50. Wundervolle Pandakinder – Warum wir endlich lernen müssen, sie wirklich zu verstehen
Shownotes
In dieser Folge spreche ich mit Mark Leonard über sein Buch „Mein einzigartiges Pandakind“.
In diesem Ratgeber schreibt er über Kinder mit PDA („Pathological Demand Avoidance“) und erklärt, warum oft die kleinsten Alltagsschritte unüberwindbare Hürden darstellen und wie wir ihnen förderlich begegnen können. Besonders mitgenommen für mich habe ich den Wegweiser „Choose your battles“. Denn genau diese Balance fällt als Eltern eines Pandakindes so unglaublich schwer.
Hier findet ihr mehr über Marks Arbeit:
🔗 https://www.instagram.com/mark.my.thoughts
Und hier gehts zu Marks Buch:
🔗 https://www.amazon.de/Mein-einzigartiges-Pandakind-PDA-Autismus-Profil-Familienalltag/dp/3407869509
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Transkript anzeigen
00:00:00: Hundertzwanzig Minuten später schlug ich nass geschwitzt und völlig außer Atem mein Laptop zu.
00:00:06: Was ich da gerade gelesen hatte, konnte nicht sein!
00:00:09: Es durfte nicht sein denn wenn es wahr wäre dann hätten die Menschen um uns herum alle unrecht.
00:00:16: Dann wäre das was wir erlebten nicht nur eine Phase.
00:00:20: Dann würde es nicht einfach so über Nacht verschwinden damit wir wieder zu einem in Anführungsstrichen normalen Familienleben zurückkehren könnten.
00:00:29: Nein, wenn das was ich da las war wäre dann hätte mein Sohn eine angeborene Behinderung des Nervensystems und die wäre gekommen um zu bleiben.
00:00:41: Diese Sätze aus dem Buch meines heutigen Gastes Mark Leonhard haben mich sehr berührt denn sie beschreiben den fast schon typischen Aha-Moment von Eltern vieler neurodivagenter Kinder Den Moment in dem Sie so ne Antwort erahnen indem man so das eigene Kind wiederfindet und sich endlich ein richtiger, passender und neuer Weg auft.
00:01:03: Und das gilt sicherlich ganz besonders im Kontext PDA.
00:01:08: Vor einigen Monaten habe ich schon einmal mit Marc in diesem Podcast darüber gesprochen über Kinder im PDL-Profil.
00:01:14: Jetzt hatte er ein ganzes Buch darüber geschrieben mein einzigartiges Panda-Kind.
00:01:19: der perfekte Anlass ihn also nochmal einzuladen und noch tiefer ins Thema PDA einzusteigen.
00:01:29: Was neurodivagente
00:01:31: Kinder
00:01:31: brauchen und wie wir sie stärken können.
00:01:38: Lieber Marc, Panda-Kinder?
00:01:40: Warum Panda?
00:01:41: Ja
00:01:41: erstmal hallo.
00:01:42: noch vielen Dank dass du mich nochmal eingeladen hast.
00:01:45: Ähm ja Panda-kinder das sagt man so, das soll glaube ich einfach ein bisschen ein liebevoller Weg sein diese Kinder zu beschreiben weil es geht eben um PDA also Pathological Demand Avoidance.
00:02:00: Das ist so ein bisschen holprig, jedes Mal zu sagen Kinder mit PDA oder Kinder im PDA-Profil.
00:02:07: Oder manche sagen dann auch PDALer.
00:02:12: Dann schfälst du da immer so drüber und kam auch glaube ich ursprünglich aus dem Englischen das dann einfach wegen diesem PDA.
00:02:19: Dann hat man noch ein paar andere Buchstaben dazu gemacht.
00:02:21: Und dann gab es sich die PDA Society als Erste in UK.
00:02:28: dann hat man so ein Panda als Symbol irgendwie ausgesucht und ich glaube daraus ist das irgendwie entstanden.
00:02:36: Ich benutze es sehr gerne und finde es ein sehr schönes Bild, weil häufig werden ja bei Neurodivergenzen allgemein die Defizite herausgestellt.
00:02:48: Das Kind kann das und das nicht oder schlecht ... Es ist ja auch einfach sehr viel gut.
00:02:55: und also, dass man einfach das einen positiven Begriff hat oder zumindest einen nicht negativen Begriff um sowas zu beschreiben.
00:03:04: Und deswegen habe ich mich auch entschieden ... Oder auch zusammen mit dem Verlag entschieden, dass wir es auch im Titel haben wollen weil wir eben nichts sagen wollen.
00:03:13: okay jetzt ist hier irgendwie ein Elternratgeber wie man mit diesen schwierigen Kindern umgeht so ungefähr sondern nee, das ist einfach... einzigartigen Kinder.
00:03:24: Finde ich ganz, ganz toll und was sich daran irgendwie... Also im besten Fall geht man dann mit einer gewissen ja erwartungsvollen Haltung da rein und schaut sich das eben nicht schon mit dieser Defizitbrille an und hat vielleicht sogar auch noch einen kleinen süß Moment weil Pandas sind ja eher ganz niedliche Geschöpfe Und von daher ist dann fast die Emotionalität in einer positiven Lage und gerade diese Kinder brauchen, glaube ich diesen warmen und liebevollen Blick ganz besonders.
00:03:55: Das Thema ist ja auch wenn es zum Glück immer weiter in die Öffentlichkeit dringend darf trotzdem noch nicht komplett im Mainstream angekommen, auch in der neurodivergenten Community noch nicht.
00:04:08: deswegen steigen wir schon nochmal ganz kurz in den Grundlagen ein.
00:04:12: PDA was?
00:04:14: Ist das, was heißt das?
00:04:16: Also PDA steht für Pathological Demand Avoidance.
00:04:19: Also pathologische Anforderungsvermeidung.
00:04:21: So hat man es in den Achtzigern mal bezeichnet ursprünglich als man's zum ersten Mal beobachtet hat weil man eben Kinder beobachtet hat die dadurch ausgefallen sind dass sie alltägliche Anforderungen vermieden haben.
00:04:35: Das war so das das Hauptmerkmal was man da gesehen hat.
00:04:38: deswegen hat man das so bezeichnete.
00:04:40: Mittlerweile weiß man, dass es eigentlich gar nicht so ein guter Begriff ist.
00:04:44: Weil es eben noch mehr als diese Anforderungsvermeidung und das ist ja auch gar nicht die Ursache, die wird daraus nicht klar.
00:04:50: Deswegen gibt es zum Beispiel verschiedene andere Langformen mittlerweile für dieselbe Abkürzung.
00:04:57: Einer davon ist Pervasive Drive for Autonomy.
00:05:00: den finde ich ganz gut weil das bedeutet allgegenwärtiger Drang nach Autonomie.
00:05:05: Und das ist im Prinzip genau die Ursache, die dahinter steht.
00:05:09: Also diese Menschen unterliegen einem überlebenswichtigen Drang nach Autonomie, nach Kontrolle, nach Gleichwürdigkeit der im Prinzip das gesamte Leben bestimmt und wie so ein zusätzlicher Überlebensinstinkt funktioniert.
00:05:22: Und gleichzeitig ist es auch der Stärkste den sie haben.
00:05:25: Das heißt wenn ein Kontrollverlust wahrgenommen wird oder eine Hierarchie wahrgenommen werden dann können im Zweifelsfall andere Überlebungsinstinkte sogar überschrieben werden wie Sicherheit, Schlaf, Hunger, Hygiene, Toilettengang.
00:05:41: Was normalerweise so unsere Überlebensinstinkte sind wo wir merken wenn es da dran geht dann brennt die Hütte dann müssen wir aktiv werden ist aber gleichzeitig dieser Drang nach Autonomie-Kontrolle Gleichwürdigkeit verletzt, ne?
00:05:54: Also nehme ich einen Kontrollverlust zwar oder eine Hierarchie.
00:05:57: Dann muss sich erst mal schauen, dass ich die Kontrolle zurückbekomme, da sich ein Gleichgewicht wieder herstelle und alles anderes erstmal zweitrangig.
00:06:05: Ist glaube schon ein kleines Vorschadowing wie wir gut in einer Begleitung kommen wenn es um Panda Kinder geht.
00:06:14: gibt es eine Erklärung woher das kommt?
00:06:18: Nach aktuellem Wissensstand wird PDA im Autismus-Spektrum einsortiert.
00:06:25: Es gibt leider noch relativ wenig Forschung, das erwähne ich auch im Buch ganz vorne als Disclaimer, dass es klar ist, wir echt noch viel mehr Forschung dazu brauchen.
00:06:36: aber es gibt halt... Einfach auch schon unheimlich viel, was wir wissen durch die klinische Arbeit der letzten forty-fünf Jahre und was wir nutzen können um Betroffenen zu helfen und diese Kinder einfach besser begleiten zu können.
00:06:49: Und deswegen kann es also nach aktuellem Wissen am ehesten im Autismus Spektrum eingruppiert werden als Verhaltensprofil.
00:06:57: Bei Autismus weiß man ja dass das eine sehr starke genetische Komponente hat und das ist ja bei vielen Neurodivergenzen so, dass man sagt ne?
00:07:05: Das wird es im Prinzip vererbt Und das passiert auch wirklich ganz vielen Eltern, die dann merken okay ich habe so ein Partner Kind zu Hause dass sie mit der Zeit merken hey manche Sachen davon passen irgendwie auf mich oder passen auf meinen Partner meine Partnerin.
00:07:22: Oder ich sehe da meine Eltern drin weil manchmal wird ja auch mal eine Generation übersprungen.
00:07:28: Und wenn wir sagen, das ist ein Verhaltensprofil im Autismus-Spektrum kann es natürlich auch sein dass wir eine andere Form von Autismus bei uns selbst beobachten.
00:07:37: Bei dem Großvater der Großmutter oder was beobachten.
00:07:42: Aber es kann sich ja ein bisschen unterschiedlich äußern.
00:07:45: aber also da kommt es her ne?
00:07:47: Es ist eigentlich von Geburt an da.
00:07:50: Und dieser überlebenswichtige Drang und was im Prinzip einfach passiert ist, wenn der verletzt ist.
00:07:58: Dann geht eine Panikreaktion im Gehirn los und der Körper schaltet in den Überlebensmodus.
00:08:04: Das ist eben derselbe Modus, den jeder von uns eingebaut hat – vom Geburt an für den Ernstfall.
00:08:11: Deswegen ist das Verhalten auch gar nicht ungewöhnlich.
00:08:14: nur Was ungewöhnlich ist, ist die Situation.
