60. Neurodivergente Elternschaft - Wie gelingt uns Leichtigkeit ?
Shownotes
„Ich hab irgendwann beschlossen, nicht mehr nur in diesem Alles-ist-immer-nur-schwer-Mindset zu verharren. Ich wollte auch das Schöne nicht übersehen.“
Meine heutige Gästin Isabel Demirel ist Mutter eines neurodivergenten Kindes und auch selbst neurodivergent. Es war ein langer und schmerzhafter Weg zur Diagnose und bis heute stellt sie dieses Familienleben, das doch ganz anders läuft als es gängigen Erwartungen entspricht, vor so manche Herausforderung. Gleichzeitig hat sich den festen Entschluss gefasst, Leichtigkeit nicht zu vergessen. Ob überhaupt und wie genau das gelingen kann, darüber sprechen wir in dieser Folge.
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Transkript anzeigen
00:00:00: Diese glückliche Familie aus der Konfliktswerbung, die gibt's im echten Leben nicht, sagt meine heutige Gästein Isabel de Mirel und sie weiß wovon sie redet.
00:00:09: Denn ihr Familienleben hat sich von Anfang an doch ein bisschen... anders gestaltet, als wir es in weichzeichner Bildern übermittelt bekommen.
00:00:18: Eins ihrer Kinders Neurodivergen und auch sie selbstes ADHSlerin.
00:00:21: Familien leben jenseits der Normen so schreibt sie's auf ihrem Instagram-Kanal Und auch ihr toller Podcast HiBaby ist voller wertvoller Impulse und Informationen rund um das Thema NeuroDivergens.
00:00:33: Jetzt macht sie ihre Repertoire perfekt!
00:00:35: Sie hat nämlich einen Buch geschrieben, dass ich sehr gerne gelesen habe.
00:00:39: Anders glücklich heißt es, auch da.
00:00:41: Familien leben jenseits der Norm.
00:00:43: Und genau über diese Norm und diese Art von Familienleben wollen wir heute sprechen!
00:00:49: Liebe Isabel was ist denn diese Familiennorm überhaupt?
00:00:54: Von der Neurodivagentes-Familien-Leben so abweicht... Was ist diese
00:00:57: Norm?!
00:01:01: Ein Kopf voll
00:01:03: Gold.
00:01:04: Was neurodivagente Kinder brauchen und wie wir sie stärken
00:01:09: können.
00:01:13: Saskia, ich freu mich total, dass ich da sein darf.
00:01:15: Erst mal noch mal vielen Dank.
00:01:18: und diese Norm ... Ja das ist ja so eine Frage die hab' ich mir am Anfang auch gestellt.
00:01:24: Was is denn diese Norm?
00:01:26: Du merkst diese Norm wenn du im Krabbelkurs bist oder im Pekip-Kurs mit deinem Kind Und irgendwie dein Kind auffällt.
00:01:39: Dein Kind fällt aus diesem Bild heraus, indem andere Leute komisch gucken.
00:01:47: Indem die Pekip-Kursleiterin ständig irritiert rüber guckt oder man spürt direkt so sind jetzt alle irritiert weil mein Kind zu viel weint und weil mein kind die ganze Zeit an meinem Körper sein will.
00:01:59: und oh im Rückbildungskurs bin ich die einzige die Übungen nicht mitmachen kann Weil mein Kind am laueren Körper Kontakt braucht Und alle anderen Babys liegen auf der Krabbeldecke neben dran und spielen einfach mit sich
00:02:12: selbst.
00:02:14: Das waren so die ersten Irritationen, die ich hatte und so ging es eigentlich nonstop weiter.
00:02:20: Dass ich immer gemerkt habe da gibt es so einen Konsens, so ein Wir, dann machen alle irgendwie dasselbe Mal mehr mal weniger.
00:02:30: natürlich gibt's auch mal ein anderes Baby das Wein.
00:02:32: aber das war halt mal kurz und dann auch wieder nicht.
00:02:36: Und bei uns war alles immer anders als bei allen anderen Und so hab ich diese Norm irgendwann entnüsse.
00:02:46: Irgendwie gedacht, okay das ist die Norm und wissen sie auf jeden Fall nicht.
00:02:49: Hat
00:02:50: sich das da ausgebildet?
00:02:51: Also in deiner anderen Beziehung oder in deinem Baby, im kleinen Kind, dass dich anders gezeigt hat ... Du hast dann gemerkt, andere Familien leben da sehe ich das nicht.
00:03:05: Und so ist oder bist du schon auch mit einem gewissen Normgedanken in diese Elternschaft gestartet?
00:03:11: Also gab es irgendwie, als du schwanger warst.
00:03:13: Oder aus dieser ersten Zeit ein Bild von Aja.
00:03:16: also jetzt bin ich ja Mama und das hat so und so auszusehen.
00:03:21: Ja
00:03:21: natürlich!
00:03:23: Bei mir war immer dieses Ich will Mama werden Ich liebe Kinder, ich wollte immer schon Mama sein.
00:03:30: Ich hab darauf hingefiebert, wann ich endlich Mama sein kann und ich habe drei jüngere Geschwister in einer Jugendfreizeit mit ganz vielen Kindern immer gearbeitet und ich kenne eigentlich so'ne Babys-Kleinkinder Und hatte da schon ein sehr idyllisches und schönes und perfektes Bild im Kopf wie das alles sein soll Wie auch diese erste Babyzeit ist.
00:03:56: Da schwebst du dann auf einer Wolke im Wochenbett, wenn dein Baby da ist.
00:04:01: Und es war halt wirklich so, deswegen finde ich auch auf meinem Cover das so passend weil da ist ja der Mama und ihr hält ihr Kind so kopfüber und genau das war immer mein Gedankes alles so upside down als hätte man meine Vorstellungen, meine Ideen wie wird das sein einmal auf den Kopf gestellt?
00:04:19: Ja
00:04:20: Das kann ich sehr gut nachfühlen.
00:04:22: Und dann ist es ja so, dass man gerade in diesen ersten Wochen und Monaten schon auch erst mal das als Ja, so isst es irgendwie einordnet?
00:04:31: Also ich habe in der Zeit viele Bücher gelesen... viele Büchern gelesen!
00:04:36: Ja doch, ich saß sehr viel still da und viel mehr als das konnte ich aber nicht machen.
00:04:40: Da hab' ich tatsächlich gelesen seit so Etappenweise
00:04:44: Und
00:04:46: wo es viel um diese Mama-Gefühle ging.
00:04:47: Also nicht so rasgebermäßig, sondern Menschen die Mama geworden sind und die dann auch beschreiben das genau, dass passiert ne?
00:04:56: Es macht einfach Rabums!
00:04:57: Dein altes Leben ist erstmal weg, dein altes Ich is irgendwie erst mal weg... ...und es kommt was völlig Neues.
00:05:04: und dann dachte ich okay das haben also alle als so einen Rundumschlag erlebt.
00:05:08: Alle haben das, wie einmal auf den Kopf gestellt werden, erlebt
00:05:12: gut.".
00:05:12: Also da hatte ich noch nicht dieses Andersgefühl wenn es um diese Mama-Gefühle ging oder dieses.
00:05:18: Oh Gott!
00:05:18: Das ist ja alles neu weil bis zum gewissen Grad und das hast du ja auch schon angedeutet ist dass dann doch irgendwie auch das was allen beim ersten Kind passiert einfach weil man sich das wirklich nicht vorstellen kann was das auf einen zukommt Wenn man es nicht selber erlebt.
00:05:33: Was hatte ich für Ideen?
00:05:35: dass ich so alles tolles in der Elternzeit machen werde.
00:05:39: Ja, Spoiler!
00:05:40: Nichts davon habe
00:05:42: ich gemacht.
00:05:44: Das ist wirklich diese Cornflakes-Wärmung finde ich.
00:05:46: Man denkt dann immer so man läuft und lächelt mit dem Baby und dann hat man so viel Zeit und es ist so ähnlich und schön.
00:05:53: und ja das ist ja irgendwo auch da dieses ähnlich und dieses schön nur diese Erschöpfung zu beginnen.
