57. "Gold to Go" - Wann ist der richtige Zeitpunkt für eine Diagnose?
Shownotes
Das ist tatsächlich eine Frage, die mich ganz besonders häufig erreicht. Und eine pauschale Antwort darauf gibt es leider nicht, aber Tendenzen und ein paar wertvolle Informationen durchaus. Was uns klar sein muss: Die Wartezeiten sind lang. Teils wirklich, wirklich sehr lang. Und mit dem Wissen, dass wir, wenn es wirklich akut wird, dann plötzlich zwei Jahre warten müssen, ist es einfach wertvoll, sich bei ernsthaften Vermutungen frühzeitig um diesen Weg zu kümmern.
Zur angesprochenen Folge über Diagnostik:
🔗 https://open.spotify.com/episode/6kWl57SNkLAuLQre5ny7rP
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Transkript anzeigen
00:00:01: Hi und herzlich willkommen zu einer neuen Gold to Go Folge.
00:00:04: Das ist das Format in diesem Podcast, indem wir uns teils auch wirklich ganz, ganz detaillierten Fragen widmen oder uns mal so ganz kleine Teilaspekte von Neurodivagent angucken und die auch einmal auf die Bühne holen und sie ganz in Ruhe beantworten!
00:00:25: Ein Kopf voll gold was neuere divagente Kinder brauchen.
00:00:36: Und heute soll es um eine Frage gehen, die mir tatsächlich relativ häufig gestellt wird und zwar die Frage ab wann kann ich denn mit meinem Kind eigentlich in die Diagnostik?
00:00:49: Ab wann ist es sinnvoll?
00:00:51: Wie früh ist das überhaupt möglich und wie viele runden Bauchgefühl sollte ich denn so abwarten, bevor ich oder auch wir als Elternpaar diese Schritte gehen.
00:01:03: Ich habe schon ein ganz ausführliches Interview zum Thema Diagnostik aufgenommen nämlich mit Helen Vogt.
00:01:08: die hat in meinem Kopf voll Gold Buch, ja so die fachliche Prüfung übernommen und wir haben dann hier in einer Podcast-Folge mal ganz ausführlich über sehr viele Fragen rund um Diagnostik gesprochen.
00:01:20: Die werde ich euch verlinken.
00:01:21: In der Folge könnt ihr euch zu ganz vielen Aspekten dieses Themas informieren.
00:01:27: Heute soll es wirklich ganz gezählt um die Frage gehen ab wann denn eben dieser Schritt in die Diagnostic Sinn macht?
00:01:34: Ich habe es gerade schon angedeutet und das ist mir wirklich wichtig dass nochmal in den Blick zurück.
00:01:39: Denn es gibt ja das Narrativ, weil wir jetzt auf Social Media von anderen Familien erfahren wie das so mit Diagnostik läuft und dass die wie eine ADHS aussehen kann, wie das Leben mit Autismus aussehen können.
00:01:52: Wir sehen vielleicht auch berühmte Persönlichkeiten, die sich mit ihren Diagnosen in die Öffentlichkeit stellen.
00:01:59: Wir werden ganz viel informiert über verschiedenste Entwürfe einer neurodivagenten Form Und kommen so vielleicht viel schneller in die Überlegung, hey kann das für mich oder in diesem Fall für mein Kind vielleicht doch auch zutreffen.
00:02:18: Es wird dann immer so gern gesagt wir sehen es und gucken uns an und ja deswegen rennen jetzt alle los und wollen dieses Label in Anführungsstrichen auch gerne für ihr Kind!
00:02:30: Wir haben das ja selber als Familie durch.
00:02:32: Ich bin im Kontakt mit sehr, sehr vielen Familien die eben neurodivagente Kinder haben und ich kann sagen dass da es nicht immer entferntesten stimmt.
