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76. Neurodivergente Kinder und Schwimmenlernen

Shownotes

Vielleicht ist das ein eher nischiges Thema, aber für die Eltern, deren Kinder mit dem Element Wasser so ihre Schwierigkeiten haben, ist es dafür umso wichtiger und größer. Gerade für neurodivergente Kinder können Wasser, Lautstärke, Körperkontakt, neue Bewegungsabläufe und eine unübersichtliche Schwimmbadumgebung noch einmal ganz eigene Herausforderungen mitbringen. Umso wichtiger ist die Frage: Wie können wir Kinder so beim Schwimmenlernen begleiten, dass ihre individuellen Bedürfnisse, Grenzen und ihr eigenes Lerntempo wirklich berücksichtigt werden?

Darüber spreche ich in dieser Folge mit Anja Kerkow, Pädagogin, Schwimmlern-Expertin und Gründerin von ROCHENKINDER®. Anja begleitet seit über 30 Jahren Kinder und Familien im Wasser und geht dabei bewusst einen anderen Weg als viele klassische Schwimmkurse. Wir schauen gemeinsam darauf, wie Kinder ohne Druck Vertrauen ins Wasser und in die eigenen Fähigkeiten entwickeln können, welche Rolle Eltern als vertraute Bezugsperson im Lernprozess spielen und warum Sicherheit im Wasser weit mehr bedeutet als Technik und Schwimmabzeichen.

Hier geht es zu Anjas Angebot:

  • Online-Minikurs für 0€ „Schwimmen lernen beginnt daheim!“: Bereite dein Kind schon zu Hause sanft auf das Schwimmenlernen vor und erfahre, welche wichtigen Grundfertigkeiten im Wasser Kinder ganz natürlich im Alltag entwickeln können. So könnt ihr bereits im vertrauten Umfeld eine wertvolle Grundlage für einen entspannten Start ins Schwimmenlernen schaffen – für jedes Kind und ganz in seinem eigenen Tempo.

  • Instagram: @rochenkinder

Ihr habt selbst eine Frage oder einen Themenvorschlag? Dann schreibt mir gerne: einkopfvollgold@gmail.com

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🎙️ Dieser Podcast wird produziert und betreut von Voice Art Productions

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Transkript anzeigen

00:00:00: Verabschieden Sie sich vom Selbstverständlichen hat unsere Therapeuten mal zu mir gesagt und daran musste ich in der Vorbereitung auf diese Folge wieder denken, denn das Schwimmenlernen des gilt hierzulande schon irgendwie als eine Selbstverständlichkeit.

00:00:14: Meist so in der Orientierung bis zur Einschulung sollten Kinder hierso ganz grundlegend immer auf dem Weg sein.

00:00:20: Da es das in manchen Kontexten aber eben alles andere als selbstverständlich ist und was genau mein Kernthema Neurodivergenz damit zu tun hat... Das kläre ich in der heutigen Folge gemeinsam mit meiner Gästin Anja Kerco, Gründerin der Schwimmschule Rochenkinder.

00:00:40: Ein Kopf voll Gold!

00:00:42: Was neurodivagente Kinder brauchen und wie wir sie stärken können.

00:00:50: Anja ihr habt ja proaktiv den Kontakt zu mir gesucht.

00:00:53: Warum war für euch oder auch für dich völlig klar dass das Thema schwimmen lernen?

00:00:58: In so einem Podcast zum großen Feld neurodivergenten Kinder ganz sinnvoll platziert ist?

00:01:03: Ich arbeite ja seit über dreißig Jahren mit Familien im Wasser, mit Kindern im Wasser und da begegnet mir das Thema einfach so sehr.

00:01:13: Und ich bekomme so viele Nachrichten – ich spreche mit so vielen Eltern!

00:01:18: die genau vor diesen Herausforderungen stehen und zum einen ja, die Sorge haben.

00:01:24: Ja ich möchte das mein Kind schwimmen lernt aber auch merken dass das Standardprogramm einfach nicht so funktioniert.

00:01:32: Ihr habt auf eurer Seite, ich habe mich an Geburt angeschaut und da taucht es Wort bedürfnisorientiert oder alles was in diese Richtung geht immer wieder auf?

00:01:41: Was meint das im Bezug aufs Schwimmenlernen?

00:01:46: einfach wirklich auf die Kinder geguckt wird und dass wir wirklich sehen, okay was ist dann das eigentliche Tempo oder das eigentlich Interesse des Kindes.

00:01:57: Also wie möchte sich das Kind zu dem Moment mit dem Wasser vertraut machen?

00:02:03: Wozu ist es bereit?

00:02:04: Was passt eigentlich gerade?

00:02:06: Und da steht halt im Gegensatz zu einem festen Programm, wo es so einen festen Ablauf gibt.

00:02:13: Wo klar ist was jetzt gemacht werden soll und unterrichtet wird.

00:02:17: Und genau das ist letztendlich der Unterschied.

00:02:20: Wenn du sagst, ihr schaut immer aufs Kind und wie das so seinen Weg zeigt und zeigt, was es braucht um eben gut auf diesem Weg seine Entwicklung durchzuschreiten gerade beim Schwimmenlernen.

00:02:34: Woran?

00:02:35: Siehst du das?

00:02:36: Also sitzen da hin und sagen, also ich hätte das gerne so und so.

00:02:40: Und so möchte ich schwimmen lernen.

00:02:41: oder worauf achtest du?

00:02:43: Woran erkennst du?

00:02:44: Okay hier müssen wir auf diese Weise agieren.

00:02:46: Hier passt vielleicht das besser.

00:02:48: Erzähl mal ein bisschen aus deinem Alltag.

00:02:52: Das Spannende ist dass wir gar nicht in der Situation sind das festzustellen was jetzt jedes Kind braucht denn Wir beten den Kindern sozusagen einen Raum an, einen sicheren Raum der vorbereitet ist.

00:03:07: Der ausgewählt ist wo wir keine Öffentlichkeit haben und die Kinder... wirklich sich selbst mit dem Wasser vertraut machen können.

00:03:18: Also wir mehr so die Rahmenbedingungen stellen, aber es dann kein festes Programm gibt und die Eltern sind auch immer mit dabei.

00:03:25: das finde ich einfach super wichtig.

00:03:27: dass sie ja einfach eine vertraute Bezugspersonen dabei haben Das macht ihnen einfach viel viel leichter sich auf so eine völlig neue Situation einzustellen.

00:03:38: Und die Abwesenheit eines festen Plans.

00:03:42: Ich bin können wirklich in ihrem eigenen Tempo auch zu gucken, was brauche ich denn jetzt eigentlich gerade?

00:03:50: Bin ich überhaupt schon bereit um ins Wasser zu gehen oder setze ich mich erst mal draußen hin.

00:03:57: oder was mag ich jetzt eigentlich ausprobieren?

00:04:00: Oder muss ich erst mal gucken.

00:04:03: Also andere Geräusche, fremde Gesichter ist es ja einfach so viel, was da auf die Kinder einprasselt, sodass sie dann selber entscheiden können, was möchte ich denn jetzt

00:04:14: machen?".

00:04:15: Das

00:04:15: klingt sehr, sehr sinnvoll gerade wenn man eben an meinen Thema denkt.

00:04:18: dazu kommen wir gleich nochmal genauer.

00:04:20: du hast jetzt diesen Raum den ihr davor bereitet angesprochen.

00:04:24: wie kann ich mir den ganz konkret vorstellen?

00:04:26: Es ist das wie eine mini kleine Schwimmhalle oder wie es so ein Raum vorbereitet?

00:04:32: Also wir

00:04:32: haben eine Schwimmhale, die halt auch nur für unsere Gruppe da ist.

00:04:38: Wir haben keinen öffentlichen Badebetrieb oder ähnliches.

00:04:41: Das sind wirklich feste Gruppen.

00:04:43: was heißt es kommen auch die kommen einmal eine Woche und sehen auch immer wieder bekannte Gesichter Und wir räumen alle Utensilien, die andere Kurse da benutzen alles weg.

00:04:59: Wir haben wirklich die Halle, wir haben das Wasser und eine Begrenzung, welchen Teil des Beckens genutzt wird.

00:05:09: Das war

00:05:09: es erst

00:05:10: mal so dass es nicht zu viel ist und dass die Kinder auch wirklich die Gelegenheit haben mit dem Wasser überhaupt in Kontakt zu kommen.

00:05:18: Wenn wir jetzt so, wie gesagt mal so langsam Richtung Kontext Neurodivergents kommen.

