hier mal eben gucken es gibt Neuro-Diversität.
00:57:57: was bedeutet das?
00:57:57: Was bedeutet neurotypisch, was bedeutet neurodivergent?
00:58:00: Warum kommen bei Neurodivergenz gewisse Verhaltensweisen zu Tage, die für andere ungewöhnlich wirken könnten?
00:58:06: Warum entstehen oft Missverständnisse?
00:58:08: einfach durch dieses Mismatch der unterschiedlichen Frequenzen auf den wir dann funken oder auf denen wir dann funkten.
00:58:15: ohne den Fokus auf einzelne Kinder zu richten.
00:58:17: Und die Erfahrung damit, die ist immer sehr positiv.
00:58:20: Also wenn ich dann auch zur Rückmeldung bekomme ... Dann war da schon häufig so eine Rückmeltung dabei.
00:58:25: Da haben sich plötzlich noch zwei weitere Kinder geoutet, wo die vorher noch nie darüber gesprochen hatten.
00:58:30: und auf einmal ist auch den Kindern, die vielleicht wirklich schon mal über ihre Diagnose gesprochen hatten aber dann keine guten Erfahrungen gemacht haben, denen stand die Erleichterung im Gesicht dass da auf einmal noch zwei waren.
00:58:44: Und dann ist so dieser Schleier des Schweigens endlich weggegangen und dann war das normaler.
00:58:50: Sie haben sich auch viel mehr getraut, wirklich mal einen Kopfhörer aufzusetzen.
00:58:54: Die Lehrkraft hat gesagt ja komm lass die Hoodie kapuze auf!
00:58:56: Da zitiere ich dich auch häufig wenn ich diese Empfehlung gebe weil du dich da für einsetzt dass eben solche Sachen schon wirklich für die Reizfilterung wertvoll sind.
00:59:08: Und das würde ich dann auch immer empfehlen, dass man da wirklich mal in Form an der Projektwoche das Thema allgemein mal aufgreift und eben so Hilfsmittel für alle zur Verfügung stellt.
00:59:18: Fidget-Kurbe, Kopfhörer, Sichtschutzwende, dass das ein ganz normaler Bestandteil jeder einzelne Klasse ist ohne dass man das für eine Person anschafft weil die das ja braucht.
00:59:29: Das ist so ein Gamechanger.
00:59:32: Selbstverständlich sein, selbst ich mit ADHS lerne auch nicht immer auf die gleiche Art und Weise.
00:59:37: Neure typische Menschen lernen auch nicht jeden Tag auf genau die gleichen Weise.
00:59:41: Man braucht eine Veränderung da drin Eine Tagesform, in der ich sage so auch heute habe ich gute Kapazitäten.
00:59:49: Ich kann hier im Geschehen sitzen und trotzdem bin ich gut dabei.
00:59:52: Und es gibt Momente, in denen möchte ich mich zurückziehen, in den möchte ich meine Ruhe haben, also ist mir das alles zu viel gerade in einem sensiblen Zustand wie der Pubertät?
01:00:04: Das ist ja nichts, was neurodivagente Menschen für sich gepachtet haben.
01:00:08: Das ist immer das totale Missverständnis.
01:00:10: Es gibt viele Dinge die sind für alle wertvoll.
01:00:13: Neurodivagente-Menschen sind nur ein bisschen mehr darauf angewiesen, dass die auch wirklich zur Verfügung stehen.
01:00:18: Beziehungsweise leiden sie viel mehr darunter wenn ihnen das... Die haben einfach nicht die Kompensationsmöglichkeiten weil da so viele Mehranforderungen da sind und der Akkuschneller leer ist das dann zu kompensieren.
01:00:30: Und es ist aber nichts was für neurotypische Kinder und Jugendliche nicht auch super wertvoll ist und die auch in ihrem Lernen unterstützt.
01:00:38: Ich glaube da dürfen wir gerne unser Mindset in diese Richtung drehen.