00:02:41: Die aller allermeisten Eltern und eigentlich alle mit denen ich persönlich im Kontakt war haben sich diesen Weg überhaupt nicht ganz fix nebenbei mal am Armrutztisch überlegt, sondern das ist in der Regel ein sehr, sehr langer und sehr zweifelbehafteter Prozess.
00:03:00: Der eher hinausgezögert wird aus sehr verständlichen Ängsten und Vorbehalten als dass man wirklich irgendwie sich einen Video anguckt und dann sagt so Und jetzt habe ich doch morgen grad mal nichts anderes vor.
00:03:13: Da wäre doch eine Diagnostik richtig
00:03:15: schön.".
00:03:15: In der Regel ist es so, das war zum Beispiel auch bei uns so ... Dass man schon im Rückblick, wenn man das so versucht irgendwie zu sortieren, sehr frühen Art Bauchgefühl hat oder immer wieder in Krabbelgruppen oder in Gesprächen mit anderen Familien durch die Beobachtung vielleicht auch Feedback sieht.
00:03:37: Bei uns läuft es doch an so vielen Stellen irgendwie anders oder bestimmte Phasendauern viel, viel länger.
00:03:45: Es ist oft anstrengender habe ich das Gefühl wir haben mit mehr Themen zu tun.
00:03:51: dieses ja dass ergibt sich doch einfach so oder bleibt doch mal locker passt in diesem Kontext irgendwie nicht richtig und es ist am Anfang wie gesagt eher Gefühlt es sich einstellt, dann fangen wir an mehr darauf zu achten.
00:04:05: Wir nehmen dieses Feedback in die Richtung Bewusster war wir gucken vielleicht auch genauer Dieses Bauchgefühl bestätigt sich vielleicht ein bisschen und Und aufgrund der aktuellen viel, viel besseren Informationsverbreitung kommen wir vielleicht auch ab und an schon mal auf die Idee könnte das hier vielleicht in eine neurodivagente Richtung gehen.
00:04:26: Aber ganz oft ist der Gedanke vielleicht noch gar nicht so präsent, sondern wirklich nur diese Wahrnehmung.
00:04:31: bei uns läuft es irgendwie anders.
00:04:35: wie auch immer dieses Anders dann gewertet und eingeordnet wird dann ist es meist so, dass man sich vielleicht sogar auch anvertraut.
00:04:42: Dann oft so dieses Feedback bekommt ja ach na das haben doch alle Kinder.
00:04:46: mal schauen wir es hat mein Kind auch.
00:04:47: ah das ist nur eine Phase und lass die Kinder doch Kinder sein.
00:04:51: oder was ich auch gerne gehört habe ach nun guck doch mal den kind sitzt doch da gerade ganz friedlich Ja jetzt gerade Und Ja, haut natürlich total in die Zweifelkerben.
00:05:04: Die man eh schon hat und sorgt meist dafür dass man dann doch diese Idee das mal näher zu verfolgen wieder verwirft bis man dann wieder ins nächste Anstrengungstal vielleicht rutscht und sagt irgendwie nee.
00:05:21: also Vielleicht sollte ich doch mal gucken es wird irgendwie nicht anders Es bleibt so und es bleibt für alle so herausfordernd.
00:05:28: oder wie auch immer.
00:05:30: Und diese Schleifen aus Überlegen, Zweifeln wieder an so einem Punkt kommen, wo man denkt nie, jetzt doch vielleicht mache ich ja dann doch mal diesen Schritt.
00:05:39: Diese Schleife gibt es doch ein paar Mal in der Regel je nachdem auch wie intensiv das ein Kind so präsentiert.
00:05:46: und es dauert, dauert wirklich lange bis Eltern sich wirklich einen Herz fassen und diesen Schritt angehen.
00:05:59: An genau das dann der Fall ist, hängt sicherlich von sehr unterschiedlichen Faktoren ab.
00:06:04: Einmal auch wie gesagt die eigene Informationslage dazu aus habe ich mit Neurodivergenz vielleicht schon Berührungspunkte gehabt.
