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65. ADHS und Routinen

Shownotes

Für ADHS-Gehirne ist es um ein Vielfaches schwerer Automatisierungen aufzubauen. Und das hat nicht vorrangig etwas mit fehlender Willenskraft zu tun, sondern vor allem erstmal mit den neurodivergenten Gehirnstrukturen im präfontalen Cortex und in den Basalganglien.

Die sorgen in ihren etwas anderen Aufbau und ihrer anderen Struktur dafür, dass der Aufbau von Routinen bei ADHS deutlich erschwert und auch störanfälliger ist. Wie genau das Zusammenspiel aussieht und was es braucht, um doch in Gewohnheiten zu kommen, darüber spreche ich in dieser Folge.

Hier findet ihr wissenschaftliche Literatur: 📖📕📒

🔗 https://www.adxs.org/de/page/101/basalganglien-striatum-substantia-nigra-nucleus-subthalamicus

🔗 https://www.thieme-connect.de/products/ebooks/lookinside/10.1055/b-0035-104037

🔗 https://sbt-in-berlin.de/cip-medien/2008-2-08-Frodl.pdf

🔗 https://bibliographie.uni-tuebingen.de/xmlui/bitstream/handle/10900/45083/pdf/Diss_2007.pdf?sequence=1&isAllowed=y

🔗 https://www.ardalpha.de/wissen/psychologie/gewohnheit-aendern-definition-psychologie-rituale-routine-selbstoptimierung-100.html

➡️ Disclaimer: Viele fachliche Artikel, die im Inhalt wichtig und korrekt sind, labeln ADHS oft noch als Krankheit. Ein Umstand, über den ja mittlerweile gut aufgeklärt wird, der aber noch nicht immer umfassend umgesetzt wird. Da die Studien, die beschrieben werden wertvoll sind, verlinke ich sie hier, aber mit dem Hinweis, dass es eben diese nicht mehr zeitgemäße Zuschreibung gibt.

Ihr habt selbst eine Frage oder einen Themenvorschlag? Dann schreibt mir gerne: einkopfvollgold@gmail.com

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Transkript anzeigen

00:00:00: Die heutige Folge wird unterstützt durch Stephanie Rietzland, Fabian Grolemund und wer hier regelmäßig mithört weiß wie groß erfährlich von ihrer Arbeit bin.

00:00:07: Und ich habe euch bereits ihr Akademieangebot vorgestellt und ihren Ratgeber die beiden schreiben aber auch Kinderbücher und zwar Kinderbühler, die gerne auch das Thema Neurodivergenzen mit in den Blick nehmen.

00:00:23: Ein Buch, dass ich gerne immer wieder empfehle – und da es schon eine Weile gibt und sich damit sehr lange auf bewährt hat – ist das Buch Lotte Träumst du schon wieder?

00:00:35: Wir wissen ja mittlerweile, dass es im ADHS-Bereich sehr unterschiedliche Subtypen gibt und dann gibt es eben auch diesen etwas verträumteren Subtyp früher diagnostiziert als ADS.

00:00:47: Wir wissen ja mittlerweile, dass es diese Diagnose so eigentlich nicht mehr gibt, sondern das ist einfach eine Subform von ADHS-Ist und in diesem Buch wird genau die ganz toll repräsentiert.

00:01:00: Da geht es um das Hasenmädchen Lotte, die ist zehn Jahre alt und hat es wirklich nicht leicht.

00:01:06: Sie hört oft Sätze wie Trödelnicht rum oder Höhe aufzutäumen.

00:01:11: Sie hatte ne Lehrerin Vielleicht nicht so empathisch mit umgehen, wie das eigentlich doch förderlicherweise sein sollte.

00:01:19: Auch ihre Eltern reagieren nicht immer mit der Geduld die Lotte bräuchte wenn sie in ihrer Traumwelt abträftet.

00:01:29: und im Verlaufe des Buches gibt es natürlich aber eine positive Entwicklung, da möchte ich noch nicht zu viel verraten.

00:01:37: Aber es ist ein ganz, ganz stärkenorientiertes Buch und gibt eben ganz viele wertvolle Alltagstipps mit.

00:01:43: also man erfährt dort zusammen mit dem Kind wie man zu Hause beim Lernen auch in eine gute Konzentration kommen kann warum aber auch das Träumen etwas Wertvolles ist und nicht etwas dass wir per sie irgendwie weg haben wollen oder was nicht Bestandteil des Charakters dieses Kins sein darf.

00:02:03: Wir lernen wie man den eigenen Stärken auf die Spur kommen kann und bekommen auch Tipps dazu, wie man sich doch etwas leichter organisieren kann und vielleicht nicht mehr so viel vergisst.

00:02:15: eine rundum gelungenes Buch.

00:02:16: ich habe es Ich weiß nicht wie viele Jahre schon im Schrank stehen Und hab's auch immer in meinen Klassenzimmern denn ich finde ist super wertvoll solche Bücher auch Im Unterricht zu behandeln um eben ja in der Lerngruppe des Verständnis zu erhöhen und auch gute Erklärung zu finden für Kinder.

00:02:31: Ja, darum eine volle Empfehlung und ich bin so froh wie gesagt dass diese authentischen Empfehlungen hier so einen Platz finden dürfen.

00:02:40: Vielleicht ist es ja auch was für euch?

00:02:41: Ich verlinke es in den Show Notes und jetzt wünsche ich euch ganz viel Spaß mit der Folge!

00:02:47: Hi und herzlich willkommen zu einer neuen Gold to Go Folge.

00:02:50: Das ist, wie ihr jetzt ja wahrscheinlich mittlerweile schon wisst, das Format in diesem Podcast indem wir uns mal ganz einzelne Phänomene Aspekte rund um Neurodiver ganz rauspicken oder auch mal ganz gezielte Fragen klären.

00:03:02: Und heute habe ich ein Thema mitgebracht dass gerade im ADHS Kontext ein sehr großes Thema ist Ein Thema das auch mit Leidensdruck und mit Erschöpfung zu tun hat nämlich das Thema Routinen Voll Gold.

00:03:21: Was Neuro-Divagente Kinder brauchen und wie wir sie stärken können.

00:03:29: Warum?

00:03:29: Beziehungsweise ist es wirklich schwerer für ADHS Gehirner Routinen aufzubauen, wenn das so ist.

00:03:37: ist es so viel schwerer in langfristige verlässliche Routinen zu kommen.

00:03:42: Und manchmal schaffen wir das ja durchaus, dann haben wir das geschafft tagelang wochenlang manchmal über Monate eine selbstgewählte neue bewusst gewollte Routine aufzubauen.

00:03:52: und dann reicht zum Beispiel eine Störung einer Erkälterung stressiger Tagen Urlaub irgendetwas was diesen Ablauf minimal manchmal nur stört.

00:04:02: Und die Wahrscheinlichkeit, dass wir danach nur noch sehr schwer wieder in diese Routine zurückfinden oder gar nicht mehr da reinkommen ist relativ hoch.