00:05:59: Also unser Sohn hatte Im Nachhinein konnte ich das dann alles erst mal so verstehen und auch wirklich aufarbeiten.
00:06:06: Der hatte einfach eine Regulationsstörung, und dadurch dass er so ne ganz andere Körperwahrnehmung hat ist zum Beispiel auch des Stillen bei uns super schwer gefallen.
00:06:16: Ich konnte am Anfang meinen Sohn nicht richtig anlegen und es war ein großes Drama drei Tage lang – ich war kurz davor im Pri-Nahrung komplett zu geben und umzustellen weil sich niemand erklären konnte warum mein Sohn die Lippen um meinen Nippel nicht geschlossen hat.
00:06:32: Und das war halt einfach im Nachhinein, wo wir dann viele Jahre später die Diagnose bekommen haben Autismus.
00:06:39: Hat sich das mir alles erschlossen und da hatte ich immer wieder so Flashbacks und waren so oh krass ja natürlich!
00:06:47: Und irgendwann habe ich mich auch selbst zu erschlossen.
00:06:49: Hier darum war es mit dem Stillen so schwierig Weil er den Körper ganz anders wahrnimmt.
00:06:54: und wo hört er auf, wo beginnt er?
00:06:58: Wie muss er das eigentlich machen.
00:07:00: Das ist heute noch ein Thema mit dem Essen und mit dem Mund richtig schließen.
00:07:05: Und deswegen sind so Sachen... Da kommt am Anfang auch niemand drauf.
00:07:10: Also keine Heber mehr hatte die Idee vielleicht ist das Kind ja autistisch und kann deswegen nicht so gut.
00:07:16: Und es ist ja auch völlig abwegig.
00:07:18: Genau dieses drei Wochen alte Baby!
00:07:21: Ja, genau.
00:07:23: Ich erinnere mich auch an diese erste Stillzeit.
00:07:26: Wie gesagt ... Ich kann mich an diesen ersten Monaten nur daran erinnern, dass ich dauergestillt habe.
00:07:32: Habe ich wirklich?
00:07:34: Irgendwann war es so, dass sich daneben lesen konnte.
00:07:36: Das war ein Riesene Achievement.
00:07:38: Aber bis dahin war das bei meinem Kind eine extreme Unruhe war.
00:07:43: Dieses Kind hat eben auch wahnsinnig mit Regulation zu tun und wollte deswegen beruhigend ständig an den Brust.
00:07:50: Und dieser Milchfluss und diese Gott, ich musste irgendwie ran.
00:07:55: Das ist Körperkontakt.
00:07:56: Dieses Kind mochte Körperkantakt.
00:07:58: Also war eine sehr ambivalente Geschichte mit Körperkontocht.
00:08:02: Das heißt das Stillen war dann aber auch wieder ein Reiz sogar relativ viele Reize.
00:08:06: Dann war das gleichzeitig nicht so das Regulierende wie eigentlich gedacht.
00:08:09: Und dann ist das Kind da super zappelig und unruhig geworden.
00:08:13: Das hat in meinem Brust sehr gemerkt, sagen wir es mal vorsichtig so... Das heißt, wir waren in einer ständigen Schleife aus.
00:08:20: sich will mich regulieren und das was ich aber am allerliebsten zum regulieren möchte, reguliert mich gar nicht so.
00:08:25: Dann zappelt ich rum und kauhe und press die Kiefer zusammen um irgendwie mit diesem Milchfluss auch klar zu kommen.
00:08:34: Es war ein Krampf am Anfang und es war irgendwann meine Hebamme, die gesagt hat.
00:08:39: Flasche ist
00:08:40: total okay Frau Nichtzer wenn sie das möchten.
00:08:43: Also es hier kein... kein Wettbewerb, wer hält am längsten durch oder wer kann am tollsten die Zähne zusammen beißen.
00:08:51: Wenn sie das möchten unterstütze ich sie da drin.
00:08:53: aber sie müssen nicht nur dass das einmal klar ist und im Nachhinein war es für mich auch alles so logisch was da passiert ist.
00:09:00: aber in diesem Moment habe ich einfach gedacht okay also ich bin irgendwie nicht in der Lage mein Kind richtig zu stillen weil das war eben auch dass wenn ich irgendwo anders geschaut hab dann Gut, gab's entweder Flasche was auch völlig okay ist oder eben Mütter die gesagt haben ja mach ich Puli hoch und stille ich kind.
00:09:17: Wo ist das Problem?
00:09:18: Und ich dachte wieso denn bei mir nicht?
00:09:22: und da würde ich mal weitermachen an der Stelle weil du hast es schon mit dem Pickup Kurs so ein bisschen angesprochen oder so in diesem gerade schon in diesen frühen Babyzeiten guckt man auch schon so'n bisschen merkt irgendwie gestaltet sich dass doch anders.
00:09:36: kannst du dich an den Moment erinnern indem Du gedacht hast Okay, also das ist alles so oft.
00:09:43: So anders und ich bin in einem anderen Level weiß ich nicht erschöpft müde über Vorder-Zweifelnd.
00:09:53: da muss sich vielleicht mal genauer
00:09:54: hingucken.".
00:09:54: Also der erste Moment kam tatsächlich relativ früh und es war auch für mich ein total prägnanter Moment weil ich zum ersten Mal in mir eine leise Stimme hatte die mir.
00:10:07: Das war so eine Intuition.
00:10:09: Kennst du das, wenn dir manchmal deine innere Stimme etwas mit einer totalen Klarheit sagt und dir diese Klarheit aber unfassbar Angst macht?
00:10:17: Weil es eine krasse Klarheit ist wie zum Beispiel auch die Freundschaft wird zerbrechen oder nicht mehr.
00:10:27: Und so ähnlich war das, da war mein Sohn sechs Monate alt und wir waren auf der Krabbeldecke.
00:10:32: Ich hab wieder mal den ganzen Nachmittag einfach mit ihm in Interaktion auf die Krabbeldecke verbracht.
00:10:38: Da kam diese Stimme einfach ... Das kam einfach in mir, das kam so hoch!
00:10:42: Es war plötzlich da und es war präsent... Wie eine Monsunwelle.
00:10:48: eigentlich hat mich das einmal niedergespült.
00:10:53: Diese Stimme hat mir gesagt, hier ist was anders Dieses Kind ist anders.
00:10:59: Und das hat mir in diesem Moment riesengroße Angst gemacht, weil ich es noch überhaupt nicht einordnen konnte was denn anders und ich wollte mit niemandem darüber sprechen.
00:11:08: Es war mir unangenehm.
00:11:10: Ich hatte Angst vor dieser Erkenntnis.
00:11:13: Ich wollte das auch nicht laut aussprechen um es nicht wahr zu haben und ich habe dann immer versucht mich selber davon zu überzeugen dass ich übertreibe weil ich neige auch gern zu Übertreibung.
00:11:23: Und bin auch schnell so eine Hypohonderin, bei Krankheiten.
00:11:27: Jemand erzählt, oh Mensch hier ... Ich hab das und das.
00:11:31: Einen Tag später habe ich lauter Symptome und will mir das dann auch ein.
00:11:36: Das ist schon auch bei mir so'n bisschen so'nen Thema.
00:11:39: Deswegen war's auch so dass am Anfang als ich das zum Beispiel mit meinem Mann besprochen hab, ein paar Monate später hab ich mich getraut und auch mal eben gesagt, ich hab so'en komisches Gefühl und irgendwie wildes nicht weggehen.
00:11:50: Da hat mich dann auch lange Zeit echt niemand ernst genommen, weil es einfach noch so früh war.
00:11:56: Und ja das war tatsächlich mit diesen sechs Monaten und da wollte ich's auch einfach nicht wahrhaben.
00:12:01: Wie hast du das für dich weiter sortiert?
00:12:05: Ich habe nächtelang gegoogelt.
00:12:07: Also ich konnte oft nicht einschlafen nachts, weil ich mir Sorgen gemacht hab.
00:12:12: Und ich hatte zu Beginn diese App... ...ich weiß nicht ob du die kennst, oh je!