00:05:23: Du hast schon gesagt die Kinder zeigen dann verhalten sich und ihr beobachtet und kriegt eine ganz gute Idee davon wo ein Kind gerade noch steht ist es überhaupt schon bereit ins Wasser zu gehen.

00:05:36: gibt es so du hast gesagt das dieser dreißigjährige Erfahrung?

00:05:39: du hast das Thema NeuroDivergence immer mal wieder präsent Und ja, es begegnet dir und auch die Sorgen der Eltern, die da vielleicht manchmal dranhängen in diesem Kontext.

00:05:50: Gibt es so bestimmte, ich sag mal, Bedürfnis-Faktoren bei speziellen Neurodivagenten Kindern?

00:05:56: Bei denen du merkst okay das spielt wirklich immer und immer wieder eine Rolle.

00:06:00: dass taucht bei nahezu allen Kindern irgendwie auf.

00:06:03: gibt es da Dinge die ja in so einer gewissen Gemeinsamkeit eine gewisse Aufmerksamkeit brauchen?

00:06:09: ganz ehrlich nein

00:06:12: Sie sind alle,

00:06:17: also jeder Mensch wie wir hier erwachsen ja auch.

00:06:19: So sind die Kinder alles so unterschiedlich und ganz unabhängig davon ob sie mit Neurodivergenz kommen oder... Auch nicht.

00:06:30: Sie stehen alle am anderen Punkt, wir haben Kinder die einfach noch nicht vertraut sind mit dem Wasser.

00:06:38: Wir haben Kinder, die können wir fast gar nicht halten weil sie einfach nur los wollen und ich kann da gar nicht jetzt genau sagen okay Kinder mit Neurodivergenz sind immer so ja es ist einfach... Es stimmt einfach nicht.

00:06:52: Und bei uns, wir wissen um die Diagnosen und wir beobachten auch Dinge ja aber letztendlich tritt das total in den Hintergrund wenn wir Kinder im Wasser begleiten weil jedes Kind ist so da wie es da ist und hat einfach den Raum darauf zu reagieren sodass wir gar nicht so gucken müssen, okay das ist jetzt typisch für Kinder mit Neurodevergänz.

00:07:21: Das machen sie alle.

00:07:22: So ist es einfach nicht.

00:07:23: Die einzelnen Formen sind ja zum Beispiel auch sehr unterschiedlich.

00:07:26: Eine Neurodivergänze ist ja am Ende nur der Überbegriff und ein Kind mit ADHS wird sich vielleicht allein... schon aufgrund einer ganz anderen Charaktas anders verhalten als ein autistisches Kind.

00:07:40: Und dann auch darin haben sie einfach ganz individuelle Charaktere, so wie alle anderen Kinder eben auch.

00:07:44: Du hast gerade gesagt ihr wisst um die Diagnosen fragt ihr die vorher ab also wollt ihr das proaktiv wissen oder erzählen des Eltern?

00:07:51: habt ihr da so vorgespräche?

00:07:53: Wie läuft das ab?

00:07:54: Also wir fragen es nicht aktiv ab.

00:07:56: viele Eltern teilen uns bei der Anmeldung schon mit oder auch wenn wir dann in Kontakt kommen.

00:08:03: Aber das ist nicht Voraussetzung, aber wir wissen darum weil es viele einfach auch mitteilen möchten um Einfach so ein bisschen Klarheit zu geben.

00:08:14: Ja, manchmal auch kann ich so als Mama sagen ist es einfach ein Stück weit auch Beruhigung zu wissen.

00:08:20: Ich habe diese wichtige Information weitergegeben.

00:08:23: Da weiß jemand rum Kann es unter Umständen berücksichtigen an bestimmten Stellen.

00:08:28: Es nimmt aus ein bisschen die Sorge ob das Kind wenn es sich zum Beispiel besonders ängstlich zeigt oder ja Das ist ein ganz häufiger Faktor zum Beispiel man bekommt als Elternteil in unterschiedlichsten Kontexten dafür ganz gerne mal Kommentare, wenn das Kind eben sehr zögerlich sich zeigt.

00:08:44: Sehr zurückhaltend ist oder eben auf... die komplett andere Richtung und man möchte quasi schon immer die Erklärung direkt mitliefern, bevor die werdenden Kommentare kommen.

00:08:54: Deswegen kann ich diese Dynamik das erst mal schnell mitzuteilen sehr gut nachvollziehen.

00:08:58: Und wie schön dass ihr das dann auch ernst nehmen und einfach damit umgeht und dann aber trotzdem sehr individuell schaut was braucht denn dieses Kind jetzt gerade hier?

00:09:06: Und es brauchen vielleicht auch in der Kombination.

00:09:09: Die Eltern haben gesagt sie sind mit dabei.

00:09:10: Vielleicht spielen die ja auch hier und da noch eine Rolle.

00:09:13: da können wir gleich nochmal darüber sprechen.

00:09:16: wenn Ich Jetzt Trotzdem mal so in diese neurodivagenten Merkmale schaue oder schau was sind denn trotzdem so typische Anforderungspunkte, die viele neurodivergente Kinder vereinen.

00:09:28: Dann kann man schon ein paar Bereiche aufmachen wo man sagt da kann es einfach vermehrt zu Beobachtungen kommen.

00:09:36: also das kann ich ein bisschen feststellen dass das ein Anforderungsbereich ist.

00:09:39: Das sind so Dinge wie diese ganzen sensorischen Geschichten gerade dieser Umgebung.

00:09:44: Also eine Schwimmerhalle bringt eine andere Lautstärke mit sich, bringt Temperaturunterschiede mit, die ich sensorisch wahrnehme.

00:09:50: Vom Außenwasser ins Wasser vielleicht mich danach wieder ausziehen anziehen dann auch diese unterschiedlichen Dinge wie ich bin plötzlich nass, danach bin ich trocken und habe was Nasses an, danach habe ich wieder etwas Trockenes an.

00:10:00: Wasser selbst ist ein sehr intensiver Reiz.

00:10:03: viele neurodivagente Kinder haben Themen mit Körperwahrnehmung in die ein oder andere Richtung.

00:10:08: Sensorische Integrationsthemen, also zum Beispiel Gleichgewicht ist für diese Kinder auch manchmal ein Thema Motorik.

00:10:14: Also gerade im RDS-Bereich haben wir oft Auffälligkeit in der Gruppe oder Feinmotorik.

00:10:19: Gruppensituationen sind ein riesen Thema.

00:10:22: Übergänge ne?

00:10:23: Wir haben ganz viele Übergenge könnte ich mir vorstellen in so einer Schwimmstunde allein wie gesagt vom Trocknen ins Nasse, vom Nassen ins Trockne andere Klamotten, Klamottenausklamotte an etc... Wie geht ihr mit diesen einzelnen Stellschrauben um?

00:10:37: Also wirklich mit diesen sensorischen Themen, mit diesen Übergängen die da sind.

00:10:42: Mit so Körperwahrnehmungen kann man ja mal der Reihe nach durchgehen.

00:10:47: Mir fällt gerade ein dieses Bild... also wenn Kinder reinkommen in die Schwimmhalle, das ist schon das erste Schuhe aussehen dann kommt der große Teil und da will ich jetzt mal kurz zuersprechen es dann schon diese Umkleiden.

00:11:01: Diese Umkleidesituation Kleidung abzulegen.

00:11:06: Und dann der nächste Schritt, diese Dusche.

00:11:08: Also es ist ja oft so Räumen wo's auch halt ... Wo durch die Dusche das Wasser so krasselt und noch mal extra Lautstärke kommt.

00:11:16: Dann sind da noch andere Kinder, andere Eltern.

00:11:19: Dann kommt dieser harte Strahl meistens in öffentlichen Schwimmbädern.

00:11:23: Es ist nicht so viel zu Hause dass wir einen Duschkopf haben den wir dann abnehmen sondern es ist meistens oben montiert und dann kommt ein harter Strahl raus Und das ist ja für viele schon ein herausfordernder Start.

00:11:42: Das ist ein Thema, was mich sehr beschäftigt, dass wir gucken einerseits vor Ort also wie können wir das gestalten?

00:11:51: Dass wir nochmal Gefäße hinstellen, dass sie sich selber das auffüllen können.

00:11:55: Also wie können Sie dort schon mit Wasser in Kontakt gehen ohne wirklich diese harte, prasselne Dusche über sich ergehen zu lassen.

00:12:04: Also wie können wir das begleiten?

00:12:06: Dass es einerseits zum Ritual wird, dass wir vorher unseren Körper schon nass machen können.

00:12:12: aber wie kann das im eigenen Tempo gestaltet werden also in Kooperation und da machen wir Elternabende.