00:04:10: Und ganz oft ist es auch bei Menschen mit ADHS so, dass sie eigentlich sehr genau wissen wo sie hin möchten was sie gerne aufbauen würden, was sie gern etablieren würden und was ihnen gut tun würde.

00:04:21: So nachdem ich weiß eigentlich wo ich hin möchte aber ich kriege da trotzdem keine Gewohnheit rein, keine Automatisierung Es bleibt immer schwer Den Track so halten darf da überhaupt nicht aus dem Fokus kommen.

00:04:37: Sonst ist es sehr wahrscheinlich, dass ich nicht irgendwie die Chance habe in so eine Gewohnheit, die mir gut tut zu kommen.

00:04:44: und ich denke dabei also ich bin ja schon etwas älteres Semester Ich bin jetzt neununddreißig Und ich weiß nicht ob ihr früher diese Freddy Prince Junior Ja Tini-Filme geguckt habe.

00:04:56: Ich weiß nicht mehr, ob das eine wie keine oder ich weiß nicht welcher der Film es war.

00:05:02: Es gibt eine Szene da hat Freddie Prinz

00:05:05: Jr.,

00:05:05: so ein Hacky Sack hier, so einen Ball auf den Füßen muss ihn immer hochhalten und will den halt nicht... Also darum geht's ja auch bei diesem Spiel dass man denen irgendwie, dass man so Tricks macht und der nicht auf dem Boden fallen darf.

00:05:17: Und ich hab ganz oft genau dieses Bild sowohl in der Begleitung meiner noch evagenten Kinder aber eben in meiner Eiltanksgestaltung im Kopf, wie der immer wieder diesen Ball hochhält und immer dann auch im Kopf sagt darf ihn nicht fallen lassen.

00:05:32: Und so fühlt es sich an wirklich eine gute gesunde Lebensgestaltung hinzubekommen mit einem ADHS-Gehirn und auch an dem fest zu halten was eigentlich ja automatisiert sein soll damit das eigentlich nicht mehr so viel Energie zieht.

00:05:49: Und wir gucken uns jetzt mal an, einmal auch wissenschaftlich aber auch in der konkreten Vollgefühl den Alltag.

00:05:55: Warum das hier ein bisschen?

00:05:57: Nicht nur ein bisschen sondern ziemlich, ziemlich tricky ist.

00:06:04: Kurzer Weg was sind eigentlich Routinen?

00:06:06: also letztendlich ganz vereinfacht sind Routine ja zum Beispiel Handlungen die so oft wiederholt wurden dass sie immer weniger bewusste Entscheidungen erfordern und dass sie sozusagen einfach automatisiert durchgeführt werden.

00:06:21: und unser Gehirn ist eigentlich so konzipiert, dass es solche Automatisierung unglaublich gerne mag.

00:06:29: Das liebt das.

00:06:29: Es ist eigentlich sogar die Dynamik so oft und an so vielen Stellen wie möglich solche automatisierungen aufzumauen.

00:06:38: denn unser gehirn muss ja tagtäglich mit einer immensen Datenmenge umgehen und alles was zusammengefasst werden kann oder was eben nicht mehr bewusst energie durch eine Entscheidung beispielsweise benötigt, ist super.

00:06:51: Überall wo Energie gespart werden kann wird es eigentlich auch versucht.

00:06:56: deswegen sind solche Automatisierung eigentlich so ein bisschen.

00:07:00: die Dynamik unseres Gehirns mag ich super gerne.

00:07:02: darüber musst du nicht mehr nachdenken klasse spare ich Energie.

00:07:07: jetzt ist das eben genau einer der Gründe warum so einen leben mit adhs auch oft so viel anstrengender und wir das mit denken müssen einmal für uns selbst als neurodivagente Menschen, aber auch wenn wir neurodivergenten Menschen begleiten.

00:07:22: Beispielsweise in Schule, dass eben viele Dinge die im neurotypischen Kontext völlig automatisiert laufen ich nehme das Klassikbeispiel von Zähneputzen, dass sie nicht automatisiert laufen und einfach Energie brauchen weil sich ein Kind auch eine erwachsene Person jeden Morgen bewusst dafür entscheiden muss die Zähne zu putzen.

00:07:46: Und vielleicht habt ihr das Einfach auch im Austausch und in Gesprächen mit neurotypischen Personen schon hat, dass die in solchen Städten so Sachen sagen wie hey ich putze halt die Zähne.

00:07:54: Ich denke gar nicht drüber nach.

00:07:55: Ich mach das halt!

00:07:57: Ich steh auf...ich kenn mir die Haare, ich putz mir die Zäne.

00:08:00: So what?

00:08:01: Und manchmal ganz selten habe ich so Tage auf wo es irgendwie einfach gemacht wird.

00:08:08: Aber ich bin, wie gesagt, neununddreißig Jahre alt und bis heute ist es in den meisten Fällen so dass das Gehirn Kapazität braucht weil ich bewusst mir sagen muss Ich muss jetzt die Zähne putzen Achtung!

00:08:21: Achtungen nicht vergessen.

00:08:23: Jetzt ist zähne Putzen dran Und es fällt auch unglaublich schwer oder Mir fällt es unglaublich Schwer Das an bewusste Stellen zu setzen Beziehungsweise als Routine aufzubauen Bis Heute Wie es ein bisschen leichter geht und wie man am ehesten eine Chance hat, dass das doch funktioniert.

00:08:41: Da kommen wir dann am Ende dazu.

00:08:43: Jetzt erstmal gehen wir mal so ein bisschen in die Gehirnstruktur und Funktionsweise unseres Gehirns also unser Neurodivagentengehirns um zu gucken warum?

00:08:54: Was ist es denn, was dafür sorgt dass wir das so viel schlechter können oder so viel Anstrengung brauchen damit uns Routinen gelingen?

00:09:02: Denn!

00:09:03: Das hat nichts mit naja du könntest doch wenn du wolltest zu tun.

00:09:06: Das ist auch nicht Faulheit, das is' auch nicht irgendein Egalverhalten sondern das hat wirklich nachweislich mit dem Aufbau und der Struktur unseres neurodivergenten Gehirns zu tun.

00:09:18: Es gibt in unserem Gehirn eine Gruppe von Hirnstrukturen die nennen sich Basalganglier Und die sind... Unter anderem, also ich mache das jetzt schon vereinfachter in den Shownots gibt es ganz viele Literatur dazu.

00:09:29: Da kann man sich sehr vertieft da einlesen aber jetzt hier Snackable wie man so schön sagt einmal ein bisschen vereinfachtet.

00:09:36: diese Gruppe also die Basalgang dienen sind unter anderem sie haben ganz viele Funktionen aber unter anderm sind die beteiligt an Bewegungssteuerungen an Belohnungsverarbeitung ganz zentral.

00:09:47: Da sind wir ein bisschen im Kernthema von ADHS.

