75. Neurodivergente Kinder und schulische Elternberatung
Shownotes
Immer wieder erreichen mich Fragen von Lehrkräften, die vor der Herausforderungen stehen, Eltern mit ins Boot zu holen, die für das Thema Neurodivergenz noch nicht so recht offen sind. Die eventuell sogar ablehnend auf mögliche Beobachtung der Lehrkraft reagieren. In dieser Folge sprechen wir darüber, welche Gefühle und Sorgen hinter diesem Abwehrverhalten stehen kann und wie wir Türen für Zusammenarbeit öffnen.
Eine Auswahl an Ratgebern und Fachliteratur:
Funke, Ulrike: Kinder im Autismus-Spektrum verstehen und unterstützen
Rietzler, Stefanie; Grolimund Fabian: Erfolgreich lernen mit ADHS und ADS
Prölß, Alexander: Hochbegabung
Lupberger, Nathalie: Auditive Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörung im Kindesalter
Schulte-Körne, Gerd; Galuschka, Katharina: Ratgeber Lese-/Rechtschreibstörung (LRS)
Zimmermann, Klaus: Jedes Kind kann rechnen lernen
Gaidoschik, Michael: Rechenschwäche – Dyskalkulie
Netzwerke:
https://www.adhs-deutschland.de
https://www.karg-stiftung.de (Hochbegabung)
https://www.bvl-legasthenie.de (Auch für Dyskalkulie)
https://www.legakids.net (Auch für Dyskalkulie)
https://www.dyspraxie-online.de
Eine Auswahl an Kinderliteratur:
Niechzial, Saskia; Hacker, Lara: Wilma Wolkenkopf
Rietzler, Stefanie; Grolimund Fabian: Lotte, träumst du schon wieder
Freudinger, Anja; Suse Schweizer: Tills Talente
Gooding, Louise; Burrows, Ruth: Wundervoll anders: Autismus, ADHS und Legasthenie: Neurodiversität als Stärke entdecken.
Niechzial, Saskia; Reich, Stefanie: Die Biberklasse. Alle anders, alle richtig
Hier geht es zu den Übersichten:
Ihr habt selbst eine Frage oder einen Themenvorschlag? Dann schreibt mir gerne:
↓ Weitere meiner Impulse findest du hier: ↓
Meine Webseiten:
Meine Kanäle:
Meine Bücher:
📚 Wilma Wolkenkopf auf großer Fahrt
💌 Kooperationsanfragen bitte an: einkopfvollgold@gmail.com
🎙️ Dieser Podcast wird produziert und betreut von Voice Art Productions
Du möchtest deine Werbung in diesem und vielen anderen Podcasts schalten? Kein Problem!
Für deinen Zugang zu zielgerichteter Podcast-Werbung, klicke hier.
Audiomarktplatz.de - Geschichten, die bleiben - überall und jederzeit!
Transkript anzeigen
00:00:00: Hi und ganz herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Ein Kopf voll Gold, dem Podcast rund um die Begleitung neurodivergenter Kinder.
00:00:08: Heute werden wir uns ein bisschen mehr wieder im Schulkontext aufhalten allerdings in einem Bereich der Lehrkräfte und Eltern ganz gleichermaßen betrifft.
00:00:19: denn mich hat eine Mail erreicht von einer Lehrkraft, die mir berichtet hat dass sie gerade ein bisschen Schwierigkeiten hat, einen Elternpaar zu einem bestimmten Kind gut mit ins Boot zu holen.
00:00:32: Sie vermutet bei diesem Kind eine Neurodivagenz.
00:00:35: auf jeden Fall sprechen sehr viele Verhaltensweisen dafür das ja einfach mal genauer von professioneller Seite drauf geschaut werden sollte.
00:00:42: die Eltern blocken allerdings jegliche Hinweise darauf ab möchten sich auf dieses Thema gar nicht einlassen obwohl sie es so laut eigener Aussage bisher auch eher Waage in den Ringen dürft.
00:00:55: Sie möchten sich eine Diagnostik gegenüber nicht öffnen und die Lehrkraft steht vor dem Dilemma.
00:01:03: Was in einem solchen Fall jetzt sinnvoll ist, denn sie sieht das dieses Kind Unterstützung braucht und ist überzeugt davon, dass es unglaublich wertvoll sein kann hier mal genauer draufzuschauen.
00:01:16: Aber ja, was kann man denn da eigentlich machen wenn die Eltern sich auf dieses Thema noch nicht einlassen können?
00:01:38: Ähnliche Anfragen wie diese erreichen mich tatsächlich relativ häufig.
00:01:42: Also dieser Lehrkraft ist damit sicherlich nicht alleine und ich glaube die meisten von uns haben vielleicht auch so eine Falschung gehabt oder können sich da durchaus hineinversetzen.
00:01:54: Und darum ist mir ganz wichtig, jetzt mal so ein paar Perspektiven aufzumachen warum Eltern sich vielleicht diesem Thema nicht immer direkt so öffnen können was da so die Vorbehalte und Sorgen sein können wie wir dann darauf gut reagieren und das eben auch ernst nehmen, was wir so für Möglichkeiten haben uns gemeinsam diesen Thema dann vielleicht doch zu nähern.
00:02:19: Und ja letztendlich auf was wir machen können wenn aber wirklich da eine Grenze bleibt also wenn Eltern langfristig nicht sich dem Gedanken einer Diagnostik öffnen können, das nicht verfolgen.
00:02:33: Was wir dann als Lehrkräft überhaupt für Möglichkeiten haben in Schule dem Kind trotzdem irgendwie gut entgegenzukommen und es entsprechend gut zu begleiten?
00:02:42: Schauen wir uns aber zuerst mal an warum den Eltern eigentlich da vielleicht doch nicht sofort heuriger schreien wenn wir mit unseren Beobachtungen um die Ecke kommen.
00:02:57: Ich glaube sehr, sehr offensichtlich vielleicht und auch am ehesten auf der Hand liegt die Angst vor einem Stigma.
00:03:03: Es ist immer noch so.
00:03:05: das sehen wir auch einfach in Kommentaren im Social Media Bereich – vielleicht auch in konkreter Erfahrung im Alltag- und privaten Bereich.
00:03:14: Das ist Thema Neurodivagenz nicht immer auf!
00:03:18: offene Ohren trifft sozusagen, dass das also schon noch mit gewissen Vorurteilen behaftet ist.
00:03:26: Dass da schnelle Kommentare fallen in diese Richtung Und es gibt eine große Angst im Kind, vielleicht Zukunftschancen zu verbauen.
00:03:33: Wenn dann da plötzlich vielleicht eine offizielle Diagnose steht?
00:03:37: Es ist auch die Frage, oh Gott ja wenn mein Kind jetzt aber das und das hat wie wird das dann später einerseits im Beruf oder auch vielleicht im Privatleben.
00:03:46: Wie wird das mit Freundschaften?
00:03:48: reagieren andere Kinder darauf?
00:03:50: Wie wird in der Jugendphase, in der Pubertät, Das Kind nicht unbedingt froh darüber ist, dass da irgendwie was doch ein bisschen anders ist als bei anderen Jugendlichen.
00:04:02: Da hat man ja doch eher die Dynamik möglichst nicht aufzufallen und möglichst sehr gut in die Peergroup zu passen.
00:04:11: Was ist vielleicht mit späteren Beziehungen?
00:04:14: Wie wird sich das alles gestalten?
00:04:17: Auf welches Umfeld, auf welches gegenüber wird mein Kind zum Laufe seines Lebens treffen?
00:04:23: und ja, das ist möglich beziehungsweise nicht möglich wenn dann da so eine offizielle Diagnose steht.
00:04:29: Diese Angst ist wirklich sehr groß und die müssen wir als Lehrkräfte unbedingt ernst nehmen.
00:04:35: wie wir dem Ganzen begegnen können dazu geht es im Anschluss an die Warum-Frage ein bisschen weiter.
00:04:44: Ein weiterer Punkt der dazu führen kann dass sich Eltern erst mal in einer gewissen Abwehrhaltung befinden Vielleicht auch noch einen eigenen, sehr vorurteils behafteten Blick.
00:04:56: Das ist so ein bisschen verknüpft mit dem was ich eben gesagt habe auf neue Divergenz gibt also dass man weil man das eben sehr oft selbst so erlebt und gehört hat oder vielleicht auch im Umfeld somit bekommt eine Idee davon gibt dass es ja eher doch irgendwie nichts allzu Positives ist wenn das eigene Kind wenn es eigene Kinder neurodivergent ist, dass man selbst irgendwie auch noch eher so einen defizit orientierten Blick hat auf dieses ganze Thema und ja einfach nicht möchte das mit dem eigenen Kind was in Anführungsstrichen falsches.
00:05:32: Das heißt, wenn ich das noch sehr, sehr verinnerlicht habe, dass es irgendwie etwas, was so nicht normal ist dann wird es schwierig, dass sich mich so freudig darauf einlassen kann, wenn jetzt zum Beispiel eine Lehrkraft mir ihre Beobachtungen mitteilt und in diese Richtung plötzlich argumentiert.