00:08:17: Wann diese Pandas in diesen Modus schalten und zwar nicht nur wenn wir keine Ahnung auf der Autobahn plötzlich die Kontrolle über das Auto verlieren und denken oh Gott schaffe ich das ja oder war es das jetzt?
00:08:30: sondern eben auch wenn die Mama oder der Papa sagt zieh bitte deine Schuhe an kann sich das Lebensgefährlich tatsächlich anfühlen, weil es eine Hierarchie gibt.
00:08:40: Ich kriege ein Befehl oder eine Bitte von jemandem, wo eine Erwartung dahinter steht.
00:08:44: Das reicht und ich habe eben nicht die Kontrolle über das was ich tue, weil ... Es gibt die Erwartungen, ich soll, ich muss irgendwas anderes tun Und das fühlt sich bereits lebensgefährlig an und aktiviert das Nervensystem.
00:09:00: So wichtig, dass du das einfach nochmal sagst.
00:09:02: Das ist von Geburt an so.
00:09:04: man kommt mit diesen Neurodivergenzen gerade weil die genetische Komponente dir wirklich mittlerweile sehr gut erforscht ist zumindest der Part schon mal.
00:09:12: Man kommt damit auf die Welt und das ist eben kein Erziehungsfehler.
00:09:16: Und grade diese Eltern die einfach Kinder begleiten im Außen durch sehr starkes, auch gefühlt starkes Verhalten auffallen in Situationen die jemand von außen als Laie oder als Laien einfach als hey was ist denn da jetzt das Problem beurteilen würde.
00:09:35: Das sind die die als erstes Kommentare in diese Richtung kriegen.
00:09:38: Sie müssen normal sie haben ihr Kind nicht im Griff und so weiter und darum finde ich es ganz wichtig dass das einfach noch mal klar ist.
00:09:45: das ist natürlich kein Erziehungsfehler, sondern wie viele andere neurodivergente Formen auch etwas, dass man mit auf die Welt bringt.
00:09:54: Ich finde immer so ganz spannend, das fand ich auch sehr spannend als mich tiefer mit Neurodivergenz beschäftigt habe.
00:10:00: Es gibt ja dieses Jahr, ah heutzutage haben das plötzlich?
00:10:03: Früher hatten wir sowas auch nicht.
00:10:04: dabei ist er mittlerweile klar, dass diese Formen sicherlich schon seit frühester Menschheitsgeschichte da sind.
00:10:11: davon geht man mittlerweile aus.
00:10:13: und Auch nicht rein zufällig ist, dass die Natur macht sowas nicht einfach oder hält nicht Dinge bei, die einen Nutzen haben.
00:10:22: Dass es zum Beispiel im ADHS-Bereich einen großen Wert hatte sich so zu verhalten wie sich Menschen mit ADHS potenziell verhalten.
00:10:31: Zum Beispiel hat man... Forschung betrieben, die gezeigt hat, dass das wahrscheinlich die Menschen waren.
00:10:37: Das war dann die Schlussfolgerung, die sich einfach neue Gebiete erschlossen haben und damit zum Beispiel das Überleben ihrer Gruppe gesichert haben weil in diesen neuen Gebieten wieder mehr Nahrungsangebote zur Verfügung standen.
00:10:48: also es gab zu dem Zeitpunkt einen klaren Nutzen dieser Merkmale den wir heute nicht mehr so wahrnehmen.
00:10:58: Heute sind es ja eher in vielen neurodivagenten Form die schwierigen Kinder oder die, die um ihn nicht reinpassen.
00:11:04: Aber es gab eine Zeit und der haben gerade diese Menschen dafür gesorgt dass eine Gruppe wahrscheinlich sogar überleben konnte zum Beispiel durch in diesem Fall Neugier- und Impulsivität zu sagen, dieser Busch dahinten sieht auch interessant aus.
00:11:17: Lass uns doch da mal hingehen!
00:11:19: Ich weiß nicht ob man das für PDA sagen kann aber könnte es... Also vielleicht gibt's das ja sogar als gipster Ansätze?
00:11:26: Aber vielleicht für dich der du dich ja sehr viel damit beschäftigt hast, könntest du dir vorstellen was diese Kinder mitgebracht oder diese Menschen mitgebracht haben könnten in so einem Wert?
00:11:40: Naja ich kann sagen was sie meiner Ansicht nach und auch nicht nur meine Ansicht nass sondern von eben den allen die sich quasi mit dem Thema beschäftigen für uns alle heute mitbringen.
00:11:52: Weil eigentlich, wir sind ja heute sehr viel damit beschäftigt.
00:11:57: Dass wir quasi an uns selbst arbeiten und dann sagen, wir müssen wieder lernen, Grenzen zu setzen.
00:12:03: Wir sollen nicht people pleasing haben.
00:12:06: viele gelernt ist nicht gut.
00:12:07: Wir müssen lernen von uns einzustehen weil sonst gehen wie über unsere Grenzen.
00:12:11: Sonst kommen wir ins Burnout in eine Erschöpfung rein oder sowas.
00:12:16: Und das müssen wir wieder lernen diese Kinder oder diese Menschen, weil das behält man ja dann sein Leben lang einfach.
00:12:24: Diese Veranlagung, die stehen für sich ein und für ihre Grenzen ein und sie sagen oder die sagen das nicht.
00:12:32: Das ist einfach ihr Körper was das sagt bis hierhin und nicht weiter ne?
00:12:35: Weil weiter kann ich tatsächlich nicht.
00:12:38: wenn man trotzdem versucht weiter über diese Grenze zu gehen dann gibt es vielleicht irgendwie einen großen Meltdown oder so was, weil das einfach die Reaktion ist.
00:12:47: der Körper kann nicht anders.
00:12:48: Er geht in den Überlebensmodus, in den Pfeid-Modus, vielleicht Flight-Modus... Oder sie gehen vielleicht sogar in den Shutdown rein wenn es dann weitergeht und man merkt okay ich komme hier wirklich nicht weiter Ich kann mich eigentlich nur noch in mich komplett vergriechen Und so quasi noch überleben.
00:13:06: also im Prinzip Wenn wir auf diese Kinder schauen und das habe ich auch Deswegen extra mit ins Buch reingenommen.
00:13:14: Wir können uns von denen so viel abschauen und zwar für uns selbst einmal, also wie wir quasi mit unseren Grenzen besser umgehen können die nach außen besser kommunizieren können und auch eben in der Begleitung unserer Kinder, die auch nicht mal Pan das sein müssen sondern dass wir einfach sehen können okay.
00:13:30: was ist denn ein guter Weg um Kinder bedürfnisorientiert zugewandt auf Augenhöhe zu begleiten?
00:13:37: Weil wenn wir uns einfach daran orientieren, was für Pandas geht und was nicht.
00:13:44: Dann zeigen die uns eigentlich, was ein sehr guter gangbarer Weg ist.
00:13:48: Also mit anderen Kindern kann man es quasi anders machen als uns die Bindungsforschung sagt, was quasi die größte Wahrscheinlichkeit bietet dass mein Kinder gut und sicher gebunden groß begleitet.
00:14:01: Das sagen's ja die Bindung Forschung was dann guter weg ist.
00:14:04: Man kann das aber natürlich anders machen.
00:14:07: Das Ergebnis ist dann vielleicht nicht so gut.
00:14:10: Aber mit Panlas kann man es nicht anders machen, weil der Überlebensmodus sagt Stopp!
00:14:14: Es geht nicht.
00:14:16: und deswegen halten wir uns quasi da ein bisschen den Spiegel vor und zeigen ja was ist denn eine Begleitung die gut sein kann?
00:14:27: Hier steckt etwas ganz Wertvolles auch für Lehrkräfte drin nämlich das ist ja am Ende hat es auch ein bisschen mit Haltung und Perspektive zu tun.
00:14:37: Wie schaue ich zum Beispiel eben auf Panda-Kinder?
00:14:40: Und wenn man das nochmal heraushebt, was du gesagt hast, Seismografen für zum Beispiel wirklich entwicklungsbedürftige Dinge im System beispielsweise in Schule.
00:14:53: Das werden die ersten Kinder sein, die dir ganz klar zeigen, dass hier dieser Ort ist doch überhaupt nicht für Kinder gemacht!
00:15:02: Ja.
00:15:04: den wir uns im Bildungssystem ja auch gefallen lassen müssen, denn damit haben diese Kinder erst mal recht.
00:15:10: Man kann immer darüber sprechen ob wir schauen wie teilt man das mit und da vielleicht auch in der gemeinsamen Arbeit anzusetzen.
00:15:19: aber mit dem was sie zeigen und mit dem, was die da anprangern und mit den Reaktionen, die wir bekommen dahinter stehen so viele Dinge wo ich ganz oft sage Ja verdammt du hast total Recht!
00:15:31: Das stimmt das ist auch überhaupt nicht in Ordnung hier.
00:15:35: Und ich glaube und vielleicht steckt da der Nutzen, nutzenden Anführungsstrichen aber vielleicht stecken da die große Ressource so möchte ich sagen, die große ressource von pandermenschen vielleicht eben auch schon über die geschichte der menschheit hinweg dass das eventuell die ersten also die ersten mal die sagen hey haben wir vielleicht schon immer so gemacht gar kein gutes System, was wir hier haben.
00:15:58: Merkt ihr nicht dass wir unterdrückt werden zum Beispiel?
00:16:00: Also ist natürlich jetzt so ein bisschen in die Mutmaßung hineingesprochen.
00:16:05: aber diese Stärke, die ist ja oft jeden Fall da und wenn wir das als Lehrkräfte zum Beispiel wirklich mitnehmen sagen Wenn du wissen willst, was du verändern willst im System.
00:16:16: Wenn du ansetzen möchtest, dann guck dir diese Kinder an und hast eine Idee davon wie du das für Elternschaft so schön auf den Punkt gebracht hast wenn wir wissen wollen Wie zugewandte Eltern schafft gelingen kann oder worum es dabei geht.
00:16:32: vielleicht erst mal worums dabei geht.
00:16:35: Dann tun wir gut daran diesen Kindern zuzuhören oder zu schauen.
00:16:39: Was ist gerade dein Thema?
00:16:41: sozusagen finde ich ganz ganz wertvoll und setzt im Grunde genommen auch die Haltung fest, mit der wir diesen Kindern begegnen können.
00:16:51: Die Haltung ist eigentlich die Voraussetzung.
00:16:55: Das ist eigentlich das Basis auf dem wir aufbauen.
00:16:57: Es geht um die Haltungen wie wir unseren Kindern begegneten – nicht nur ein paar Kinder sondern alle!