00:09:52: Die sind dafür verantwortlich dass wir durch Wiederholung Das ist auch ein Prinzip, Lern durch Wiederholung.

00:09:58: Die sind für Gewohnheitsbildungen und Automatisierung von Handeln und Verhalten zuständig.

00:10:04: D.h.,

00:10:05: diese Gruppe, diese Basalgangen helfen dem Gehirn dabei wiederkehrende Abläufe nach und nach in automatische Programme umzuwandeln über die wir im Ablauf nicht mehr nachdenken müssen sondern wie neurotypische Menschen oft sagen hey bin ja aufgestanden habe ich Mediziner geputzt das das dann eben funktioniert.

00:10:25: Warum gibt es hier ein Anderssein in einem ADHS-Gehirn?

00:10:33: Es gibt Studien und auch bildgebende Verfahren und Erhebungen, die deutlich zeigen dass ADHS Gehirne in diesen Strukturen deutliche Unterschiede aufweisen.

00:10:46: Man nennt diese Netzwerke frontostreatale Netzwerk, ich hoffe jetzt habe es richtig ausgesprochen.

00:10:52: wie gesagt wer wirklich in die Tiefe da reingehen möchte kann sich an der Literatur, die ich verlinkt habe bedienen.

00:11:00: Letztendlich ist das ein sehr komplizierter Begriff.

00:11:03: Worum geht es dabei eigentlich?

00:11:04: Also es gibt tatsächlich Studienunterhebungen, die zeigen dass dieser ganze Bereich diese Gruppe schwächer ausgebildet ist teilweise kleiner ausgebildet ist als in neurotypischen Gehirnen gerade im frühen Alter und das bedeutet einfach, dass diese Bereiche auch anders arbeiten Und bestimmte Dinge nicht so umsetzen und nicht so einfach umsetzten wie in einem neu typischen gehören.

00:11:31: Und hier kommt ein zweiter Gehirnbereich zum Tragen der eben adhs Kontext eine besondere Rolle spielt, nämlich der prifontale Cortex.

00:11:39: Das ist ja so der Bereich für diese ganzen Exekutivfunktionen zuständig ist und der eben ganz viel steuert.

00:11:46: Der hilft uns zu planen, er hilft uns Prioritäten zu setzen, Entscheidungen zu treffen, Aufmerksamkeit zu steuern, Impulse zu kontrollieren.

00:11:53: You name it!

00:11:53: Und ich glaube es ist ganz klar das hier auch eine Besonderheit in ADHS-Gehrensitz, der arbeitet nämlich auch anders denn ADHS is ja vor allen Dingen ja eine Beeinträchtigung von so Steuerungsfunktionen.

00:12:06: wir können schlechter planen.

00:12:08: Es ist schwieriger gewollt und bewusst Prioritätenzusetzen.

00:12:12: die sind einfach störanfälliger.

00:12:14: Wir brauchen einfach mehr Kraft und mehr Anstrengung, eine bestimmte Umgebung um unsere Aufmerksamkeit bewusst zu steuern.

00:12:21: Wir können ja aufmerksamkeiten halten.

00:12:23: Darüber habe ich auch mal in der Folge gesprochen.

00:12:25: aber es braucht einfach mehr kraftig.

00:12:26: ganz bewusst zu Steuern gerade dann wenn das worauf wir sie steueren sollen vielleicht nicht unbedingt die beliebteste Aufgabe ist.

00:12:33: Und auch in der Impulskontrolle hat eben dieser präfrontale Cortex einen Einfluss.

00:12:43: Dieser präfrontale Cortex, der ist eben die ganze Zeit damit beschäftigt.

00:12:47: Was ist hier eigentlich gerade wichtig?

00:12:48: Was machen wir als Nächstes?

00:12:50: Lohnt es sich hier dran zu bleiben?

00:12:52: und wie ich gerade schon gesagt, er arbeitet ja so ein bisschen, ich würde sagen einfach weniger verlässlich mal so gesagt als das in einem neurotypischen Kern ist zum Beispiel wenn bestimmte Aufgabenbereiche denken.

00:13:09: Ich weiß eigentlich genau, was ich tun sollte, aber ich komme einfach nicht ins

00:13:14: Handeln.".

00:13:15: Das ist eben ein Steuerungsproblem!

00:13:18: Das ist der eine Bereich und diese andere Gruppe sind die Bersalgang-Lehren.

00:13:22: Und sie helfen dem Gehirn dabei wiederkehrende Handlungen zu automatisieren.

00:13:27: Jetzt gehen wir mal so konkret – wie gesagt das ist jetzt alles sehr vereinfacht dargestellt.

00:13:31: Aber wir nehmen uns vor, wir möchten die Routine aufbauen jeden Morgen ein Glas Wasser zu trinken.

00:13:36: Am Anfang muss das alles sehr bewusst gesteuert sein weil es eben noch keine Routine ist.

00:13:41: Das heißt ich stehe auf mein Gehirn muss oder dieser Präfrontale Cortex muss arbeiten und sagen Denk ans Wasser!

00:13:47: Steh auf geh in die Küche gieß es dir ein Trinkt das Glas stelle's ab und so weiter.

00:13:53: dass kostet Können wir uns denken.

00:13:55: Aufmerksamkeit, das kostet eben Steuerung, dass kostet Energie.

00:14:02: und jetzt ist eigentlich die Idee.

00:14:05: und dann gibt es auch diese komischen Zahlen man muss sowas so und so oft wiederholen bevor es eine Gewohnheit wird oder man muss irgendwas einundzwanzig Tage durchziehen.

00:14:11: Das ist eine Zahl ich oft lese damit es dann eben eine Gewohnhalt wird.

00:14:15: Und natürlich ist es so wenn mir solche Aufgaben prinzipiell also wenn wir den mal wieder holen und sehr verlässlich das durchziehen dann übernehmen, ganz vereinfacht gesagt.

00:14:25: Sozusagen diese Basalgangenen immer mehr die Arbeit, die helfen dabei das in eine automatische Handlung zu übersetzen.

00:14:32: sozusagen so dass man eben irgendwann über diesen Moment immer weniger nachdenkt sondern nicht mehr aufsteht und sagt Achtung es ist jetzt Aufstehzeit der ganze Wasser steht auf gehende Küche macht dies macht das noch hin ist Sondern dann ist es ein Aufstehen und ohne sich noch große Übernachdenke gehe ich in die Küche.

00:14:50: Wasser an auftrinken fertig Und Ich bin durch damit.

00:14:53: Und genau dann haben wir die Gewohnheit.

00:14:58: Jetzt gibt es einen Wechselspiel, ich habe gerade auf Instagram nämlich ganz viel dieses Video gesehen das neurotypische Gehirne aufgrund dieser anderen Funktionen in den Basallgangien gar keine Routinen aufbauen können oder dass unfassbar viel schwerer ist.

00:15:12: und ja ist ein Teil davon also die haben da eine ganz große Rolle.

00:15:15: aber es ist schon auch dieses Wechsel-Spiel aus dem präfrontalen Cortex mit den basallgangieren.