00:12:16: Ich wachse.
00:12:17: Kennste bestimmt.
00:12:18: Na klar
00:12:20: Und ich habe mir ganz freudig zu Beginn runtergeladen und dann war das am Anfang auch immer so, yeah cool!
00:12:25: Okay jetzt ist das.
00:12:27: Jetzt lernt mein Kind kognitiv das.
00:12:28: wie kann ich meinen Kind unterstützen?
00:12:30: Ich hab in dieser Phase irgendwann diese App gelöscht weil ich so frustriert war, weil wir immer weiter zurückgefallen sind, weil immer weniger nach diesem Zeitplan funktioniert hat und dass mich nur noch mehr Verunsichheit hat.
00:12:45: Dann habe ich diese App gelöscht und gleichzeitig einfach so große Angst gehabt, dass mein Sohn eine schlimme Krankheit hat.
00:12:52: Wenn du dann nachts da legst und Mr oder Mrs.
00:12:55: Google befragst, dann kommt da ja auch eine schlimre Krankheit nach der anderen... Und ich hatte wirklich, also ich hatte zum Teil so schreckliche Krankheiten mir da durchgelesen.
00:13:06: Dass sich Schweißausbrüche im Bett hatte und man dachte fuck ey wird mein Kind vier Jahre alt ne?
00:13:11: Also weil du da einfach verschiedenste Symptome googlst, weil du dich noch nicht traust mit dem Kinderarzt zu sprechen... ...und irgendwann habe ich mich dann getraut mit dem kinderarzts zu sprechen.. ..und auch da ist es ja halt einfach, ich finde gerade so eine Autismusdiakose zurückkommen.
00:13:25: die kann ja echt und das weißt du wahrscheinlich auch ein steiniger langer Weg werden.
00:13:31: Also bis wir die dann bekommen haben, da war er vier und halb ... also es sind vier Jahre vergangenen, in der ich nicht wusste was genau ist denn los mit unserem Sohn?
00:13:39: Und deshalb war am Ende auch die Diagnose Autismus für mich irgendwo so'n... Ich musste schon fast lachen weil ich mir dachte okay!
00:13:46: Es ist einfach eine Neurodewagenz.
00:13:48: hey!
00:13:48: Das ist keine schlimme tödliche Krankheit.
00:13:51: Weißt du noch was Du dem Kinderarzt der Kinderärzigen gesagt hast als Du Dich überwunden hast Was da anzusprechen?
00:13:59: Ja,
00:13:59: ich hab zum Kinderarzt ... es war so ein alterweißer Mann.
00:14:03: Und ich saß dann da und hab zu ihm gesagt, ich habe das Gefühl, dass meinem Sohn irgendwas anders ist.
00:14:10: Ich hab immer dieses Wort Anders einfach benutzt, weil ich das so passend fand.
00:14:15: Mhm.
00:14:17: Dann hat er eben gemeint ja wie meinen Sie das?
00:14:19: Und ich hab dann so ein paar Beispiele gesagt.
00:14:21: also er hat auch bis er drei war nicht gesprochen.
00:14:23: Also keine verständliche Sprache.
00:14:25: Es war eine Fantasiesprache die haben Wir Eltern verstanden, aber sonst niemand.
00:14:30: Und da habe ich das angesprochen und ich habe gemeint, dass alle Kinder sprechen und er hat eine Fantasiesprache.
00:14:37: Ja, es gibt ja auch Late Speaker!
00:14:39: Jesus dann direkt.
00:14:40: Also, machen Sie sich keinen Kopf.
00:14:42: Der hat mich direkt in diese Ecke übertriebene Helikopter-Mama gesteckt.
00:14:46: Das ist ihr erstes Kind, die sind Elternzeit.
00:14:49: Die hatte ja sonst nichts zu tun als sich Sorgen zu machen.
00:14:52: und da hab ich auch gemeint, ja aber auch motorisch... Und hier und da war eben zweieinhalb und da hat der Kinderarzt mich gefragt, kann er laufrad fahren?
00:15:01: Nicht so, jahrelaufradfahren liebt er!
00:15:03: Ja, dann ist doch motorisch alles super!
00:15:05: Jetzt machen wir das so zu der nächsten U-Untersuchung, wenn er dann drei ist und immer noch nicht spricht.
00:15:12: Dann gucken wir!
00:15:13: Der hat mir das so ein bisschen versprochen, weil ich eben so gedrängt habe.
00:15:16: Ich wollte eigentlich in den SPZ überwiesen werden mit ihm im Sozialpädiatrischen Zentrum, wo Kinder mit Entwicklungsauffälligkeiten hinkommen.
00:15:27: Und er wollte mir das einfach so nicht so schnell geben.
00:15:31: Als er dann dreiv war und immer auch noch nicht gesprochen hat... hatte er dann sozusagen auch keine Handhabe mehr und musste mich da hin überweisen.
00:15:41: Und hat mich auch so sehr zögerlich nach dem Motto, jetzt gehen Sie dahin damit sie mal beruhigt sind!
00:15:46: Ich glaube
00:15:47: dass viele die hier zuhaaren solche Wege kennen das man zwei drei Schleifen da drehen muss, dass man selten leider in Schritt eins wahrgenommen wird.
00:15:59: Das ist was, wo ich merke dass im Laufe der Zeit die hier so Interviews führe.
00:16:03: Die ich mich mit dem Thema beschäftige wirklich auch echt so eine innerliche Wut kommt weil ich einfach denke also als Eltern gerade in diesen jungen Jahren ist man ja wirklich so nah dran und diese Elternexpertise die sich dort fürs eigene Kind aufbaut über wirklich teilweise Jahre bei manchen Familien nicht ernst zu nehmen oder immer wieder das abzustempeln, als naja da sitzt halt die Helikopter-Mama.
00:16:35: Oder da sitzt der Papa, der einen Leistungsgedanken hat und das Kind fällt aber irgendwie nicht so schön rein wie er das möchte und dann will er da irgendwas haben.
00:16:46: Das ist so unfair!
00:16:49: Und es ist wirklich was ich denke... dass es könnte für viele Familien so viel leichter sein.
00:16:56: Ja, ich finde das richtig da wütend zu werden weil ganz genau das ist ja auch echt nicht okay.
00:17:04: also diese Intuition mir wurde die intuition einfach jahrelang abgesprochen und als dann auch dieser autismusdiagnose da war musste ich das oder Was heißt, musste?
00:17:14: Durfte ich das oder hatte ich das Privileg auch, das therapeutisch aufzuarbeiten.
00:17:19: Weil ich war scheißwütend!
00:17:21: Ich war wütend auf diese ganzen Ärzte die mir ins Gesicht gesagt haben also auch im SPZ wurde uns nach zehn Monaten Wartezeit gesagt ihr Sohn ist kein Autist.
00:17:30: schlagen sie sich das aus dem Kopf.
00:17:35: Schlagen
00:17:35: Sie sich das bitte einmal aus dem Kopf.
00:17:39: Das hat sie so zu mir gesagt und ich weiß es noch wie gestern, weil das war ein Moment in dem ich mich wahnsinnig geschämt habe.
00:17:46: Ich dachte mir so... Scheiße, Issa.
00:17:49: Du bist seit Jahren auf diesem Trip und sagst in deinem ganzen Umfeld, dein Sohn ist Autist.
00:17:55: hast jetzt beim Kinderarzt diesen SPZ-Überweisung die er kämpft irgendwo?
00:18:00: Und dann war ich in dieser Vordiagnostik das ist ja erstmal da kommt er einfach wurde er getestet von einem ganz normalen von der Kinderärztin und von einer Psychologin und hat mit ihm gespielt.
00:18:09: und dann hatte sie so einen kurzen Fragebogen Ich glaube es waren siebzehn Fragen Und dann hat sie geguckt, kommt er in die Nähe?
00:18:17: Dass man ihn zur Diagnostik zulassen würde.
00:18:19: Ja oder nein.
00:18:20: und Sie hat daraufhin gesagt also Sie hat jetzt mehrere Sachen mit ihm gemacht und auch Mit mir und er kommt nicht mal ansatzweise in die nähe dass er zur Diagnostik zugelassen wird.