00:12:19: Wir geben vorher schon mal Informationen.

00:12:22: Wie könnt ihr das begleichen?

00:12:23: genau?

00:12:24: und es gibt ja auch Zuhause ganz viel Möglichkeiten, das zu unterstützen und dass es auch ein Teil meiner Arbeit einfach mit Eltern im Gespräch zu sein.

00:12:34: Was könnt ihr dann zu Hause?

00:12:36: Also bevor ihr das erste Mal in Schwimmbad geht schon anbieten damit die Kinder sich da mit Schritt für Schritt mit diesem Wasser erst mal vertraut machen können?

00:12:47: Denn ich glaube, es gibt so viele Möglichkeiten zu Hause und Eltern verbinden das Schwimmleeren immer mit Schwimmbad.

00:12:55: Ja?

00:12:55: Also Schwimmlehren fängt im Schwimbad an und letztendlich fängt Schwimmenlehren ja beginnt daheim.

00:13:03: Das Verhältnis zum Wasser wird schon längst vor dem ersten Schwimmpadbesuch geprägt.

00:13:10: Das sind Dinge, über die ich mit Eltern sehr häufig spreche.

00:13:14: Was können wir zu Hause auch für Spielmaterialien anbieten?

00:13:18: Wie können wir dort beim Baden einen Raumsetting schaffen damit sich die Kinder vertraut machen können?

00:13:26: Denn dieses Thema Wasser im Gesicht, Wasser am Kopf ist ja... Thema, was sehr viele Kinder einfach beschäftigt.

00:13:35: Ja gerade auch mit Neurodewerker.

00:13:37: Absolut!

00:13:38: Also gerade überall da wo der Kopf irgendwie unter Wasser kommt ist das dann manchmal schon der Entgegner.

00:13:44: Du hast jetzt gerade schon gesagt wie kann man so diese Wassergewöhnung sag ich mal zu Hause schon gut unterstützen?

00:13:50: Was werden denn so ein zwei Dinge die man gut machen können?

00:13:53: Ich glaube ein wichtiger Punkt ist regelmäßige Wasserkontakte anzubieten und auch da mal ein bisschen darüber hinauszuschauen.

00:14:01: also Badewanne-Dusche, das fällt uns allen ein.

00:14:05: Aber auch Hände waschen ... Auch ja den Hundenapf aufwöhlen oder Blumen gießen hat ja alles schon etwas mit Wasser zu tun und ich erlebe oft dass Kinder da ein bisschen verangehalten werden Ja?

00:14:19: Oder Wassereinschenken mit dem Kännchen.

00:14:21: Das könnte ja irgendwie kleckern Und dann wird's den Kindern wieder aus der Hand genommen.

00:14:25: Also da einfach zu gucken Was kann Was kann ich tolerieren?

00:14:29: Und was kann ich auch anbieten, um mit Wasser mich schon zu beschäftigen.

00:14:35: Ja und auch mal zu spüren okay das gibt mir etwas daneben.

00:14:40: wie fühlt sich das an wenn nicht ein Lappen aufwische?

00:14:44: wir unterschätzen das oft aber auch das hat ja schon ganz viel mit diesem Wahrnehmung von diesem Element zu tun.

00:14:53: bisschen weiter schauen als Badewanne und einfach viele Möglichkeiten schaffen.

00:14:57: Ein sehr, sehr wertvoller Hinweis finde ich.

00:14:59: da denkt man auch ich mag das super gerne wenn wenn man so Bereiche durch jemanden nochmal ja sich erschließen kann vorher gar nicht darüber nachgedacht hat.

00:15:09: Aber ja, wir haben wirklich ja diese Momente und man sagt nee ah pass auf!

00:15:14: Das kleckert das Plödat ne?

00:15:16: Und nicht jetzt in die Fütze springen du machst dich dreckig.

00:15:20: Du wirst nass also da.

00:15:21: es ist ja irgendwie blöd nass zu werden.

00:15:23: gleichzeitig will mal einmal die Woche zweimal die Woche dass das Kind nass wird in der Badewanne.

00:15:27: Also das auch gut einzuordnen fand ich für mich jetzt auch nochmal ganz ganz spannend.

00:15:34: Ich selbst war ein Kind, das sich mit dem Schwimmenlernen sehr schwer getan hat.

00:15:38: Ich habe seit Kleinkindsalter große Angst vor Wasser gehabt, egal ob Badewanne – ich hatte immer Angst, dass da Fische drin sind zum Beispiel!

00:15:48: Und das wäre nämlich so einen Punkt über den ich sprechen möchte, weil ich weiß, dass es gerade in diesem Kontext für viele Kindern Thema ist, dass mir Wasser so unendlich vorkam.

00:16:02: Wie tief ist Wasser, wie weit geht das?

00:16:06: Wo kann ich mich im wahrsten Sinne des Wortes festhalten?

00:16:10: und gerade im autistischen Kontext.

00:16:11: Ist die Körperwahrnehmung so ein bisschen anders gelagert also es schwierig immer gut zu spüren wo fängt eigentlich mein Körper an, wo hört er auf was gehört dazu was nicht?

00:16:23: Also alle, die in diesem Kontext unterwegs sind können das glaube ich sehr genau nachvollziehen.

00:16:28: Alle, die es nicht sind für die ist es mal ganz schwer zu verstehen.

00:16:32: aber deswegen gucken auch viele Autistische Kinder so nach Begrenzung weil es mir einfach hilft.

00:16:39: da ist meine Körpergrenze und da fängt dann vielleicht mehr gegenüber neuer Körper an.

00:16:46: Das kann man nicht so intuitiv feststellen ganz oft im autistischen Kontext.

00:16:50: Und dann kommt Wasser.

00:16:52: Und Wasser ist einerseits, gerade wenn Druck dazu kommt deswegen kenne ich viele autistische Kinder die im späteren Alter tauchen als Sportart machen finde ich super spannend.

00:17:03: Wenn ein gewisser Druck dazukommt hat man auch wieder diese Begrenzung durch Wasser.

00:17:06: aber ich fand es immer so gruselig In diesem Wassergefühl erst recht nicht wusste, wo fange ich an.

00:17:14: Wo höre ich auf?

00:17:15: Was ist hier das Becken?

00:17:16: wie weit geht das?

00:17:18: Wie viel is unter mir?

00:17:21: bis heute finde ich ihr sehen Natur sehen.

00:17:22: ganz gruselig mag Ich mich ungern rein.

00:17:26: des mehr finde ich grusulich unabhängig von diesem komischen Untergrund diesen matschigen da unten.

00:17:31: Also Chlorwasser oder dieses Wasser hilft schon ein bisschen weil ich zumindest ein bisschen den Boden erahne kann.

00:17:36: aber man kann es ja auch trotzdem nicht so richtig abschätzen.

00:17:39: also ich weiß dass ewig gebraucht habe, um mich in dieses Becken zu trauen.

00:17:45: Einfach aus diesem... Ich weiß gar nicht mehr wo ich anfangen, wo ich aufhör.

00:17:48: Gefühle dieses ganz Weite und ich bin nicht gehalten.

00:17:51: es ist nicht begrenzt.

00:17:53: Kennst du das?

00:17:53: Also hast du diese Sorgen und diese Angst vor diesen komischen riesigen unendlichen Wasser selber mal gesehen oder ist dir das begegnet.

00:18:02: Ich persönlich habe schon die Grenzen des Wassers erlebt, also im Meer in Wellen, wo ich auch tatsächlich ... ja Respekt bekommen habe.

00:18:13: Also da war ich auch schon Anfang zwanzig, also ich komme ja selber vom Leistungssport schwimmen als ich hab im Wasser sozusagen meinen Jugend verbracht und dachte auch eigentlich dass sich total sicher schwimmen kann.

00:18:24: aber ich hatte tatsächlich mal ein Erlebnis in der Welle wo ich dachte ich komm hier nicht mehr raus.

00:18:29: so das kenne ich schon.

00:18:31: dieses Gefühl mit diesen Grenzen kenne Ich persönlich nicht.

00:18:36: Aber das ist ein Thema was wie du ja selber schon sagst, viele Kinder tatsächlich so mitbringen und auch viele Erwachsene haben.

00:18:43: Also diese... Ich kann den Grund nicht sehen.

00:18:47: also ich mag, ich kann schwimmen aber ich muss immer wissen dass ich mich entweder hinstellen kann oder sehe wo ist hier der Grund?

00:18:56: Und nicht in so einem dunklen Wasser, in soem Seeschwimme, wo ich einfach gar nicht weiß was es eigentlich unter mir.