00:15:21: Das heißt, bevor die so in ihre Arbeit kommen und sagen, ich merke hier wird eine Handlung wiederholt.

00:15:30: Und hilft sich?

00:15:31: Ich kann eine Gewohnheit daraus machen und kann das Gehirn schonen und Energie schonen, indem ich daraus eine Gewohnhalt mache.

00:15:38: dafür braucht es erst mal einen präfrontalen Cortex der in der Lage ist diese Handlung so oft zu wiederholen.

00:15:48: Wenn wir jetzt daran denken dass der Präfrontale Cortex eben das im ADHSK nicht so einfach.

00:15:54: kann, dann ist klar dass schon da eine große große Hürde besteht weil wir gar nicht erst in diese häufigen Wiederholungen kommen oder die sehr störanfällig sind.

00:16:04: Weil ich denke vielleicht drei Tage daran, weil da habe ich vielleicht Dopamin und Interesse und es ist was Neues und Aufregend und boah!

00:16:11: Ich werde die gesündeste Version meiner Selbstwarnis laufen ja diverse Prozesse ab das kennen wir alle dieses kurze hoch wie sagen Das wird jetzt meine neue Identität, das wird mein neues.

00:16:21: Ich bin jetzt die clean Version die morgens ein Glas Wasser trinken.

00:16:25: Weil das hab ich so oft in irgendwelchen Videos gesehen und finde, dass es einen coolen Vibe oder was auch immer!

00:16:29: Dann haben wir ja das am Anfang so zwei drei Tage und dann flacht er ab und sofort ist es megastöranfällig und wir kommen erst überhaupt gar nicht... Dann stehe ich halt den fünften Tag auf und komme dann gar nicht in dieses.

00:16:40: Ich gehe jetzt ein Glas Wassertrinken?

00:16:43: Dann ist es vielleicht am fünfen oder sechsten Tag.

00:16:45: wenn dieses neuartige vielleicht sonst noch zwei Wochen einfach so langsam dann doch wieder abflacht und eben auch dann ja vielleicht das Interesse daran abflagt Dann wird diese Wiederholung unglaublich störenfällig, dann stehe ich auf und denke nicht absolut bewusst.

00:16:58: Ich gehe jetzt in die Küche und trinke ein Glas Wasser.

00:17:01: Sondern ich wach auf vielleicht liegt da mein Handy gucke ich da erst mal drauf oder es kommt irgendwas anderes was meine Aufmerksamkeit zieht in diesem Moment oder ich denke mir ja auch gleich in zehn Minuten noch ein Glaswasser trinken.

00:17:12: irgendwie möchte ich jetzt hier noch einen Moment liegen oder ich will erstmal das machen dann ist es gar kein Problem, anders strukturierter Basalgang lehnen.

00:17:20: Sondern das ist einfach das Problem, dass die gar nicht genügend Futter an Wiederholung bekommen um daraus überhaupt eine Routine aufzubauen.

00:17:28: Was man aber genau untersucht hat, ist dass eben dieser Übergang auch noch gestört ist.

00:17:34: Also wir haben nicht nur diese Handlungssteuerung die anfällig ist Wir haben nicht einen präfrontalen Cortex der eben ja nicht nur rotypisch läuft sondern wir haben dann eben auch noch Schwierigkeiten bei diesem Übergangs von diesen sehr bewussten Handlungen in Automatie Sierte Handlungen, also dieser Autopilot der sich danach und nach aufbaut.

00:17:57: Das ist einfach aufgrund der anderen Struktur und des anderen Zusammensetzungen das Aufbaus von diesen Basalgangien zusätzlich auch noch gestört.

00:18:07: Der läuft einfach, das können wir zeigen weniger stabil.

00:18:12: Wir haben nicht nur an erster Stelle die Schwierigkeit, sondern eben auch noch die Schwichtigkeit, dass es erschwert ist diesen Übergang zu schaffen und daraus dann Gewohnheiten aufzubauen.

00:18:24: Und darum sind ADHS-Gehirne deutlich viel, viel störanfälliger wenn sie denn mal versuchen Routinen aufzubauern und viel krasser darauf angewiesen dass man eben wirklich durchhält.

00:18:38: Dass man sich eine Umgebung schafft, die einen dabei maximal unterstützt.

00:18:42: Das Wissen darüber, wenn eine Störung da reinkommt ... Na ja, dann mach ich morgen weiter!

00:18:47: Sondern dass das große Gefahr birgt und wir nicht wieder in die Routine zurückfinden.

00:18:55: Es war jetzt ein bisschen viel wissenschaftlicher Input aber ich finde einfach wahnsinnig wichtig diesen Part immer mit reinzubringen weil ja ganz oft dieses Jahr du könntest doch, wenn du willst mein Gott es ist nur zehn Prozent wo ist das?

00:19:05: Problem dabei.

00:19:06: Macht doch einfach!

00:19:07: Und die Art und Weise, wie das Gehirn gebaut ist.

00:19:11: tatsächlich wirklich unser Gehirnt sorgt dafür dass es immens viel schwieriger ist Gewohnheiten aufzubauen.

00:19:20: Das ist viel viel viel länger dauert, dass es viel störanfälliger ist instabiler und dass es nichts ist, was wir uns bewusst vornehmen könnten oder wo wir sagen ja wenn wir uns mal ein bisschen mehr anstrengend sind würde das gehen.

00:19:36: Ja mit mehr Anstrengungen kann man da etwas kompensieren aber wer hält über den Leben gesehen?

00:19:42: dauert diese hohe hohe Anstreckung durch?

00:19:44: Das wird sich an irgendeiner anderen Stelle dann zeigen!

00:19:47: Und jetzt ist aber wichtig zu sehen, okay es ist aber deswegen nicht unmöglich das wir Routine aufbauen.

00:19:54: Wir brauchen einfach andere Wege, wir brauchen eine bestimmte Umgebung dazu, wir brauchen vielleicht mehr Zeit und wir schaffen vielleicht eine geringere Anzahl an Gewohnheiten, aber wie sind als ADHS Personen durchaus in der Lage die Aufzubauern?

00:20:08: Es ist eben die Frage Wie!

00:20:10: Und das wird anders aussehen und das finde ich so wichtig, weil es gibt so viele Videos gerade dann immer zum Jahresanfang.

00:20:17: Baut ihr diese Gewohnheit auf?

00:20:18: Bautet das auf einundzwanzig Tage und dann hast du's?

00:20:21: Das kannst du quasi beiseite packen!

00:20:23: Und das wird auch für... Also entweder für dich oder auch für dein Kind oder eure Kinder.

00:20:28: Es wird nicht so funktionieren und ich finde dieses Verständnis auch für uns als Eltern super wichtig denn Obwohl ich das alles weiß, gibt es manchmal bei meinen Kindern den Moment, wo ich denke oh mein Gott.

00:20:39: also das hatten wir doch jetzt hundertmal.