00:17:03: Und deswegen richtet sich jetzt mein Buch auch nicht unbedingt nur an Eltern und auch nicht nur an betroffene Eltern, sondern durchaus an Eltern allgemein.
00:17:13: Auch eben an Lehrkräfte, an Fachkräfte.
00:17:16: An alle die quasi mit Pandas arbeiten aber auch generell mit Kindern arbeiten weil im Prinzip Es ist immer bei der Haltung startet.
00:17:25: Wie, ja trät dich Kindern gegenüber?
00:17:28: Begegt nicht den auf Augenhöhe.
00:17:31: Können wir ein Team sein können zusammenarbeiten oder haben eine große Hierarchie zwischen uns?
00:17:36: das macht einfach unheimlich viel aus.
00:17:39: Total!
00:17:39: Das sage ich immer wieder.
00:17:40: es fängt mit Haltung an.
00:17:42: Wir können Tausend Ratgeber lesen sollen wir gerne auch tun aber Ich werde in der Umsetzung schnell an Grenzen stoßen, wenn ich meine Haltung nicht mitnehme und die nicht mitbewege.
00:17:52: Deswegen ist mir der Part immer so
00:17:53: wichtig.".
00:17:54: Jetzt hast du schon ein bisschen dieses Feld aufgemacht.
00:17:57: Anforderungen sind großes Thema Die lösen wirklich existenzielle Panik- und Angst aus Und das sind Anforderung wie Toilette was essen durst und also nur was trinken zu müssen.
00:18:10: in diesem Fall Wenn man den part hört drängt sich Das weiß ich auch aus vielen Fragen.
00:18:17: Einfach schnell so dieser Gedanke auf, ja aber wie soll denn so und auf diese Weise ein Leben funktionieren?
00:18:25: Und dann noch weiter gesagt, ein selbstständiges Leben irgendwann funktionieren!
00:18:30: Ich weiß auch dass das eine große Sorge von Eltern mit Panak Kindern ist... Wie soll das in die Zukunft gedacht?
00:18:39: weiterlaufen.
00:18:40: Ja,
00:18:40: im Prinzip das heißt ja nicht dass man quasi null Toleranz hat, nur es ist einfach man hat halt ein begrenztes Toleransfenster.
00:18:49: Sie stellen mir das Nervensystem gerne immer als so einen Fass vor, das Bild habe ich auch im Buch.
00:18:53: und quasi jedes mal wenn das Nervensystem aktiviert wird also bei jeder Anforderung die so kommt, jeder Kontrollverlust, die das Hierarchie gefällt kommen da halt so ein paar Tropfen oder auch mal ein paar Liter mehr in dieses Fass rein.
00:19:05: und je höher quasi dieser Pegel steigt umso ja kann man sagen, mehr unter Stress ist man.
00:19:12: Umso aktivierter ist das Nervensystem, umso nervöser ist man und umso weniger kann man eben mit zusätzlichen Anforderungen die dann noch kommen umgehen.
00:19:23: Und irgendwann ist es fassvoll und läuft über ne?
00:19:25: Dann hast du einen Meltdown.
00:19:27: Aber deswegen ist eben das Vorgehen in der Begleitung dieser Kinder, dass man sich dieses Nervensystem als Fass quasi vorstellt und schaut.
00:19:34: Wie kann ich denn gucken?
00:19:36: Dass wir da so ein Toleranzfenster schaffen, sodass mein Kind mit einigen Anforderungen des Alltags, die ich ihm nicht wegnehmen kann aber doch ganz gut umgehen kann.
00:19:47: Und das kann ich eben schaffen indem ich eine Anforderung reduziere also das was ich kontrollieren kann vielleicht versuchen zu reduzieren, dass der Pegel einfach langsamer steigt und auch weniger hoffentlich ansteigt.
00:19:59: Und das wir schauen, dass wir den Pegel auch immer wieder aktiv abbauen, indem wir genügend Regulationsmöglichkeiten so im Alltag haben.
00:20:07: Das beschreibe ich eben dann auch im Buch wie man das tatsächlich konkret im Alltag umsetzen kann.
00:20:12: da gibt es die sogenannten Panda-Strategien.
00:20:14: Da ist auch wieder das Wort Panda.
00:20:15: Perfekt!
00:20:18: Und das, also auch von der PDA-Society ursprünglich mal aufgestellt.
00:20:23: Das sind eben dann so fünf Strategien als so ein Framework wie man quasi dieses Toleranzfenster versuchen kann zu schaffen und offen zu halten und möglichst zu vergrößern.
00:20:39: Diese Strategie fand ich sehr, sehr spannend!
00:20:43: Ich würde gerne eine kleine Übung mit dir machen.
00:20:46: Jetzt musst du auch noch arbeiten?
00:20:49: Und zwar würde ich die wahnsinnig gerne einmal nennen und würde dich bitten, dass wenn ich eine Strategie genannt habe du mal versuchst sozusagen in einem Untertitel diese Strategie so ganz knapp zusammenzufassen.
00:21:09: Denn genauer darf man das dann in deinem Buch nachlesen, ein bisschen neugierig wollen wir ja schon drauf machen und auch nicht alles verraten aber so dass man eine Idee davon hat wo geht diese Strategie hin oder wo geht die Begleitung hin?
00:21:22: Die erste Strategie heißt Pick Your Battles.
00:21:26: Genau im Prinzip kann man es einfach übersetzen also wähle deine Kämpfe und da gehts eben genau darum zu schauen Welche Anforderungen sind essentiell notwendig, welche muss ich aufrecht erhalten und welche können wir vielleicht sein lassen?
00:21:41: Welche sind nicht unbedingt notwendig.
00:21:43: Anxiety-Management ist die nächste Strategie.
00:21:46: Ja also anxiety is ja Angst, Ängstlichkeit, Stress.
00:21:50: das ist also genau im Prinzip dieser Pegelstand und den versuche ich zu managen indem ich genügend Regulationsmöglichkeiten bereitstelle und vielleicht auch vorausschauend Plane umzuschauen.
00:22:02: Was können wir denn vielleicht sein lassen oder wie können wir auf bestimmte Situationen reagieren, um den Pegelstand zu managen?
00:22:11: Die nächste heißt Negotiation and Collaboration
00:22:15: Das ist Verhandlung und Zusammenarbeit und das heißt im Prinzip gehen wir miteinander in der Familie um.
00:22:22: Ich habe das Bild der Familie als WG, also wir sind quasi auf Augenhöhe.
00:22:28: Jeder hat dasselbe Stimmrecht.
00:22:30: Gibt es unterschiedliche Bedürfnisse?
00:22:32: Dann müssen dem seinesfalls verhandelt werden und es muss versucht werden, ein Kompromiss zu
00:22:37: finden.".
00:22:38: Die vierte heißt Disguise and Manage Demands.
00:22:41: Ja, also das ist Verschleiern und das Managen von Anforderungen.
00:22:50: Das heißt, wie kann ich Anforderungen, die dann doch noch übrig bleiben?
00:22:54: Also ich habe schon welche reduziert.
00:22:56: Aber ich kann nicht alle wegnehmen.
00:22:58: Wie kann ich die vielleicht so präsentieren, dass eben kein Kontrollverlust stattfindet und es keinen Hierarchie-Gefälle wahrgenommen wird, sondern welche Strategien helfen mir – das ist zum Beispiel über Sprache oder andere Kniffe -, dass wir da gemeinsam im Team zurechtkommen und nicht gegeneinander arbeiten, und es kein Kampf ist.
00:23:24: Und die Letzte heißt Adaptation?
00:23:25: Adaptation
00:23:26: heißt ich muss maximal flexibel sein.
00:23:29: also ich muss immer wissen das dass ich spontan meine Pläne vielleicht ändern muss weil es nicht so verherselbar ist wie sich quasi ein Nervensystem verhält.
00:23:42: und außerdem zähle ich da die radikale Akzeptanz noch mit dazu Weil das ist so ein Prozess, das zu lernen wie man so einen Kind begleitet und da sind sicherlich alle möglichen Gefühlslagen mit drin.
00:23:57: Aber irgendwann wenn man das annehmen kann dass es nun mal jetzt bei uns so ist dann kann das quasi in Schlüssel sein dass es eben deutlich besser funktioniert weil man einfach selbst ruhiger sein kann.
00:24:11: Ja Das, finde ich, gibt einen ganz guten Einblick darin, worum es in dieser Begleitung grundlegend geht.
00:24:19: Als ich das gelesen habe, hab' ich gedacht irgendwie Pick Your Battles.
00:24:22: Das habe ich jetzt tatsächlich ab und zu selber so als wie so ein kleinen Leiter, der mich begleitet im Kopf.
00:24:28: Es hat mich einfach persönlich am meisten irgendwie in diesem Moment abgeholt.
00:24:33: Und jetzt weiß ich nicht, ob man ... Da überhaupt zu Tendenzen setzen kann oder ob das sehr individuell ist, aber wenn wir uns jetzt den Alltag eines Kindes anschauen dass sagen wir mal schon Schulkind ist also dass wird den Fakt nur so mit reinnehmen.
00:24:50: Dann geht es ja wie du sagst darum werde meinem kind nicht alles abnehmen können und darum geht's letztendlich auch in keiner Begleitung.
00:24:57: was geht da drum schon zu schauen?
00:24:59: Was is einfach an dem Tag oder in einer bestimmten Phase, überhaupt?
00:25:04: was ist notwendig und wo kann ich unterstützen?
00:25:06: Was kann ich streichen?
00:25:08: Die Möglichkeiten sind ja unterschiedlich.
00:25:10: Was sind so Dinge, wo du sagen würdest Ja das sind die Battles, die wir wahrscheinlich alle picken müssen Und was wären so Möglichkeiten, die zu lassen damit wir mal ein bisschen konkreter noch in so eine Alltag
00:25:23: gucken?
00:25:24: Also gerade wenn du jetzt sagst, Schulkind dann ist natürlich häufig das Problem, dass überhaupt in die Schule kommen.
00:25:31: Wie läuft dieser Morgen ab?
00:25:33: Und wenn man einfach weiß okay Schule an sich und überhaupt dieser Übergang zur Schule zu kommen Ist eine riesige Anforderung oder sogar halt ein Anforderungscluster.
00:25:44: Was kann ich dann quasi am morgen einsparen an Anforderungen damit, dass meinem Kind leichter fällt Und das kann eben schon anfangen, wie ich das Kind wecke und wie es aufstehen muss.
00:25:58: Also muss das quasi selbst sich den Wecker stellen und davon aus dem Schlaf gerissen werden.