00:18:32: und Dann saß ich eben so da und das war wirklich für mich so ein schlimmer moment.
00:18:35: Ich bin danach nach Hause gegangen.
00:18:36: Ich habe geheult.
00:18:37: Ich hab mich bei meinem Mann entschuldigt.
00:18:40: Es tut mir so leid ich habe mich in was verrannt.
00:18:44: Ich höre damit jetzt auf, ne?
00:18:46: Und hab auch diese Intuition in mir.
00:18:48: Ich war so wütend gegen mich selbst und hab die dann weggepackt und mir gedacht ... Mann ey ich bin komplett gestört!
00:18:54: Ich bild' mir hier Sachen ein.
00:18:55: Ich mach mein Kind zu einem Sonderling, obwohl es einfach nur vielleicht ein bisschen später in der Entwicklung dran ist.
00:19:03: Als dann Jahre später im heilpädagogischen Kindergarten also dort hin kamen weil eben doch Auffälligkeiten weiterhin bestanden.
00:19:11: Nach nem halben Jahr Alle, die dort gearbeitet haben und das sind ja fest angestellt.
00:19:16: Eine Psychologin, eine Ergotherapeute in den Logopäden und Sozialpädagoginnen alle einstimmig gesagt haben verdacht auf ASS Autismus Spektrum Störung ging dann plötzlich diese Überweisung für die Diagnostik.
00:19:31: aber zack so schnell weil die Psychologen dort eben auch dementsprechend einen Gutachten wahrscheinlich einfach irgendwo hingeschickt hatten.
00:19:38: wir haben überall unsere Einwilligung gegeben hat sie das glaube ich einfach so für uns gemacht Und dann war die Diagnose da, und dann war ich echt auch erst mal ... Da war so viel da.
00:19:49: Da war diese Wut da nicht ernst genommen zu werden.
00:19:53: Diese Erleichterung, dass er keine tödliche, schlimme Krankheit hat.
00:19:57: Dann aber auch irgendwie dieses Okay krass!
00:19:59: Jetzt haben wir einen Namen.
00:20:01: Jetzt hab ich irgendwo eine Richtung.
00:20:02: Jetzt weiß ich endlich, wo's hingehen
00:20:05: kann.".
00:20:06: Ja, und deine Elternintuition?
00:20:09: Die hat gestimmt.
00:20:11: Für mich war das ... ganz lange echten thema dass ich mir als mutter aufgrund dieser sache nicht bis zum ende vertraut habe.
00:20:21: irgendwie weil stets und ständig das was sich beobachtet hatte mal gar nicht so aus böser absicht mal so nebenbei irgendwie abgeredet wurde mal sehr ganz offiziell gesagt oder also Hä, wir sehen hier gar nichts.
00:20:35: Und dann dachte ich okay was ist denn mit meiner Wahrnehmung nicht richtig?
00:20:39: Gerade ich die ja in Schule so stärkenorientiert vorangeht sitze hier und bin so in diesen in Anführungsstrichen Defiziten und Auffälligkeiten gefangen und mir wird ja stets und ständig gespiegelt dass das nicht stimmt was ich mir hier so denke dass es nicht richtig ist dass das keine Berechtigung hat und einfach nicht sichtbar ist.
00:21:00: so für andere Dachte ich, okay.
00:21:02: Irgendwas mit mir ist ja wirklich gänzlich daneben und ich denke mir dass gerade diese Eltern die ja eigentlich ganz besonders stabil sein müssen, die ganz besonders ihrer Intuition folgen müssten eben weil sich vieles so anders gestaltet, weil sie den Mut haben müssen da kommen wir jetzt auch gleich nochmal dazu in ihrem Familienleben vieles anders zu machen als es in anderen Familien der Fall ist.
00:21:24: Gerade die bräuchten den krassesten Rückenwind irgendwie, ne?
00:21:28: Und gerade denen wird zusätzlich zu dem ganzen Zweifel und der ganzen Unsicherheit, die man hat eben noch mehr Unsicherkeit reingepackt oder noch mehr abgesprochen, dass das was sie da machen erst mal der richtige Weg ist.
00:21:41: Und ich hab genau aus dem Grund ... Den du da grade sehr ähm... ausführlich geschildert hast ganz lange nichts gesagt weil ich dachte nee!
00:21:50: Ich hatte dieses ganz frühe Gefühl auch Und da ich schulisch und auch im weiteren Familienfeld Berührungspunkte mit bestimmten neurodivagenten Formen hatte, war ich so alles klar.
00:22:01: Vielleicht ja sogar das!
00:22:03: Ich hatte das sogar wirklich ein bisschen im Hinterkopf und hatte auch dieses Nee, nee, ich glaube irgendwie doch diese Richtung Würz.
00:22:09: Aber das war sofort das nächste was bei mir dann hochkam.
00:22:12: aber das glaubt mir doch kein Mensch.
00:22:15: Darum hab' ich's ganz lang... So für mich behalten.
00:22:18: Wir haben eine ganz tolle Kinderärztin, das war letztendlich eher die Kinderärzine, die gesagt hat.
00:22:23: Frau Nichtser ist sehr gut wenn wir jetzt mal Hilfe einschalten.
00:22:28: Es war so ein Kombi weil ich auch da saß.
00:22:30: Das war während der Pandemie und da saßen wir... Ich kann nicht mehr?
00:22:34: Irgendwie es ist ja eigentlich gar nichts.
00:22:36: aber irgendwie bin ich nicht in der Lage das alles aufzufangen zu begleiten.
00:22:40: Für mich ist es irgendwie scheinbar so viel anstrengender als für andere.
00:22:43: und dann meinte sie Jetzt ist der Moment!
00:22:47: Gucken wir mal nach,
00:22:48: was
00:22:48: hier Sache ist.
00:22:49: Genau!
00:22:50: Ich
00:22:50: saß auch in der Pandemie da und ich war schwanger im achten Monat und hab eben zu dieser Psychologin gesagt, ich kann nicht mehr.
00:22:58: Ja... Ich brauch jetzt Unterstützung.
00:23:01: Und dann wurde mir das eben abgeriesen.
00:23:03: also das war schon auch tatsächlich so ein Trauma dass ich mit mir rumgeschleppt habe dieses Intuition abgesprochen bekommen oder die eigene Wahrnehmung.
00:23:12: Ich glaube, ich fand es auch in deinem Buch sehr einprägsam beschrieben.
00:23:16: Und das war mir auch in meinem Buch so wichtig.
00:23:18: da erst mal... Also ich habe dann auch wirklich noch einmal versucht die Psychologie hinter diesem warum glauben wir nicht mehr an unsere eigene Intuition?
00:23:26: Das nochmal ein bisschen zu erklären.
00:23:27: Es hat mir total geholfen und ich hatte da ziemlich viele Aha-Momente als ich damals ein bisschen in die Richtung recherchiert hab zu gucken Das wird uns ja von klein auf schon abgesprochen, wenn wir bestimmte Sachen bemerken bei den Eltern.
00:23:41: Also Mama, warum bist du gerade so sauer auf dem Papa?
00:23:44: Ich bin überhaupt nicht sauer mit dem Papa!
00:23:46: Ach da hast du dir was eingebildet ist doch alles gut.
00:23:49: und diese vielen kleinen Dinge wo man als Kind schon merkt intuitiv irgendwas ist hier nicht in Ordnung und man traut sich das anzusprechen und bekommt dann schon die Rückmeldung nie also... Da ist deine Wahrnehmung grade nicht gut.
00:24:02: und gerade Frauen lernen auch einfach sich außerhalb zu orientieren und gar nicht so sehr auf das eigene Gefühl zu achten, das fand ich super spannend.
00:24:11: Und war für mich auch ultra wichtig im Buch nochmal aufzubereiten weil ich es genauso sehe wie du.
00:24:18: in meiner Community schreiben mir so viele Mamas dass sie genau damit zu kämpfen haben, dass sie überhaupt nicht erst ernst genommen werden von den Ärzten.