00:19:02: Genau!

00:19:02: Das ist ein Thema das sehr viel beschäftigt.

00:19:07: Und wenn ihr jetzt feststellt, es gibt wirklich eine große Zurückhaltung eines Kindes vor Wasser.

00:19:13: Es gibt eine deutliche Angst sich dieser großen Wassersammlung im Becken zu nähern ist ja doch nochmal ne andere Dimension als eben das Wasser im Kännchen oder in der Badewanne.

00:19:25: Wie läuft dann so eine Begleitung ab?

00:19:27: Wahrscheinlich auch immer ein bisschen anders, je nachdem wie der individuelle Fall ist.

00:19:32: Aber vielleicht kannst du mal ein bisschen skizzieren wenn ihr jetzt merkt da kommt ein Kind

00:19:37: das hat

00:19:37: wirklich große große Berührungsängste mit Wasser.

00:19:41: Wie geht es denn weiter?

00:19:42: also für Uns ist ja im ersten Kontakt gar nicht so ganz klar, worum geht's jetzt eigentlich.

00:19:48: Also es ist wirklich das Wasser?

00:19:51: Ist es jetzt die Umgebung?

00:19:53: Was ist es?

00:19:54: Wir haben einfach schon so viel erlebt also Kinder, die eine Stunde im Schneeanzug in der Halle saßen weil sie einfach nichts bewegen waren sich auszuziehen und die da einfach zugeschaut haben Und die irgendwann beschlossen haben So jetzt gehe ich mal rein.

00:20:09: Jetzt will ich doch und dann war das ein Kind dass total Wasser affin war.

00:20:14: Also das ist sofort gesprungen, es ist getaucht und da war das überhaupt nichts mit Berührung, dass der Berührungsängste mit dem Wasser waren.

00:20:23: Das hätte man möglicherweise erst mal denken können.

00:20:26: ja weil das Kind kommt rein bleibt draußen sitzen.

00:20:30: Also da müssen wir einfach noch genauer hinschauen, was ist es denn eigentlich?

00:20:33: Ist das wirklich das Wasser?

00:20:35: Ist es die Erwartungen der Erwachsenen?

00:20:39: Wir haben die Erwaltung.

00:20:39: Wir gehen jetzt in Schwimpfhurs.

00:20:42: Das heißt auch alle müssen ins Wasser.

00:20:44: Aber das ist ja eine Erwartung, die Erwachsene haben aber das braucht sehr vielleicht noch gar nicht.

00:20:52: Wenn ein Kind erst mal noch nicht reingeht dann ist das für mich erstmal So wie es ist.

00:20:58: Und wir überlegen auch gar nicht, was jetzt genau die Ursache ist?

00:21:02: Sondern wir geben erst mal Zeit und ich finde das wichtig dass die Kinder lernen.

00:21:07: okay ich kann meinem eigenen Impuls da vertrauen und das ist auch in Ordnung mich erstmal hier an den Rand zu setzen und erstmal zu gucken und erstmal anzukommen.

00:21:19: Wir bieten Spielmaterialien an, Schüsseln.

00:21:22: Dann stehen die irgendwann am Rand und können sich das Kind nehmen.

00:21:26: Manchmal findest du es auch spannend.

00:21:29: Manchmal braucht man das gar nicht.

00:21:31: Und dann kommt nach zehn Minuten schon der Impuls.

00:21:34: Ich möchte jetzt auch ins Wasser rein.

00:21:40: Oft ist unsere eigene Ungeduld.

00:21:43: Und die Erwartungen, die Eltern haben an ihre Kinder.

00:21:47: Dass Schwimmlern dann im Wasser ist und es ist so wertvoll einfach mal innezuhalten und zu gucken was braucht's denn eigentlich gerade?

00:21:57: Deswegen bin ich immer mit diesem Thema Was sind das jetzt wirklich für Ängste?

00:22:01: oder Es hilft uns grade gar nicht so wissen worum gehts eigentlich?

00:22:05: ja weil ab dem moment wo Ich versuche die kinder zu drängen Oder zu motivieren oder es ihnen schön zu reden Guck Mal alle anderen Sie sind auch im Wasser.

00:22:14: Willst du nicht?

00:22:14: Auch mal ist doch nur Wasser, guck mal!

00:22:17: Ist wie in einer Badewanne macht doch total Spaß.

00:22:20: das ist einfach nicht hilfreich und ich glaube da geht es gar nicht so darum wo hängt jetzt gerade?

00:22:27: sondern wie kann ich dem Kind einen Raum geben dass auch diese Autonomie spürt?

00:22:33: Ich kann das einfach machen wenn ich bereit bin und dann ist es okay aber ich darf auch warten.

00:22:41: Das finde ich gerade ganz, ganz wertvoll weil ich schon auch aus meiner Muttersicht diese Anspannung kenne.

00:22:51: Gerade wenn man eben Kind hat das vielleicht auch im Außen ein bisschen auffällt und man das auch oft gesagt bekommt dann gibt es so eine Nervosität.

00:23:02: okay wie reagiert jetzt zum Beispiel in diesem Fall die Schwimmen der Kraft die ich als Mutter ja auch noch nicht kenne auf das Verhalten meines Kindes?

00:23:10: und weil man sehr oft leider die Erfahrung macht, dass dann von außen vielleicht doch irgendwie komisch geguckt wird im Kommentar kommt.

00:23:17: Vielleicht auch wirklich Druck aufgebaut wird, dass man schon denkt okay das versuche ich direkt mal abzufedern und dann tanze ich genauso wie du das jetzt gesagt hast ums Kind rum so hey ist doch alles gut und es nur Wasser und vielleicht ja schonmal den Fuß rein halten also mit den besten Intentionen trotzdem irgendwie so ein kleines bisschen drängelt.

00:23:39: Einfach auch, weil man in meinem Fall kenne ich das eben als Mutter der Druck verspürt oder als Elternteil der Druckverspürtt.

00:23:46: Aber was denkt sonst diese Schwimmlerkraft wenn das jetzt hier so ewig dauert?

00:23:49: Und ich fand es gerade super schön und sehr berührend zu hören dass sich da also ich habe richtig mich grade selber innerlich entspannt gefühlt obwohl wir das Thema gerade gar nicht ja gut haben.

00:23:59: Es wird auf uns zukommen demnächst aber jetzt grad noch nicht Dass ich da auch einfach Sitzen kann mit meinem Kind.

00:24:06: Und mehr nicht.

00:24:06: Und dann gibt es weder an mich als Mutter die Erwartung, da jetzt irgendwie doch noch mal ein bisschen zu drängeln oder gut zuzureden und es gibt sie auch nicht an meinen Kind.

00:24:17: Ich habe diesen Gedanken, den fand ich gerade so ganz entspannend, dass sich ganz wertfrei mit voller Geduld in Ruhe in einem Rahmen sitzen kann der sonst oft mit Erwartungen gefüllt ist.

00:24:28: Das finde ich ganz toll!

00:24:30: Es war grad was, wo ich dachte, das klingt ja traumhaft... Das ist richtig schön und wäre, glaube ich auch für mich als Mama eine sehr schöne Erfahrung.

00:24:39: Jetzt habe ich darüber nachgedacht, als du sagst, das kann ja ganz unterschiedliche Gründe haben.

00:24:43: Es muss nicht die Angst vom Wasser sein, es kann dieser Übergang sein und was auch immer sein.

00:24:49: Ganz oft ist ein Thema diese Trennung von den Eltern.

00:24:53: viele neurodivergente Kinder haben großes Thema damit wenn die Bezugspersonen nicht da sind oder sehr nah dran sind einfach weil sie aufgrund eines herausfordernden Alltags angewiesen sind auf diese Leuchttürme sozusagen.

00:25:08: Oft ist auch das ein Thema.

00:25:09: Können wir euch die Eltern mit ins Wasser, wenn das Kind sagt Mama soll aber mit oder Papa so aber mit?

00:25:15: Bei uns gehen alle Eltern.

00:25:17: Es geht bei jedem Kind ein Elternteil mit ins Wasser, es ist keine Frage von Können sondern jedes Kind wird von einem Elterenteil begleitet.

00:25:26: und das machen wir nicht nur bei dem Prozess am Anfang also wenn's so zum Kennen lernen sondern wir machen das konsequent in allen Gruppen und wir begleiten auch Kinder.

00:25:37: die sind schon dritte vierte Klasse Die schwimmen schon sicher ja sie können schon sicher schwimmen ihren Eltern, mit einem Elternteil gemeinsam ins Wasser.