00:26:03: oder kann ich das vielleicht sanft-und behutsam wecken?
00:26:07: So dass einfach das Nervensystem nicht direkt schon auf Alarm ist.
00:26:12: Dann kann es zum Beispiel so aussehen – und das ist bei vielen Familien so die Ich begleite -, morgens direkt erstmal schon mal vor dem Tablet zu seine Lieblingsserie schaut, um einfach in so einem Modus zu sein wo es irgendwie reguliert ist.
00:26:29: Wo es irgendwie in diesem Hyperfokus ist und einfach noch ein bisschen vor sich hin dösen kann Und ich übernehme einfach relativ viel von dem was so passieren muss.
00:26:43: Also vielleicht ziehe ich das Kind einfach während des Schauts
00:26:47: um
00:26:48: Und dann weiß ich schon, okay.
00:26:49: Ich muss einmal kurz rechter am linken Hand hochmachen?
00:26:52: Ich muss das gar nicht mehr sagen!
00:26:53: Dann speichere mir schon diese Anforderung des Kommandos ungefähr.
00:26:57: Das ist einfach ... Wissen wir es eingespielt und ich stelle ihm auch noch sein Frühstück vielleicht dazu.
00:27:02: Und häufig ist's weil ja Essen und Hunger schon eine Anforderungen an sich ist... Ist es häufig wenn ich das parallel zu etwas anderem mache also dass es quasi nebenbei passiert.
00:27:13: ne viel geringe Anforderungs- Ja, entweder was schaue oder vielleicht spiele ich auch etwas?
00:27:20: Oder Puzzle oder keine Ahnung.
00:27:22: Was oder Lese gerade bei älteren Kindern die haben dann kennen wir ja die Kinder, die schon mit dem Buch am Frühstückstisch sitzen und dann essig nebenbeine.
00:27:29: Dann ist einfach die Anforderung geringer.
00:27:32: Und wenn wir dann fertig sind dann putze ich vielleicht an Ort und Stelle Die zähne und gehe nicht noch mal ins Bad und habe vielleicht eben eine Zahncreme, die man tatsächlich auch unterschlucken kann Gefahr los damit das möglich ist Und dadurch, dass dann quasi die Schule tatsächlich am Schultor beginnt, verkürze ich quasi die Schulzeit.
00:27:53: Wenn noch ein langer Schulweg dazu kommt und das Kind alleine zurücklegen muss ist diese Zeit, die zur Schule gehört und zur Anforderung einfach länger.
00:28:02: Also so hat man jede Menge Freiheitsgrade wo man individuell einhaken kann.
00:28:08: Das heißt jetzt nicht, dass das jede Familie genauso umsetzen muss und alles davon aber... Das sind so mögliche Punkte, wo man ansetzen kann.
00:28:18: Das ist doch mal sehr konkret!
00:28:20: Ich glaube da finden sich jetzt viele Eltern hoffentlich wieder oder haben nochmal eine gute Möglichkeit, wo sie ansetzen können wenn man das jetzt hört und dass es ein paar der mir persönlich sehr wichtig ist, dass sich Eltern eure divagenten Kinder mehr als pflegende Eltern verstehen wirklich buchstäblich pflegende Eltern also Eltern die Kinder Da kommt diese Zuschreibung her mit Behinderungen pflegen und begleiten.
00:28:52: Ich weiß, dass es in der neurodivergenten Community noch nicht immer so ganz offene Ohren dafür gibt sozusagen eben weil ganz oft das Wort Behinderung damit dran hängt.
00:29:02: Und ich bin ja dafür diesen Begriff unbedingt ... Ja nee zu enttabuisieren nicht aber dieses, was da mit verknüpft wird deutlich sachlicher runterzubrechen.
00:29:14: Denn ich finde so wichtig, dass Eltern von Neurodivagenten Kindern, Eltern von Panda-Kindern sich als das verstehen.
00:29:21: und was wir jetzt gerade gemerkt haben war ein Elternteil von einem Panda Kind wenn es zum Beispiel den Ablauf hat morgens und ich weiß du es gar nicht so ungewöhnlich ist, dass es genau so läuft Was da quasi schon an Zuwendung An Begleitungsanforderungen an Pflege einfach passiert ist, bevor dieses Elternteil quasi das Kind oder wenn das Kind dann in der Schule ist.
00:29:46: Bevor es zum Beispiel, wenn Arbeit möglich ist auf die Arbeit fährt finde ich einfach ganz ganz wichtig auch fürs Selbstverständnis.
00:29:53: was ist eigentlich das?
00:29:54: Was sich hier jeden Tag leiste sehr erfüllende Aufgaben an ganz ganz vielen Stellen und uns sehr sinn erfüllt und trotzdem eine hohe hohe Anforderung.
00:30:03: und je mehr wir sagen Ich bin ein pflegendes Elternteil umso eher das merke ich ganz oft erlauben sich diese Elterenteile auch zu sagen Und das ist eine ganz schön große Aufgabe und ich muss ein bisschen auf mich gucken.
00:30:15: Das hängt da ja dann im zweiten Schritt dran, ne?
00:30:17: Wie fülle ich auch meine eigenen Akkus auf damit ich diese Begleitung auch gut und verlässlich leisten kann.
00:30:25: Dazu kommen wir vielleicht... Nein!
00:30:27: Kommen wir doch jetzt denn genau jetzt bietet es sich an wie stehst du zu diesem Thema
00:30:32: zum Thema pflegende Eltern schafft
00:30:34: und überhaupt zu begreifen welche Aufgaben da warten und wie man dann gut für sich sorgen kann.
00:30:40: Ja, es ist auf jeden Fall ein wichtiger Teil davon und das kommt mit dieser radikalen Akzeptanz irgendwie.
00:30:45: Das ist so dieser Prozess durch den man durchgeht und also man spricht definitiv von pflegender Elternschaft und nicht umsonst ist es so dass ich glaube die Familien, die ich begleite, die haben mittlerweile alle auch ein Pflegegrad.
00:31:01: Zwei, drei oder sogar vier manche und den kann man auch schon bekommen ohne dass man eine Diagnose hat weil es ja einfach am tatsächlichen pflegeaufwand festgemacht wird der beobachtet wird.
00:31:13: Ja weil man halt tatsächlich einfach pflegearbeit leistet Und Es ist unheimlich wichtig das man versucht irgendwie dann doch auch für sich selbst zu sorgen so schwierig Das ist und manchmal ist es auch echt einfach über eine zeit gar nicht möglich Aber es ist trotzdem ganz wichtig, damit das Ganze funktionieren kann.
00:31:33: Weil... Es geht sehr viel um Korregulation und ich kann nur jemanden korregulieren wenn nicht selbst reguliert bin.
00:31:41: Sonst überträgt sich im Zweifelsfall eher die Disregulation dann wird alles schlimmer.
00:31:46: Und das ist so ein bisschen wie dieses Bild aus dem Flugzeug, dass man ja erstmal seine eigene Maske aufsetzen soll bevor man sich um andere kümmert.
00:31:54: So ist es hier im Prinzip auch mit dem kleinen Sternchen, dass es durchaus Situationen und ganze Phasen gibt.
00:32:03: Wo tatsächlich einfach gar keinen Platz keine Kapazität nichts für das um sich selbst kümmern übrig bleibt.
00:32:10: aber hoffentlich schafft man's dann wenn diese Phase vorbei ist und hoffentlich vielleicht durch Hilfe die man von außen bekommt und vielleicht hat man hoffentlich ein Dorf Dass das dann doch wieder möglich ist weil ganz auf Dauer ohne kanns eigentlich nicht funktionieren.
00:32:25: dann landet man selbst im Burnout.
00:32:27: Man versucht sein Kind vom autistischen Burn-Out fern zu halten und landet dann selbst drin.
00:32:34: dann ist ja auch keinem geholfen.
00:32:36: Wie hast du das geschafft für dich?
00:32:38: Ich übe noch, also wir hatten ja das Glück dass wir zum Glück relativ früh da drauf gestoßen sind und auch von Anfang an zum Glück ziemlich viel schon richtig gemacht haben weil wir vom Anfang an der Bedürfnis orientiert unterwegs waren Und ich mich entschieden hatte von Anfang An eben zu Hause zu sein dass wir beide da waren, dass wir von Anfang an uns immer auch abwechseln konnten und jetzt beide selbstständig sind.
00:33:10: Und von zu Hause arbeiten so das wir zum Glück sehr flexibel sein können was wir halt häufig auch einfach müssen und ja dann wird heim im Zweifelsfall auch noch mal abends gearbeitet oder sonstwas anders würde es gar nicht gehen.
00:33:26: in unserem Fall also gibt Natürlich andere Familien, die eher ein etwas konventionelleres Modell fahren.
00:33:31: Und das geht schon auch.
00:33:33: aber es gibt auch Familien, der stoßen an ihre Grenzen weil gerade wenn man sehr traditionelle Rollenverteilung hat wo die Mutter halt zu Hause ist und der Vater vollzeit arbeitet Die Mutter braucht davon ja auch Pause und alleine die Tatsache dass sie selbst nach Erwerbsarbeit nachgeht die sicherlich auch anstrengend ist auf eine andere Art und wo du einfach mental da rauskommst.
00:33:58: Das kann so viel bringen, selbst wenn es nur ein paar Stunden sind oder sowas, sodass man ganz häufig ist das so ein bisschen Schlüssel dass es besser funktionieren kann, dass man das angleichen, dass beide irgendwie mehr von dem Care übernehmen und beide aber durchaus auch was haben wo sie rauskommen oder wo sie zumindest selbst wenn's auch eine Anstrengung natürlich ist, aber eine ganz andere Art Weil, ja du kannst das nicht... ...Vierundzwanzig Sieben alleine komplett alles begleiten.
00:34:33: Weil es ist einfach mindestens ein Vollzeitsjob pflegende Eltern schafft.
00:34:38: Dieses Abwechseln was Du ansprichst sagen wir mal Es ist eine Paarbeziehung.
00:34:45: man kann auch natürlich als getrennt erziehende Eltern in einer guten Gemeinsamkeit das hinbekommen, aber bleiben wir jetzt bald in der Paarbeziehung.
00:34:52: Darüber schreibst du in deinem Buch auch.
00:34:54: und da dieser Paar so wenig medial stattfindet und so wenig darüber gesprochen wird ist mir ganz wichtig dass der hier einmal auftaucht.
00:35:02: denn ich könnte mir schon vorstellen dass ja einfach begleitungsintensive Kinder tagtäglich gut durchs Leben zu führen, auch zum Beispiel ein Konflikt hat ist.