00:24:27: Das was du gerade beschrieben hast, das kickt dann wie immer im neurodivergenten Kontext noch mal mehr nochmal andere, teilweise nicht vorhandene Reizfilter.
00:24:36: Du bist noch mal viel reizoffener, viel offener für diese ganzen Stimmungen im Raum und das heißt du kriegst ein ganz starkes Gefühl dazu und eine ganz starke Einschätzung und diese starke einschätzung wird dir aber maximal abgesprochen.
00:24:51: Das heißt es Level in dem dieses Nee, das siehst du überhaupt nicht richtig ist nochmal intensiver Für Kinder und das beobachte ich auch viel so in der neurodivagenten Community, aber auch schulisch.
00:25:06: Ich kenne es aus eigener Biografie dass wenn du dann immer denkst ja das stimmt okay habe ich falsch hab nicht wahrgenommen Ja dann ist er wohl irgendwie mit mir was nicht richtig Dann kommt das geht das ins eigene Selbstbild Du bauchst eigene Schuld auf Und das ist ja ein Riesen-Thema grad, bei denen jetzt auch spätdiagnostizierten Frauen.
00:25:28: Da es auf jeden Fall ganz besonders stark... Dass das was man sich all die Jahre abgesprochen nicht geglaubt hat, aufgeladen hat je nachdem dass das jetzt irgendwo hin muss und die Wut, die du auch nach der Diagnose bei deinem Kind gespürt hast, die gibt's dann oft im eigenen Kontext wenn man selbst diese Antwort bekommt und denkt so boah da is aber ziemlich lange, ziemlich viel extrem unfair für mich gelaufen.
00:25:54: Ja absolut!
00:25:59: Jetzt gehen wir mal ins know-divagente Familienleben.
00:26:02: Wir haben jetzt öfter über dieses anders gesprochen was sind denn?
00:26:06: und auch über Anstrengungen und diese Sorge hat du kommst an den Punkt wo du nicht mehr kannst zur Leichtigkeit kommen, um wie es ja in deinem Buch auch sehr viel geht.
00:26:16: Können wir einmal so abholen und aufmachen was denn eigentlich die Anforderungen in einem neurodivagenten Familienleben sind?
00:26:24: Was macht dieses Leben so anders?
00:26:26: Das ist eine komplexe Frage und da könnte ich den ganzen Podcast dazu füllen und vieles vergesse ich dann auch weil das für mich schon normal ist.
00:26:37: aber ich glaube das erste Anders ist, was ich auch im Umfeld oft bemerke.
00:26:42: Ist ja dass unsere Kinder eigentlich uns Eltern als.
00:26:50: Ich habe oft das Gefühl mein sohn hat lange zeit gar nicht gemerkt wo hört er auf und wo beginne ich?
00:26:56: Sondern ich war ein erweiterter teil von ihm.
00:26:59: also man isst einfach So extrem in einer symbiose In dieser regulation co-regulation also gerade Korregulation als Mama, Hauptbezugsperson des Kindes.
00:27:11: Das ist sehr intensiv vor allem weil neurodivergente Kinder besonders jetzt auch mit Autismus-Spektrum im Hintergrund gerne diese eine Bezugsperson haben und die ist maximal wichtig.
00:27:26: das heißt unser Sohn hat lange Jahre nicht akzeptiert dass ihm irgendjemand anders das Essen zubereitet als ich dass ihm jemand anderes den richtigen Löffel reicht als ich.
00:27:38: Dass jemand anderes die Windel wechselt, also das war ich und ich glaube im Nachhinein, ich war für ihn einfach auch ein Teil von ihm.
00:27:46: Das heißt wir sind super, super eng!
00:27:48: Er hat keine Freundschaften.
00:27:50: Er hat in der Schule Freundschaft.
00:27:52: aber er hat nicht den Drang oder nicht den Wunsch sich nach der Schule mit anderen Kindern zu verabreden oder Hobbys nachzugehen.
00:27:58: Das heisst nach der Schule sind wir als Familie Zuhause Und da gibt es keine Pause für mich als Mama.
00:28:06: Ich arbeite vormittags, wenn die Kinder betreut sind und auch das ist eher die Ausnahme als die Regel, dass ich mal eine ganze Woche die Kinder beide betreute habe.
00:28:15: In der Regel ist mindestens an einem Tag in dieser Woche ein Kind zu Hause weil's gerade so viel ist!
00:28:21: Soviel Lautstärke, zu viele Anforderungen... Das ist einfach mein Gefühl.
00:28:29: Es tut den Kindern dann auch gut, wenn sie mal ein Tag daheim sind.
00:28:32: Weil wenn es denen gut geht, dann wollen die in dem Kindergarten und dann wollen wir die Schule.
00:28:36: also das ist irgendwo alles anders so.
00:28:39: man ist extrem eng im familiären Beziehungsfeld miteinander.
00:28:44: Ich habe selbst viel, viel weniger soziale Kontakte.
00:28:47: Weil ich die Zeit gar nicht hab'.
00:28:50: Mein Sohn schläft nur mit Körperkontakt.
00:28:52: Das heißt, die ganze Nacht schlägt ein Elternteil inzwischen bei ihm.
00:28:55: Wir können aber auch nicht im riesengroßen Familienwett zusammenschlafen weil er macht jeden Tag um fünf Uhr zwanzig auf.
00:29:01: Dann ist einfach das Schlafhormon Melatonin abgebaut.
00:29:04: Das wird bei ihm schneller abgebaut als bei neurotypischen Menschen sag' ich mal.
00:29:09: oder es gibt einfach bestimmte Autismusformen da wird es schneller abgebaut oder Menschen.
00:29:16: Da wird es schneller abgebaut ist bei ihm der Fall, das heißt Schlaf ist ganz anders, soziale Kontakte sind ganz anders.
00:29:22: Thema Essen wir essen eigentlich nie alle zusammen am Tisch sondern jeder ist ein eigenes Essen zu seiner eigenen Uhrzeit und dieses gemeinsame Essen am Tisch ist völlig... Das war auch so einen Wunschgedanke den ich hatte und wo ich oft damit gestruggelt habe.
00:29:37: so können wir bitte an einem Tag der Woche irgendwie zusammen ein Essen essen?
00:29:43: Ja, irgendwie nicht.
00:29:45: Und irgendwie muss ich das dann auch akzeptieren um mich nicht völlig zugrunde zu richten so.
00:29:52: Also das sind vielleicht die Sachen, die mir jetzt im ersten Moment einfallen.
00:29:55: also du bist irgendwie als Mama dauer gefordert oder auch in erständigen Grundanspannungen weil du nie weißt ruft jetzt die Schule an und musst dein Kind abholen weil es psychosomatische Bauchschmerzen hat oder schreit jetzt gleich ein Kind, weil es unbedingt jetzt in diesem Moment sofort was zu essen braucht und das kann nicht mehr warten.
00:30:19: Und wie... Also vor allem wenn man dann auch woanders ist, dann ist es für viele Menschen einfach irritierend mit welcher Dringlichkeit Emotionen hochkommen und wie intensiv die dann sind.
00:30:31: Viele gucken dann aus der Kopfschüssel und sagen also, was ist denn das für eine Mama?
00:30:36: Die lässt ja alles hier durchgehen!
00:30:38: Und sich dann auch noch rechtfertigen zu müssen, wo man eigentlich selbst ja einen echt langen Weg schon zurückgelegt hat.
00:30:46: Um selbst damit klarzukommen weil man vielleicht am Anfang dieselben Gedanken hatte und irgendwo das für sich aufzuarbeiten und sagen okay nee, das Kind braucht es gerade und das ist ok!
00:30:56: Und dann aber von außen ständig sich rechtfertigend zu müssen.
00:30:59: Das finde ich auch wahnsinnig anstrengend.
00:31:01: Das
00:31:01: hast du glaube ich ganz ganz... Toll und auch sehr, also so zusammengefasst dass alle Eltern die das kennen oder in sich in solchen Situationen befinden glaube ich sehr sehr gut einordnen können und nachvollziehen können.
00:31:15: Und gerade diese dieses enge und so wenig Raum für sich selbst zu haben als Elternteil.