00:05:51: Da kann es schnell zu einem Lene, nee also das will ich für mein Kind nur wirklich überhaupt nicht und so möchte ich meinen Kind nicht sehen.
00:05:58: Das ist ja fast verständlich dass erst mal so eine Reaktion kommt wenn wir diesen Thema eben selbst noch nicht ganz so positiv gegenüber stehen.
00:06:07: Ein weiterer Punkt, der nicht selten passiert ist das bestimmte Elternteile.
00:06:13: Die vielleicht diesem Thema gegenüber durchaus schon offener wären Druck aus der Familie bekommen also von den Großeltern die sich immer wieder sehr abwertend über so ein Thema äußern wenn sie es zum Beispiel um Umfeld mitbekommen oder auch eine Uneinigkeit in Parbeziehung.
00:06:31: Das erlebe ich ganz häufig, dass ein Elternteil und klassischerweise meist das Elterenteil, das in erhöhter Kehrarbeit ist, also mehr Kehrarbeit hat im Bezug auf das Kind schon viel eher auf dem Weg ist zu überlegen.
00:06:44: Ja, ich merke Zuhause auch, das eine oder andere ist vielleicht ein bisschen anstrengender läuft eben nicht so wie man es klassischer Weise kennt Und Ich werde durchaus offen dafür hier mal hinzuschauen eventuell eben den anderen Part, meist in weniger Kehrarbeit der entweder diese Erfahrung noch nicht ausreichend gemacht hat um an diesen Punkt zu kommen oder eben aus unterschiedlichsten Gründen große Vorbehalte gegenüber dem Thema Neurodivagenz und all dem was da dranhängen kann.
00:07:12: Und in meinen Fällen war es so dass man das in diesem Gesprächen eigentlich schon ganz gut raushören konnte, dass es da vielleicht eine Uneinigkeit gibt.
00:07:23: Das ist auch erst mal gar nicht so ungewöhnlich.
00:07:26: Das betrifft eben ganz viele Beziehungen, also Paarbeziehung an.
00:07:29: viele Eltern sind unterschiedlich weit in diesem Thema und da werden wir gleich schauen wie man da vielleicht ein bisschen Impulse geben kann als Lehrkraft.
00:07:41: Dann ist es unbedingt wichtig, dass wir den Kontext von Eltern mitdenken.
00:07:46: Zum Beispiel auch den kulturellen Kontext.
00:07:49: bei Eltern mit Migrationsgeschichte zum Beispiel kann es durchaus sein und das haben mir diese Eltern auch sehr direkt schon so gesagt Das ist gewisse Vorbehalte gegenüber allem gibt, was so ein behördlichen Charakter hat.
00:08:03: Und das hat einen diagnostischer Prozess stellenweise ja schon.
00:08:07: also man muss da irgendwie eine offizielle Stelle... Man muss einen Termin machen, man muss Formulare ausfüllen und all das ist nicht unbedingt positiv besetzt.
00:08:17: oder es gibt eine Tendenz dass es nicht unbedingt positiv besetzt ist Weil, und das muss man einfach mal ehrlich und klar so benennen.
00:08:26: Diese Behördlichen Orte nicht immer nur die schönsten Erfahrungen bereithalten für Menschen mit Migrationsgeschichte.
00:08:34: Den wird dort sehr unterschiedlich und teils auch sehr hart und unfair begegnet Und daraus entsteht ein gewisser Vorbehalt, auch eine Angst gegenüber solch offiziellen Prozessen die dann dafür sorgen.
00:08:45: Also diese Angst kann dann dafür Sorgen das Eltern, die dann hören okay ja und was muss ich jetzt da?
00:08:52: ok das muss sich dann machen?
00:08:55: Weiß ich nicht möchte ich nicht so gerne.
00:08:57: Ich weiß gar nicht wie mir dort begegnet wird.
00:09:00: vielleicht habe ich bisher in solchen Stellen mit Vorurteilen zu kämpfen gehabt, mit wirklich sehr unpassenden Äußerungen.
00:09:06: Bin dort nicht sehr freundlich behandelt worden.
00:09:10: Ich empfehle an dieser Stelle unter anderem einmal das Buch zu lesen.
00:09:15: Mama Bitte Lern Deutsch.
00:09:16: da wird sehr eindrücklich beschrieben aus erster Erfahrungshand sozusagen wie teilweise mit Menschen dort umgegangen wird.
00:09:25: Und ja, das ist so unbequem und natürlich ist es nicht überall so.
00:09:28: Das ist mir völlig klar.
00:09:30: nichtsdestotrotz.
00:09:31: Gibt's einfach eine gewisse Wahrscheinlichkeit dass Menschen mit Migrationsgeschichte dort nicht immer unbedingt gute Erfahrungen gemacht haben?
00:09:37: Und das müssen wir ein bisschen mitdenken wenn wir plötzlich damit anfangen dass sie sich einem solchen Prozess der eben diesen behördlichen Charakter auch ein bisschen hat stellen soll.
00:09:48: Dass das durchaus etwas sein kann wodurch erst mal ne Abwehrhaltung entsteht wie meist auch nicht ohne Grund entsteht.
00:09:56: Und wenn wir eben diese Eltern ein bisschen ja mit ins Boot holen wollen, ein bisschen mehr mit ins bootholen wollen dann ist ganz wichtig dafür ein Verständnis zu entwickeln und das mitzudenken oder damit behutsam und achtsam umzugehen.
00:10:15: Ein bisschen damit verknüpft aber dann vielleicht eben nochmal deutlich Kontext unabhängiger.
00:10:22: Es gibt einfach auch gewisse Unsicherheiten bei sehr vielen Eltern in Bezug auf diesen gesamten Prozess, wo fange ich denn jetzt eigentlich an?
00:10:29: Wo wende ich mich denn hin?
00:10:31: Wo werde ich vielleicht gut gesehen?
00:10:33: Was macht denn da Sinn?
00:10:35: Wie erkläre ich denn meinem Kind diesen ganzen Prozess?
00:10:37: wie rede ich mit ihm darüber?
00:10:39: Wie viele Termine kommen da auf und zu?
00:10:40: Wo muss sich anrufen was formuliere ich Was mache ich hinterher, wenn da vielleicht eine Diagnose rauskommt?
00:10:47: Also dieser ganze Prozess beinhaltet ziemlich viele Unsicherheiten.
00:10:52: Man hat ja nicht einfach sofort irgendwie einen Einblick in den Ablauf eines solchen Diagnosenprozesses.
00:10:59: wie wird das alles passieren?
00:11:00: und dann gibt es bei ganz vielen Eltern eine gewisse Unsicherheit und auch die sorgt erst mal dafür dass man erstmal denkt oh nee muss das jetzt sein?
00:11:10: also ist das so dringend notwendig Weil weiß ich jetzt gar nicht, wie ich das nur bewältigen soll.
00:11:17: Und auch das zum Beispiel müssen wir ein bisschen mitdenken.
00:11:23: Darüber hinaus gibt es natürlich ganz viele individuelle Gründe die dafür sorgen können dass sich Eltern eben mehr oder weniger diesen ganzen Kontexten Neurodivagenz öffnen können.
00:11:36: und egal ob ich die persönlich als Lehrkraft immer nachvollziehen kann.
00:11:42: Das ist überhaupt nicht entscheidend.
00:11:44: Es ist einfach so, dass die für diese Eltern relevant sind, diese Gründe.
00:11:49: Dass das ernsthafte Sorgen sind, ernsthafter Ängste.
00:11:52: und wenn wir in eine gute Zusammenarbeit kommen wollen dann müssen wir, egal wie weit ich die nachvollziehen kann, Ernst nehmen und die adressieren und eigentlich kommt man auch nur über diesen Türöffner letztlich in eine gut zusammenarbeit.
00:12:14: Ich gehe jetzt mal so ein bisschen die Punkte durch, die ein bisschen unterstützen können.
00:12:18: Wenn es eben genau darum geht diese Sorgen und Ängste und Unsicherheiten und vielleicht auch Uneinigkeiten zu adressieren.
00:12:26: also was haben wir für Möglichkeiten darauf gut zu reagieren dem wirklich fair und gut und offen zu begegnen?
00:12:33: Ein ganz ganz ganz entscheidender Faktor ich würde fast sagen für alle Eltern doch eher in einer gewissen Abwehrhaltung sind oder einfach vorbehalten haben, ist der Faktor Zeit.
00:12:47: Zeit geben, Zeit geben und Zeit geben!
00:12:50: Und darum plädiere ich unbedingt dafür, dass sobald ihr als Lehrkraft das Gefühl habt, hier fallen mir jetzt ein paar Dinge auf... wird das gerne mal ein bisschen vertiefter beobachten, nochmal genauer hingucken.
00:13:06: Dass ihr dann möglichst schon Kontakt aufnimmt zu den Eltern.