00:35:16: Dass es die Schwierigkeiten gibt das vielleicht nur einen Elternteil sich dem Thema dass hier vorliegt wirklich mit.
00:35:22: Das habe ich ganz oft wenn mir so Fragen entgegen kommen.
00:35:25: ja also ich also gerade das Elternteil das die höhere Kehrarbeit hat ist ganz oft das erste das sagt irgendwie ist das alles so viel anstrengender als ich das woanders beobachte oder ich hab soviel mehr.
00:35:35: Ich muss auf so viel mehr achten als andere.
00:35:38: Ist hier vielleicht irgendwas und mal gar nicht so leicht den Partner, die Partnerin damit reinzuholen.
00:35:45: Was hast du auf deinem... also mal weg von eurem persönlichen, das jetzt einen guten Einblick gegeben?
00:35:51: Und was hast Du auf Deinem Weg dieses Buch zu schreiben über Paarbeziehungen nochmal gelernt und aufschreiben
00:35:57: können?".
00:35:58: Also es ist tatsächlich ganz häufig so dass wenn man eher traditionelleres Modell fährt, dass dann häufig so ist, dass vielleicht erstmal gar nicht so ernst nimmt, weil er das auch einfach gar nicht mitkriegt.
00:36:13: Weil er einfach nicht dabei ist und es häufig echt schwierig ist den dann zu überzeugen, dass er sich auch damit beschäftigt und dass er das sieht und ernst nimmt.
00:36:26: Und das ist aber eigentlich die Voraussetzung.
00:36:29: Es müssen eigentlich die Eltern... beide zusammen quasi ein Kind erzieht, müssen eigentlich an einem Strang ziehen.
00:36:39: Weil alleine wenn da irgendwie eine Uneinigkeit ist wie das denn zu tun wäre dann kann allein diese Diskrepanz eine Disregulation bringen beim Panda-Kind weil es einfach merkt okay irgendwas ist da die haben unheimlich feine Antennen und die merken sofort wenn irgendetwas los ist Die merken auch wirklich so ganz stille Erwartungen.
00:37:02: Also wenn ich quasi sage, nee, du brauchst das nicht machen aber eigentlich denke ich mir, das müsste doch jetzt mal funktionieren.
00:37:09: Dann merken die diese Anforderung, die dahinter steht obwohl ich sie gar nicht ausspreche und dass es gleich ist, wenn die Eltern quasi nicht wirklich Hand in Hand gehen können Und das ist eigentlich unheimlich wichtig.
00:37:21: Das schafft, deswegen hab ich dann ganz häufig, dass ich erst mal mit der Mutter ein Beratungsgespräch habe.
00:37:27: Weil die sich meistens als Erstes meldet und dann doch sie vielleicht ihren Partner überredet, das wir zusammen noch mal einen Gespräch machen oder vielleicht nur der Partner alleine weil die dann quasi von seinem Partner seiner Partnerin nimmt man so Infos häufig nicht so gut auf wie von jemandem externen.
00:37:44: Und dass es häufig schon geschafft haben, dass wir den Echtern mit ins Boot geholt haben und dass allein das die Situation schon deutlich entspannt hat.
00:37:52: Und interessanterweise, weil du vorhin erwähnt hast wenn man getrennt erzieht.
00:38:01: Wenn beide im selben Boot sind dann kann das sogar sehr gut sein, denn da hat man tatsächlich seine festen Auszeiten.
00:38:07: Weil dann hat man seinen Wochenende befreien.
00:38:10: Wenn es natürlich so ist dass der eine Partner und das kann ja auch mal die Partnerin sein eben von dem ganzen Pferlefanz nichts hält, so ungefähr und halt dann bei sich das Gegenteil macht.
00:38:26: Dann ist es häufig so dass das Kind dort sehr stark maskiert, wie sie auch manchmal in Schule Kindergarten oder sowas alles brav mitmacht.
00:38:33: Und siehst du?
00:38:33: Bei mir ist alles in Ordnung!
00:38:35: Du mit deinem bedürfnisorientierten Käse da, du musst einfach mal ein paar mehr regeln und dann geht's schon gut.
00:38:42: ja nur wenn das Kind wieder von der Mutter abgeholt wird entweder zusammen oder in einem Riesen meldern, weil es halt über das Wochenende oder was die ganze Zeit maskieren musste.
00:38:53: Das sind so häufig so schwierige Momente einfach, wo's echt wünschenswert wäre wenn man schafft dass man alle im Boot hat.
00:39:02: aber manchmal ist da einfach das Verständnis nicht da.
00:39:06: Welche Chancen haben dann diese Elternteile?
00:39:10: Die mit der Anforderung dastehen ein völlig dysreguliertes Kind zurück zu bekommen nach einem Wochenende
00:39:18: Ja, spätestens wenn das Kind dann leider im Burnout landet was häufig dann die Folge ist.
00:39:25: Zumal dann vielleicht noch Kindergarten Schule sonst etwas in der Rolle spielt, was ja auch einfach dann als Anforderung noch dazu kommt und irgendwann ist es einfach zu viel.
00:39:34: Spätestens dann sieht hier dann das andere Elternteil.
00:39:38: okay irgendwas ist ja hier weil mein Kind offensichtlich in irgendeinem seltsamen Zustand, aus dem es nicht mehr rauskommt und vielleicht kommt dann die Erkenntnis.
00:39:47: Es ist natürlich leider dann ein bisschen spät aber wir vielleicht haben was wenigstens dann irgendwie das gemeinsam mit natürlich noch externer Hilfe hoffentlich von Kinderarzt, Kinderpsychiatra Psychologe wer auch immer hoffentlich dann noch helfen kann das Kind daraus zu begleiten.
00:40:08: Du hast jetzt gerade den Burnout angesprochen und der ist ja hier an zwei Stellen relevant, nämlich einmal auf Elternseite wenn eben wie du sagst über einen lange langen Zeitraum diese persönliche Fürsorge nicht mehr möglich ist oder nicht genug.
00:40:26: Auf dem Schirm kann ja ganz unterschiedliche Gründe haben aber eben auch Beim Kind oder ganz besonders da, du hast den autistischen Burnout genannt.
00:40:36: Was ist das?
00:40:37: Umgezeigt sich so was?
00:40:38: Wir kennen mittlerweile alle den Begriff von Burn out.
00:40:40: Das ist ja medial.
00:40:42: in den letzten Jahren hat es relativ viel Aufmerksamkeit bekommen und da geht's im Prinzip um einen Erschöpfungszustand.
00:40:48: Man ist einfach längeren Zeitraum über seine eigenen Kräfte gegangen und der Körper kann dann nicht mehr.
00:40:56: Autistischer Burn-Out eine etwas andere Qualität, weil da geht es eben nicht darum, dass man zu viel gemacht hat.
00:41:05: Sondern dass man einfach aufgrund seines Seins einen bestimmten Punkt nicht mehr kann.
00:41:11: Weil quasi man lebt in der Situation, in einer Gesellschaft für die man nicht gemacht ist und das alltägliche Leben überfordert einen an einem bestimmtenpunkt so, dass der Körper halt sagt Stopp!
00:41:27: Und bei PDA sind das eben diese Anforderungen, die immer in Kontrollverlust oder in Hierarchiegefälle als Kontroll- oder Hierarchiefälle wahrgenommen werden und dann quasi eine Panikreaktion auszüßen.
00:41:39: Das heißt wir haben wieder dieses Bild von dem Fass und beim autistischen Burnout ist es eben so dass einfach dieser Pegelstand gar nicht mehr richtig abgebaut wird.
00:41:50: Das heisst wir sind dauerhaft irgendwo bei neunzig, neunundneinzig vielleicht hundert Prozent So dass wir morgens aufstehen und das erste wäre quasi die Bettdecke zurückzuschlagen.
00:42:00: Das wäre die erste Anforderung, und das geht schon nicht weil es ist einfach zu viel.
00:42:04: ich bin also dauerhaft einfach bei hundert Prozent.
00:42:08: Und dann gibt es ein schönes Bild was ich auch im Buch drin habe von einer tiefen Entladung von der Autobatterie.
00:42:17: Also wenn man weiß ja wenn Auto die Batterie einmal tief entladen ist dann kann man die nicht einfach wieder aufladen, da muss man die irgendwie ausbauen und muss irgendwie die besonders behandeln damit sie wieder funktionsfähig wird.
00:42:29: Und das ist im Prinzip das was bei so einem Burnout dann passiert.
00:42:33: Man kann nicht einfach sagen jetzt ruhige mich einfach mal zwei drei Tage aus und dann geht's wieder sondern dass es wirklich ein anderer Zustand in dem man sich befindet.
00:42:42: und deswegen sagt man auch im Mittel So ein Burnout mal mindestens eigentlich ein Jahr dauert.
00:42:49: und es gibt auch durchaus Fälle, die ich kenne wo das zwei oder drei Jahre so einen Kind braucht.
00:42:54: Oder Teenager, bis der wieder aus dem Burnout draußen ist weil das Nervensystem einfach unheimlich lange braucht bis er sich regenerieren kann
00:43:04: Und eine Chance mein Kind davor zu bewahren.
00:43:09: wenn wir jetzt auf den Rest der bisherigen Folge schauen.
00:43:13: Natürlich einmal früh Bescheid zu wissen, je früher, desto besser können wir ein Pass genau begleiten und eben anhand dieser Strategien über die wir gesprochen haben zu schauen.
00:43:25: wie kann eine Begleitung so passieren dass das Nervensystem immer wieder Möglichkeiten hat sich auszuruhen oder bestimmte Dinge gar nicht erst machen muss sozusagen?
00:43:38: Und was wir noch nicht damit reingenommen haben ist so die Regulation also.
00:43:44: Die ist die ganze Zeit schon mit angeklungen, indem wir zum Beispiel bestimmte Erwartung nicht stellen und die nebenbei passieren lassen.
00:43:53: Du hast am Anfang einmal gesagt oder du hast einmal gesagt es um diesen Morgen gegen den wir ein bisschen skizziert haben dass das Kind dann eben vom Tablet sitzt Lieblingsserie.
00:44:02: irgendwie schaut man möglichst alles so nebenbei, ohne viel Tra-Ra drum herum.
00:44:08: Und ohne dass das Kind extrem viel dazu tun muss diese Dinge erledigen wie Zähne putzen sich anziehen und so weiter.
00:44:16: Wenn man in der Hafensystem auf so einem Level stets unständig ist dann könnte ich mir vorstellen, dass Regulierung auch... anderes Level hat, als es vielleicht zum Beispiel im neurotypischen Kontext der Fall ist.