01:00:45: Jetzt würde ich einen letzten Schlenker drehen, den wollte ich schon an frühere Stelle machen.
01:00:50: Aber jetzt passt da als letzte Frage total gut.
01:00:54: Den Fragensticker möchte ich nämlich unbedingt reingeben.
01:00:59: Thema Jugend, Thema Pubertät, Thema Mädchen, Thema Periode Da gibt es, also kommt plötzlich ja in der Jugend.
01:01:10: Wir haben vorhin schon darüber gesprochen dass so körperhygienische Sachen nach wie vor nicht unbedingt so smooth laufen und von alleine laufen sondern das da weiterhin ein gewisser Unterstützungsbedarf da ist.
01:01:23: Und jetzt kommt gemeinerweise dieser Monk-Octail dazu in der Pubertät
01:01:28: der
01:01:29: dafür sorgt, dass man plötzlich noch öfter duschen gehen muss als es vielleicht bisher der Fall war.
01:01:32: Vielleicht konnte man bisher sagen naja gut dann machen wir die Tortur eben nur zwei drei mal die Woche funktioniert das vielleicht nicht mehr so unbedingt.
01:01:39: Oder ich muss plötzlich, damit klar kommt dass ich einen anderen Körpergeruch habe als vorher und jetzt muss sich da irgendwie was machen.
01:01:44: oder und den Kontext würde ich ihm gerne aufmachen Jetzt kommt für Menschen mit Periode plötzlich die Anforderung Oh Gott!
01:01:53: Jetzt muss ich daran denken, dass ich die Sachen dabei hab.
01:01:56: Und ist das ein Thema in dein Buch?
01:01:59: Und falls nicht hast du ein paar spontane Gedanken dazu?
01:02:03: Nee, so konkret jetzt nicht.
01:02:05: Also nicht dass es so konkret im Buch vorkommt.
01:02:08: natürlich die körperlichen Veränderungen generell als Kapitel aber also spontan habe ich dazu die Einfälle das man eben möglichst schon vorbeginn der Pubertät völlig unverschämlich bespricht.
01:02:19: Also, dass sie wissen was in etwa kommt weil gerade diese körperlichen Veränderungen die brauchen bei neurodivergenten Kindern und Jugendlichen häufig so ein bisschen mehr einsortieren und auch Gewöhnungszeit.
01:02:31: also es kann sehr sehr sehr befremdlich wirken.
01:02:33: und dann könnte man gucken kann man gewisse Prozesse Trotzdem ein bisschen vereinfachen, auch wenn es um die spätestens jeden zweiten Tag Duschen nichts herumführt.
01:02:43: Könnte man gucken ob man dann während der Menstruation diese Intimpflege-Tücher oder eben Babyfeuchttücher hat neben der Toilette, dass das einfach für einen Zwischen drin sauber machen reicht?
01:02:55: Oder dass man zumindest einmal am Tag beim abendlichen Zähneputzen noch eine Katzenwäsche mit Achseln und einmal in den Teambereich hinkriegt, wenn's jetzt für die Dusche nicht reicht?
01:03:06: Natürlich muss dann eine bessere Hygiene oder eine häufiger Hygienne in diesem Ausmaß stattfinden, aber natürlich kann das dann auch nochmal wieder schwerer sein.
01:03:16: Weil eben dieses ganze Umsetzen von dem was nötig ist in der Pubertät ja sich anstrengender anfühlen kann.
01:03:22: und vielleicht findet man über solche Vereinfachungen Kompromiss dass man sagt okay jeden zweiten Tag aber im tag dazwischen dann hast du hier ein paar Produkte stehen.
01:03:33: Für mich ist das bis heute Offenlegung in der Anforderungen.
01:03:37: Und ich meine jetzt nicht die Anforderung, die wir alle kennen mit Bauchkrämpfen und ja einfach dem seelischen Zustand in dieser Zeit und und Sondern wirklich habe ich meine Sachen, wenn ich aus dem Haus gehe dabei.