00:25:47: Es ist mehr ein totales Anliegen aus verschiedenen Gründen also zum einen um Eltern mitzunehmen bei diesem Abenteuer Schwimmlernen und sie nicht auf die Bank zu platzieren oder hinter die Scheibe sondern dass sie wirklich dabei sein können weil es ist wirklich auch ein Geschenk einfach zu erleben was Kinder dort entdecken wie sie wirklich ihre ihr Potenzial entfalten können Und es hilft auch Eltern besser einzuschätzen, was kann mein Kind eigentlich gerade?

00:26:16: Also wie ist der aktuelle Stand also jetzt mal wertfrei.

00:26:19: Aber wie ist dann jetzt der Stand?

00:26:21: Was macht mein Kind im Wasser?

00:26:23: Was fällt ihm leicht?

00:26:24: Was nicht?

00:26:25: Wo steht mein Kind?

00:26:27: und den wichtigsten Punkt finde ich einfach dass Eltern den Kindern diese emotionale Sicherheit geben wirklich sich auf dieses neue Abenteuer auf das Wasser einzulassen.

00:26:39: Ich habe viele, viele Familien aus meinen Schwimmkursen vor Ort.

00:26:42: Ich hab ja auch Online-Schwimmkurse, in denen ich Eltern im ganzen deutschsprachigen Raum begleite und die mir immer wieder sagen war diese gemeinsame Zeit im Wasser das ist so ein Highlight der Woche wo wir wirklich auf Augenhöhe ohne Ablenkungen einfach so da sein können und gemeinsam mit Zeit verbringen.

00:27:04: Und das ist die klassische

00:27:08: Situation,

00:27:09: erst steht ja, wo Kinder abends nach dem Schwimmen ins Bett gehen und dann schon fragen, so können wir morgen wieder schwimmen gehen?

00:27:15: Also wirklich dieses gemeinsame Erleben auch zu haben.

00:27:20: Deswegen finde ich es so wichtig und deswegen nehmen wir konsequent die Eltern mit

00:27:23: rein.".

00:27:24: So wie du sagst, genau zu sehen.

00:27:26: Du meintest das wo steht mein Kind?

00:27:28: und dass jetzt da gar nicht darum geht oh was kannst denn jetzt alles?

00:27:30: Und ist es so weit wie sein sollte in irgendwelchen Normen und irgendwelche Tabellen sondern einmal natürlich irgendwie eine wichtige Info und ich finde auch also gerade wenn wir... Also wenn ich an meine schon größeren Kinder denke und an so Dinge denke wie es gab ein Kindergeburtstag Wo die Gruppe schwimmen gegangen ist Und dann einfach zu wissen, ich weiß ziemlich genau was mein Kind kann und wo mein Kind steht.

00:27:59: Und kann auch solche Situationen viel besser einschätzen.

00:28:02: Das finde ich schon auch einfach wertvolles Wissen.

00:28:04: Auch im Sicherheitsaspekt dass ich nicht nur weiß okay da ist jetzt irgendwie dieser Seepferdchen auf näher da auf dem Baderanzug oder der Badehose Oder meine wegen des Bonzer abzeichen sondern Ich weiß ziemlich ziemlich genau und sehr sehr ausführlich Was mein Kind wie im Wasser macht Wie es sich bewegt Wo's sicher is wo es gerne irgendwie doch noch näher hat oder irgendeine Absicherung und so.

00:28:27: Das finde ich schon ganz wertvoll, das wissen gerade in diesem Bereich.

00:28:33: Jetzt haben wir gesagt du gibst den Kindern einfach Zeit und ich könnte mir vorstellen, so unterschiedlich wie Kinder eben sind dass die Spanne von Ich starte zu Ich kann schwimmen relativ groß ist.

00:28:47: Zuerst mal die Frage ab wann würdest du denn sagen Kann ein Kind schwimmen?

00:28:51: Das ist eine richtig gute

00:28:52: Frage.

00:28:55: Also ich mache das nicht an diesen klassischen Abzeichen fest, also ich finde es wichtig dass Kinder ausdauernd, also schon so ne Viertelstunde sich sicher im Wasser bewegen können, dass sie zielgerichtet schwimmen können und dass sie auch sicher tauchen können, sich sicher unter Wasser orientieren können dass sie auch mal mit Kleidern im Wasser waren, mal erfahren haben wie ist das?

00:29:21: Mit Kleidung und was im Wasser zu sein.

00:29:23: Denn falls wirklich mal etwas passiert, da sind wir nicht immer in Badekleidung ja.

00:29:28: also es kann auch einfach mal was passieren wo wir normale Kleidungen anhaben.

00:29:33: Also das sind einmal so diese sage ich mal Fertigkeiten.

00:29:37: aus der schwimmerischen Sicht schaut dann part sich das ja oft mit dem, ah wann kann ich denn mein Kind alleine gehen lassen?

00:29:45: Also wenn ist mein Kind so sicher dass ich da nicht mal hingucken muss.

00:29:48: Das ist eigentlich die Frage und das ist dann auch wieder so abhängig was hat es für eine Risikokompetenz?

00:29:56: also wie kann es einschätzen?

00:29:58: Wie kann es seine eigenen Fähigkeiten gut einschätzen?

00:30:01: Also welches realistisches Bild hat es von seinen eigenen Fährigkeiten?

00:30:07: Und wie reagiert es möglicherweise in Peer Groups?

00:30:11: Das ist dann nochmal ganz anders.

00:30:13: Da kommen so viele verschiedene Facetten zusammen, sodass man einerseits schon mal sagen kann, wann ein Kind sicher schwimmen und das andere ist noch einmal genauer zu gucken ab wann kann ich mein Kind eigentlich allein ins Freibad schickt.

00:30:29: Also selbst wenn du es jetzt nicht daran bemisst, also ich finde deine Einschätzung super nachvollziehbar.

00:30:35: gerade das mit den Klamotten habe ich noch mal gedacht ja ist total wichtig der Faktor.

00:30:39: Ist es denn trotzdem möglich diese klassischen Schwimmabzeichen bei euch bei dir zu machen?

00:30:45: Wir nehmen generell keine Abzeichen ab.

00:30:48: Das hat verschiedene Gründe.

00:30:50: Meistens fängt es ja an mit dem Seepferdchenabzeichen, das ist jetzt tatsächlich auch kein Nachweis, dass Kinder sicher schwimmen können, sondern es prüft nur wenige Fertigkeiten ab.

00:31:00: Ich finde sie sehr einseitig und einfach nicht aussagekräftig.

00:31:06: Und ich erlebe die Abwesenheit von diesen Abzeichen in dieser Welt wo man nach diesem immer guckt.

00:31:13: was muss ich dafür machen?

00:31:16: den Kindern ermöglicht, wirklich ohne diese Beeinflussung sich mit dem Wasser auseinanderzusetzen selber zu gucken.

00:31:24: Wann möchte ich tauchen?

00:31:25: Wie bewege ich mich fort?

00:31:28: wie lange was interessiert mich hier eigentlich und sich selbst auch nicht so in dieses Messen und Vergleichen zu kommen?

00:31:35: weil das ist ja tatsächlich die große Gefahr gerade bei diesen ab früh Abzeichen Sehpferdchen Abzeichern Der eine hat es dann und der andere nicht.

00:31:43: Und dann geht die Entwicklung so nach hinten, man ist die ganze Zeit im Außen und guckt wer kann das noch alles?

00:31:50: Und verliert sozusagen die Verbindung mit sich selbst um zu gucken.

00:31:55: okay wie ist denn meine Entwicklung hier im Wasser?

00:31:57: was möchte ich lernen?

00:31:59: wie möchte ich das Wasser entdecken.

00:32:00: was ist mir gerade wichtig?

00:32:07: Zwischen die Kinder kommen zu euch und sie können, so wie du es eingeordnet hast recht sicher schwimmen.

00:32:15: Ist wahrscheinlich die Spannbreite also die Zeitdauer sehr individuell.

00:32:22: Hast du mal eine ganz ungefähre Bandbreite?

00:32:25: Dass man sich das mal vorstellen kann weil ich weiß dass es Eltern geht gerade eben im neurodivergenten Bereich wo immer wieder Versuche unternommen würden.

00:32:35: Man hat gemerkt, es geht wirklich noch gar nicht.

00:32:36: Also gehen wieder raus aus diesem Schwimmlern-Setting, wieder rein.

00:32:40: das kann sich über Jahre ziehen bis dann irgendwann vielleicht einen Kurs weil's da vielleicht gerade mit der Person die den Macht gut matcht oder ja vielleicht der Reifegrad dann mittlerweile anders ist.

00:32:52: was auch immer die Faktoren sind.