00:20:41: Wieso stehen wir gefühlt jetzt plötzlich wieder ganz ganz am Anfang und fangen gefühelt wieder von vorne an?

00:20:48: Es ist ein bisschen so und diese Videos gibt's eben wo das dann so gesagt wird und da ist so ein bisschen der Kern Wahrheit drin sozusagen Wenn es natürlich sehr krass dargestellt wird, dass wenn so eine Routine uns einmal wegrutscht durch eben das Kind weil zwei Tage krank oder so.

00:21:03: Dass es ist als würden wir's wieder das erste Mal tun, dass wir jeden Morgen aufstehen und uns wieder – als hätten wir noch nicht im Hauch eine Routine aufgebaut – wieder neu damit befassen müssen?

00:21:14: Warum müssen wir eigentlich Zähne putzen?

00:21:16: Was soll das eigentlich überhaupt?

00:21:18: Warum ist es wichtig sich die Zähnen zu putzen, was bringt uns das?

00:21:21: Warum lohnt sich das auch, wenn das ne langweilige Aufgabe ist?

00:21:26: weiß, dass viele neurodivergente Familien ganz viel zu tun haben mit diesen Routinen halten.

00:21:33: Routine halten ist ein Riesenthema.

00:21:35: immer wieder Diskussion darum, immer wieder dieses Ohr.

00:21:38: das hatten wir doch jetzt schon fünfhundertmal warum.

00:21:41: und jetzt wisst ihr es gibt Gehirnprozesse die dafür sorgen dass das uns einfach weg rutscht und viel viel schwieriger ist aufrecht zu erhalten, beziehungsweise überhaupt erst mal in eine solche Automatisierung zu kommen die mit einer neurotypischen Automatisierung irgendwie vergleichbar wäre.

00:22:03: Jetzt möchte ich aber unbedingt aufmachen was wir tun können oder was dann eben für ne Umgebung braucht das machen können damit es doch sagen wir mal ein bisschen mehr Chancen hat langfristig sich zu etablieren.

00:22:17: Ein wichtiger Tipp sind Tätigkeitsverknüpfung.

00:22:20: Wir haben, wenn wir in unseren Alltag gucken und dazu rate ich auch immer durchaus schon Gewohnheiten aufgebaut.

00:22:27: wie gesagt vielleicht weniger.

00:22:28: es war vielleicht schwierig da hinzukommen aber auch in einem adhs-Alltag gibt es Dinge, die sich durchaus geschafft haben zu etablieren und aufzubauen.

00:22:38: Und es ist viel leichter eine neue Gewohnheit oder eine Gewohnkeit, die sehr diffus lief bisher oder so eine Tätigkeit, die diffus leaf in eine Gewohnhalt zu bringen indem wir sie quasi anknüpfen an bereits funktionierende Abläufe ganz klassisch dass wir das Szene putzen zum Beispiel An einen Ablauf packen der schon gut funktioniert.

00:23:05: Bei einem Kind zu Hause ist es hier so, dass es sich immer noch mal im Laufe des Morgens und des Morgenablaufes zurückzieht.

00:23:15: Und für fünf Minuten nochmal Ruhe hat bevor's losgeht.

00:23:20: Das hat sich aufgebaut und das funktioniert auch gut und es tut so gut!

00:23:24: Deswegen hat das zum Glück geklappt, dass ich das so aufbaut Und dann gibt es ein Timer, der diese Phase beendet.

00:23:32: Und immer wenn dieser Timer erscheint, das ist der Moment in dem noch in dieser kuscheligen Umgebung, in die man sich da zurückgezogen hat, indem die Zähne geputzt werden und da an genau der Stelle, dass zu verankern hilft, dass zumindest in ziemlich vier Prozent der Fälle die Zäne geputszt werden können versus ich würde das versuchen irgendwo ... irgendwie neu zu etablieren und irgendwo unterzubringen.

00:23:59: Sondern es ist wirklich ganz bewusst an bereits vorhanden etablierte Dinge zu verknüpfen, ob das eine gesunde oder ungesunde Gewohnheit ist.

00:24:07: Das ist erstmal die Hauptsache.

00:24:09: etwas, das schon regelmäßig da ist, also dass quasi daran anzuknüpfen.

00:24:15: Eine zweite Sache, die vor allen Dingen ADHS-Gehirn Routinen erleichtert ist die vorbereitete Umgebung.

00:24:22: Das gilt sowohl schulisch das gilt im Bereich Lernen, das gilt aber eben auch dafür alles was zum Beispiel sichtbar so in die Laufwege integriert ist hat eine höhere Wahrscheinlichkeit dass es irgendwie passiert oder etwas, das vorbereitet ist.

00:24:40: Dazu muss man zum Beispiel ein bisschen wissen zu welchen Tageszeiten man so ein bisschen auf der Höhe ist und was er die ja nicht so... geliebt in Tageszeiten sind.

00:24:51: Ich bin zum Beispiel überhaupt kein Morgenmensch, ich bin morgens wirklich irgendwie tränig, mir fällt es wahnsinnig schwer an die Gänge zu kommen und ich weiß alles was ich nicht abends mir vorbereite denn abends ist meine Zeit.

00:25:03: Abends bin ich super fokussiert, bin ich Super auf dem Planen.

00:25:07: das war schon immer so und das hat sich auch gehalten Und ich weiß einfach alles, was nicht wirklich entweder ganz, ganz tief verankert ist.

00:25:16: Da gibt es einfach wenig bei mir und ich mich abends vorbereitet habe wird morgens mit höherer Wahrscheinlichkeit nicht klappen hinten runterfallen oder wird vergessen.

00:25:25: Das heißt zum Beispiel wenn ich mir vornehme ein Glas Wasser zu trinken am Morgen dann ist die Wahrscheinlichheit dass sich diese Routine aufbauen kann unglaublich viel höher.

00:25:36: Wenn dieses Wasserglas abends schon Neben meinem Bett steht, so dass ich es nur noch nehmen muss.

00:25:41: Wenn ich aufwache und trinken muss... Da ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich das Halte viel höher als wenn ich weiß.

00:25:48: Ich muss jetzt, das habe ich ja früher als Beispiel genannt, Aufstehen in die Küche gehen, mir ein Glas Wasser einschenken, das dann trinken usw.. Wenn es schon da ist, ist es viel höher Das hinzubekommen.

00:25:59: Routinen sind bei mir gerade ein großes Thema im Bereich Ernährung, vielleicht spreche ich da auf Instagram darüber?

00:26:04: Ich habe Riesenernährungs-Schwierigkeiten in eine gute und gesunde Routine zu kommen.

00:26:08: Ich hab bereits seine Insulinresistenz ausgebildet ganz typisch übrigens im neurodivergenten Bereich.

00:26:14: Ich hatte auch in allen Schwangerschaften einen Schwangerschaftsdiabetes Und er hat also ein Thema damit und ich kämpfe seit Monaten sehr darum Routine aufzubauen im Bereich Essen, auch erst mal im Kleinen zum Beispiel eine Frühstücksroutine.