00:31:22: Ich glaube das ist so'n Grundgefühl Dass ganz viele gut kennen und das auch bei mir der Moment war wo ich gesagt habe kann nicht mehr.
00:31:32: Ich weiß noch ganz genau, das war in der Pandemie und ich habe als dann zumindest irgendwie draußen mal sich verabreden und eine Runde spazieren gehen mit einer anderen Familie so ungefähr wieder erlaubt war.
00:31:43: Da haben wir so mit der gesprochen und sie haben jetzt einen ganz guten Rhythmus und die Tochter, die geht halt eine runde spielen, da können Sie mal diesen ganzen Haushaltskram machen, der Anwältmaschinen ausräumen und so.
00:31:53: und ich dachte... Ich habe diese.
00:31:59: ich habe immer, ich bin immer zu zweit.
00:32:01: Minimum als ich hatte zu dem Zeitpunkt ja auch schon mehr als ein Kind.
00:32:03: Ich bin mindestens immer zu zweit weil ein Kind ist immer ganz, ganz nah an mir.
00:32:09: und was mich als Mutter... kann man sich glaube ich gar nicht vorstellen, wie tief ein das als Mutter zweifeln lässt oder wie doof dieses Gefühl ist.
00:32:23: Ich muss auch mal eine Spielmaschine ausräumen, hilft ja nix.
00:32:26: also ab und zu brauchen wir schon auch sauberes Geschirr Und dann spielt das Kind halt mal zehn Minuten oder erst mal zehn minuten hier und da und dort und ich räume dann halt einfach in der Zeit die Spielmaschinen aus.
00:32:38: muss man halt ein bisschen flexibel machen je nachdem wann es ist.
00:32:40: Wie gesagt diese Zeit gibt es bei mir nicht.
00:32:43: Es gibt nicht diese zehn Minuten, wenn ich etwas machen möchte muss wie auch immer wahrscheinlich er muss das möchte habe ich sogar ganz weggepackt erst mal.
00:32:53: Wenn ich etwas mache muss dann muss ich meinem Kind sehr deutlich nein sagen.
00:32:59: dann muss sich sehr deutlich sagen Ich muss das jetzt machen!
00:33:03: Es gibt keinen anderen Weg und entweder habe ich dann irgendwie mit Kind an mir dran, klebend versucht zu machen oder musste sonst was für Geschütze auffahren.
00:33:14: Ein ganz deutliches Nein in den Raum stellen, wo ich genau wusste.
00:33:17: Dann habe ich jetzt diese fünf Minuten um das zu machen.
00:33:19: es wird dann nachher aber dafür sorgen dass da noch mehr Nehe ist weil das ja wieder aufgeholt werden muss.
00:33:24: oder meine Unsicherheit entstanden ist oder Ich musste Medien einsetzen weil ich wusste anders geht Es nicht.
00:33:31: und dann kriegst du noch ein schlechtes Gewissen eingeredet Weil dein Kind da irgendwie eine Folge Paw Patrol geguckt hat damit du wenigstens mal das saubere Geschirr wieder an den Schrank stellen kannst.
00:33:40: Und da dachte ich, okay, das war so richtig... Ich weiß noch genau dieses Spülmaschinen-Thema, dass sich diese fünf Minuten die man dafür braucht, dass es die nicht gibt auch flexibel nicht gibt und auch nicht abends gibt.
00:33:51: Sie gibt es einfach nicht!
00:33:53: Die sind nicht da.
00:33:55: Das mit ständigem Nein sagen oder auf Dinge zurückzugreifen, die von außen nicht akzeptiert werden verbunden ist.
00:34:02: Das war für mich ein Riesenthema und jetzt haben wir bei dir auch so einiges gehört, wo man wirklich denken könnte, das klingt aber schon nach einer großen Anforderung.
00:34:12: Und jetzt verrate uns bitte das Geheimnis wie bringt man denn da jetzt Leichtigkeit rein?
00:34:18: Denn es ist ja ein bisschen der Tenor deines Buches.
00:34:23: Wie geht
00:34:23: das?
00:34:24: Es ist eigentlich ganz einfach.
00:34:28: Du musst nur diese eine Sache machen!
00:34:30: Und dann läuft das.
00:34:32: Wie schön wäre das, oder?
00:34:34: Also wie cool wäre das?
00:34:36: Ja so leicht ist es leider nicht nur... Ich hatte irgendwann diesen Moment und ich würde auch sagen, ich habe das große Glück dass ich nach meinem Abitur zwei Jahre in Lateinamerika gelebt hab und da in eine Kultur reingekommen bin die Leichtigkeit total lebt die ein völlig anderes Verständnis von Leben, von Gesellschaft, von Prioritäten hat.
00:35:04: Und ich bin da eben so eingetaucht in diese andere Kultur und ich habe das mir echt im Herzen kultiviert und mitgenommen als ich wieder zurück nach Deutschland bin, wobei ich eigentlich vorher hatte auszuwandern.
00:35:15: Dann gab es irgendwann diesen Moment, als ich in dieser Mutterrolle war und gemerkt hab... Shit, ich komme nicht mehr in meine gute Schwingung.
00:35:27: In mein positives Grundgefühl, dass ich eigentlich seit dieser Zeit in Nordhainamerika wirklich für mich entdeckt habe und gemerkt hab so hey ist es so cool!
00:35:35: Das Leben kann irgendwie auch schön sein wenn man sich's schön macht.
00:35:38: das war für mich damals so ein aha Moment diese Möglichkeit haben wir dieses völlig andere Leben einzutauchen um mir das mitzunehmen.
00:35:47: Und dann hatte ich einfach so für mich Es ist ein ganz starken Drang zu sagen, ich akzeptiere das einfach nicht.
00:35:54: Dass es für uns so schwer sein soll dass bei jedem Arzt oder jeder Begegnung wenn ich da erwähne ja unser Sohn ist Autist dann kommt gleich dieses oh oh je oh nee und dieses Mitleidige dieses oh ihr habt die ihr habt einfach.
00:36:09: also es tut mir so leid dass ihr die Arschkarte im Leben gezogen habt und irgendwann dachte ich mir so ne also eigentlich ist das schlimmste die Reaktion von außen.
00:36:19: Und wenn ich in so einer Bubble mit meinen Kindern bin und wir zu Hause uns den Alltag so machen, wie es irgendwie für uns natürlich auch ist, dann ist das gar nicht
00:36:31: so schlimm
00:36:32: und so schwer!
00:36:34: Ich habe dann wirklich für mich angefangen, nicht auf die Suche zu begeben und zu sagen okay, wie kriege ich das wieder hin?
00:36:43: Also wirklich auch zu sagen Krieg ich das hin?
00:36:46: Ist es machbar?
00:36:47: Also, schaffe ich's irgendwie mal für mich alleine Zeit zu haben.
00:36:52: Sondern ich hab geguckt wie schaff' ichs und das fand ich schonmal so einen krassen Gamechanger weil da ist plötzlich eine Tür wo davor vielleicht ne Mauer war.
00:37:02: Und plötzlich war ich als ich mein Sohn abgestellt hatte Da war der Noch nicht mal ein Jahr alt, da war er elf Monate alt War ich plötzlich in einem Urlaub auf Griechenland mit meiner besten Freundin für vier Tage und konnte meine Akkus aufladen.
00:37:18: Und ich hätte das davor nie für möglich gehalten, aber ich habe es einfach gemacht!
00:37:23: Ich hab mich vorbereitet und geguckt wie kann es gehen?
00:37:27: Ich war mutig und hab mit meinem Mann gesprochen und mit meiner Mama und der Schwiegermama und wir haben einen Plan zusammengemacht.
00:37:35: Es war ein Weg mit ganz vielen kleinen Ideen und ganz vielen kleinen Schritten.
00:37:41: Und ich sag halt so, also ich hab immer diese Metapher dieses Eltern sein mit besonderem Kind.
00:37:48: das ist als würdest du in einem krassen Sturm mit nem Helikopter überm Ozean einfach abgeworfen werden.
00:37:55: der schmeißt dich einfach in die Monsterwellen rein.