00:32:54: Aber ich weiß, dass es manchmal wirklich ein jahrelanger Prozess ist und das für die Eltern da extrem viel Druck und auch Scham dran hängt.

00:33:01: wenn man eben da steht wie du sagst in Richtung Schule auch und so und dann heißt es hier dritte vierte Klasse und das Kind schwimmt eben noch nicht sicher Da muss man sich manchmal dann auch echt etwas anhören.

00:33:12: Das weiß ich So aus meinem Austausch Glaubst ganz gut zu hören Was eine völlig Für dich.

00:33:19: Ja Da würdest du gar nicht mit der Wimper drucken, sozusagen bei bestimmten Bandbreiten.

00:33:23: Deswegen fände ich das mal total spannend was du da so erlebst.

00:33:27: Also ich kann dir tatsächlich keine Zahl oder keine Zeitangabe geben weil es wäre schlecht weg unseriös Weil wirklich jedes Kind andere Voraussetzungen mitbringt.

00:33:39: Es hat vielleicht andere Vorahrfahrung Es vielleicht startet das mit einem anderen Alter.

00:33:45: Das eine Kind rennt eigentlich schon, mit einer Talb einfach völlig angstbefreit ins Wasser und wir sind eher dabei zu gucken wie können wir es irgendwie klar haben dass dieses kind merkt wo ist hier die Grenze?

00:33:59: Und was ist hier möglich und was nicht?

00:34:01: Und andere bei denen is jeder Wasserspritzer Wirklich ein Drama und es braucht einfach ganz viel Zeit, um sich damit so vertraut zu machen, dass das eben nicht mehr dieses Drama ist.

00:34:13: Also sie sind einfach so unterschiedlich!

00:34:15: Und ich habe wirklich erlebt, dass Kinder schon letztendlich schwimmen konnten als sie kamen und sie einfach nie die Möglichkeit dazu hatten, weil sie nie losgelassen.

00:34:27: Wir wurden, weil Sie immer Schwimmweste, Schwimpflügel anhatten und eigentlich immer unterstützt wurden, wo gar keine Unterstützung hilfreich war.

00:34:37: Und wir haben Kinder, die eine lange, lange Reise haben um jetzt mal ein bisschen Mut zu machen.

00:34:45: Aber es soll nicht abschreckend sein!

00:34:46: Also wir haben tatsächlich gerade einen Kind.

00:34:48: das habe ich vor zwei Wochen verabschiedet, der ist jetzt in die vierte Klasse gekommen und ich kenne ihn seit dem er zwei Jahre alt ist.

00:34:59: Und dieses Kind saß glaube ich erst mal ne halbes Jahr war es ein halbes Ja draußen auf der Bank im Unterhemd Ich sehe ihn noch von mir ja im Unterhämt und war gut da Hat sich dafür interessiert, was passiert.

00:35:16: Aber hatte überhaupt keinen Puls und wollte dich ins Wasser.

00:35:20: Er hat trotzdem Wasser geholt wenn er nicht kommen durfte weil er krank war.

00:35:24: also er war gerne da Und man könnte jetzt denken okay es hatte irgendwie warum macht man das dann?

00:35:31: Ja aber er kam dann und der ist irgendwann ins Wasser gegangen und er hatte noch ganz lange dieses Thema Kopf.

00:35:38: Also der Kopf war immer ganz weit draußen und das war ein Thema, was ihn noch danach sehr lange beschäftigt hat.

00:35:48: Jetzt mittlerweile taucht er mit Vergnügen.

00:35:52: Er ist so gerne im Wasser.

00:35:54: Es ist ganz souverän.

00:35:55: Im letzten Jahr durchs Schulschwimm gegangen, obwohl er keine Abzeichenfeuer hatte, keine klassischen Schwimmtechniken konnte.

00:36:02: Erst kurz vorher angefangen hat zu tauchen.

00:36:06: Ohne jetzt wieder in diese Vergleichsschiene zu kommen, euer war einer der besten Schwömer da in seiner Klasse.

00:36:12: Und die Familie war gerade an der Ostsee und sie meinte, er hätte nie gedacht dass dieses Kind mal so begeistert im Wasser sein würde.

00:36:23: Das war eine lange Reise aber was dieses Kind erlebt hat das Wasser.

00:36:29: also es hatte immer als was Freudiges erlebt weil einfach die Sachen die im Unangenehmen waren, nie machen musste.

00:36:38: Also es war niemand da, macht das streng schon mal oder versucht doch mal oder guckt mal die anderen und das ist mir jetzt zu lange oder so.

00:36:46: Er hatte wirklich sein eigenes Zeitmaß und die Eltern waren so im Vertrauen Und es ist einfach so schön aufgegangen.

00:36:55: Wir hatten wirklich Tränen in den Augen, als wir uns verabschiedet haben, weil er auch so dankbar war, dass er ein sicherer Schwimmer mit Freude und Wasser begeistert ist.

00:37:05: Das ist jetzt wirklich natürlich eine extrem lange Reise gewesen, aber ich finde es ist viel wichtiger darüber zu sprechen.

00:37:13: Wie ist das Gefühl?

00:37:14: Also wie erlebe ich das Wasser als etwas positive?

00:37:18: mit welchen Emotionen?

00:37:20: Als die Frage, wie lange dauert das denn?

00:37:23: ja also wie viele Wochen, wieviel Monate, wieviele Jahre sondern eher zu gucken Es ist etwas was uns begleitet Und wenn wir die Möglichkeiten schaffen, also regelmäßig ins Schwimmert gehen.

00:37:36: Da muss man ja gar nicht in den Kurs gehen.

00:37:37: Man kann ja selbst auch die Kinder begleiten.

00:37:39: Da kommen viele Eltern nicht auf die Idee.

00:37:41: Sie denken, schwimmenlernen geht nur im Schwimmkurs.

00:37:46: Ich finde, Eltern können auch Kinder selbst beim Schwimmenlern begleitet werden.

00:37:51: Und einfach das Schwimmen oder den Besuch im Schwimmbad zu sehen, wir gehen auch auf einen Spielplatz und dann gehen wir halt einmal in den Schwimmbad.

00:37:59: Dann geht dieser Druck auch weg!

00:38:03: Dann sehen wir diese kleinen Schritte und wir sehen diese freundvollen Erlebnisse.

00:38:08: Das finde ich ist so viel mehr wert als ein Kind wo es dann irgendwie zwei Jahre schneller gelernt hat aber nicht mehr ins Wasser will was du gerade gesagt hast, dann probiert.

00:38:20: Dann wieder abgebrochen, dann wieder einen anderen Kurs ausprobiert.

00:38:23: also dieses ständige Hin und Her das baut ja den Druck bei dem Thema auch noch mehr auf Ja?

00:38:29: Also für die Kinder sie erleben sich ja schon als Problemfall Ich bin das, bei dem kein Kurs klappt.

00:38:37: Also ich bin dieses Kind was das nicht kann und was zu dumm ist oder so ein Bild entsteht auch von den Kindern, was ich total schade finde.

00:38:47: Ich find aber total wertvoll dass du wirklich mal diese beiden Seiten einmal aufgemacht hast.

00:38:51: Dass es Kinder gibt die im Grunde genommen schwimmen können wenn sie kommen und da geht's dann eher darum nochmal zu gucken sich vielleicht besser also sich dabei auch sicher einschätzen zu lernen Hilfsmittel sich zu trauen, auch wegzulassen.

00:39:08: Und andere Kinder die da wirklich durch ein jahrelang Prozess gehen und beides ist völlig in Ordnung.

00:39:12: Das war genau mein Anliegen dass das einmal Eltern hören welche Bandbreite das haben kann und es beides davon völlig in ordnung ist.

00:39:20: Und jedes Kind braucht seine Zeit in diesem Kontext einfach wirklich eine größere Spannbreite haben kann aber dass man das auch wirklich mit Geduld und möglichst Erwartungsfreiheit durchleben kann, also diese Reise so begehen kann.

00:39:41: Und ich fand auch dein Hinweis nochmal sehr wertvoll, dass man das auch als Eltern zu einem gewissen Teil einfach selbst in die Hand nehmen kann.

00:39:47: Denn – und ich finde es schon noch immer noch wichtig, das zu erwähnen -, dass ja nicht alle Familien finanziell auf die gleiche Art und Weise aufgestellt sind und bestimmte Dinge leisten können gerade über einen langen Zeitraum dann vielleicht nicht und dann eben zu wissen okay Da sagt jetzt jemand, die sich wirklich gut auskennt mit dem Thema.