00:13:09: Bei mir war es so dass ich früher mal dachte naja Schul ist ja so mein Ding und Ich bin da eine tolle Lehrkraft und auch für Eltern eine toelle Lehrkraft.
00:13:16: wenn ich das alles ganz alleine regeln und hinkriege Und dann beobachte ich was und und regel das aber auch sofort allein Und gerade im Kontext Neurodivergänz, wenn sich das mit so im Laufe der Zeit eben hier so ein bisschen herauskristallisieren sollte wird genau diese dieser Ansatz ein bisschen schwierig.
00:13:34: Denn das werde ich nicht komplett allein hinkriegen schon alleine deswegen weil ich ja gar nicht allein diagnostizieren kann.
00:13:40: Das heißt irgendwann brauche ich die Eltern und ich hatte gerade zu Beginn meiner schulischen Laufbahn sehr, nein nicht sehr häufig aber doch ab und zu Thema, dass ich Eltern viel zu spät informiert habe.
00:13:52: Ich hab ganz lange selber gemacht, gewurschtet getan und gesagt, nein das ist doch alles super!
00:13:56: Ist doch alles toll hier und da.
00:13:57: aber das regle ich schon.
00:13:59: und mit diesem Gefühl sind Eltern aus Gesprächen gegangen oder haben das so für sich verständlicherweise eingeordnet.
00:14:06: Und als ich dann irgendwann gemerkt habe, hm, okay jetzt doch... Ich glaube hier müssten wir mal eine Fachperson drauf schauen lassen.
00:14:13: Dann kam ich damit um die Ecke und die Eltern sind aus allen Wolken gefallen.
00:14:17: aber bisher war doch immer alles gut und sie haben doch gesagt, Sie machen!
00:14:20: Was ist denn jetzt hier los?
00:14:22: Ja, meine Ideen und Beobachtungen sind da nicht sofort auf offene Arme gestoßen sondern erstmal auf eine ziemliche Überraschung und auch erstmal ein Hä, warum denn jetzt so plötzlich?
00:14:34: Das ist doch ein bisschen komisch.
00:14:35: Also kann ja irgendwas nicht stimmen!
00:14:37: Es gab nicht unbedingt nur Offenheit sich auf diese Sachen einfach einzulassen und im Grunde genommen auch total verständlich.
00:14:43: Heutzutage mache ich es so dass ich viel früher interagiere mit den Eltern sehr, sehr früh beobachtung teile und dann aber das ganze auch genauso kommuniziere.
00:14:55: also wenn ich merke okay hier braucht ein kind eine engere begleitung mir fallen paar dinge auf.
00:15:00: jetzt bin ich natürlich auch ziemlich tief im thema mir fallen die dinge vielleicht auch ein bisschen schneller auf.
00:15:06: Dann versuche ich möglichst früh mit eltern darüber ins gespräch zu kommen und ich adressiere dann auch dass sich ihr sehr, ladet die Eltern ein oder wird telefonieren, vielleicht machen wir es auch per E-Mail.
00:15:21: Das kommt sehr auf die Lebensumstände der Eltern an.
00:15:23: und was für sie besser passt übrigens auch im wertvollen Tipp in Kontext Elternzusammenarbeit wirklich gucken welche Form von Kommunikation ist für Eltern wirklich passend?
00:15:34: wie kann ich am besten mit ihnen in Interaktion treten?
00:15:38: Und dann ja Verläufe zum Gespräch so, dass ich meine Beobachtung teile und auch wirklich darauf achte, das ich sie als Beobuchtung benenne.
00:15:48: Also möglichst wertfrei nur zeigen was mir auffällt, was ich beobachtet habe Und dann sage ich auch Wir haben jetzt wirklich noch ganz viel Zeit.
00:15:59: Sie sollen überhaupt nicht unruhig sein.
00:16:01: Mir ist einfach wichtig dass ich früh in eine gute Zusammenarbeit komme, weil ich damit ganz tolle Erfahrungen mache.
00:16:08: Wenn man früh zusammen arbeitet, früh schaut sich austauscht sie kennen ihr Kind zu Hause super gut.
00:16:14: vielleicht kennen Sie das?
00:16:15: Vielleicht haben Sie eine Idee wie was zuhause gut funktioniert?
00:16:18: Vielleicht kann ich daraus etwas mitnehmen und dann hier schulisch umsetzen.
00:16:22: also früh zeigen das und das fällt mir auf.
00:16:25: Ich gedenke damit so und so umzugehen.
00:16:27: Ich würde gerne Ihre Sichtweise hören.
00:16:29: können Sie das einordnen?
00:16:30: ist das völlig neu für Sie falls es einen können.
00:16:33: Wie gehen Sie damit zu Hause um?
00:16:34: Das könnte für mich super, super wertvoll sein.
00:16:36: Damit das Kind merkt wir arbeiten hier zusammen und sind wahnsinnig drum bemüht dass es dem Kind schulisch gut geht und es gut seinen Potenzial entfalten
00:16:44: kann.".
00:16:46: Kleiner Werbeblock an dieser Stelle.
00:16:48: ich habe gerade ein Buch geschrieben das exakt genau das von vorne bis hinten beinhaltet Also ganz, ganz viele konkrete Formulierungen wie man solche Gespräche beschreiben führen kann ohne allzu sehr in Bewertungen zu gehen.
00:17:03: Wie man gut kommunizieren kann warum man zum Beispiel hier so frühen Interaktion tritt.
00:17:07: und also genau das was ich heute beschreibe ist dort ein größeres Thema und mit ganz vielen Formulierungen also beispielsweise Formulierungs versehen damit man mal eine Idee hat wie man sowas dann gut sprachlich und auch insgesamt situativ gestalten kann.
00:17:24: Also ich nehme früh Kontakt auf, beschreibe was mir so auffällt.
00:17:28: Wir besprechen was man zu tun kann.
00:17:31: Ich nehme die Expertise der Eltern in Bezug auf ihr Kind ganz ernst und man kann an dieser Stelle nämlich auch schon mal ein bisschen vorfühlen wie stehen denn die Eltern zu meinen Beobachtungen?
00:17:44: Ist das für die völlig neu, also man weiß zwar nicht ob das letztendlich wirklich neu ist oder ob sie noch nicht so viel Vertrauen zu mir haben um ehrlich zu berichten ja doch das kennt man schon irgendwie von Zuhause.
00:17:55: Oder ist es wirklich neu weil das Kind sich zu Hause auch das ist durchaus ganz typisch möglich sich völlig anders verhält.
00:18:02: dann habe ich schon die Idee, okay kennen die diese Situation überhaupt?
00:18:05: Kennen die dieses Verhalten?
00:18:07: und wenn sie es kennen wie stehen Sie dem gegenüber.
00:18:09: Manchmal sind dann Eltern auch sehr schnell so dass sie sagen ja jetzt muss ich sagen also wir haben damit schon ganz lange Thema auch immer mal wieder überlegt ob man vielleicht doch mal da professionell drauf schauen lassen und und und.
00:18:21: Also da kriegt man eigentlich eine ganz gute Idee.
00:18:23: wo stehen die Eltern in Bezug auf diese Themen eigentlich.
00:18:27: Sind sie davon noch sehr weit entfernt?
00:18:29: reagieren sie vielleicht ein bisschen skeptisch da schon ein bisschen Abwehr oder merkt man relativ schnell, okay das ist nicht neu für sie dieses Thema und Sie haben sich sogar selbst schon Gedanken darüber gemacht da vielleicht mal genauer drauf schauen zu lassen.
00:18:41: In allen Fällen würde ich von dort Also es sei denn, die Eltern haben wirklich schon ganz konkrete Überlegungen.
00:18:49: Ja wir überlegen seit drei Jahren eine Diagnostik zu gehen und eigentlich wollen wir da schon seit einem Jahr anrufen das ist jetzt der Moment wo was machen dann ist das natürlich völlig okay.
00:19:00: ansonsten würde ich auch wenn die Eltern aufgeschlossen sind trotzdem an dieser Stelle erst mal sagen so jetzt haben wir uns ja gut ausgetauscht haben sie ein bisschen Ideen gesammelt wie wir dem Kind gut begegnen können was mal ausprobieren.
00:19:12: das würde ich machen und würde mich dann in zwei drei Wochen zeitnah noch einmal wie so mein Eindruck jetzt ist, wenn ich eben das und dass ausprobiert habe.
00:19:20: Wenn die Eltern sehr aufgeschlossen sind und ohnehin schon ein bisschen im Thema kann man auch anbieten Literatur mitzugeben.
00:19:28: Klar natürlich diesen Podcast empfehlen oder auch meinen Boot meine Webseite und
00:19:33: Co.,
00:19:33: aber natürlich auch von anderen Creatorinnen, anderen AutorInnen Bücher empfehle nicht.
00:19:39: packen wir es in die Show Notes.
00:19:41: für die, die sich schon länger mit dem Thema beschäftigen sicherlich nichts Neues.