01:03:54: Kann nicht das wechseln?
01:03:55: Wann hab' ich eigentlich zum letzten Mal gewechselt, je nachdem was man halt für Produkte benutzt ne?
01:04:01: Ist die Unterhose... ist dass die Perioden unterwischreich sind?
01:04:03: Dann habe ich die rausgezogen!
01:04:05: Habe ich eine Tampon genutzt, habe ich eine Taste benutzt?
01:04:10: Das klingt jetzt wirklich wie es klingt aber Eine Anforderung für mich und ein weiteres Ding auf der To-Do Liste.
01:04:19: Und mit ADHS sind auch solche Sachen einfach eine erhöhte Anforderungen, und ich weiß dass das für mich wie gesagt... Ich habe vorhin doch gesagt, ich hatte die Taschentücher mit!
01:04:28: Ja wenn mir schon schwer viel an Taschendücher zu denken Dann wird es wahrscheinlich mit solchen Artikeln ähnlich ausgesehen haben.
01:04:39: Darum vielleicht auch hier der Impuls für Schulen, die eben mit Jugendlichen... Die Jugendliche Beherbergen hätte ich fast gesagt!
01:04:49: Also weiterführende Schulen an der Grundschule ist das... Ganz selten mal ein Thema, aber vielleicht auch da einen Impuls.
01:04:56: Solche Sachen zur Verfügung zu stellen auf den Toiletten ganz selbstverständlich?
01:04:59: Ich finde das so eine Entlastung für ganz viele Kinder, auch neurodipfische Kinder vergessen es mal oder du wirst davon in der Schule überrascht weißt ja auch nicht immer dann der Zyklus pendelt sich gerade erst ein und so.
01:05:10: Aber an solche Sachen zu denken das im Blick zu behalten irgendwie vielleicht mit dem Handy zu arbeiten Reminder mit dem menstruierenden Kind einzubinden bauen, so eine Tasche im Rancen zu haben.
01:05:23: Ich gucke bei meinen Kindern haben wir ihre Taschentücher.
01:05:26: Das ist
01:05:26: das Taschendücher-Ding ist ein
01:05:27: großes Ding!
01:05:29: Deswegen schaue ich da immer auf was alles im Rassen ist und da... Wow,
01:05:33: Respekt, das blicke ich nicht schon.
01:05:34: Ja nur Taschenthücher, aber anderen Dingen, liebe Grüße an die Lehrkräfte meiner Kinder, wir bemühen uns mit den Elternzetteln
01:05:40: auch.
01:05:41: Aber du sagst nur Taschen-Tücher?
01:05:45: Die sind drin.
01:05:49: Genau Und dann vielleicht wirklich so eine Periodentasche, die da auch wieder diese vorbereitete Umgebung, die dann da ist.
01:05:58: Aber ich habe gerade als ich diese Frage gelesen hab deswegen vielen Dank an die Person, die das in den Fragensticker geschrieben hat weil ich dachte ach ja krass!
01:06:06: Ich habe gerade selber erst realisiert dass es für mich ne Anforderung ist und mehr Energie zieht daran zu denken und dass sich wirklich in solchen Phasen manchmal denke Habe ich jetzt heute schon mal gewechselt?
01:06:15: Doch, doch, doch.
01:06:16: Doch habe ich okay!
01:06:18: Und das wird in dieser Phase gerade wenn man sich damit erst einrückelt und noch nicht einmal eine Routine aufbauen konnte, eine große, große Anforderung sein.
01:06:27: Da sind wir als Eltern dann natürlich entsprechend gefragt diese Routine die sich nicht von alleine ergeben wird mit aufzubauen.
01:06:36: Ja, total gute Impulse auf jeden Fall.