00:37:58: und dann gibt's auch wenn du Glück hast was ein Surfbrett hinterher und sagt ja guck mal wieder klar kommst Du.
00:38:05: und wie wenn du surfen lernst Dann fängst du ja auch erstmal an mit Trockenübungen und musst lernen, wie muss ich mich auf dem Surfbrett bewegen.
00:38:13: Was ist gut für uns?
00:38:15: Was nicht gut für unsere Technik irgendwo?
00:38:18: Und dann auch dieses Surfbret immer wieder zu schleifen, pflegen, dass das nicht einfach zu bruch geht.
00:38:24: Das konnte ich mir ganz gut als Metapher für mich nehmen um zu sagen okay mein Surfbett ist meine Gesundheit körperlich wie psychisch.
00:38:33: Und da zu gucken, also dann auch wirklich eine Therapie anzufangen war für mich wahnsinnig wertvoll.
00:38:39: Das hast du ja in deinem Buch auch gesagt und ich hatte glaube ich auch mal bei euch zumindest gedacht rauszulesen dass ihr da auch als Paar sehr viel an euch und mit euch gearbeitet habt.
00:38:50: Das war bei uns auch ein Riesenfaktor, weil es war auch bei uns so unterschiedlich.
00:38:55: Ich hab mich krass eingelesen!
00:38:57: Ich habe mich nur noch hyperfokusmäßig damit beschäftigt... Was ist das?
00:39:02: Was die Besonderheit?
00:39:03: Wo sind die Unterschiede?
00:39:04: Und soweit und sofort.
00:39:05: Und ich war dann plötzlich Sohne-Expertin für Neurodivergenz und hab unseren Sohn auf eine ganz bestimmte Art und Weise eigentlich schon immer lesen können.
00:39:15: Und hab' es dann meinem Mann so angekreitet dass er das nicht in derselben Intensität macht wie ich Und wir hatten dann plötzlich nur noch Streit.
00:39:23: Wir haben uns überhaupt nicht mehr verstanden und es war nur noch anstrengend zwischen uns, ich war nur wütend auf ihn und er dachte sich was ist mit meiner Frau los?
00:39:31: Die ist irgendwie nur noch Akro!
00:39:33: Dann haben wir eine Erziehungsberatung angefangen, dann haben wir ne Paartherapie gemacht Also all diese großen, schweren Dinge.
00:39:41: Wir haben unsere Kindheit angeschaut.
00:39:43: Mein Mann hat eine Traumotherapie angefangen weil bei ihm auch einige Sachen hochgekommen sind wo er gemerkt hat oh shit das Verhalten meines Sohnes trickert was dass mir in der Kindheit passiert ist.
00:39:56: aber da musste erst mal drauf kommen und das sind jetzt leider nicht so Sachen wo ich sage hey macht ihr jeden Sonntag ein Schaumbad und zünd die ne Duftkerze an Und dann bist du in deiner Balance und es sind schon leider teilweise auch krasse Schritte.
00:40:13: Und gleichzeitig, finde ich, liegt in diesem Mut wenn man sich dann mal überwindet und sagt okay na also bei mir hat das auch einen bestimmten drei Vierteljahr gedauert bis ich vom ersten Moment wo ich dachte ich brauche professionelle Unterstützung bis ich dann wirklich bei meiner Hausärztin saß Ich hätte gerne eine Psychotherapie, wie mache ich das denn?
00:40:37: Das war bei mir damals einfach der Weg dass ich die Hausärztin gefragt habe weil ich damit noch überhaupt keine Berührungspunkte hatte.
00:40:45: Da muss dann dreiviertel Jahr vergehen bis ich mich das wirklich auch getraut hab und es ist okay.
00:40:50: also das finde ich auch ganz wichtig.
00:40:52: so es ist ok macht in eurem Tempo und Es gibt natürlich auch im Buch kleine Schritte.
00:40:58: Also ich habe auch so kleine Ideen wie ne SOS Notfalltasche fürs Kind immer mitzunehmen und zu gucken, was gibt's für Dinge die dem Kind einfach gut tun?
00:41:09: Oder auch für sich selbst so kleine Rückzugsmomente im Alltag zu gestalten.
00:41:14: Also es gibt viele kleine Möglichkeiten und es gibt aber auch diese großen Hämmer und ich finde je mutiger man ist das zum mehr kann man auch gewinnen.
00:41:26: Das spannende is ja.
00:41:28: Und dann wirklich, deswegen finde ich den Weg, den du da gerade gesagt hast.
00:41:32: Nicht dieses was geht jetzt hier alles nicht und oh Gott!
00:41:34: Was ist hier alles schwer und schwierig?
00:41:36: Sondern so ein bisschen im Blick also einfach nur diese Frage zu drehen wie geht es?
00:41:43: Da finde ich das schon sehr unterschiedlich aussehen kann unsere Ausgangsbedingungen.
00:41:48: wir haben auch alleinerziehende Elternteile die eben nicht diese so wichtige Partnerschaft haben und ich finde das muss man mal ganz klar benennen Es macht einen riesigen Unterschied das Ganze in einer Partnerschaft zu bewältigen und es macht dann noch mal einen viel größeren Unterschied, wenn man ein Partner oder eine Partnerin hat.
00:42:05: Sag mal ehrlich, in der Regel ist es so wie du's auch gerade beschrieben hast die Frauen gehen da deep dive rein arbeiten sich das an und sind zurecht in einem gewissen Maße auch frustriert und wütend dass das vielleicht beim Partner etwas litagischer
00:42:17: läuft.
00:42:18: Das ist eine ganz häufige Dynamik.
00:42:20: Gut ist, wenn sie dann doch auch irgendwann so in dieses Machen kommen und in dieses Einlesen usw.
00:42:25: Und wenn man das dann eben hat, dann ist es ein Riesen-Riesenunterschied zu einer...
00:42:31: Das ist der Checkpot?
00:42:32: Absolut!
00:42:33: Und das ist auch bei uns der Fall.
00:42:35: und dann sind wir finanziell also ... Wir haben das Geld jetzt nicht locker sitzen, haben vier Kinder momentan in der jetzigen Situation dass da jetzt nicht super viel Geld übrig bleibt, ist glaube ich klar.
00:42:47: Aber wir haben genug Geld, um zum Beispiel Liefer-Service nutzen zu können.
00:42:51: Also ich muss nicht einkaufen gehen mal wenn irgendwie ganz dringend was fehlt.
00:42:55: aber wir haben halt ne es gibt ja diverse Lieferdienste die einfach den Wocheneinkauf für einen erledigen und das kann ich zum Glück.
00:43:01: also das können uns leisten ist unser Luxus.
00:43:03: Wir haben dafür dann weiß ich nicht andere Dinge nicht Und nutzen unser Geld dafür weil das eine unfassbare Entlastung in unseren Alltag dass wir das nicht auch noch irgendwo reingquetschen müssen, aber das hängt eben auch an Finanzen.
00:43:16: Die Situation hat ja auch nicht jeder.
00:43:18: Aber ich finde und deswegen fand ich diese Frage von dir so gut weil das sage ich auch schulisch immer woher auch die Situationen sehr unterschiedlich sind, dass man nicht in diesem okay was geht hier alles nicht?
00:43:30: Ich glaube es weiß mal nach bestimmten Familien lernen was eben nicht geht oder was eben besonders herausfordernd ist sondern die Frage, wie geht es oder wie weit komme ich in der jetzigen Situation?
00:43:44: Schaffe ich aufgrund starker Belastung fehlender Unterstützung eben nur sehr kleine Schritte.
00:43:50: Mache die aber bitte, bitte unbedingt weil auch das geht sonst irgendwann schief Oder ich schaffe aufgrund einer privilegierteren Situation größere Schritte.
00:43:59: Und ich bin auch mal dafür, dass die in privilegierteren Situation sind, die dann eben für die auch ein bisschen kämpfen, die das nicht so können laut werden wenn demnliche politische Entscheidung getroffen werden.
00:44:10: und solche Dinge
00:44:11: Ja.
00:44:12: Und diese Frage, wie weit komme ich in meiner speziellen Situation?