00:26:32: Und bei meiner Frühstück-Routine zeigen meine Blutzuckerwerte das ich super gut irgendwie mit so Milchsachen morgens arbeiten kann.

00:26:39: Irgendwie einen Joghurt... Ich mag Früchte, also Frükte sind einfach Sensory, ne?

00:26:43: Also es geht nicht so gut weil Früche nicht so eine verlässliche Konsistenz haben.

00:26:48: Also musste ich sehr lange rumprobieren wie ich mein Müsli gestalten kann damit ich das gut essen kann.

00:26:53: und Aber einen Müsli morgens zu machen, wenn man kein Morgenmensch ist.

00:26:57: Ist so eine Riesenhürde das es mir unfassbar schwer gefallen ist in so einer Routine zu kommen.

00:27:04: Also war für mich klar ich muss irgendwie mal gucken dass sich ein Müsili oder einen Joghurt irgendwie so hinkriege Dass ich den abends vorbereite Abends nochmal fünf Minuten sowas zu machen Es manchmal auch nicht so einfach weil ich einfach gern lieber Sachen machen würde abends die für mich sind und Spaß machen.

00:27:21: Aber die Wahrscheinlichkeit ist viel höher, dass ich das abends noch vorbereite in den Kühlschrankstelle und dann morgens nur rausholen muss.

00:27:27: Das ist eine vorbereitete Umgebung!

00:27:29: Und dann eben zu gucken wann habe ich die meiste Energie?

00:27:31: Wann bin ich so auf Spur, dass mir die Vorbereitung gelingt?

00:27:34: Da muss man eben die guten Phasen abpassen um dann eben in Phasenerweise.

00:27:39: ah das ist nicht meine Hochzeit des Tages diese Dinge einfach zur Verfügung zu haben.

00:27:45: Und es ist auch so wenn ich weiß wenn ich zum Beispiel ein Trinkthema hab.

00:27:49: Das ist zum Beispiel auch für Menschen mit ADH ein riesen Thema.

00:27:52: Die Wahrscheinlichkeit, dass ein bisschen Flüssigkeit in mich kommt wenn einfach auf meinem Arbeitsplatz ein Glas Wasser steht und das ist z.B.

00:28:00: was mein Mann sehr im Blick hat und mir dann immer mal wieder hinstellt, wenn ich es nicht selber schaffe – das hilft immens um... das leichter zu integrieren, sage ich mal so.

00:28:11: Also guckt wo kann ich das Ganze alles soweit vorbereiten?

00:28:16: Dass ich morgens leicht an diese Routine komme für Kinder bedeutet dass wirklich dieses klassische Klamottenmännchen legen klamotnen also eine Klamottin Straße legen die einfach abends schon bereitlegen dass sich morgens dann nicht drüber nachdenken muss sondern die Ich laufe da quasi drüber und kann mir in dem Moment dann anziehen.

00:28:32: also wirklich sich die Umgebung zum Verbündeten machen.

00:28:36: Lehrkräfte wissen das.

00:28:37: das Klassenzimmer und die Umgebung des Klassenzimmers ist sozusagen eine weitere pädagogische Kraft.

00:28:43: Das wird ganz oft so gesagt, es ist wirklich so eine vorbereitete Umgebungs-Ki.

00:28:48: Und dann zu gucken, wann habe ich die Kraft sie vorzubereiten um sie dann zu nutzen?

00:28:52: Wenn ich ihm nicht so viel Kraft hab hilft immens.

00:28:54: also sich das anzugucken ist ganz hilfreich!

00:28:58: Das nächste ist wenn man merkt ich komme in eine Störung sich gut genug zu kennen, um zu sagen okay wenn ich das jetzt ja also einmal verkrafte ich im allerbesten Fall vielleicht noch einmal nicht gemacht habe.

00:29:12: Aber ich weiß schon diese Störung könnte dazu führen dass ich das komplett verliere dieser Routine.

00:29:17: eine Pause einen Tag irgendwie das man nicht so schaffen das geht vielleicht noch gut.

00:29:22: ab zwei Tagen wird es in der Regel sofort ein Muster und wir verlieren das ganze deswegen bisschen weg von diesem ganz oder gar nicht.

00:29:31: Das haben adhs-gehörne nämlich auch und das ist ein bisschen Tipp, der damit verknüpft ist.

00:29:35: wenn ich merke... Ich gebe mal wieder in dieses Ernährungsbeispiel weil es einfach gerade bei mir sehr präsent ist Wenn ich es dann eben irgendwie nicht geschafft habe aufgrund eines stressigen Alltags den ich ehrlicherweise regelmäßig habe In dieses Frühstück zu kommen und mir dann eben zum Frühstück irgendein Müsli-Riegel reingefäffert habe, die ich hier viel liegen habe.

00:29:55: Damit ich wenigstens irgendwas esse, wo ich nicht denke, naja es war jetzt das Hinterletzte!

00:29:59: Wie zogereiche sind?

00:30:00: Naja... Blablabla!

00:30:03: Das ist auch nicht das gelbe vom Ei.

00:30:04: aber letztendlich hab' ich einfach wenigstens noch keine krasse Selbstwut in solchen Sachen sondern hab' dann irgendwie was gegessen bin aber aus meiner Routine rausgekommen.

00:30:15: Dann habe ich oft dieses Jahr gut der Tag ist jetzt hin Also ich hab's ja nicht geschafft, ordentlich zu frühstücken.

00:30:21: Und dann verliere ich das oft für den ganzen Tag und denk mir, ja, denn ist jetzt auch egal was ich esse!

00:30:25: Und da so ein bisschen aus diesem schwarz-weißen Muster rauszukommen, nichts zu sagen... Ja, dann ist es jetzt ewurscht?

00:30:30: Dann brauche ich morgen auch nicht, weil hat ja heute nicht funktioniert, sondern das Auszubremsen und zu sagen okay, das hat jetzt nicht geklappt, schade, blöd, doof.

00:30:38: Aber zum Mittag kann ich versuchen, an meiner Mittagsroutine festzuhalten.

00:30:42: Oder zum Armholt kann ich trotzdem das Essen was für mein Blutzucker am Abend gut ist auch wenn jetzt der Morgen nicht so funktioniert hat.

00:30:50: es ist einfach so dass wir schneller in dieses geht oder geht nicht geklappt oder klappt überhaupt nicht denken rauskommen das einfach sehr sehr sehr typisch ist im unserem Kontext dass wir da bewusst das uns klar ist und dass wir versuchen bewusst dagegen zu stellen sagen okay an dieser Stelle als er ist nicht geklappt aber ich versuche den Rest des Tages zum Beispiel auf meine Ernährungsspur zu kommen.

00:31:12: Ist immer anstrengend, ist immer Energie aber das ist ganz wichtig da sozusagen mal Stopp reinzupacken in dieses geht oder geht nicht und sagen nee der Part hat jetzt nicht geklappt aber der Rest kann weiterklappen.