00:06:11: Bin nicht vermehrt über Social Media drauf gestoßen und hab immer mehr gedacht hey das zeigt mir zum ersten Mal dieses Kind dass ich jetzt Hause habe!
00:06:19: Und nicht das was vielleicht breiteren Elternratgebern so gezeichnet und gezeigt wird.
00:06:26: Nee, das finde ich unser Kind in diesen kurzen Videos von dieser einen Familie die irgendwie eine eure divergenten Kontext hat viel mehr wieder und docker da ganz anders an.
00:06:36: Und dann komme ich vielleicht viel früher schon in diese Überlegensrichtung und gehe vielleicht auch dann entsprechend früher diesen Weg.
00:06:44: manche haben damit vielleicht noch gar keine Berührungspunkte gehabt Entsprechend etwas länger unterwegs, bis sie an diesem Punkt kommen und auf diese Richtung stoßen.
00:06:55: Dann wird es vielleicht auch noch mal später sein.
00:06:57: das kann dann vielleicht auch erst im Kontext Schule passieren.
00:07:00: also ich habe dann schon irgendwie wahrgenommen hier ist irgendwas anstrengender hier ist irgendwie was anders hier is irgendwie was auch in schöne Richtungen vielleicht anders aber gar nicht irgendwo hinpacken oder habt gar nicht so Antwortrichtungen bekommen.
00:07:13: Und dann kommt Schule vielleicht eine Lehrkraft, die da gut versiert unterwegs ist, die in diesen Impuls mal reinbringt und dann wird das eher der Zeitpunkt
00:07:20: sein.".
00:07:21: Jetzt muss man dazusagen dass Nur wenige Neurodivagente formen überhaupt typischerweise sehr früh diagnostiziert werden.
00:07:31: Also klassischer Weise je nach Ausprägung kann das im Autismus Spektrum der Fall sein, hier wird auch schon relativ früh im Kleinkindalter in diese Richtung diagnostiziert wenn eben die Merkmale deutlich so sichtbar sind andere Formen wie zum Beispiel eine Legasthenie, eine Leserechtschreibstörung, Schwäche.
00:07:52: Wie auch immer man das im jeweiligen Bundesland auch betitelt und das kommt natürlich in der Regel im Schulkontext erst zum Vorschein ähnlich wie eine Discalculi.
00:08:03: Das heißt da sind wir in deutlich späteren Gefilden unterwegs wenn es darum geht dass zu diagnostizieren.
00:08:10: bei ADHS ist es so ein bisschen unterschiedlich.
00:08:14: das klassische Alter dafür ist so das Grundschulalter, wobei wir hier ganz deutlich unterscheiden müssen zwischen weiblich gelesenen Kindern und männlich gelesenen Kindern.
00:08:25: Das ist doch aufgrund der Häufigkeit der Merkmalsausprägung also in welche Richtung es geht unterschiedlich.
00:08:33: Jungen werden deutlich, deutlich früher diagnostiziert als Mädchen im Durchschnitt einfach, weil Mädchen in einer gewissen Tendenz mehr diesen verträumteren Typ mit sich bringen und also diesen unaufmerksamen Typ während Jungen etwas mehr dazu neigen in Richtung der Hyperaktivität und Impulsivität.
00:08:55: Also den Dingen die man von außen meist etwas stärker erkennen kann, die gehen dann in diese Richtung und sind deswegen auch schneller in Diagnostik wegen.
00:09:05: Auch hier ist es... Meist das frühe Grundschulalter, meist auch aus dem Grund weil gerade im Grundschulkontext das dann auffällt.
00:09:14: Weil ganz viele wichtige Kompensierungsstrategien wegfallen wie zum Beispiel ganz vorne die Bewegung Im Kindergarten beispielsweise in der Kita, wo vielleicht noch viel Möglichkeit zur Bewegung ist je nach Einrichtungen.