00:44:27: Regulieren muss sich jeder Mensch regelmäßig.
00:44:30: wir alle haben ja ein Nervensystem aber wahrscheinlich ist es da doch eine andere Anforderung und vielleicht kannst du da so ein zwei Dinge auftun wie das gelingen kann oder was darf ich?
00:44:41: Also ganz wichtig ist immer Korregulation.
00:44:44: also quasi mein internes Nervensystem funktioniert nicht ausreichend, sag ich mal um mich selbst zu regulieren.
00:44:51: Also brauche ich ein externes Nervensystem was sich anzapfen kann.
00:44:55: also ich habe eine enge Bindungsperson bei mir.
00:44:57: in der Regel Mama oder Papa muss auch gar nicht einmal mit Körperkontakt sein ist oft gar nicht gewollt.
00:45:02: aber einfach dass ich jemand da habe das jemand da ist das reicht manchmal schon.
00:45:07: so begleiten das existieren sage ich da ganz gern zu.
00:45:11: Aber meistens muss man noch aktiv an dem teil haben was da passiert und vielleicht gibt's auch noch ein kontrollierendes Verhalten, also dass das Kind dann bestimmt Mama du musst da sitzen.
00:45:21: Du hast es in das zu sagen und diesen Stift musst du genau so halten.
00:45:25: So'n bisschen quasi als Dirigent von dem Ganzen und dann dominiere ich natürlich meine enge Bindungspersonen.
00:45:33: Das ist super regulierend.
00:45:34: Also dann besser gehts gar nicht.
00:45:38: Und das ist eine Möglichkeit.
00:45:39: man kann das natürlich nicht vierundzwanzig sieben machen.
00:45:42: Das haben wir ja gesagt.
00:45:42: Es geht ja auch irgendwie um Self-Care.
00:45:45: Aber ja, eine Möglichkeit sind Medien in welcher Form auch immer.
00:45:50: Da sind natürlich irgendwelche Videos und so was... oft vorne mit dabei, weil die natürlich viele verschiedene Sinne ansprechen.
00:45:58: Aber es gibt auch Kinder, die laufen den ganzen Tag mit ihrer Tonybox durch die Gegend, ne?
00:46:02: Weil sie total auf Hörspiele gehen.
00:46:04: Das habe ich auch ein paar Panlas, die das machen aber.
00:46:07: Viele gehen halt gerne auf Videos und schauen noch immer wieder dieselben Sachen, ne, weil dann ist vorhersehbar was da passiert.
00:46:13: Dann hab' ich keinen Kontrollverlust, dann bin ich da sicher!
00:46:17: Dopamin ist eine wichtige Sache.
00:46:20: Da ist der Zucker dabei, also alles was Dopaminausschüttetzucker schüttelt sehr schnell Dopamin aus.
00:46:25: das kann regulieren.
00:46:27: aber es kann auch etwas sein was neu ist als ein neues Spielzeug.
00:46:31: aber auch neuer Weg in den Kindergarten und neuer Ort um die Zähne zu putzen funktioniert in der Regel so einen bis drei Mal dann kommt kein Dopamin mehr weil es da nicht mehr neu ist.
00:46:42: Aber auch Sachen die generell irgendwie die Sinne anregen Das kann aber dann.
00:46:46: Es kann so was Körperliches sein wie Schaukeln, Trampolin springen.
00:46:51: Irgendwas, was sich dreht.
00:46:52: Es kann was taktiles sein wie kinetischer Sand oder mit Kleister zu arbeiten aber es gibt ja sieben Sinne.
00:47:01: Man kann verschiedene Sinne ansprechen.
00:47:03: da habe ich auch einige Beispiele dann im Buch drin Was man denn mal ausprobieren kann weil man muss im Prinzip schauen was passt denn zu meinem Kind und unserer Situation?
00:47:13: Was funktioniert für mich?
00:47:14: Manche finden vielleicht ätherische Öle ganz toll, andere sagen Boah nee geh mir weg stinkt.
00:47:20: Und das ist so ein bisschen auch das wo es dann hingehen kann wenn wir über Teenager reden und dann später auch ins Erwachsenenalter weil dann kommt's ja oder solls ja immer mehr auf die Selbstregulation gehen?
00:47:33: und wenn ich quasi dann lerne und wenn Ich jetzt schon früh damit starte dass ich quasi lerne so ein bißchen auf mich zu hören Es ist bei mir Brodels irgendwie schon, mein Pegelstand ist relativ hoch.
00:47:46: Was würde ich mir denn jetzt gut tun?
00:47:49: Und wenn ich dann weiß okay, wer wird's zu gut tun eine Runde ums Haus zu rennen?
00:47:54: oder?
00:47:54: keine Ahnung, ich habe im Keller ein Box-Sack der mir hilft oder Yoga ist toll für mich oder vielleicht einfach ein gutes Buch lesen zwei Seiten mit Natasete.
00:48:03: Keine Ahnung!
00:48:03: Wenn ich das weiß, kann ich dann halt rechtzeitig darauf zurückgreifen und halt da präventiv mit umgehen und kann dann vielleicht so ein Meld verhindern, bevor er überhaupt kommt.
00:48:14: Ja sich selbst zu kennen ist ja sowieso unglaublich wichtig in ganz vielen gerade neurodivergenten Kontexten.
00:48:20: Du hast das Thema Medien angesprochen, da würde ich gerne noch einen kleinen Schlenker schlagen Gerade weil dass für diese Kinder so ein Safe Space einfach auch sein kann.
00:48:31: die Lieblingsfolge einer Serie fünfhundert mal schauen Weil man weiß genau was als nächstes kommt und dann passiert ist natürlich auch ein Wert und ich finde ganz wichtig eben auch genauso gut balanciert auf Medien zu gucken.
00:48:43: Wir haben jetzt gerade, finde ich sehr, sehr negativen Blick auf Medien- und Mediennutzung bei Kindern was so den öffentlichen Diskurs angeht.
00:48:53: Und da finde ich schon immer wichtig zu zeigen hey!
00:48:55: Da stecken auch grade wie immer für die Gruppen, die schnell nicht mitgedacht werden, auch ganz, ganz wichtige Chancen drin, die an anderer Stelle gar nicht so einfach möglich sind.
00:49:04: Wie zum Beispiel genau das, dass ich mir eine Serie... Dass ich mir so eine Folge immer wieder angucken kann.
00:49:10: Genau weiß was passiert und dadurch eine Sicherheit erfahre die mir in diesem wahnsinnig Trubel liegen und irgendwie nicht vorhersehbar einen Alltag manchmal einfach fehlt.
00:49:21: Gleichzeitig gerade wenn das so ein sicherer Ort ist dann wird zum Beispiel eben so bei Serien sind aber eben auch an oder Videos.
00:49:30: Wenn ich merke da die Welt da draußen, die ist irgendwie so anfordernd für mich Das ist anstrengend und passt so oft gar nicht zu mir.
00:49:39: Aber hier in dieser digitalen Welt, da fühle ich mich viel mehr zu Hause... Da kann ich ja selber mehr kontrollieren als im Außen.
00:49:50: Gibt es die Gefahr von Sogwirkungen?
00:49:53: Oder wenn das eine analogen Welt sogar nicht für mich passt, dann bleibe ich hier!
00:49:57: Die
00:49:58: Gefahr gibt es natürlich und da hast du ja auch ziemlich viel schon darüber gesagt und geschrieben.
00:50:04: Deswegen zitiere ich dich auch an der Stelle im Buch ein paar Mal, weil das genau eben das ist also natürlich besteht die Gefahr dass man da auch irgendwie das wirklich zuviel macht.
00:50:14: aber erstmal ist es so, dass man sagen muss Neurotivergente Gehirne verarbeiten Medien erst mal anders als Neurotypische tun, das heißt wir wissen auch dass diese Zeitspanne in der das regulierend wirkt.
00:50:28: In der Regel länger ist als bei Neuretypischen und deswegen ist es erst mal gar nicht schlimm und sogar zu erwarten, dass man tatsächlich länger guckt weil man auch länger davon profitiert.
00:50:39: natürlich kommt auch da irgendwann der Punkt wo's in die Überreizung geht und wo gar nichts mehr reguliert.
00:50:45: Und klar, sollte man dann versuchen irgendwie auszuschalten.
00:50:48: Da geht es halt um das Wie.
00:50:49: Weil wenn ich sage, so Zeit ist rummachen aus, habe ich einen Kontrollverlust und eine Hierarchie.
00:50:55: Dann steigt der Pegel.
00:50:56: vielleicht kriege ich sogar ein Maildown, wenn er der letzte Tropfen war, der da noch gefehlt hat, ist nicht so gut.
00:51:01: Also wie kann man vielleicht versuchen, das Anforderungsarmor zu machen?
00:51:06: Da gehe ich an den Buch auch drauf ein ... gibt es verschiedene Strategien.
00:51:10: Manchmal findet man noch keine Lösung, aber es gibt ein paar Sachen die man vielleicht ausprobieren kann wie man das schaffen kann.
00:51:19: Aber ja... Es ist in sehr sehr vielen und den meisten Fällen so dass die Kinder länger vor Medien sitzen, als wir das so für gut befinden.
00:51:29: War es aber auch ein bisschen natürlich daran liegt was wir gelernt haben und was uns die Gesellschaft spiegelt?
00:51:36: Da hab ich dann deinen Satz im Hinterkopf, dass diese Regeln, da sind neurodivergente Kinder weder mitgedacht noch mit gemeint, dass man sich das immer wieder sagt.
00:51:46: Sie sind doch einfach nicht erforscht!
00:51:48: Sie sind auch einfach in dem, was wir an Medienforschung wissen.
00:51:51: Natürlich sind sie Teil der Statistisch, sind sie mit Sicherheit... Teil der Kindergruppen, die da untersucht werden oder beobachtet werden einfach weil sie in einer gewissen Häufung auftreten.
00:52:02: Aber Sie sind nicht fokussierter Teil der Forschung.
00:52:04: also man hat eben nicht gesagt wir haben eine Kindergruppe und gucken mir doch mal auf die Panneurodivergenten darin wie das für die ist sondern die sind einfach Teil dieser Gruppe.
00:52:13: deswegen sind sie Teil der Forschung aber eben nicht im Fokus also nicht bewusst und ich würde mir wünschen dass da einfach Forschungen wirklich auch nochmal differenziert herangeht gerade in dem jetzigen Diskurs, wo alles so negativ auf Medien guckt und ich will auch diese Schwierigkeiten gar nicht kleinreden.