00:31:25: Das war für mich ein ganz.

00:31:26: es klingt super simpel.

00:31:28: was war für ich ein sehr wichtiges Denken?

00:31:31: dass es da eben nicht nur die eine oder andere Seite gibt, sondern ein Punkt an eine Kleinigkeit.

00:31:35: Ein paar einen Teil kann ich geklappt haben der Rest kann trotzdem einfach so weiter laufen wie ich mir das eigentlich vorgenommen habe.

00:31:44: Ein bisschen damit verknüpft ist auch wie viel wir uns so vornehmen.

00:31:49: Auch da gibt es eine ganze Tendenz sich sehr schnell sehr viel vorzunehmen.

00:31:55: Ich habe ganz langsam wieder angefangen Laufen zu gehen.

00:32:01: Ich war einmal laufen, ist die korrekte Übersetzung.

00:32:06: Und ich bin gelaufen und ich war früher Leistungssportlerin.

00:32:09: Ich bin zwar gesprintet, aber laufen setzt in meinem Gehirn noch sehr viel Erinnerungen frei.

00:32:14: und dieses Gefühl Laufen zu gehen und sich dazu überwunden zu haben auch durch den Schmerz in Waden und Beinen durchgearbeitet zu haben und gegen dieses Motivationstief das bringt mich an ein großes High und dann ist mein Gehirnt gut angepigst.

00:32:31: Und ich kann da nicht denken okay ich habe jetzt geschafft zwanzig Minuten zu joggen.

00:32:35: Super!

00:32:36: Lass uns mal versuchen, einmal die Woche – hey vielleicht sogar zweimal die Woche einen Moment zu finden in dem ich das unterbringen kann.

00:32:44: Das ist schon ein riesiges Ziel.

00:32:47: Das wäre ja

00:32:48: möglich.".

00:32:49: oder wäre ein Ziel, das sage ich mal in meinem Alltag irgendwie durchaus realistisch wäre aufzubauen.

00:32:54: Nein!

00:32:54: Mein Gehirn macht daraus... Oh wow!

00:32:56: Ich glaube oh mein Gott, ich laufe nächstes Jahr.

00:32:59: Marathon-Training ist doch eine super gute Idee.

00:33:02: Dann überlege ich schon mich das machen kann.

00:33:04: Dann habe ich möglich, dann mache ich einen Spendenlauf da draus.

00:33:07: Wie kann man das Thema Neurodivergenz damit verknüpfen?

00:33:09: Kann man es dichtbar machen?

00:33:10: Das könnte auch auf meinem Kanal mit darüber berichten.

00:33:15: Da kann man eine Riesenaktion daraus machen.

00:33:18: Und das ist, das gehören vieler Menschen mit, als er es.

00:33:21: Dass es einfach ganz, ganz schwierig ist... sich überhaupt realistische Ziele zu setzen, die integrierbar sind.

00:33:28: Deswegen lieber klein, klein, auch da muss man sich einfach kennen das Ziel runterbrechen und damit werden wir schon genug zu tun haben als dann quasi in übergross zu denken dass eigentlich gar nicht realistisch umzusetzen ist und dann ist eigentlich quasi diese Situation oder dieses Formen schon zum Scheitern verurteilt.

00:33:47: wird dann außerdem uns daran bestätigen dass wir das ehemals nicht hinkriegen und dass wir es ähnlich aufbauen können uns wie Versager, weil wir es mal wieder nicht geschafft haben eine Routine aufzubauen?

00:33:57: und deswegen kurze Realitätscheck kann auch helfen um realistische Ziele zu setzen um daraus realistischen Routinenaufbau erfolgreich zu gestalten.

00:34:08: Und eine wichtige weitere Sache ist neben der vorbereiteten Umgebung wirklich zu überlegen wo packe ich diese Routine hin mit?

00:34:16: was verknüpfe ich die?

00:34:17: Was vielleicht schon da?

00:34:19: Wie gehe ich damit um, wenn eben doch an einem Tag das mal nicht geklappt hat?

00:34:26: Und wie schaffe ich nicht komplett in twarts Weiß zu denken.

00:34:28: Sondern zu sagen naja der Parte hat es nicht geklappt?

00:34:30: Ich kann aber trotzdem jetzt weiter an den und den Dingen festhalten.

00:34:33: Der letzte part, der unglaublich hilfreich ist In der Routinenentwicklung Ist Das Body-Doubling!

00:34:39: Das habe ich ja schon dupligen... ihr wisst Das hab' ich schonmal genannt in einer anderen Folge.

00:34:45: Mir hilft es Unglaublich mich an die Struktur von jemand Anderen dranzuhängen.

00:34:51: Ich bin viel, viel besser in diesen Körperhygiene-Routinen.

00:34:56: Wenn ich mit meiner Freundin ist jetzt aufgrund meines Lebens und meines Alltags nicht oft auf dem Programm und aufgrund von Baby jetzt lange auch nicht ... Aber zum Beispiel waren meine beste Freunde und ich vor zwei Jahren zusammen im Disneyland.

00:35:12: Das war schön!

00:35:13: Und die ist super gut in solchen Körperhygiene-Routinen, und die ist da super auf zack... ...und macht das hyperverlässlich um die Sage, dass ich dem Morgen um sechs Uhr dreißig aufstehe, weil ich rechtzeitig duschen will und so.

00:35:24: Dann steht ihr um sechs zu dreißiger auf und dann wird sie noch kurz wachen und geht sie duschen etwas, was ich wirklich unglaublich bewundern und faszinieren finde.

00:35:32: Dadurch, dass sie das macht, kann ich mich total gut... daran hängen.

00:35:38: Das hilft mir unglaublich.

00:35:40: und da zum Beispiel auch mal zu gucken, kann man mit der Partnerin, mit dem Partner vielleicht kriegt einer das ja ein bisschen leichter hin als die andere oder die andere dann eben dazu gucken.

00:35:49: gibt es da so Möglichkeiten dass man einen bereits bestehenden Spur eines anderen gut folgen kann oder dass man sich verabreden kann?

00:35:58: für unliebsame Routinen wie einmal im Monat weiß ich nicht die Steuer machen ist ja auch eine Routine.

00:36:07: kann man die irgendwie so gestalten, dass man das zu zweit macht.

00:36:11: Oder vielleicht fällt es auch beiden schwer und dann ist es super, was man zu zweiten macht oder oder.

00:36:14: Also da wirklich zu gucken wie kann ich mich gut an die Spur von jemand anderem hängen?

00:36:22: Wie kann ich da gut mit reinkommen?

00:36:23: Das hilft unglaublich!

00:36:25: Und gleichzeitig... Und das ist ein bisschen tricky sind ja unsere Kinder also die profitieren gerade in so Morgenabläufen unglaublich von uns Eltern wenn wir da diese Spur vorgeben.

00:36:36: Die große Anforderung ist, diese Spur auch immer halten zu müssen.