00:09:29: Wo das ganz selbstverständlich der Fall ist, wo es vielleicht aber auch noch viel gewählt werden kann also wo es einen Wissenfreiraum für Aktivitäten gibt.
00:09:37: Das ist zum Beispiel für PDA-Kinder ein wertvoller Bereich.
00:09:42: wenn Fremdbetreuung oder Betreuung diese Richtung überhaupt möglich ist zu dem Zeitpunkt dann gibt es da vielleicht deutlich mehr Wahlmöglichkeiten, bei gleichzeitig schon einer gewissen Rhythmisierung ist eigentlich eine ganz gute Kombi.
00:09:53: Man sitzt nicht so sehr auf diesem Präsentierteller gerade was sein Lernprozess angeht.
00:09:57: das passiert vielmehr so nicht nebenbei, aber eben nicht so auf dieser Bühne wie das in der Schule ist.
00:10:04: Es gibt viele Faktoren die dafür sorgen dass sich bestimmte Merkmale gerade die die dann auffallen und die die leider, das muss man ganz ehrlich aussagen negativ gewertet werden, dass sie dann deutlicher zum Vorstellen kommen und dann irgendwie auf den Moment entsteht.
00:10:19: okay jetzt gehen wir diesen Schritt mal.
00:10:22: wenn ich Eltern habe dem in diese Frage stellen wann Gehe ich mit meinem Kind die Diagnostik an, wann ist ein guter Zeitpunkt?
00:10:29: Dann sind das klassischerweise Eltern, die sich so kurz vor der Einschulung befinden und überlegen.
00:10:35: Okay, ich überlege in die Richtung schon solange ... Ich hab schon solang irgendwie Bauchgefühle, Vermutungen.
00:10:41: Ich erkenne meinen Kinder drin so.
00:10:43: Mache ich das jetzt?
00:10:44: vor der Schule oder mache ich dann ganz umsonst die Pferde verrückt und da ist vielleicht gar nichts.
00:10:49: Oder oh Gott, muss mein Kind ja mit diesem Stempel in die Schule?
00:10:52: Oder es ist nicht vielleicht besser wenn wir schon eine Antwort haben bevor es hinkommt.
00:10:56: also das ist wirklich so.
00:10:57: dieser klassische Zeitpunkt wo dann überlegt wird denn die Kinder die so früh so klare Merkmale zeigen dass sie davor schon eine Diagnostik waren waren eben schon aufgrund dieser Symptomatiken wo das noch nicht so eine große Frage bei den Eltern ist, da wird es sich dann eben wie gesagt oft im Schulkontext zeigen und dann ist der Moment in dem Diagnostik beginnt.
00:11:24: Aber wenn Eltern auf mich zukommen, dann in der Regel in diesem Zeitraum vielleicht sogar ein bisschen davor, vielleicht auch in diesen zwei Jahren vor der Einstellung einfach weil sie so denken ja jetzt geht das ja eigentlich alles noch so?
00:11:35: Und ich brauche diese Antwort vielleicht gar nicht.
00:11:37: aber was ist denn jetzt wenn Schule kommt?
00:11:41: dass wir eine wichtige Komponente bedenken müssen, nämlich das Maskieren.
00:11:47: Maskieren heißt, dass Kinder in der Lage sind tendenziell die Mädchen deutlich mehr als die Jungen auch da gibt es mittlerweile zum Glück ein paar Erhebungen zu schauen was macht meine Umgebung?
00:12:02: Was ist hier das Verhalten, das am wenigsten seltsam betrachtet wird meisten akzeptiert ist und daran versuche ich mich anzupassen.
00:12:13: Unterstützt wird diese Dynamik oft durch kleine Kommentare, die Kinder bekommen, Blicke, die diese Kinder bekommen Und durch alles was das Gefühl auslöst.
00:12:22: Ich bin irgendwie anders und eigentlich möchte ich das aber nicht sein.