00:19:45: Aber es ist ganz gut, sich als Lehrkrafter so einen kleinen Fundus anzulegen um den dann mitzugeben.
00:19:50: Ganz toll sind an der Stelle auch wirklich immer Kinderbücher selbst noch für die Eltern also nicht nur für das Kind sondern auch für die Eltern weil dieses Thema eben mit Sorgen behaftet ist.
00:20:00: Mit naja wie wird's mit der Zukunft meines Kindes?
00:20:05: Was wird dann, oder auch dieser defizit orientierte Blick in neueren Kinderbüchern?
00:20:09: Wird das ganze Thema ja sehr achtsam.
00:20:11: Auch sehr stärkenorientiert präsentiert und es kann eine ganz tolle Annäherung für Eltern sein sich erst mal über so Kinder Bücher dem Thema zu nähern die quasi auch die Eltern ein bisschen liebevoll an die Hand nehmen und in dieses Thema einführen ohne dass da gleich zwanzig Fachbegriffe geschmissen werden und hier noch irgendwie ne Merkmalz-Aparkliste sondern einfach wirklich liebevoll dem ganzen begegnet wird und das kann super hilfreich sein, um diese Tür zu öffnen.
00:20:40: Also das könnte man so machen wenn die Eltern schon ganz gut auf den Weg sind.
00:20:44: Wenn man jetzt merkt da war noch nicht so viel Offenheit für die Eltern war das ein ziemlich neues Thema überhaupt?
00:20:51: Diese Beobachtung, die ich geteilt habe dann würde ich so wie ich es eben gesagt hab sagen okay jetzt haben wir uns ein bisschen gesammelt.
00:20:58: oder ich habe immer gezeigt wie ich jetzt ein bisschen agieren würde mit dem Kind Und ich würde mich zeitnah melden, welche Erfahrungen ich jetzt im Weiteren mache.
00:21:07: Also das wirklich klar ist... Ich probiere jetzt was!
00:21:09: Vielleicht haben die Eltern auch noch mal so ein, zwei Impulse reingeben.
00:21:12: Das testen wir jetzt mal so'n bisschen aus.
00:21:13: Ich lerne das Kind weiter kennen und dann fände es toll wenn wir uns zeitnah widersprechen einfach um zu schauen wie ist das Ganze weitergegangen?
00:21:20: Wo steht das Kind
00:21:21: jetzt?!
00:21:23: Ja, das ist immer ein wertvoller Tipp gerade in solchen Fällen wirklich auch schon konkret zu vereinbaren.
00:21:29: Wann wir das nächste Mal miteinander sprechen?
00:21:31: Gerade auch meinem neurodivergenten Gehirn hilft es dass ich mich ja auch in so einem also daran erinnere, dass wir hier enger und langfristiger gut zusammenarbeiten.
00:21:42: Und ja, das war sein wertvolle tip an dieser stelle.
00:21:46: und wenn diese Zeit vergangen ist, würde ich mich eben auch wieder bei den Eltern melden.
00:21:51: und ja dann ist es ja ganz unterschiedlich.
00:21:53: Vielleicht hat sich eine bestimmte Merkmalausprägung oder ein bestimmtes Verhalten tatsächlich gelegt und war wirklich nur mal eine Phase – auch das ist ja absolut möglich!
00:22:04: Oder ich merke eben doch, dass hält sich weiter hartnäckig.
00:22:09: Wir probieren verschiedene Dinge, die auch durchaus vielleicht anklang finden.
00:22:14: Die Begleitung bleibt aber intensiv.
00:22:16: ich muss weiter eng dran sein.
00:22:18: Das würde ich vielleicht auch so mitteilen.
00:22:21: Vielleicht würde ich an der Stelle dann auch schon mal aufmachen Wie lange ich das Ganze jetzt noch beobachten würde?
00:22:27: Vielleicht probiert man in der stelle nochmal was anderes aus und sagt okay das und dass und das würde ich gerne nochmal probieren Die Eltern einfach jetzt ganz gut so im Geschehen halten, sag ich mal.
00:22:39: In vielen Fällen fangen die Eltern an selber auch sich ein bisschen zu informieren.
00:22:45: falls nicht und wir gehen eher davon aus bei der Lehrkraft die sich gemeldet hat dass eben weiter so eine Abwehrhaltung da bleibt haben wir trotzdem ein bisschen Zeit gegeben sich diesen Thema zu öffnen.
00:23:00: das ist unglaublich wichtig.
00:23:02: Ich zum Beispiel war ja diesem Thema gegenüber eher aufgeschlossen sogar und ich habe jahrelang überlegt ob ich wirklich in eine Diagnostik gehen soll.
00:23:12: Und ich hatte keine Behördenangst, ich hatte gar nicht so große Sorgen vor Stigma und
00:23:17: Co.,
00:23:18: also das war überschaubar sag' ich mal.
00:23:20: Und trotzdem hat es echt gedauert bis sich mich an diesen Gedanken oder auf diesen Gedanken einer Diagnastik wirklich wirklich einlassen konnte.
00:23:29: Das heißt man kann sich vorstellen dass wenn wir damit um die Ecke kommen die dann nicht unbedingt am nächsten Tag losrennen sondern das ist ein paar Gespräche braucht.
00:23:36: Achtet bitte in diesen Gesprächen da drauf sie trotzdem gut auszubalancieren.
00:23:40: Also nicht natürlich, ich glaube das versteht sich in meiner Arbeit fast von selbst.
00:23:43: aber ich möchte noch mal erwähnen dass ihr wirklich schaut, dass es natürlich nicht nur um diese Dinge geht die euch ja in der Begleitung auffallen, aber sowohl ihr sagt okay das ist herausfordernd hier müssen wir da dran sein.
00:23:56: Da braucht es Unterstützung sondern natürlich auch immer schaut jetzt muss ich Ihnen mal was erzählen.
00:24:01: also gestern habe ich etwas so schönes beobachtet das möchte ich Ihnen jetzt unbedingt mal mitteilen.
00:24:06: Also dass auch natürlich immer mit einbringen sodass die Eltern uns gut kennenlernen können und einschätzen lernen können.
00:24:12: Auch das ist ein wichtiger Faktor.
00:24:14: Dass sie sehen hier ist nicht eine Lehrkraft die irgendwie da unser Kind schnell in eine Schublade stecken möchte, sondern die sieht unser Kind ganz zeitlich.
00:24:24: Da fallen die tollen Dinge auf.
00:24:25: Die hatten ganz liebevoll einen Blick auf unser Kind und die Möchte helfen.
00:24:29: Und das werden wir am ehesten vermitteln können – wir haben es nicht in Garantie in der Hand – aber wir werden's am ehestem vermittelt können wenn wir eben zeigen dass wir nah dran sind, nah beobachten, aber eben in beide Richtungen.
00:24:44: Irgendwann ist in diesen Gesprächen natürlich und da gehen jetzt nicht drei Jahre ins Land, sondern man hat so ein paar Wochen vielleicht auch ein paar Monate aber dann ist der Moment gekommen.
00:24:53: Man sagt also ich habe das Gefühl wir probieren hier alles sie sind so engagiert zu Hause dabei und schauen und gucken.
00:25:01: Ich fände es sinnvoll, jetzt hier doch nochmal eine unabhängige Person draufschauen zu lassen.
00:25:06: Eine Fachperson einfach um zu gucken was könnt ihr noch dahinter stecken?
00:25:12: Wie können wir noch unterstützen?
00:25:14: das empfinde ich als super hilfreich.
00:25:18: Ich würde mal gucken ob ich die konkreten Vermutung meinerseits äußere Wir können ja letztendlich auch keine Verdachtsdiagnosen stellen.
00:25:26: Das ist nicht unsere Expertise und unser Bereich.
00:25:29: Man kriegt mit der Zeit ein Gespiel dafür, wo man diese Wörter wie ADHS und Co.
00:25:32: wirklich sehr konkret droppen kann und wo man einfach das genauso formulieren kann, wie man ja letztendlich auch unsere Diagnostik reingehen darf nämlich schauen steckt da vielleicht noch mehr?
00:25:44: dahinter gibt es noch mehr dass wir wissen sollten über dieses Kind damit wir einfach noch besser unterstützen können damit das Kind sich noch besser kennenlernen kann auf vielleicht zu Hause nochmal ein paar mehr Impulse an die Hand kommen Und und und.
00:26:02: Wenn wir jetzt aber an dem Punkt sind, dass ... also wenn wir diesen Faktor Zeit und Vertrauen berücksichtigen, haben wir schon eine gewisse Menge an Eltern.
00:26:12: Die sonst vielleicht, wenn wir da so mit der Tür ins Haus gefallen wären, die wir in Abwehrhaltung erlebt hätten, die jetzt da vielleicht schon offener sind?
00:26:21: Jetzt gibt es aber Eltern, da machen wir das alles so.
00:26:24: Und die sagen trotzdem ah nee, ah nee.
00:26:26: Ach damit will ich gar nichts zu tun haben auf welchem Wege sie auch immer das äußern.