00:40:07: Ich als Elternteil darf das der wohl auch eine Bildungsrolle übernehmen und ich habe da auch einen Wert und ich kann es auch machen.

00:40:16: Super wertvoll um da eben nochmal Möglichkeiten aufzuzeigen.

00:40:20: Da kommen wir vielleicht noch mal am Ende kurz drauf wenn wir darüber sprechen was denn euer Angebot so alles umfasst?

00:40:28: Haben wir ja, du hast es eben so in einem Nebensatz gesagt.

00:40:30: Ja warum kommt man denn dann überhaupt und muss das überhaupt?

00:40:34: Was stecken denn auch für ganz wertvoll?

00:40:37: also nicht nur diese ganzen Orte da müssen wir vielleicht über bestimmte Anforderungsfelder.

00:40:41: das könnte anstrengend werden Das könnte ein bisschen dauern aber stecken auch für Ganz ganz wertful Erfahrung.

00:40:46: was ist da am Ende drin?

00:40:48: natürlich kann ich am ende schwimmen Aber was erlebst Du?

00:40:51: was nehmen Kinder darüber hinaus Für sich mit in so nem Prozess und auf dieser reise?

00:40:58: Das Besondere an unserer Arbeit ist, dass wir ja eben nicht dieses Programm haben oder wir Kindern auch nicht mal Schwimmbewegungen zeigen.

00:41:10: Was ja eigentlich immer alle mit Schwimmleeren verbinden und die denken das Wichtigste wären die Schwimm-Bewegung.

00:41:15: darum geht es gar nicht so.

00:41:17: Und wir machen das alles nicht und die Kinder können das wirklich aus sich heraus entdecken lernen im eigenen Tempo aber auch zu entdeck'n okay wie kann ich mich hier im Wasser überhaupt bewegen.

00:41:28: Wie mache ich das überhaupt?

00:41:29: Wann ist überhaupt dieser

00:41:30: Moment?".

00:41:32: Und was mir Eltern immer wieder berichten, ist dass sie sagen, seitdem wir unser Kind so begleiten hier bei euch in der Schwimmschule oder mit einem Online-Kurs, die dann ein Schwimmbad gehen.

00:41:48: sagen, oh es hat sich plötzlich an Land ganz viel verändert.

00:41:52: Also das Kind bewegt sich anders also es hat eine Bewegungskompetenz er sich ganz viel verändert entwickelt Es ist mit einem ganz anderen Selbstgefühl dort kann mit ganz anderem vorher schweren Situation auch im Kindergarten in der Schule für Souveräne umgehen.

00:42:18: Sie einfach sehen, okay?

00:42:19: Und ich traue meinem Kind auch mittlerweile in anderen Situationen mehr zu.

00:42:23: Also da geht es einmal ja um das Kind aber auch um die Eltern, die merken oh... Ich merke, da ist ja ganz viel da und wie kann ich das dann begleiten?

00:42:36: und ich sehe wenn ich mich mal zurückhalte oder wirklich in dieses Vertrauen gehe, dann entsteht da auch was Nehmen Sie das mit?

00:42:47: und so.

00:42:47: Und das ist, denke ich, was sozusagen über dieses faktische... Ich mache einen Abzeichen oder ich lerne Schwimmen.

00:42:54: Es geht einfach so hinaus ja?

00:42:57: Weil es einfach in so vielen Bereichen Körpererfahrung, Motorik, Risikkokompetenz einschätzen überhaupt sich selber auch zu spüren.

00:43:12: Ich bin nicht die Person, die einfach nur Befehle empfängt und das umsetzt.

00:43:17: Sondern ich bin die Person ,die das selbst kreiert und den Weg gehen kann.

00:43:22: Und die kompetent ist sich das selbst zu erarbeiten.

00:43:26: also... Ich habe ganz viele Kinder, die mich angucken mit leuchenden Augen und sie sagen Das hab' ich selbst geschafft so und das hinterlässt einfach dieses Gefühl auch von Ja, nicht ich bin so abhängig.

00:43:40: Sondern ich kann selbst

00:43:41: gestalten.".

00:43:42: Und ich finde das wir Kindern gerade neurodivagenten Kindern allen aber diesen vielleicht ganz besonders Räume zur Verfügung stellen in denen sie sich als selbstwirksam erleben, indem Sie sehen

00:43:53: Ich

00:43:53: kann es schaffen!

00:43:54: Das kann anstrengend sein und ich habe vielleicht auch Angst, vielleicht auch große Angst Aber wenn ich die Zeit dafür bekomme dann hab' ich die Chance das alleine hinzubekommen oder auf meine Weise zu machen und die ist richtig.

00:44:06: Das ist eine super, super wertvolle Erfahrung und diese Räume müssen wir als erwachsene Personen in deinem Fall eben im schwimmen Kontext aber auch in anderen sportlichen Kontexten in kreativ-musikalischen Bereichen.

00:44:18: Und mein Bereich der Schule unbedingt ermöglichen.

00:44:21: das ist wirklich ein großes großes Thema.

00:44:23: die Kinder erleben in einer also nachgewiesenen deutlich anderen Frequenz.

00:44:29: Erwertendes Feedback, negativwertendes feedback werden ganz oft als die gesehen die dauernd Unterstützung und Hilfestellung brauchen.

00:44:38: Und dann so Punkte zu haben in denen man merkt ne das was ich kann dem wird vertraut und Ich darf es auf meine Weise machen und ich bekomme Zeit dafür.

00:44:48: Das glaube ich ist ein unglaublich großer und nicht zu unterschätzen dagegen pull.

00:44:53: Ich habe auch noch mal darüber nachgedacht, wie ich das in meiner Community mit diesem Thema Wasser erlebe.

00:44:59: Und ich merke, dass es oft so zwei Pole gibt – einmal ein bisschen diese große Angst vor Wasser, großer Respekt vor Wasser und einen langen Weg bis da Berührung stattfindet.

00:45:12: Es ist schon eine Mount Everest-Besteigung, auch wenn wir hier im Wassertema sind.

00:45:18: Gleichzeitig ein unheimliches Potenzial für einen gewissen Safe Space.

00:45:24: Ich habe es schon angedeutet, ich kenne nicht weniger autistische Kinder die nachher das Tauchen für sich gerade des Tauchen wo ja wirklich einmal alles unter Wasser ist für sich entdecken weil dieser Druck angenehm ist weil da so eine gewisse Art von Stille ist.

00:45:42: also natürlich hat man Unterwasser auch Kräuche und Empfindungen Akustik, aber die ist ja sehr glockenartig und es gibt viele Kinder, die das total schön finden oder auch im Jugendalter da in diese Richtung gehen.

00:45:57: Oder auch so dieses ganze Element, da irgendwie dann doch drin aufgehen?

00:46:03: Kannst du diese Pole auch sehen in deiner Arbeit?

00:46:06: Total, total!

00:46:09: Also dieser Moment wo Kinder... Es ist ja diese Reise.

00:46:16: Einige beginnen halt mit diesem ganz besonderen Empfinden und andere steigen schon gleich mit euch tauch ein.

00:46:25: Und wir haben ja auch Kinder, die sind noch nicht mal einen Jahr und die haben am liebsten den Kopf in der Badewanne unter Wasser und die Eltern sind ganz besorgt und ziehen immer das Kind wieder hoch.

00:46:33: also dass hier der Anfang und das Schöne ist wenn wir ihnen diesen Weg so selbstbestimmt sich das erfahren lassen dann landen sie ja alle irgendwann dass sie Unterwasser sind nicht mit diesem Störgefühl, sondern weil es ja selbstbestimmt war dieser Moment wenn sie selber mit dem Kopf unter Wasser gehen auch immer als etwas Angenehmes.

00:46:55: So vielleicht nicht beim ersten Versuch aber dann legen Sie's beiseite aber letztendlich bei der Reise irgendwann sind sie alle gerne unter Wasser und dann öffnet sich wie so eine neue Welt.

00:47:05: und was du gerade erzählt hast dieses Kinder oder auch Erwachsene, die dann so gern unter Wasser sind.

00:47:13: Ich erinnere mich an ein Mädchen, der war auch sehr lange bei uns Weil sie einfach da so eine Freude hatte, keine besondere Diagnose.

00:47:25: Aber sie hatte den Schulwechsel von der Grundschule aufs Gymnasium bei uns in Berlin.

00:47:32: Das ist nach der Sechsten zur Siebten noch regelmäßig gekommen.

00:47:35: das war noch im anderen Schwimmbad andere Setting.

00:47:37: es war tatsächlich ne Kindergruppe ohne Eltern Und sie ist gekommen.