00:12:26: Ich möchte sehr klar dieser Gruppe hier zugehören.
00:12:29: Wie gesagt wenn negative Kommentare dazu kommt entsteht dieser Anpassungsdruck noch viel viel mehr.
00:12:34: dann kommt also verstärkt er sich Und dann versuchen eben diese Kinder maximal unauffällig, sich zu verhalten.
00:12:44: Je weiter dieser Anpassungsprozess schon vorangeschritten ist umso schwerer kann eine Diagnostik erfolgen.
00:12:53: das muss nicht so sein.
00:12:56: Es kann auch sein, dass man an sehrfindige Leute gerät und so maskieren.
00:13:00: Dann auch gut durchschaut oder gerade erst recht das Symptom ist oder das Merkmal ... Ich versuche immer nicht so gern von Symptomen zu sprechen.
00:13:08: Was passiert mir leider noch ab und zu mal?
00:13:11: Aber das Merkmal ist es tatsächlich sogar ganz besonders für eine neue Divergenz spricht.
00:13:16: Da merke ich gerade, es gibt einen kleinen Paradigmenwechsel in der Diagnostik was sich ganz schön und wertvoll finde ist aber noch nicht überall so und in der Regel ist es leider noch so, dass ein sehr starker Maskierungs-Drive sozusagen dafür sorgt das diese Kinder weniger in ihrer Authentizität eigentlich dem Verhalten was sie eigentlich jetzt zeigen würden gesehen werden können.
00:13:45: und dann eben oft gesagt wird, na ja also es reicht irgendwie nicht aus oder sie liegt oder er liegt so an der Grenze.
00:13:52: Oder man kann's dann wirklich vielleicht gar nicht feststellen.
00:13:55: das ist ja zum Beispiel auch so wenn man sich dann... Also wenn in Schule dann doch irgendwie halbwegs läuft im Kindergarten vielleicht auch halbungsläuft aber zuhause diese Kinder zusammenbrechen da kann man davon ausgehen dass es da eine ganz große... Also kann man zum einen davon aus gehen dass diese Kinder schon in Maskieren sind.
00:14:10: Aber gerade das macht es ja dann auch ganz oft schwer für Eltern, wirklich ernst genommen zu werden in der Diagnostik.
00:14:17: Weil das ist oft so ein Ja.
00:14:18: also wenn's nirgends woanders auftaucht nur im Elternhaus Dann müssen wir uns schon die Frage stellen Woher kommt?
00:14:26: Ist es wirklich eine neue Divergenz oder ist es doch eine Erziehungssache?
00:14:30: sehr, sehr oft leider in der Community mitbekommen?
00:14:35: Da ist Luft nach oben.
00:14:36: sagen wir mal so Prinzipiell würde ich immer sagen Und wenn es um diese Idee einer Diagnostik geht, meldet euch lieber frühzeitig an.
00:14:49: Natürlich nicht bei dem allerersten Gedanken und bei irgendeinem Video das man bei Social Media gesehen hat.
00:14:56: aber wirklich ganz im Ernst habe ich noch nicht ein einziges Mal erlebt dass das irgendjemand so gemacht hätte.
00:15:02: Aber wir müssen bedenken, dass mittlerweile die Wartelisten gerne auch mal zwei Jahre lang sind.
00:15:10: Da, wo wir zum Beispiel gut betreut wurden war es so, dass dann nach Priorität aus ein bisschen kategorisiert wurde.
00:15:17: Es gab einen Vorgespräch sodass ein bisschen abgeklopft wie sind zu die häuslichen Ressourcen?
00:15:22: Läuft vielleicht schon eine begleitende Therapie?
00:15:24: also das geht erstmal prinzipiell versorgt.
00:15:27: Geht's hier um Versetzungsgefährdungen, um Abschlüsse, um sonst einer andere Gefahr im Verzug und dann wurde uns schon gesagt, dass es eine ganze Weile dauern wird bis wir so dran kommen werden.