00:26:31: Dann müssen wir eben gucken, okay.
00:26:34: Was ist denn Sache?
00:26:34: Ich kann ganz konkret fragen... ich oder das Adressieren.
00:26:38: Ich erlebe dass Sie jetzt nicht so ganz begeistert sind von dem was ich gerade gesagt habe oder was ich vorgeschlagen habe, sehe ich das richtig?
00:26:47: dann können die da etwas zu sagen und dann kann man fragen, was macht Ihnen denn da Sorgen?
00:26:52: vielleicht können wir da weiterschauen.
00:26:54: Vielleicht kann ich Ihnen Ängste nehmen, vielleicht habe ich was an der Hand wo Sie sich vielleicht mal einlesen können?
00:27:00: Vielleicht geht es Ihnen dann damit besser!
00:27:02: Übrigens wenn solche Gespräche mit Eltern erfolgen die noch nicht so gute deutsche Kenntnisse haben, dann arbeite ich entweder bei uns mit Dolmetscher-Innen im Gebiet oder auch mit Übersetzungsapps
00:27:16: usw.,
00:27:18: das funktioniert eigentlich So ganz gut.
00:27:22: klar ist man in seiner Erstsprache.
00:27:24: Das gilt ja für beide Seiten sicherlich am sichersten und zu Hause, aber auch so habe ich schon gute Gespräche in diese Richtung führen können.
00:27:35: Wenn man dann eben sowieso schon vertrauensvolles Verhältnis aufgebaut hat, dann ist die Wahrscheinlichkeit auch höher das Eltern wirklich sagen.
00:27:41: Ja wissen Sie also diese Schublade?
00:27:44: Ich kann mir die für meinen Kind nicht vorstellen!
00:27:47: So Angst was meine Eltern, also die Großeltern des Kindes dazu sagen.
00:27:56: Da sehe ich jetzt schon dass wir da irgendwie dann für verrückt erklärt werden wenn wir das jetzt machen und dann kann man den Sachen begegnen Und dann kann Man eben an diese Stelle auch wieder Literatur setzen oder ein Podcast verschiedene Informationsquellen anbieten, um sich ein bisschen zu wappnen für das Thema.
00:28:15: Auch da wieder Zeit zu geben, sich da so ein bisschen reinzufinden.
00:28:21: Wissen Sie als Mama ... Da kann man auch mal so sich offenbar sagen, als Mama kann ich diese Sorgen total verstehen?
00:28:28: Das ist doch ganz klar!
00:28:29: Dass man da vielleicht auch gewisse Ängste hat und mich kann Ihnen das und das empfehlen, um dich da ein bisschen einzulesen.
00:28:36: Vielleicht macht es die Ängst ein bisschen kleiner und wir sprechen in zwei Wochen noch einmal.
00:28:40: Das wäre dann zum Beispiel so ein Weg.
00:28:45: Wenn die Vorbehalte sich etwas unterschiedlich gestalten bei den Elternteilen, also dass ein Elternteil durchaus schon offen ist für das Thema, das andere Elterenteil aber eben nicht, dann kann super hilfreich sein wirklich, dass etwas wie soll ich sagen sorgenvollere Elterinteile eben ganz gezielt auch wieder mit Literaturempfehlungen der Möglichkeit sich einzulesen abzuholen oder eben auch ganz klar zu sagen, okay das ist völlig in Ordnung.
00:29:14: Es ist total verständlich sich da Gedanken zu machen und Sorgen zu haben.
00:29:18: ich kann Ihnen empfehlen an den gegebenen Stellen einfach mal einen Beratungstermin zu vereinbaren und so ein bisschen auch einblick zu geben in diesen ganzen diagnostischen Prozess.
00:29:30: es gibt das gehört fast ein bisschen zusammen eigenen Punkt aber auch noch mal betrachten.
00:29:35: Es gibt so eine gewisse Sorge, dass wenn man einmal in dieser Schiene drin ist sozusagen, dass einem das dann völlig aus den Händen genommen wird also da gar keine eigene Entscheidung mehr möglich ist als Kind und also man selbst geht mit dem Kind zu diesen Diagnose-Stellen, zu irgendwie den Fachkräften und ab dann kann man auf diesem ganzen Prozess überhaupt keinen Einfluss mehr nehmen.
00:29:59: Ab dann wird das Kind da genommen abgetestet.
00:30:04: Dann gibt es eine Diagnose, dann müssen sofort Medikamente genommen werden.
00:30:07: und also das ist eben das was ich vorhin gesagt habe ganz große Vorbehalte auch gegenüber diesem ganzen Prozess da dran und dieser ganzen ja diesen ganzen Ablauf.
00:30:17: und was passiert da eigentlich?
00:30:18: Und auch eine riesige Angst die hab' ich eben noch nicht so explizit genannt dass einem das aus den Händen gerät dass man da in so einer gewisse Ohnmach kommt und dem Kind da irgendwas übergestülpt wird, vorgesetzt und bestimmt wird.
00:30:31: Und man selbst tut überhaupt gar keinen Einfluss mehr darauf.
00:30:34: Man kann das ein bisschen verknüpfen an dieser Stelle gerade dann wenn zwei Elternteile sie eben nicht so einig sind oder unterschiedlich weit was das Thema angeht dass man eben so ein bisschen auf macht.
00:30:44: also Sie behalten an jeder Stelle dieses Prozesses die Entscheidungshoheit.
00:30:52: Das ist ganz ganz wichtig für manche Eltern Und es ist auch nicht so, dass sie dahin kommen.
00:30:56: Dann wird das Kind geschnappt irgendwo in den Raum gebracht Sie bleiben davor und dann wird da sonst was abgetestet Sondern man kommt dort hin und hat in der Regel ein Erstgespräch.
00:31:07: Ich würde sie wirklich inständig bitten So ein Gespräch wahrzunehmen und nur sich wirklich darauf einzulassen mal nur dieses Gespräch zu machen.
00:31:17: Nehmen sie dorthin bitte unbedingt alle Fragen mit auch alle Sorgen, die sie haben.
00:31:23: Alle Ängste, die Sie haben schreiben Sie sich das vorher auf und die stellen Sie dann dort.
00:31:28: Sie sind garantiert nicht das erste Elternteil dass sich verständlicherweise Sorgen macht oder Angst vor bestimmten Dingen hat oder ich weiß was dann im Anschluss passieren könnte, gar nicht weiß was so eine Diagnose für das Kind bedeuten könnte.
00:31:44: und ich kann sie nur wirklich dazu einladen wenigstens diesen Termin einmal zu machen.
00:31:50: Und dann wirklich alles, was ihnen da irgendwie komisch vorkommt wo Sie sich nicht sicher sind?
00:31:55: Wo Sie aufgesagt haben?
00:31:57: Da habe ich bestimmte Vorbehalte.
00:31:59: Nehmen Sie das alles mit und besprechen Sie das vor Ort!
00:32:02: Sie können auch ganz deutlich vor Ort sagen dass vielleicht ... Die Mutter beispielsweise ist es ehrlicherweise klassischer Weise so rum, dass die Mutter da schon irgendwie ein bisschen weiter in ihren Gedanken ist.
00:32:15: Aber man selbst eben noch zögerlich und das dort dann auch einmal zu adressieren das in die Hände dieser Fachkraft zu geben, die auf diese Fragen dann antworten kann.
00:32:27: Also quasi die Tür dahin gehen zu öffnen und nicht sagen so, jetzt kommt dieser diagnostische Prozess und dann geht es rein und das Kind ist sofort weg und irgendwelche Fragebögen und Tests und da geht die Schuflade auf Kind rein und gesagt wird's auch noch mit Medikamenten überschüttet.
00:32:40: wir haben ja in der Öffentlichkeit leider eine sehr verurteilt behaftete Darstellungen und Vorstellungen von Audibergens, Diagnostik und all dem was danach kommt.
00:32:50: Und die geht nicht spurlos an Eltern vorbei.
00:32:54: und diese Vorstellung bauen sich dann auf um sie abzubauen oder eine Tür darauf aufzumachen indem man sagt zu jedem Zeitpunkt in diesem Prozess dürfen Sie stoppen, dürfen sie anhalten, dürfen Sie Fragen stellen.
00:33:06: Dürfen Sie auch wieder aufsteigen wenn Sie sich an einer Stelle nicht wohlfühlen?
00:33:10: Wenn Sie das Gefühl haben wir sind hier nicht gut aufgehoben dann dürfen Sie eine solche Stelle auch wieder verlassen.
00:33:17: es gibt keine Verpflichtung dazu also diese Exits quasi aufzumachen und auf der anderen Seite die Tür zu öffnen und sagen vielleicht erst mal nur den allerersten Schritt und der allererste Schritt ist ein Gespräch und da dürfen Sie Bitte unbedingt alle, alle Fragen stellen.
00:33:34: Das haben wir in unserem Erstgespräch damals auch gemacht und das war super, super wertvoll!