01:06:38: Also das wäre natürlich super wenn jede weiter für eine Schule spätestens das dann auch mal bereitstellen würde dass man eben nicht einen Schockmoment hat wenn man merkt ich habe das zu Hause vergessen.
01:06:49: also Ich bin ein großer Fan von Instruktions Unterwäsche und eben auch Tassen
01:06:53: Weil
01:06:54: man da nicht so oft dran denken muss und weil die Unterwäsche halt immer noch mal so ein Backup ist.
01:06:59: Also selbst wenn man dann wirklich in der kritischen Phase ohne Sachen aus dem Haus geht, hat man aber für den Notfall schonmal was an, sodass das die Wahrscheinlichkeit für Anne-Marie Lörd schon einmal gesunken war.
01:07:10: Grad Tassen nehmen ja teilweise über zwölf Stunden das Blut auf, aber in der Pubertät mit zwölfen Jahren braucht man die Übertassen in der Regel noch nicht nachdenken.
01:07:18: Nein, nein, nein!
01:07:19: Da finde ich auch diese Option mit der Unterwäschung total gut.
01:07:24: Genau also
01:07:25: hier nochmal ein Superimpuls für alle, die aus weiterführenden Schulen hier mit so an ihr tut menstruierenden Jungen Menschen, einen Riesen gefallen.
01:07:36: Wenn das da ist und selbst wenn man jetzt in Schule ist, sagt die Mittel dafür vielleicht über den Förderverein gehen, dass da irgendwie so ein Budget zur Verfügung gestellt wird?
01:07:44: Wenn er aus dieser Folge rausgeht und sagt ich weiß gar nicht wie ich da entlasten kann im Schulalltag dann ist das Ich liebe ja so einfache Stellschrauben an die man vielleicht gar nicht immer denkt.
01:07:54: Dann ist es das was du gesagt hast, Tutti und Co aufsetzen Irgendwie mal Rückzug ermöglichen und aber eben auch die Gehirnkapazität auf dem Entlasten, indem man diese Mittel zur Verfügung stellt und da einfach Möglichkeiten schafft dass das entlastet ist an der Stelle.
01:08:15: Liebe Melanie ich glaube die Frage warum es ein Buch
01:08:20: braucht
01:08:21: Wo wir ganz speziell auf Jugendlichen mit ADHS eingehen, die ist beantwortet.
01:08:27: Wenn diese Folge erscheint jetzt bin ich nicht ganz genau im Plan ist auf jeden Fall gerade deine Veröffentlichungsphase.
01:08:34: Ich weiß nicht ob es dann schon ganz genau raus ist oder ob's dann ein zwei Tage später ist aber auf jeden fall ist es einfach dein Buchstart Zeitraum.
01:08:42: dafür wünsche ich dir alles alles alles Gute!
01:08:50: Vollstes Verständnis dafür.
01:08:52: Ich bin mir aber sehr sicher, dass du da wie schon so oft gesagt eine wahnsinnig wichtige Lücke füllst und das es sehr gut ankommen wird.
01:08:58: ich weiß wie fundiert deine Inhalte sind dir darum Gedanken machst, wie viel du recherchierst und dass eben deine persönliche Perspektive aus eigener Erfahrung da auch noch mal besonderen emotionalen Wertschaft.
01:09:11: Von daher habe ich gar keine Willenken das es gut laufen wird!
01:09:14: Alles Gute dafür.
01:09:16: ihr habt jetzt eine Aufgabe nämlich das Buch besorgen und durcharbeiten.
01:09:20: nächste Woche frage ich ab in der nächsten Folge und darauf freue mich schon.
01:09:26: bis dahin tschüss Und zu guter Letzt natürlich noch ein herzliches Dankeschön an Jakob Jens und VoiceUp Productions für die Bearbeitung und die Produktion dieser Folge.
01:09:42: Ein Kopf voll Gold,
01:09:44: was Neurodivagente Kinder brauchen und wie wir sie stärken können!
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