00:36:39: Und wenn man selber neurodivagent ist dann ist es umso schwieriger dieser Spur zu halten.

00:36:44: Mir zum Beispiel hilft es aber ein bisschen leichter in dieses Spurt zu kommen weil ich eine Verantwortung dafür trage.

00:36:51: Weiß nicht ob das jetzt Sinn ergibt sozusagen indem mich das beschreibe.

00:36:56: Aber mir hilft es dass ich weiß da sind gerade ein paar junge Menschen davon abhängig dass ich ne Spur halten kann.

00:37:02: Das wiederum bringt mich mehr in dieses, ah okay ich habe jetzt hier einen Ziel.

00:37:07: Ich hab eine Motivation warum ich das machen möchte?

00:37:10: Warum ich die Morgenspur halten möchte und dann geht es auch ein bisschen leichter.

00:37:15: Ich muss nur wissen dass mich das Energie kostet und dass sich die auch an irgendeiner Stelle wieder reinholen muss zumindest ein Stück weit also sich gegenseitig dazu unterstützen.

00:37:25: Body-Doubling Dublin hilft unglaublich An dieser Stelle.

00:37:31: Dann zum Abschluss Ein ganz realistischer Part.

00:37:35: Routinen, das hab ich eben ja schon angedeutet gibt's seltenst in hundert Prozent.

00:37:42: Jeder Mensch fällt mal kurz aus einer Routine.

00:37:45: auch neurotypische Menschen fallen aus ihrer Routine.

00:37:48: zum Beispiel wenn sie krank sind steht man wahrscheinlich nicht morgens um sieben auf und das erste Mal macht es erstmal komplettes Körperpflegeprogramm im Bad sondern bleibt liegen weil es einem nicht gut geht beispielsweise.

00:37:59: also Es gibt keine hundert Prozent in Routinen.

00:38:03: Und das ein bisschen auf dem Plan zu haben, dass wir keine Roboter sind und immer noch die vergangenen Kontext ist es ja eh nochmal schwieriger.

00:38:12: Das finde ich unglaublich wichtig an der Stelle.

00:38:15: und dazu begreifen Ich bin oft bei diesem Achtzig-Prozentigen.

00:38:18: Wenn wir die meisten morgen hier zum Beispiel hinkriegen, dass unsere Kinder eine Zehne geputzt, gefrühstückt mit allem versorgt was sie sonst noch so brauchen und mit Jacke oder Ranzen aus dem Haus gehen ... Hey, Supi!

00:38:32: Und wenn es dann einen Tag gibt wo das mal runterfällt oder ein Ablaufbestand vergessen wurde Dann ist nicht alles sofort hinfällig morgens sondern dann ist das ebenso und das ist auch okay.

00:38:47: Das möchte ich an dieser Stelle noch mal mitgeben.

00:38:52: Wer sich da jetzt wissenschaftlich ganz genau einlesen möchte, findet dazu alles Wissenswerte in den Show-Notes.

00:38:58: Ansonsten wisst ihr jetzt aus unserer Gehirn wirklich dafür sorgt dass der Aufbau also das erste Mal dieses wiederholende Tun kommen sehr viel schwieriger ist.

00:39:06: Danke!

00:39:09: Und dass dann die Übersetzung und die Übertragung in diese Gruppe von Basal ganglieren, die dafür sorgen, dass daraus eine Gewohnheit wird.

00:39:16: Die ist auch noch mal schwieriger.

00:39:19: Darum sind die Routinen störanfälliger.

00:39:21: Wir brauchen immer eine sehr ähnliche Umgebung, sehr ähnelche Abläufe ... wir brauchen Unterstützung dabei, dass es durchgehalten wird vielleicht andere Personen dabei.

00:39:31: Wir müssen viel über uns selbst wissen.

00:39:34: Dann haben wir durchaus die Chance, auch in Routine zu kommen.

00:39:37: Es bleibt!

00:39:39: Und das ist ein bisschen das kleine Ja-Aber anstrengend.

00:39:41: Oh, einen Part habe ich ganz dringend vergessen!

00:39:44: Medikamente können es... unheimlich unterstützen.

00:39:47: Und das ist auch der Part, warum ich mit Medikamenten anfangen möchte um zu gucken ob es mir leichter fällt.

00:39:52: Ich habe über Ernährung gesprochen in bestimmte Ernährungsroutinen reinzukommen da nicht mehr so krass darüber nachdenken zu müssen.

00:39:58: ein Grund warum mich damit anfangen möchten ist eben genau dass dieses hey dann hab ich's einfach gemacht ohne so krasses darüber nachzudenken.

00:40:05: darauf hoffe ich ein bisschen.

00:40:06: und jetzt hätte ich fast diesen wichtigen Part vergessen den möchte ich hier aber noch unterbringen.

00:40:09: medikamente sind eine ganz wertvolle wichtige unterstützung an dieser weil sie eben auch diese Kommunikationsprozesse im Gehirn und diese Übertragungsprozese erleichtern können.

00:40:21: Deswegen seien die unbedingt hier an dieser Stelle noch genannt, nichtsdestotrotz bleibt aber die Aussage dass bei uns ADHS-Gehirnen einfach mehr Unterstützung notwendig ist Ja, vielleicht ein bisschen das Unfaire und was wir ein bisschen mehr eben auch in der Begleitung von Kindern mitdenken müssen.

00:40:41: Egal wie viel wir im Umkreis tun, egal was wir da auffahren es bleibt eine erhöhte Anforderung Es bleibt störanfälliger Es kann einfach mit höherer Wahrscheinlichkeit immer wieder auch an Anfangspunkte zurückkehren und man muss wieder von vorne anfangen.

00:40:57: Und dass mitzudenken dafür Verständnis zu haben und auch milde mit sich zu sein Das bleibt ja ein Part.

00:41:04: aber mit dem Wissen über sich selbst und der Aufklärungsarbeit gibt es hoffentlich immer mehr Menschen, die einfach sagen können, ah ja okay verstehe.

00:41:13: Das hat hier nichts mit einer Du musst halt einfach normal zu tun sondern das ist sehr viel komplexer und dafür bringe ich Verständnis auf oder gucke auch im Schulkontext wie ich andere Dinge dann vielleicht erleichtern kann und da energischonend arbeiten kann.

00:41:27: Genau dafür ist dieser Podcast da.

00:41:30: Das war jetzt mal ein bisschen deep dive in ein eigentlich großes Thema, das aber doch irgendwie selten so in die Gehirntiefe dargestellt wird.

00:41:44: Alles weitere in den Shownotes und ich freue mich wieder auf die nächste Folge!

00:41:49: Ein Interviewformat.

00:41:51: ihr euch hoffentlich auch bis dahin.

00:41:55: Und zu guter Letzt natürlich noch ein herzliches Dankeschön an Jakob Jensch und VoiceUp Productions für die Bearbeitung und die Produktion dieser Folge.

00:42:07: Ein Kopf voll Gold, was Neurodivagente Kinder brauchen und wie wir sie stärken können.

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