00:33:40: Und bei uns war es auch so dass mein Mann und ich an unterschiedlichen Stellen waren im Bezug auf dieses Thema schon allein durch meinen Beruf und meine Erfahrungswerte in diesem Bereich Und das haben wir da alles reingebracht und es war super wertvoll, dass mal durch eine sehr neutrale Person beleuchtet zu bekommen.
00:34:02: Auch wenn wir jetzt wieder in die Lehrkraftposition denken, dass wir uns da ein Stück weit entlasten, denn wir können auf gar keinen Fall irgendwie parberatend oder vermittelnd unterwegs sein – oder nur sehr bedingt!
00:34:16: Dann ist es eine ganz tolle Idee... wenigstens diesen Weg aufzumachen und dazu einzuladen, um darum zu bitten doch wenigsten sich dafür zu öffnen.
00:34:25: Das kann auch wieder schon einige Eltern dann ein bisschen auf den Weg bringen daran angeknüpft.
00:34:32: Das habe ich schon gesagt, dass man ein bisschen diesen Prozess zeigt und offenlegt.
00:34:37: Und da wird mal wieder klar das ich es so schwierig finde, dass wir Lehrkräfte in diesem Bereich so wenig auch in der Ausbildung Berührungspunkte haben, so wenig lernen darüber wie sowas dann abläuft weil wir ja offensichtlich – das wird jetzt ja ganz klar – die sind, die das begleiten und beraten müssen bis Eltern dann einmal in einer Diagnostik sitzen.
00:34:55: also wenn es jetzt quasi in schulischer Zusammenarbeit passiert und nicht schon vorher oder auf Eigeninitiative der Eltern etc.
00:35:03: Das heißt, wir sind total in der Anforderung auch in der rechtlichen Verpflichtungen Beratungsarbeit zu leisten die vielleicht auch über den längeren Zeitraum die auch bei Eltern stattfinden zu lassen.
00:35:15: Diese Beratungen, die eben noch nicht so aufgeschlossen sind und dazu gehört auch dass wir eben dadurch Ängste nehmen können das wir es ein bisschen erzählen was eigentlich eine Diagnostik mit sich bringt Und auch Eltern an die Hand nehmen und sagen sie behalten die Entscheidungsmöglichkeiten Sie dürfen an jeder Stelle wo sie sich wirklich nicht mehr wohl fühlen abbrechen.
00:35:34: all diese Dinge Klar müssen wir es nicht bis ins kleinste Detail wissen, aber schon eine Idee davon haben.
00:35:39: Wo schicke ich den Eltern überhaupt hin?
00:35:41: Was kommt da auf die Eltern zu?
00:35:43: Was passiert da?
00:35:44: Was machen wir danach mit einer möglichen Diagnose?
00:35:48: und wie soll ich das beraten wenn ich das gar nicht inhaltlich wirklich weiß?
00:35:53: Das ist ja auch ein Antrieb meiner Arbeit dass sich Lehrkräfte hier sicherer machen möchte weil Sicherheit und Wissen so wertvoll ist logischerweise für Beratungsarbeit.
00:36:04: Und solange das eben nicht, also selbstverständlicher festgelegter Teil von Ausbildung oder Fortbildung ist, versuchen wir es dann auf diesen Wege.
00:36:13: Also ein bisschen älternd die Ängste zu nehmen indem wir zeigen wie so ein Prozess abläuft dass man in der Regel wenn man jetzt noch zu gar keinen Anknüpfpunkt hat, dann ist das in der Regel die kinderärztliche Praxis.
00:36:27: Dort holt man sich eine Überweisung.
00:36:30: Das kann auch mit Hürden zusammenhängen, weil nicht alle Kinderärztinnen da so ganz aufgeschlossen sind.
00:36:37: Je mehr Deutschlandes Thema mal gedroppt wurde umso eher kaum distanzionale Beweisungen.
00:36:43: hier können wir als Lehrkräfte – das habe ich ja auch schon öfter gemacht – durchaus unterstützen indem wir einmal einen Bericht aus der Schule schreiben wie immer alles extraarbeit nahm.
00:36:53: Das muss man schon auch ehrlicherweise so benennen, aber ich habe dann eine Dienerviersage geschrieben, ein bisschen das Kind beschrieben und darum gebeten die Erzählungen der Eltern ernst zu nehmen und einfach um den weiteren Schulweg des Kindes zu unterstützen hier bitte eine Überweisung auszustellen.
00:37:10: in den aller allermeisten Fällen hat es dann auch geklappt sollten die Eltern privat versichert sein braucht dass diese Überweisungen in der Regel nicht Der Großteil ist ja dann doch eher gesetzlich versichert und da braucht es die.
00:37:23: Und falls es da Schwierigkeiten gibt, haben wir manchmal eine wahnsinnige Machtposition als oder eine Unterstützung Position positiv formuliert wenn wir den Eltern so ein Schrieb mitgeben wo wir auch nochmal direkt die Fachpersonen die kinderärztliche Fachperson adressieren und sagen bitte bitte das wäre super wertvoll wenn diese Überweisung ausgestellt wird Genau, dann von dort geht es eben an die Diagnose stellen.
00:37:52: eine Praxis sein mit KinderpsychiaterInnen.
00:37:55: Das kann das SPZ sein, dass dafür zuständig ist.
00:38:00: in bestimmten Kontexten können das auch psychologische Praxen sein.
00:38:05: Da muss man einfach gucken was regional und vor Ort ja überhaupt möglich ist und da dann auch mit langen Wartezeiten rechnen.
00:38:12: Das ist wieder einmal ein Hinweis darauf wirklich früh zu agieren weil selbst wenn wir zu einer bestimmten Zeitpunkt beraten darauf einlassen, wird es noch Monate mindestens dauern bis das Ganze dann wirklich auch ganz konkret in Gang kommt.
00:38:30: Auch von der Warte aus ist super wichtig so früh wie möglich den Kontakt aufzunehmen im Zusammenarbeit zu gehen vor Behalte abzubauen und den hinten haben wir dann doch irgendwie immer diese Uhr ticken dass irgendwann dieses Kind auch deutlicher unter Druck gerät und diese langen Wartezeiten sind da eben nicht sonderlich unterstützend Und hilfreich.
00:38:53: Wir können außerdem dann eben sagen, ja so und so wird es ablaufen.
00:38:58: Das ist ein bisschen unterschiedlich pro Stelle.
00:38:59: Meistens eben wie so ein erst Anamnese-Gespräch mit den Eltern vielleicht auch mit dem Kind, vielleicht getrennt, vielleicht zusammen.
00:39:06: Dann finden die konkreten Testungstermine statt.
00:39:08: Die laufen auch je nach Stelle ein bisschen unterschiedlich ab und danach wird eine Diagnose gestellt oder nicht gestellt.
00:39:16: Danach wird geschaut was sind jetzt wichtige und sinnvolle Unterstützungsmaßnahmen?
00:39:22: Schule geht es dann oft in den Nachteilsausgleich, da habe ich eine ganz umfangreiche Sammlung die man sich kostenlos anschauen kann.
00:39:28: Die könnte man auch schon in so ein Gespräch mit reinnehmen weil als ich angefangen hab war's für mich auch immer super schwer wenn ich dann gesagt habe ja dann können wir nochmal ganz anders unterstützen und die Eltern gefragt haben ja wie was könnte man denn so machen?
00:39:40: Bei einem Mann am Anfang ja doch eher so.
00:39:44: diese Idee von mehr Zeit können wir geben und LAS, also Leserechtreibstörungen, können wir dann irgendwie auch Notenschutz.
00:39:56: Und es macht auch wieder sicherer und gibt den Eltern eine konkretere Vorstellung was alles so möglich sein kann wenn haben.
00:40:10: Klar, wir sind uns glaube ich einig.
00:40:12: das ist einfach schön wäre wenn diese ganzen Individualisierungen und Angebote einfach einklehren die brauchen zur Verfügung stehen.
00:40:19: in meinem Bundesland also Niedersachsen ist es auch tatsächlich so dass für Hilfen im Sinne eines Nachtheitsausgleichs nicht zwingend eine Diagnose notwendig ist, aber ich weiß leider auch, dass das in den Bundesländern sehr unterschiedlich gehandhabt wird.
00:40:35: Aber manchmal hilft es auch, kannst du die Tür aufmachen wenn man da wirklich ein sehr umfangreiches Papier liegen hat oder sehr umfangreiche Empfehlungen zeigen kann und sagen, scharen Sie mal!
00:40:45: Wenn wir wissen was Sache ist können wir viel zielgenauer arbeiten und diese und diese Angebote ganz problemlos machen.
00:40:54: Das ist manchmal auch hilfreich für Eltern.
00:41:01: Wenn jetzt die Hürde nicht nur ist, was läuft dann da so ab?
00:41:06: Wie läuft es im Prozess ab und muss ich das alles mitmachen oder wie viele Entscheidungen und Einfluss habe ich noch?