00:15:37: im Wahlmann und das finde ich irgendwie auch fair und verständlich, so ein bisschen versucht schon zu gucken wo es jetzt ganz besonders dringend.
00:15:46: So oder so muss man einfach damit rechnen dass bis zur zwei Jahre dauern kann bis man wirklich in dem ganz konkreten Diagnoseprozess dann ist!
00:15:56: Und an vielen Orten gibt's sogar einen kompletten Aufnahmestock also wo man gar nicht erst irgendwo rein rutscht.
00:16:02: und wenn wir uns die momentane politische Richtung angucken.
00:16:08: Dann glaube ich, dass sich das auch so schnell leider nicht ändern wird und darum ist gut es lieber frühzeitig anzugehen um dann wenn wir dann plötzlich doch in zwei drei Jahren einen Punkt sitzen wo man sagt jetzt wird's dann doch irgendwie dringend dass wir dann entweder schon hinter uns haben oder eben nicht mehr lange warten müssen bis wir eine Diagnostik gehen.
00:16:31: Außerdem gibt es, dieses Maskieren ist noch ein großes Feld in der Forschung bis lange Zeit überhaupt nicht so auf dem Plan war.
00:16:38: Und das kommt jetzt langsam und erste Erhebungen und Studien zeigen dass das Maskierungsverhalten das ja irgendwie auch wenn man somit gesunde Menschenverstand daran geht irgendwie logisch dass das Maskierungsverhalten mit steigendem Alter zunimmt.
00:16:54: Also je früher man in eine Diagnostik geht, umso höher die Wahrscheinlichkeit, dass es Kind noch keinen hohen Anpass also kein immensen Anpassungsdruck aufgebaut hat, je nach Formierende Ressourcen natürlich und bestimmte Merkmale einfach noch authentischer mal vorne treten und damit auch leichter zu beobachten sind und im besten Fall einfach eine Diagnostik erleichtern.
00:17:20: Das ist auch ein ganz wertvoller Tipp, den ihr in dieser Folge, die ich am Anfang schon angesprochen habe erfahren werdet.
00:17:26: Dass man mittlerweile sagt hey bringt die Kinder vielleicht nicht erst im fortgeschrittenen Grundschulalter sondern vielleicht wirklich ein bisschen früher damit eben diese ganzen Maskierungstendenzen noch nicht so krass verinnerlicht sind.
00:17:41: kleiner tip am Rande der uns auch mitgegeben wurde wenn Ja, jetzt aber schon merken.
00:17:47: Mein Kind ist da glaube ich aber schon ganz schön weit voran.
00:17:50: im Kindergarten in der Schule läuft alles super und wir haben das halt dann zu Hause als Begleitungsaufgabe.
00:17:56: Da bricht dann einmal alles raus.
00:17:58: Dann wurde uns gesagt Wir mussten es letztendlich nie machen.
00:18:01: Aber es gab den Tipp So war's ein bisschen mitzufilmen Allein für den Diagnostik Und vielleicht auch therapeutischen Kontext.
00:18:11: Also, es ist jetzt nicht die Aufforderung.
00:18:12: Setzt euch die ganze Zeit mit der Kamera daneben und filmt mal eine Runde, wie's eurem Kind da schlecht geht?
00:18:17: Natürlich nicht!
00:18:18: Sondern wirklich, wirklich allein, so wie man auch zum Beispiel ... Wenn das jetzt irgendwie ne Hautstelle hat, wo man sagt, sieht seltsam aus... Das fotografier ich mal ganz kurz damit ich, falls es dann morgen doch nicht mehr so sichtbar ist, dass bei nächster Gelegenheit unsere Kinderärztin zeigen kann.
00:18:36: So ähnlich wurde uns das erklärt.
00:18:40: nur ganz kurz einmal vielleicht ein Videomaterial, das allein für diesen Zweck aufgenommen wird.
00:18:46: Damit einfach klar ist wie sehen denn solche Situationen aus?