00:44:16: Was geht ist auf jeden Fall eine andere Blickrichtung als was geht alles nicht?
00:44:21: und eine kleine Sache die du gerade ... Du hast ja grad die kleinen Dinge genannt, die in meiner Bubble zum Beispiel dann der Pfeil waren es sich verbündete zu suchen wenn man das hat und eine WhatsApp Gruppe zu machen.
00:44:36: Und zum Beispiel in einem Meltdown, wo ihr das Kind vielleicht neben einem tobt und man sowieso erst mal nur fünf Minuten auf dem Boden sitzt.
00:44:42: So wie er da einfach fünfzig Minuten auf den Bodensitz und nichts tun kann und wartet dass man in dieser Zeit ganz dezent als Handy daneben hat und einfach diese innere Anspannung in die Gruppe reinfeffert als Safe Space sitze gerade hier.
00:44:58: Oh Gott, ich bin so sauer.
00:45:01: Es ist immer noch, es ist so laut.
00:45:02: Ich kann nicht mehr einfach sich also diesen Wieso ne ins Kissen boxen?
00:45:06: Aber das ist eine WhatsApp Gruppe in die man reinboxt.
00:45:09: Das kann man natürlich nur mit sehr sehr engen Personen aber vielleicht hat man die Vielleicht hat man auch nur einer einzige eine beste Freundin besten freund mit dem man das machen kann Genau wo dann einfach oder mit dem wenn man das hatten ein Partner der da dabei ist man Ne Schimpf-Whatsapp Gruppe aufmacht.
00:45:24: diesen Tipp finde ich irgendwie Doch sehr gut umsetzbar, wo klar ist wenn da reingeschrieben wird dann immer nur aus einer Notsituation heraus es wird nicht darüber geurteilt.
00:45:34: Es ist danach auch ne?
00:45:36: Darf ich in dieser WhatsApp verpuffen und das ist einfach nur das Kissen in dass sich quasi boxe sozusagen fand ich ein sehr sehr schönes geil.
00:45:44: ja also für die die eben vielleicht alleine ziehen sind Vielleicht ist eine Person mit der man diese Ich weiß gar nicht, Regulation zu WhatsApp-Probe.
00:45:51: Dieses Oh Gott, Notsituationen!
00:45:53: Ich muss kurz Dampf ablassen damit ich hier reguliert sitzen kann.
00:45:56: Halbwegs reguliert sitzen kann, fand ich eine ganz schöne Sache.
00:45:59: Das ist ein Megatip.
00:46:01: Also ich hatte auch genau aus diesem Impuls, habe ich eine WhatsApp-Community erstellt vor über einem Jahr für die Menschen, die meinen Podcast hören.
00:46:10: Weil damals als wir relativ neu mit der Diagnose konfrontiert waren oder das Konfrontiert-Ding schon wieder so negativ nahe ist wie sie dann hatten, hatte ich ja auch dann plötzlich ganz viele Fragen und hab dann auch gemerkt, ich hätte gerne ne Community, ich hätt gerne Menschen mit denen ich mich da austauschen kann.
00:46:29: Und ich bin dann auch in so einer WhatsApp-Community drin gewesen, die war damals bei uns vom Landkreis und ich habe dann irgendwann das Gefühl gehabt, hey, das würde meiner Community auch total gut tun, dass sie sich untereinander austauschern können.
00:46:43: Wenn du magst könnten wir diese WhatsApp-Comunity, das ist ein Link, es ist wirklich kostenfrei.
00:46:48: Ich hab' das einfach nur erstellt damit Eltern sich austauschnen können in genau solchen Situationen oder auch Fragen stellen können Und genau dazu wird sie aktuell genutzt.
00:46:58: und ich glaube, ich mache eine neue Gruppe auf nach unserem Gespräch heute.
00:47:05: Safe Space Bullshit oder immer so Safe Space Aggro sein und genau dafür.
00:47:11: Also ich habe da auch eine sehr gute Freundin inzwischen, die hat auch ein besonderes Kind und mit der kann ich komplett ehrlich und echt wirklich auch über die schlimmen Momente sprechen.
00:47:22: wenn du auch mal selbst wieder... also das ist ja auch so'n Thema.
00:47:25: Da kam mir jetzt gar nicht mehr dazu.
00:47:26: aber es finde ich auch so wichtig dass man liebevoll mit sich selbst umzugehen lernt und auch mit sich selber, also die eigene Wut nochmal anguckt, die eigene Scham anguckt.
00:47:37: Wenn dann auch mal Dinge passieren, die wir eigentlich niemals als Mama machen wollten und für die wir uns unfassbar schämen und unfassbaar schlecht fühlen... Auch das finde ich ist irgendwo nachvollziehbar in so einem herausfordernden Familienalltag dass du nicht immer performen kannst und dass du in solchen Momenten auch verstehst hey was war denn mit mir los?
00:47:59: Und dass du da nicht auch noch dich selbst niedermachst weil Wir machen uns eh schon.
00:48:05: Ich glaube, wir sind eh... So Mamas, die deinen Podcast hören und vielleicht auch die Papas!
00:48:09: Wir sind eh schon Menschen, die unglaublich reflektiert sind und die alles richtig machen wollen.
00:48:14: Und dass wir da einfach liebevoller auf uns selbst gucken.
00:48:17: also das finde ich auch nochmal so ein Werkzeug wirklich so sich selbst immer wieder in den Arm zu nehmen und sie sagen hey wow Isa
00:48:26: oder
00:48:26: Saskia du machst es gerade richtig gut.
00:48:29: Das finde ich doch ein sehr erbaulichen und sehr positiven Ausklang dieses Gesprächs.
00:48:35: Das mit der WhatsApp-Gruppe finde ich super, wenn das so funktioniert dann lasst uns das gerne als Link hereinsetzen!
00:48:42: Ich habe auch gesehen dass es in deinem Buch hinten ganz viele Empfehlungen gibt und glaube ich auch wenn mich richtig erinnere den Link zu diesen WhatsApp-Angeboten sozusagen.
00:48:53: Genau, also auch das nochmal ein Hinweis da drauf und selbst wenn wir jetzt vielleicht nicht alles geschafft haben können wir gar nicht was in so einem umfangreichen Buch drin steht mit so vielen wertvollen Tipps.
00:49:05: es sollen ja auch noch ein paar des Buches lesen.
00:49:07: darum ist es auch ganz gut wenn vielleicht die eine oder andere Sache dann auch noch nicht erwähnt wurde.
00:49:14: Ich danke dir sehr, liebe Isabel für dieses schöne und sehr, sehr ehrliche Gespräch.
00:49:18: Und für dein wunderbares Buch das glaube ich hier jetzt auf sehr herrlicher Weise berechtigte Werbung erhalten hat.
00:49:26: Ich glaube es ist jetzt klar aus welchem Hintergrund du sprichst und ich finde in unserer Community so wichtig dass diese Bücher geschrieben werden von Menschen die diesen Familienalltag kennen Nicht nur Verständnis dafür haben oder vielleicht aus Empathie nachvollziehen können, ja das ist schon eine Anforderung.
00:49:42: Sondern die, die all diese Momente kennen, die die Zweifel kennen, Die die paar Konflikte kennen, was das wirklich, wirklich bedeutet.
00:49:55: Und ich glaube dann fühlt man sich auch da nochmal ganz anders abgeholt.
00:49:59: in den Shownotes werde ich alle wichtigen Informationen rund um deine tollen Inhalte und Angebote dein Instagram-Kanal deinen Podcast verlinken und natürlich auch das Buch.
00:50:09: Ich wünsche euch viel Freude beim Stöbern!
00:50:11: Wir hören uns in der nächsten Folge.
00:50:14: bis dahin
00:50:15: Vielen Dank Saskia dass ich da sein durfte
00:50:19: Und zu guter Letzt natürlich noch ein herzliches Dankeschön an Jakob Jens und Voice-Up Productions für die Bearbeitung und die Produktion dieser Folge.
00:50:31: Ein Kopf voll Gold, was Neurodivagente Kinder brauchen und wie wir sie stärken können!
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