00:41:11: Sondern wenn auch quasi eine gewisse Überforderung mit diesem Prozess ist oder auf Vorbehalte gegenüber der Institution selber oder den Institutionen selber gegenüber und das aus den Gründen, die ich vorhin schon genannt habe.
00:41:26: Dann kann es – wenn wir das gewährleisten oder leisten können – sinnvoll sein Prozess Hilfe anzubieten?
00:41:32: Vielleicht haben wir auch in der Schule Ja, Schulsozialarbeitskräfte oder andere Menschen die da unterstützen können.
00:41:42: Zum Beispiel in der Kontaktaufnahme oder beim Ausfüllen von Formularen.
00:41:47: Meist mache ich so wenn wir uns eh zu einem älteren Gespräch treffen und es gibt eine gewisse Offenheit dass ich dann so bestimmte formulare schon da habe oder wir gemeinsam da anrufen oder gemeinsam diese Anmeldformulare digital ausfühlen Also dass ich das anbiete, das zu machen und ich verknüpfe das einfach mit dem sowieso stattfindenden Elterngespräch.
00:42:09: Einfach damit ich das irgendwie auch zeitlich abgebildet bekomme... bei mir aufschuhen oder in den Fällen, in denen ich einfach Eltern begleitet habe.
00:42:18: Wirklich schon ganz gut geklappt, dass sich diese Hilfe angeboten haben die auch sehr dank verankernommen wurde und einfach auf diesen ersten Schritten dann so ein bisschen unterstütze.
00:42:28: Ganz im Ernst als neurodivergente Person, die wirklich auch einen riesen Thema mitzubehörden hat und selbst eine Behördenangst und Formulare, die mich überfordern weil ich dieses komische Beamtendeutsch so schlecht verstehe als Beamte in Paradoxerweise, aber ich finde einfach diese Sprache so umständlich.
00:42:46: Und das fällt mir super schwer und ich habe da also nicht dass das dann so unter Anrufen um Gottes willen.
00:42:52: Also auch ich finde total wertvoll wenn jemand erste Schritte mit mir geht meistens wenn es dann mal rollt bekomme ich das super alleine hin.
00:42:59: Ich hab's in meinem Fall jetzt auch so bei meinen Kindern alleine angeschoben kann das super, super gut verstehen.
00:43:08: Und bin an anderen Stellen manchmal wahnsinnig dankbar wenn jemand diese ersten irgendwie schwierigsten Schritte ein Stück gemeinsam geht.
00:43:16: also das wäre zum Beispiel für mich immer ein super Türöffner.
00:43:19: da möchte ich ganz transparent sein dass sich da auch sehr dankbar für Unterstützung bin und super verstehen kann wenn es für andere Eltern eben auch der Fall ist.
00:43:36: Wenn jetzt trotz all dieser Dinge die ich jetzt genannt habe keine Öffnung passiert, die Vorbehalte bleiben.
00:43:44: Dann kann man noch manchmal so Techniken nutzen indem man zum Beispiel bestimmte Fragen stellt.
00:43:55: Zum Beispiel wenn Kann man fragen, wo die Eltern denn das Kind so in ... Ich sag jetzt mal einen Zeitraum.
00:44:04: Fünf Jahren sehen also was sie im Kinder wünschen, wo es stehen soll schulisch wie das aussehen soll und wenn dann darauf eine konkrete Antwort kommt kann man ganz klar aufmachen okay Wie glauben Sie denn dass wir wenn wir diesen Weg jetzt nicht gehen?
00:44:19: Also diese Unterstützung Nicht in Betracht ziehen, nicht eine Diagnostik für sie gar nicht infrage kommt.
00:44:27: Wie sähe denn dann der Weg aus?
00:44:29: Wie soll sich das gestalten?
00:44:31: wie soll das Kind in diese Zielvorstellung kommen.
00:44:35: was wären also ihre Gedanken?
00:44:37: Das wäre zum Beispiel ein Weg Eltern so ein bisschen in die Überlegung zu bringen okay wenn wir das jetzt nicht machen Was heißt das Für unser kind in fünf Jahren und dass wirklich möglichst realistisch durchgehen.
00:44:50: Ja, wir lehrkräften auch keine Zauberkugel.
00:44:52: Wir wissen nicht wie ein Kind sich letztendlich schlägt aber ich habe zwar zum Glück selten selten den Fall gehabt dass das Elternteil der sich wirklich trotz all dieser Maßnahmen ganz langfristig gesperrt haben.
00:45:04: Aber sowas kann ganz wertvoll sein.
00:45:06: dazu gibt es auf verschiedenste Anregungen übrigens in meinem Hof was man so verfragen stellen kann.
00:45:11: Eine Möglichkeit ist eben so das Szenario mal aufzumachen Wie geht denn wohl der Weg für dieses Kind weiter?
00:45:17: Wie stellen sie das die Eltern sofort wenn man jetzt eben diesen Weg von Diagnosen und Diagnostik nicht geht.
00:45:26: Eine weitere hilfreiche Frage wäre zum Beispiel auch zu fragen, gibt es denn irgendeine Möglichkeit?
00:45:33: Was müsste passieren in einer idealen Welt damit Sie sagen okay ich würde mir zumindest mal diesem Beratungstermin geben lassen oder das könnte ich mir vorstellen.
00:45:45: Was wäre dazu notwendig?
00:45:47: Manchmal bringt das auch noch mal eine neue Perspektive rein.
00:45:50: Kann also sinnvoll sein!
00:45:53: Wenn aber auch das alles nicht fruchtet und Eltern weiter ganz vehement bei einem Nein bleiben und sagen, nee.
00:46:00: Das will ich nicht, möchte ich nicht mache ich nicht!
00:46:03: Das kommt für mich und unser Kind nicht in Frage.
00:46:07: Dann müssen wir das ein Stück weit akzeptieren.
00:46:09: Und was ich dann manchmal erlebe ist so ein Tja na gut wenn die Eltern nichts machen?
00:46:13: Dann kann ich jetzt halt auch nichts mehr tun.
00:46:16: und es ist wirklich unbedingt wichtig dass wir wie soll ich es nennen, in diese ja trotz Reaktionen kommen.
00:46:24: Sondern wirklich weiter ganz professionell den Blick auf das Kind richten.
00:46:29: Das Kind kann nichts für die Haltung der Eltern und manchmal können auch die Eltern wirklich aus unterschiedlichsten Gründen, die manchmal sogar auch echt wirklich menschlichen Nachvollziehbar sind sich zu dem Zeitpunkt wo wir sie begleiten nicht auf diesen Prozess einlassen vielleicht in drei Jahren.
00:46:45: klar wäre es fürs kind viel toller wenn das früher passiert.
00:46:48: Aber es gibt manchmal Gründe.
00:46:51: Wir durchsteigen das ja auch nicht immer bis in die letzten menschlichen Tiefen, die eben diesen Prozess jetzt nicht möglich machen zu dem Zeitpunkt wo diese Eltern und wir miteinander arbeiten.
00:47:02: Und wenn wir da so alle Register gezogen haben dann ist es eben wichtig zu sagen okay gut die Eltern können das zu diesem Zeitpunkt aus welchen Gründen auch immer nicht?
00:47:12: Das Kind trägt einen wirklich gar keine Schuld, wenn man überhaupt von Schuld sprechen möchte.
00:47:20: Und das Kind hat trotzdem verdient, dass ich mein möglichstes tue.
00:47:23: Klar wären die Möglichkeiten immer weiter, immer größer haben wir besser.
00:47:27: Wenn wir in eine gute Zusammenarbeit kommen, wenn der Fachkräfte mit eingeschaltet würden, das wäre ja immer der Idealfall.
00:47:33: aber jetzt können wir nur schauen und es ist ja immer das wofür ich plädiere wie weit komme ich Es gäbe den Idealfall, der ist eben nicht da.
00:47:41: Wie sieht denn jetzt die Zweit?
00:47:42: Die dritt, die viert oder fünf beste Lösungen aus?
00:47:46: und wir können schon ganz viel dadurch bewirken dass Neuroinklusive Lernumgebung schaffen.
00:47:54: Das ist ja sowieso das, wofür ich sehr einstehe.
00:47:57: Also Umgebungen schaffen in denen möglichst viele unterschiedliche Lernunterstützung und Lernangebote für alle Kinder ganz selbstverständlich zur Verfügung stehen.
00:48:06: Ganz egal ob die nun irgendwie eine offizielle Diagnose haben oder nicht.
00:48:11: also Rückzug Bewegung Begrenzung Die Unterteilung von Lernen Hämppchen, also dass man eben nicht die riesige total überfrachtete mit tausend Aufgaben versehene Schulseite, Schulbuchseite vor sich liegen hat oder Arbeitsheft-Seite sondern das was unterteilt ist.
00:48:33: Übergänge gut gestalten, ne Tagestransparenz, ne Stundentransparens eine Sprache die durch immer wiederkerne Gesten unterstützt es, Visualisierungen Musik als Konzentrationshilfe und so all diese Dinge die ich ja in sehr, sehr vielen Podcast-Folgen auch schon aufgemacht habe.