00:18:50: Was passiert da?
00:18:51: oder eben auch einen Tagebuch darüber zu führen.
00:18:54: weil man ganz oft in diesen Situationen wenn man da sitzt und sagt ne dann erzählen Sie doch mal ein bisschen wie sieht's zu Hause aus.
00:19:01: Vielleicht dass gar nicht so raus bringt wie man es dann in diese Situation tatsächlich erlebt.
00:19:08: Und das mag wie gesagt erst mal ein bisschen befremdlich sein, aber für diesen Kontext sehr wertvoll.
00:19:14: Es werden ja auch zum Beispiel im Therapiekontext und auch – das war bei uns zum Beispiel der Fall – im diagnostischen Prozess Videoaufnahmen vor Ort gemacht um dann im Nachhinein zum Beispiel mit Kolleginnen über diese Aufnahmen zu sprechen und da mal zur Zweizutritt draufzuschauen.
00:19:30: Man kann dazu übrigens nicht gezogen werden, aber es kann angeboten werden und man kann dem zustimmen.
00:19:35: Wir haben das gemacht, war super wertvoll!
00:19:37: Und wie gesagt deswegen an dieser Stelle der Tipp, der uns auch mitgegeben wurde wenn ihr ein Kind habt dass sich vor allen Dingen zu Hause sehr ehrlich und authentisch zeigt, dann eben schauen wie kann man die Situation so festhalten, dass man die vielleicht mal mitbringen kann und sagen kann.
00:19:54: So sieht das bei uns jeden Tag aus.
00:19:57: oder wie gesagt eben auch in schriftlicher Form.
00:20:02: also lieber sich trauen nicht nach der ersten schleife aber vielleicht nach der zweiten dritten vierten schleife und einem etwas doch gefestigteren gefühl aus hier ist doch irgendwie was anders sich auf diesen Weg machen.
00:20:18: Vielleicht auch frühzeitig nicht nur vielleicht, sondern ganz unbedingt frühzeitig mit der Kinderärztin darüber sprechen und dem Kinderarzt drüber sprechen.
00:20:26: Dann habt ihr das dort schon mal dokumentiert selbst wenn jetzt von ärztlicher Seite aus das Ganze noch entspannt gesehen wird?
00:20:32: Ihr habt es dort schonmal angesprochen.
00:20:35: beim nächsten Mal sprecht das vielleicht wieder an so dass irgendwie klar wird okay hier hält sich eine Situation doch etwas mehr.
00:20:41: Und dann könnt ihr da vielleicht in einen besseren Austausch gehen und guten Austauschen gehen, und werdet mal gut beraten.
00:20:47: Dann eben den weiteren Schritt gehen, sich darum zu kümmern mit dem Wissen es wird vielleicht ganz schön lange dauern bis hier dann wirklich, wirklich dran kommt.
00:20:58: Und ja, dann euch auf diesen Weg machen könnte einer Antwort bekommen egal wie die ausfällt.
00:21:04: aber eine Antwort ist es ja dann in jedem Fall Je weiter vorangeschritten, je weiter in der Schule vielleicht auch in Richtung Pubertät umso dringlicher werden dann oft die Diagnosen.
00:21:16: Im besten Fall kommt man dann auch ein bisschen schneller unter gerade im Jugendalter.
00:21:21: das ist das Feedback was ich jetzt so bekommen habe.
00:21:24: aber dann ist auf wirklich oft schon sehr viel Zeit ins Land gegangen die dann eben diese Antwort nicht da war oder eben die Unterstützungssysteme gefehlt haben.
00:21:33: Auch dazu noch einen kleine abschließender Tipp therapeutische Wege kann man übrigens deutlich vor der Diagnose gehen.
00:21:41: Wir waren lange, lange vor den Diagnosen schon in einer therapeutischen Begleitung.
00:21:47: es gibt ganz viele Möglichkeiten hier manche sind mit Verordnung.