00:52:31: Dass aber grade die Eltern, die aus guten Gründen darauf zurückgreifen oder ihrem Kind bestimmte Medien zur Verfügung stellen großen Wert hat für diese Kinder, dass sie sich einmal mehr – das ist wieder ein weiteres Feld wo die sich wieder rechtfertigen müssen.
00:52:49: Für den vielleicht in Anfangstrichen anderen Weg, denen Sie gehen als andere Eltern.
00:52:53: und da finde ich einfach würde ich mir wünschen, dass nochmal differenzierter drauf geschaut wird und eben auch geguckt wird was steckt da eben auch für eine Ressource drin?
00:53:04: Und dass wir dann trotzdem einen verantwortungsbewussten Umgang damit lernen müssen, das gilt in jedem Fall.
00:53:09: Das gilt auch für Panda-Kinder, es gilt für andere neurodivergente Kontexte und für Neurotypische eben auch.
00:53:15: Und das finde ich aber wirklich ganz, ganz wichtig nochmal diesen Part da reinzubringen und zu schauen.
00:53:22: Da ist eine Strategie die ich selber kenne sich nämlich an einem Tag also bis heute ist es so wenn ich nach Hause komme drüber.
00:53:35: Und ich weiß, ich habe jetzt irgendwie einen Moment oder es gibt sich dann abends wenn ja alle Kinder schlafen, Moment um mich zu regulieren.
00:53:42: Wenn ich meistens räumig auf mich reguliert aufräumen also Sachen an den Ortstellen wo sie hingehören nicht putzen sondern räumen ist ein großer Unterschied.
00:53:51: Reguliert mich sehr doll und ich brauche dabei aber auch was auf den Ohren und manchmal mache ich mir eine Sendung an Ich mach mein Hörspiel an, ich mach mehr ein Podcast an und ich kann in diesem Zustand selten, also nicht wenn ich wirklich drüber bin irgendwie dann kann ich mir nichts anhören was neu ist.
00:54:07: Das mache auch manchmal aber eben nicht in solchen Momenten, in solchen Momenten gucke ich die hundertzwanzigtausendste Wiederholung von der Gilmour Girls Folge zum Beispiel, die ich auswendig mitsprechen kann.
00:54:18: Aber das heißt Ich muss nicht so richtig drauf hören.
00:54:20: ob ich kann ein bisschen darauf hören?
00:54:22: Ich kenne diese Stimmen seit zwanzig Jahren.
00:54:25: Oh Gott ja stimmt!
00:54:27: Ich gucke da Schlange Und dass es so ein...das ist ein ganz vorhersehbar warmes, auffangendes Gefühl und das wollte ich hier unbedingt auch noch einmal verankern.
00:54:46: Wir haben in der Folge die wir schon zusammen aufgenommen haben, die sich auch nochmal verlinkt natürlich, schon so ein bisschen mehr über Schule und Kita gesprochen.
00:54:53: da möchte ich diesmal eigentlich nur einen kleinen Bogen hinschlagen und zwar Möchte ich erst mal bitte alle Pädagoginnen, die hier zuhören bitten dieses Buch zu lesen?
00:55:04: Weil ich glaube danach hat man ganz gute Ansatzpunkte wo man da die Begleitung auch in diesem Kontext integrieren kann und was im wichtig ist an diesen Stellen.
00:55:15: Ich möchte einmal eine Grundsatzfrage stellen is Kita und Schule für diese Kinder überhaupt möglich.
00:55:23: Und das Zweite, du hast über Teenager gesprochen die in diesem autistischen Burnout sind.
00:55:27: und die erste Frage, die auf sowas in der Regel kommt ja... wie war das dann mit Schule zu diesen Zeitpunkt?
00:55:36: Über diese zwei Dinge würde ich gerne sprechen.
00:55:37: also erst mal Frage eins ist Kita und Schule überhaupt
00:55:41: nicht.
00:55:41: Ist auch so wahrscheinlich zu beantworten weil Ja es ist in vielen Fällen möglich aber in sehr vielen Fellen auch leider nicht.
00:55:50: Die Gründe dafür sind vielfältig, weil es gibt natürlich vieles was man anpassen kann.
00:55:57: Damit und wenn man eine echt gute Schule gerät wo irgendwie die Rahmenbedingungen stimmen also irgendwie kleine Klassen und was weiß ich ja Und vor allem die Menschen mit denen wir da zu tun hatten das ist das allerwichtigste dass sie quasi wirklich versuchen wollen, zu helfen.
00:56:19: Dass die versuchen wollen das Panda-Kind so zu sehen wie es ist, zugewandt auf Augenhöhe zu begleiten und zu begegnen Vertrauensvorschuss vielleicht geben Dann kann das in vielen Fällen ganz gut funktionieren weil dann ist einfach schon mal diese Sicherheit da die gebraucht wird.
00:56:36: ich habe da einen Anker in der Klasse Ich kann dieser Wehrkraft vertrauen Und dann sind immer noch relativ viele Anforderungen.
00:56:44: dann kann man natürlich schauen Was kann man da machen?
00:56:48: Ist vielleicht eine kleine Klasse, besser mit weniger Reizen irgendwie.
00:56:51: Kann ich dann ... was kann man noch machen?
00:56:54: Kann ich einen Rückzugsort ermöglichen?
00:56:57: können so Sachen wie Fidget Häus oder sowas helfen?
00:57:01: und vielleicht braucht es ne Schulbegleitung die als externes Nervensystem immer oder zeitweise vielleicht dabei sitzt Und dann kann es Fälle geben in denen das gut funktioniert Aber in sehr, sehr vielen Fällen funktioniert das eben nicht gut.
00:57:20: Weil Lehrkräfte sich vielleicht gar nicht damit auskennen oder vielleicht auch nicht bereit sind, sich so drauf einzulassen?
00:57:26: Oder die Schule, dass vielleicht insgesamt einfach nicht kann, so inklusiv zu sein und auch andere Rahmenbedingungen nicht enderbar sind und einfach nicht gehen und dann kann vielleicht noch eine andere Schule ausprobieren.
00:57:39: Jeder Schulwechsel ist aber natürlich ja auch eine Riesenanforderung.
00:57:43: Das kann man jetzt nicht zehnmal machen, ne?
00:57:45: Und deswegen ist auch ganz häufig einfach Schulbeginn oder auch so ein Schulwechsel.
00:57:50: Auch gerade in die weiterführende Schule.
00:57:52: Häufig im Punkt wo Sopandas ins Burnout geraten, weil sie schon die ganze Zeit irgendwo relativ aktiviert und jetzt kommt noch mal so'n Hammer... ...und dann war's zu viel!
00:58:05: Ja und dann können Sie halt erstmal nicht in die Schule gehen und dann geht halt meistens für die Eltern das Gerenne los.
00:58:11: Ich muss ja erklären, was da los ist.
00:58:13: Und wenn ich zu dem Zeitpunkt noch keine Diagnose hab ... dann muss ich erst mal jemand finden, der irgendwie mein Kind anschaut und tatsächlich das sieht.
00:58:22: Wer kennt denn PDA in Deutschland?
00:58:25: Leider noch sehr wenige!
00:58:27: Und wer kann das denn diagnostizieren?
00:58:30: Und außerdem habe ich natürlich lange Wartezeiten so zwölf bis achtzehn Monate im Mittel eigentlich.
00:58:35: Deswegen ... Rate ich immer dazu, rechtzeitig oder frühzeitig zu versuchen in der Diagnostik zu gehen und nicht erst wenn das Problem akut da ist.
00:58:45: Weil wie überbrück ich denn jetzt diese zwölf bis achtzehn Monate die ich vielleicht warten muss?
00:58:50: Und ja dann gibt es natürlich die Fälle wo irgendwie dann des Jugendamts sich mit einschaltet und irgendwie geht okay nee das ist alles eine Erziehungsfehler.
00:59:01: ne Die Eltern machen das falsch und dann gibt's vielleicht eine Kindwohlgefährdung Und da gibt es einige sehr unschöne Geschichten und deswegen ist es so wichtig, dass das Thema einfach mehr Aufmerksamkeit bekommt.
00:59:15: Dass es einfach existiert und man dann quasi solchen Familien ... helfen kann, anstatt ihnen noch zusätzlich so viel mehr Leid zuzufügen.
00:59:26: Also wenn wir jetzt im Burnout sind und haben jetzt gerade schon gehört dann ist Decker aufschlagen schon eigentlich nicht mehr möglich da es über Schulbesuch wahrscheinlich gar nicht mehr zu sprechen wäre.
00:59:37: eine Möglichkeit wenn wir wirklich in diese Regionen kommen.
00:59:43: also ich weiß dass das mit offiziellen Diagnosen ist sowas möglich Dass man Teilbeschulung macht, also zum Beispiel sagt dieser Zeitraum meinet wegen von neun bis elf weil da ist das aufstehen lang genug her.
00:59:56: Das funktioniert gut und dann hat man einen Schulbesuch hat also nicht diese Schwierigkeiten mit meinem Kind geht gar nicht zur Schule.
01:00:02: Das ist ja heute ein Riesenthema sondern hat halt diese diese zwei Stunden die das Kind hinkommt und hat dann so ein Modell wo gesagt wird alles andere was weiterhin so Fächer sind.
01:00:16: Also künstlerisch kann man vielleicht leichter zu Hause tätig werden oder auch vielleicht musikalisch durch irgendwie Angebote, aber dass man sagt so zwei Stunden pro Tag und dann ist das aber auch der Part der Beschulung.
01:00:31: Und der Rest passiert in Absprache mit dem Elternhaus soweit ihr das leisten könnt.
01:00:35: Hast du Fälle wo es so geregelt wird?
01:00:37: Wenn das Kind tatsächlich im Burnout ist, dann ist an Schule überhaupt nichts zu denken.
01:00:42: weil ist die Frage, kann das Kind was essen?
01:00:48: Überhaupt.
01:00:49: Kann es aufs Klo gehen?
01:00:51: Schafft es sich wenigstens alle vier Wochen mal halbwegs zu waschen bzw.
01:00:55: waschen zu lassen?
01:00:57: Weil halt wirklich dann dieser überlebenswichtige Drang nach Autonomiekontrolle Gleichwürdigkeit die anderen Überlehmensinstinkte überschreibt.
01:01:06: Ich kann das da nicht mehr, obwohl ich eigentlich das ja müsste.
01:01:10: Also dann sind wir wirklich zu tief drin.