00:48:52: Die ich auf meinem Kanal nenne – all das können wir ja auch ohne dass wir für irgendeine Diagnose hätten in unserem Unterricht und unseren Klassenzimmer so gestalten.
00:49:04: Und wenn wir das tun ist ja die Wahrscheinlichkeit da, dass wir das Kind zumindest schon mal ein bisschen abholen indem was es so braucht!
00:49:14: Wie gesagt klar, da ist eine Grenze Aber so werden wir dem Kind trotz fehlender Diagnose ein Stück weit gerecht und scharfen Umgebungen in den bestimmten, vielleicht auch Ableitungsverhalten oder ja Gegenwehr-Verhalten auch schon so ein bisschen abgefedert wird.
00:49:31: Das was wir auch immer machen können ist im Klassenzimmer über Unterschiede sprechen.
00:49:38: Es ist erwiesen, dass im Kontext Neurodivergenz Selbsteducation ein ganz wichtiger Faktor ist also sich selbst sehr gut zu kennen eigene Stärken aber auch Herausforderungen benennen zu können Strategien zu entwickeln bei denen man weiß hey das hilft mir in dem wie ich so bin und was ich brauche in bestimmten Situationen sehr gut erforscht, dass das ganz besonders wertvoll ist.
00:50:05: Und ich kann mit einem Kind auch über die eigenen Bedürfnisse des eigene Lernverhalten sprechen – das was man braucht ohne dass ich dabei die Diagnose habe.
00:50:16: und je offener Klassenzimmertour.
00:50:20: Je offener wir darüber sprechen, hey!
00:50:22: Wir alle lernen ein bisschen unterschiedliches... ...unterschiedlich.
00:50:25: Wir brauchen etwas Unterschiedliches.
00:50:26: Wir fühlen allein ein bisschen anders.
00:50:28: Wir denken alleine ein bisschen an das.
00:50:29: Wir kommen auf andere Lösungen.
00:50:31: Wir führen uns mit unterschiedlichen Dingen wohl.
00:50:34: Je mehr das eben Thema wird, je mehr jedes Kind sich da gut kennenlernen darf und ausprobieren darf und auch scheitern darf und was Neues ausprobiert darf.
00:50:44: umso eher lernen diese Kinder sich So weit kennen, dass sie durchaus da auch eine gewisse Kompetenz entwickeln und in ein lernförderliches Verhalten kommen ohne das eben da dann eine Diagnose steht.
00:51:02: Bestimmte Unterstützungswege sind dadurch nicht so leicht möglich.
00:51:07: zum Beispiel Medikamente.
00:51:10: Ganz egal wie man zu Medikamenten steht, aber aus der Forschung oder aus Studienunterhebung ist sehr klar.
00:51:15: Das bestimmte Dinge bisher wirklich einen richtigen Nennenswert nur veränderbar sind durch Medikation.
00:51:23: Das wollen manche Menschen nicht so gerne hören.
00:51:26: Aber so ist einfach die Forschungslage derzeit.
00:51:29: Dass das ein wichtiger Unterstützungsfaktor ist, der fällt dann weg.
00:51:31: Das ist definitiv zum Beispiel eine Grenze.
00:51:34: Davor gibt es schon viele Dinge, die wir tun können.
00:51:37: An der Stelle auch noch mal der Hinweis auf Therapien wenn die Eltern diese Diagnose nicht möchten weil sie vielleicht aus unterschiedlichen Warten Angst haben.
00:51:48: Ach so an dieser Stelle nämlich genau das wollte ich noch vorhin gesagt haben.
00:51:53: Wir können Eltern auch die Angst nehmen dass diese Diagnose dann irgendwie überall rumposaun wird.
00:51:59: Sie selbst entscheiden Wer diese Diagnose erfahren darf, ob die schulische eine Rolle spielen soll überhaupt.
00:52:05: Ob ein Nachtherzausgleich gewährt werden soll und so weiter.
00:52:10: auch das bleibt in ihrer Hand.
00:52:11: Sie haben dieser Antwort aber Eltern dürfen entscheiden was sie damit machen.
00:52:15: gleich hätte Empfehlung dafür sozusagen.
00:52:17: Aber letztendlich dürfen dass Eltern entscheiden.
00:52:19: also auch das hilft nochmal Dass das dann nicht irgendwie dem Kind quasi als Postel auf der Stirn klebt.
00:52:25: Das ist immer ganz wichtig.
00:52:28: Ja, so Dinge benennen die auf so ein Kind warten.
00:52:32: Wenn man eben nicht diagnostiziert sich aber trotzdem natürlich neurodivergent verhält.
00:52:36: Das können wir nennen.
00:52:37: das ist sozusagen nochmal eine Ergänzung zu dem was ich ohnehin schon gesagt habe.
00:52:45: Ich glaube jetzt ist so ganz gutes Feld aufgemacht welche Möglichkeiten wir haben Was wir sogar auch tun können wenn die Eltern sich wirklich langfristig nicht darauf einlassen können.
00:52:55: und beim Faktor Zeit ich weiß dass wir manchmal diese zeit nicht haben Also manchmal auch eine Klasse übernehmen oder merken, hier wird es jetzt aber wirklich sehr dringend Zeit.
00:53:08: Da sind dann schon Jahre ins Land gegangen und an den weiterführenden Schulen kriegen wir manchmal ein Kind wo bisher nicht viel passieren konnte aus welchen Gründen auch immer und da hat man eben vielleicht nicht mehr diese vielen Monate Zeit.
00:53:23: gebt den Eltern zumindest ein bisschen Zeit, um zu verdauen.
00:53:27: Wenn ihr mit sowas um die Ecke kommt?
00:53:29: Dann sind's eben nicht die Wochen und dann noch mal Wochen, sondern es ist vielleicht okay.
00:53:32: ich sag Ihnen das jetzt.
00:53:33: bitte schlagen Sie mal ein paar Nächte drüber.
00:53:35: hier haben wir so ein bisschen Literatur wir sprechen in zwei wochen und dann müssen wir mal wirklich schnell gucken wie es weitergeht denn Es wäre super wenn Ihr Kind schneller an die richtigen Unterstützungsstellen kommt.
00:53:46: und also selbst da können wir einen Minimum an Zeit irgendwie versuchen einzuräumen, um eine Zusammenarbeit möglichst wahrscheinlich zu machen.
00:53:55: und genau darum geht es am Ende.
00:53:56: Wir haben es nicht endgültig in der Hand unter Garantie das Eltern sich einlassen.
00:54:03: Das sind eigenständige Menschen, die für sich selbst entscheiden.
00:54:05: Wir haben andere Menschen nicht unter Kontrolle ohne dass wir stark manipulativ werden und das ist ja nicht das Ziel hier.
00:54:12: aber wir können eben Wahrscheinlichkeiten erhöhen in eine gute Zusammenarbeit zu kommen.
00:54:15: Wir können Wahrscheinlichkeit erhöhen Ängste abzubauen, Wahrscheinlichheiten erhöhen und Türen öffnen.
00:54:22: Das können wir machen Und ich habe ganz klar die Erfahrung gemacht, dass ich mit Eltern aus den unterschiedlichsten Hintergründen den unterschiedlichen Lebenssituationen eigentlich fast ausnahmslos immer in eine gute Zusammenarbeit gekommen bin.
00:54:35: Ich hatte glaube ich nur ein einziges Mal den Fall, dass das so gar nicht möglich war sich für dieses Thema zu öffnen und dann ich einfach an der Position war mit dem Kind So weit wie das möglich war, einen guten Weg zu finden.
00:54:52: Das war zum Glück weitestgehend möglich und tatsächlich habe ich erfahren dass zwei oder drei Jahre später dann auf der Weiterführendschule die Diagnose gestellt wurde und ja das Kind dann seine Antwort hatte die Eltern auch.
00:55:08: Wer weiß, vielleicht hat auch den Weg, den wir davor versucht haben zu ebnen.
00:55:11: Vielleicht hatte das einen Einfluss?
00:55:13: Das gilt ja für Eltern sowie für Kinder dass wir manchmal darauf vertrauen müssen, dass das was vielleicht in dem Moment noch nicht sichtbar und möglich ist oder möglich sein kann mit dem was wir so... Hineingeben oder hineinstecken in bestimmte Beziehungen und Kinder- und Familien, dass das aber irgendwann doch ankommt.
00:55:34: Und Früchte trägt auch wenn wir das nicht mehr so direkt mitbekommen.
00:55:38: Mit diesen Worten zum Donnerstag beende ich diese Folge.
00:55:41: hoffe da waren jetzt ganz gute Antworten dabei und freue mich auf die nächste Folge.
00:55:46: bis dahin Und zu guter Letzt natürlich noch ein herzliches Dankeschön an Jakob Jens und VoiceUp Productions für die Bearbeitung und die Produktion dieser Folge.
00:56:01: Ein Kopf voll Gold, was Neurodivagente Kinder brauchen und wie wir sie stärken können!
Neuer Kommentar