00:21:50: also das muss man dann von kinderärztlicher Seite bekommen zum Beispiel bei der Ergotherapie oder der Logopädie.
00:21:56: Es gibt aber auch Möglichkeiten so ein Therapie Prozess mal Ja, zu versuchen anzustoßen ohne eine Verordnung.
00:22:06: Das ist dann immer der Bereich der Psychotherapie, der Verhaltenstherapie und diese Richtung.
00:22:11: auch da sind die Wartelisten lang aber auch das kann man auf jeden Fall versuchen denn so war es in unserem fall.
00:22:19: Dann hat noch eine Person einen sehr guten und umfassenden Blick auf das Kind Und kann auch nochmal beraten wann denn wohl ein guter Zeitpunkt wäre vielleicht nochmal weiterzuschauen.
00:22:31: Wir fanden das als Unterstützung total wertvoll auf diesem Weg in die Richtung einer Diagnose.
00:22:44: im Blick behalten.
00:22:46: Früher auch deshalb, weil die Masking-Tendenzen vielleicht noch nicht so ausgeprägt sind und auf diesem Weg sich nicht scheuend schon Unterstützungssystem hochzufahren oder sich beraten zu lassen oder auszutauschen mit den Menschen, die das Kind eben auch häufig sehen vom Gitterpersonal über die kinderärztlichen Fachpersonen bis hin zur möglichen TherapeutInnen, die den Weg eben auch begleiten können um dann hoffentlich zu einem guten Zeitpunkt in die Diagnostik starten zu können.
00:23:14: Für alle weiteren Fragen hört euch wie gesagt sehr gerne diese Folge an, vielleicht extrahirig daraus auch noch mal ein oder zwei andere Fragen, die dann oft kommen ja was mache ich denn eigentlich?
00:23:25: Wenn ich jetzt keine Diagnose kriege?
00:23:27: am Ende also wenn wir dann hingehen und dann war es irgendwie doch so wird das gerne geframed umsonst und wir stehen wieder ganz am Anfang.
00:23:34: Das können wir gerne auch nochmal klären.
00:23:36: könnt ihr einfach in die Kommentare schreiben ob so was interessant wäre oder was ihr noch so viele Fragen rund um Diagnostik habt, was da vielleicht noch offen ist.
00:23:44: Was ich auch sehr oft bekomme, ist wie ein Kind eigentlich wirklich gut auf eine Diagnastik vorbereiten kann?
00:23:50: Also vielleicht nehme ich mir diese beiden Sachen schon für die nächsten Goldjugow folgen.
00:23:53: also wie breite ich das gut vor und was mache ich denn eigentlich wenn wir jetzt doch nicht die Antwort rauskommen, die ich hier vermutet habe?
00:24:02: Ansonsten hilft es immer sehr, wenn in den Kommentaren auch die anderen Zuhörenden an euren Erfahrungen teilhaben lasst, also batischen in der Diagnostik.
00:24:12: Wann wart ihr da?
00:24:13: Wie hat sich das für euch bewährt?
00:24:15: Ich selber kann dann noch immer richtig viel mitnehmen.
00:24:18: Auch wenn ja so Tipps gibt zu bestimmten Themen, die wir hier mal erörtern.
00:24:22: Vielen vielen Dank dafür, dass ihr aus einer aktiven Community seid.
00:24:26: und ja... Dann freue ich mich auf ein paar Einblicke!
00:24:31: Und wir hören uns wieder in den nächsten Folge, die dann wieder ein Interviewformat ist freue ich mich sehr darauf.
00:24:37: bis dahin.
00:24:39: Und zu guter Letzt natürlich noch ein herzliches Dankeschön an Jakob Jens und VoiceUp Productions für die Bearbeitung und die Produktion dieser Folge!
00:24:51: Ein Kopf voll Gold, was Neurodivagente Kinder brauchen und wie wir sie stärken können.
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