01:01:12: Wenn es dann darum geht, dass ich hoffentlich so nach einem Jahr oder nach zwei oder sowas wo wirklich Anforderungen auf ein absolutes Minimum runtergefahren haben weil alles zu viel wäre und das Lärwensystem ganz langsam sich erholen kann wenn wir dann über eine Wiedereingliederung sprechen können Dann kann man schauen wie kann die denn aussehen und dann halt auch mit Baby steps Und kann das überhaupt an dieser selben Schule wieder sein?
01:01:39: muss ich an der Situation natürlich vieles ändern, weil wenn ich quasi versuche genau in die selbe Situation wieder reinzukommen, die mich ins Burnout getrieben hat.
01:01:48: Dann wird das wieder passieren und zwar diesmal schneller.
01:01:52: Also ... vielleicht muss es dann eine andere Schule sein?
01:01:56: Und da müsste man wirklich ganz langsam starten mit vielleicht mal zur Pause hingehen um einfach mal die Kinder kennenzulernen, das Gebäude hin und quasi nur zu spielen vielleicht dann mal eine Stunde hinzugehen.
01:02:09: Vorher habe ich die Lehrkraft schon kennengelernt, ne?
01:02:12: Ich kenne die, ich hab'ne Verbindung aufgebaut und ich hab also einen Anker dort, ein Sicherheitsanker so dass das für eine Stunde das kann.
01:02:19: Und vielleicht habe ich sogar noch eine Schulbekleidung dabei, die nochmal ein externes Nervensystem ist.
01:02:24: Dann kann man es vielleicht einmal ausweiten... ...auf mehr Stunden!
01:02:27: Und dann gehen wir aber erstmal nur jeden zweiten Tag für ein paar Stunden hin und dann kann man gucken langsam, dass steigern wie viel geht denn Und das ist dann sehr, sehr individuell wie das zu sein hat.
01:02:40: Da muss man an so einem runden Tisch mit allen Beteiligten stellen diskutieren und natürlich wurde auch was verpasst.
01:02:48: Das heißt in welchem Jahrgang starte ich denn jetzt eigentlich wieder?
01:02:52: Das ist ja auch eine Frage.
01:02:54: Also deswegen kann man das ganz schwer irgendwie pauschal was dazu sagen.
01:03:01: In vielen Fällen ist es auch so, dass das einfach dann nicht mehr geht.
01:03:04: Weil vielleicht zusätzlich noch ein Trauma und Hopp kommt ne?
01:03:08: Weil ich jetzt da ins Burnout gekommen bin, hab ich vielleicht zusätzlichen Trauma für Schule entwickelt was vielleicht dann auch noch therapeutisch begleitet werden muss.
01:03:16: Und dann gibt's zum Glück mittlerweile auch Angebote wie eine Webschule oder sowas wo ich sowas vielleicht von zu Hause aus wenigstens machen kann für ein paar Stunden oder sowass.
01:03:26: Deswegen hoffentlich ... kommt man nie in diese Situation.
01:03:31: Hoffentlich kann man vorher lernen, wie man sein Kind gut begleiten kann und auch dann ist es natürlich leider keine Garantie, weil es gibt viele Faktoren die man nicht beeinflussen kann.
01:03:41: aber wenn man da hoffentlich drum herumkommt wäre das für alle Beteiligten viel besser.
01:03:48: Da richte ich jetzt mal als Kollegin den Appell in Richtung Lehrkräfte an dieser Stelle wirklich sich zu öffnen für das Thema, weil ihr damit einen riesigen Unterschied für diese Familien macht und am Ende überhaupt eine Schulaufbahn ermöglicht.
01:04:05: Die im schlimmsten Fall gar nicht möglich wäre wenn wir diesen Schritt nicht gehen und uns dem Thema öffnenden und schauen okay wie können wir in dem auch für uns Lehrkräfte ja wirklich nicht optimalen Rahmen Dinge umsetzen die auf jeden fall dieses Kind schon mal unterstützen?
01:04:22: Und ich glaube jeder erst also klar Wir haben große Ziele und ich habe ja eh immer große Zielen.
01:04:28: Aber jeder Schritt, jede Lehrkraft die sagt Ich höre hinzu, ich sehe was da los ist und ich rede nicht noch dagegen.
01:04:35: Tut schon mal ganz viel Und jeder Schritt jedes aufeinander zugehen ist unglaublich wertvoll und wichtig und ermöglicht wie gesagt überhaupt erst einmal Bildungswege.
01:04:46: Jetzt haben wir oder du hast Am Anfang sagt dir es ganz wichtig, dass das eben nicht nur die Kinder sind, die so wahnsinnig anstrengend sind.
01:04:56: Die Kinder bei denen man gar nicht weiß wie man das eigentlich machen soll, die Kinder, die kaum eine Chance im Schulsystem haben.
01:05:03: also, dass wir nicht nur den Part haben auf diese ganzen Anforderungen zu gucken, die natürlich auch ihren Raum brauchen darüber müssen sich Eltern austauschen dürfen ist alles gut und wichtig.
01:05:13: aber du hast Ganz zurecht auch gesagt, du möchtest einen liebevollen Blick auf diese Kinder und auch einen Blick der zeigt da steckt Ressource drin.
01:05:22: über einige davon haben wir auch gesprochen.
01:05:26: Jetzt wäre so meine Abschlussfrage.
01:05:31: jetzt könnte ja vielleicht dieser Gedanke aufkommen.
01:05:37: Warum wir?
01:05:39: Warum haben wir diese große Aufgabe mitbekommen?
01:05:43: Und ich habe tatsächlich auch Eltern, die... und das darf ihnen natürlich erst mal zustehen.
01:05:48: Diese Frage auch manchmal.
01:05:51: Klar, also manchmal frage ich mich schon warum ist diese große Aufgabe?
01:05:56: Warum liegt die hier?
01:05:57: Wenn du dir die PDA wegzaubern könntest, dein Kindes!
01:06:03: Wenn es eine Möglichkeit gibt, zu sagen okay, zack, haben wir nicht mehr.
01:06:07: Würdest du das tun?
01:06:08: Ich würde mir nicht die PDA wegzaubern, sondern ich würde mir halt wünschen dass ja einfach die Umgebung oder generell die Gesellschaft viel mehr Rücksicht nehmen würde auf Individuen.
01:06:21: und da geht es ja gar nicht nur um PDA.
01:06:22: Sondern um alles andere was noch zu sein kann das man einfach neuroaffirmativ an die Sache herangeht wirklich schaut, was braucht denn dieses Kind oder dieser Mensch, dieses Individuum?
01:06:36: und wie kann das funktionieren anstatt zu versuchen?
01:06:40: Jede in irgendein festes Korsett reinzupressen wo es halt einfach tatsächlich in dem Fall kaputt geht.
01:06:47: Weil, wie du gesagt hast, es sind auch wirklich wundervolle Kinder wenn das Nervensystem in Ruhe ist oder zumindest gut genug reguliert dann sind das die freudigsten charmantesten Kinder, die einen wirklich in der schon wenn man die anschaut einem einfach die Freude selbst ins Gesicht haben.
01:07:07: Die einen wirklich mitreisen können.
01:07:10: In den Themen, die sie interessieren so aufgehen dass man nicht anders kann als damit zu gehen.
01:07:17: und Ja, ich hab schon wirklich von mehreren Leuten gehört die auch mit Pandas gearbeitet haben oder selber bei zuhause haben.
01:07:26: Die sagen das sind so wirklich die wunderbarsten Menschen, die ich kennenlernen durfte weil es wirklich einfach wenn sie nicht sich in Lebensgefahr fühlen dann möchte man sich mit denen umgeben und deswegen ist es auch ganz häufig so dass die erst mal relativ viele Freunde haben in vielen Fällen und sehr beliebt sind so was ausstrahlen.
01:07:50: Und dann kann es natürlich sein, wenn's ums tatsächliche Spielen geht und dann muss ich natürlich immer die Spielregeln machen weil sonst habe ich die getroll nicht.
01:07:57: Dann kannst du im zweiten Schritt vielleicht zu Problemen kommen aber erst mal sind die häufig sogar sehr beliebt.
01:08:04: Das sind doch ganz wundervolle Schlussworte und für uns erwachsene, begleitende Personen, egal ob auf Elternseite oder auf pädagogischer Seite nochmal der klare Appell mit dem wir rausgehen dürfen.
01:08:16: es ist an uns und das ist unsere Verantwortung Panda-Kinder, aber natürlich eigentlich für alle Kinder Umgebungen zu schaffen in denen sie diese Ressourcen zeigen können.
01:08:28: In dem die sich so sicher und aufgehoben fühlen dass sie das was in ihnen steckt ihre Stärken, ihre Liebenswürdigkeit ja das Gold nicht ohne Grund heißt das hier einfach wirklich nach außen bringen können und die Chance haben genau das zu sein.
01:08:45: Und ja, mit diesen schönen Worten deinerseits meinerseits danke ich dir sehr für dieses Gespräch und ich danke dir für dein wunderbares Buch.
01:08:56: Ich verrate mal noch nicht so viel aber vielleicht durfte auch einen kleinen Platz darin finden.
01:09:01: Dieses Buch füllt auf jeden Fall eine ganz wichtige Lehrstelle die ich bisher schon noch empfinde im Umgang mit Panda Kindern wenn wir da einfach Impulse brauchen.
01:09:10: ihr findet alle Infos dazu in den Show notes.
01:09:13: bitte schaut dort unbedingt vorbei und besorgt euch dieses Buch.
01:09:16: Und wer mir länger folgt, mein Tun schon länger verfolgt weiß ich bin nicht unbedingt super gut mit Werbung ist nicht mein liebstes Gebiet aber hier sage ich das wirklich mit dem Rusten der Überzeugung da kann man ganz viel mitnehmen.
01:09:31: Ich wünsche dir ganz viel Erfolg für dieses Buch, eine schöne Zeit mit der Buchveröffentlichung und diesen Wochen danach.
01:09:38: Die aufreibend sind aber auch wunderschön!
01:09:41: Und ich wünsche ihr ganz, ganz tolles Feedback.
01:09:44: Das hat dieses Buch das was du definitiv verdient.
01:09:48: Ja, ich persönlich freue mich auf die nächste Folge.
01:09:50: Das wird wieder eine Gold to Go-Folge.
01:09:52: bis dahin Und zu guter Letzt natürlich noch ein herzliches Dankeschön an Jakob Jens und VoiceUp Productions für die Bearbeitung und die Produktion dieser Folge.
01:10:06: Ein Kopf voll Gold, was Neurodivagente Kinder brauchen und wie wir sie stärken können!
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