00:47:43: Obwohl ich sie lange kannte und wir auch einen guten Kontakt war, hat sie fast nicht mit mir gesprochen und ist wirklich eine dreiviertel Stunde unter Wasser mit so einer großen Mehrjungfrau flossen geschwommen und hat sich sozusagen es war Samstagmorgen diesen ganzen Schulübergangs Stress.

00:48:02: so weggeschwommen, weil sie wirklich in ihrer Welt war und diese gleichmäßigen Bewegungen unter Wasser ohne zusätzliche Ansprache, ohne irgendwas so genossen hat.

00:48:14: Dass Sie damit sozusagen Ihren Übergang wieder in die andere Schule gut bewältigen konnte.

00:48:23: Und da ist mir das erste Mal, es schon über zehn Jahre her aber es ist so eindrücklich dieses Erlebnis gewesen wie sie da wirklich im wahrsten Sinne des Wortes abgetaucht ist und von daher kenne ich diese Situation.

00:48:42: Wenn man dir jetzt die ganze Zeit so zugehört hat stellt sich zum Schluss für mich wirklich zur Frage okay Es gibt ganz viel Zeit, es gibt keinen Vergleich.

00:48:52: Es gibt keine Abzeichen.

00:48:55: Das ist der Schwimmstil und den versuchen wir jetzt möglichst in Getreu nachzuahmen diese zwei drei Schwimmen.

00:49:02: Ich bin nicht so gebrieft darin aber die sind's jetzt und die versuchen wir euch irgendwie möglichst akkurat beizubringen.

00:49:11: Und all das gibt es nicht habe vorhin gehört, dass du vorher da wirklich im Leistungskontext unterwegs warst.

00:49:19: Wenn ich das richtig eingeordnet habe – wie geht das zusammen?

00:49:24: Es ist tatsächlich

00:49:25: eine ganz andere Welt oder?

00:49:26: Ja, ja!

00:49:27: Von da nach da….

00:49:30: Wie ist das vonstatten

00:49:31: gegangen?!

00:49:34: Also ich hab' tatsächlich sehr, sehr früh angefangen mit Kindern zu arbeiten und ich war da fünfzehn und bin zu der Zeit noch selber aktiv geschwommen.

00:49:42: Und sie ist dann so, ihr macht jetzt mal die Schwimmkurse.

00:49:46: Natürlich

00:49:46: haben wir es gemacht oder ich hab's gemacht.

00:49:48: wie alles gemacht haben und so was jeder wahrscheinlich mit Schwimmlern verbindet, arme Kreisen, Froschbeine ... Ich habe damals schon gemerkt, da sind Kinder, die wollten gar nicht.

00:49:59: Die hatten Angst vor Wasser, die wollte nicht alleine ohne Mama, ohne Papereien, die wollen gar nicht tauchen.

00:50:05: Ich bin ja in so einer Blase aufgewachsen war alles Wasser auf vielen Menschen.

00:50:10: Also ich habe meine Freizeit im Schwimmart verbracht und da hab' ich mich schon gar nicht am Anfang gefragt, was braucht es eigentlich?

00:50:17: Und hab auch viel gesehen, hab viel ausprobiert, ich hab Trainerscheine

00:50:22: usw.,

00:50:22: alles und hab aber gemerkt letztendlich braucht es etwas ganz anderes damit Kinder letztendling sicher schwimmen lernen und diese Freude behalten und dass wir einfach die Kinder... Egal, welche Ausstattung sie mitbringen und wie unterschiedlich Sie sind.

00:50:40: Ihnen aber das alles ermöglichen können diese Potenziale zu empfalten genau?

00:50:45: Und das war eine Reise!

00:50:46: Das war ein Weg und es braucht auch viel Mut und ich sehe immer wieder sehr sich das lohnt und gelohnt hat auch gegen viele Anfeindungen oder Wie kannst du das so machen?

00:51:02: dabei zu bleiben Und das hatte natürlich auch ein Reise mit mir, also auch von Perfektion und Technik.

00:51:10: Also sich auch mal zu lösen und wirklich mal zu fragen wie wichtig ist denn das eigentlich?

00:51:17: Welche Rolle spielt es dann im Leben der meisten Menschen die jetzt nicht gerade Wettkampf schwimmen betreiben?

00:51:25: Sich da einfach mal zu Lösen von so Vorgaben Und genau deswegen.

00:51:30: Das war eine Reise und ich glaube es lohnt sich, weil mir immer wieder auch zurückgemeldet wird wie welches unglaubliche Wassergefühl Kinder entwickeln können, wie sie wirklich dann wie Fische im Wasser schwimmen.

00:51:46: Und das Gute ist ja als er auch nie eine Tür zu.

00:51:49: also wer dann selber nochmal Leistungssport machen will kann das Ja aber es ist halt nicht der Anfang.

00:51:55: Das finde ich nach mal eine super wichtige Perspektive.

00:51:59: Also das ist ja, wenn ich über die Dinge spreche, die ich anders mache in meinem Schulalltag und als Lehrkraftin, dann ist nämlich auch immer das Argument Ja aber das macht man doch so Und wie soll das denn später?

00:52:10: Dann denke ich mehr Jahr später.

00:52:12: Aber jetzt ist es jetzt und mir geht's doch jetzt darum dass Dinge auf eine bestimmte gesunde mentalgesunde und entwickelungsförderliche lernförderliche Art und Weise laufen.

00:52:23: Und erstens glaube ich nicht daran, dass da sofort irgendwelche Türen zugehen die nie wieder aufgemacht werden können.

00:52:29: Und so wie du auch sagst es wird ja am Ende einfach statistisch ein kleiner Teil davon vielleicht Lust haben das auf Leistungs-Ebene weiterzumachen und dann wird die eigene Motivation gerade im Neurotivagenten Kontext so groß sein, dass es kein Thema sein wird auch bestimmte Techniken gut draufzukriegen wenn einfach diese Grundsicherheiten Körpergefühle und all das intuitiv gut da ist.

00:52:50: Das kann ich mir total gut vorstellen.

00:52:52: Und bei allen anderen, um was geht's denn?

00:52:55: Geht es darum dass wir das Akkurat nachmachen können oder dass wir einfach so wie du es vorhin sehr schön beschrieben hast sicher uns im Wasser bewegen können und das mit Klamotten ohne Klamotten also wirklich auf vielfältige Art und Weise.

00:53:13: doch glaube ich sehr erbauliche und ja Schlussworte, bei denen wir uns im Grunde genommen sehr begegnen in unserer Arbeit.

00:53:20: Das fand ich jetzt nochmal sehr schön!

00:53:22: Ich danke dir sehr für diese ganzen wertvollen Einblicke und für alle Eltern sicherlich vor allem die jetzt hier zugehört haben und gedacht dann boah das hört sich traumhaft an wie wo?

00:53:34: was muss ich machen?

00:53:36: Wo kann Dieses Angebot finden, erzähl doch da noch mal ein bisschen drüber.

00:53:41: Was kann man bei euch finden?

00:53:43: Wo kann man euch

00:53:43: finden?".

00:53:44: Also es gibt sozusagen zwei Arten.

00:53:46: Es gibt einmal die Möglichkeit direkt mit uns ins Wasser zu kommen.

00:53:50: das ist natürlich vor Ort und die Kurse finden derzeit alle in Potsdam also in der Nähe von Berlin statt.

00:53:57: Da kann man das tatsächlich in diesem Setting mit unserer Begleitung erleben.

00:54:03: Jetzt weiß ich, dass das einige dann sagen oh ist viel zu weit weg.

00:54:06: und wo gibt es das noch?

00:54:08: Und genau für die Familien gibt es meinen online Kurs natürlich Schwimmlernen.

00:54:14: Da begleite ich Eltern bei dieser Reise, bei diesem Abenteuer schwimmen lernen.

00:54:21: Die Eltern gehen sozusagen lernen von mir, was sie beachten können.

00:54:27: Wie kann ich mein Kind begleiten und gehen dann einfach in ihr Schwimmbad?

00:54:31: Was Sie vor Ort haben zeitlich total flexibel können sich selber aussuchen wann passt es mir am besten Und haben mich an der Seite um noch Fragen zu stellen Um ein bisschen Hintergrund zu wissen wie gehe ich das jetzt an?

00:54:46: Wie mache ich das?

00:54:47: ganz konkret?

00:54:48: Genau, und da begleite ich jetzt schon über dreitausend Familien auch online.

00:54:54: Das

00:54:54: ist auf jeden Fall ein gewisser Erfahrungswert kann man sagen

00:54:58: Ich

00:54:58: kenne ja die Online-Welt ein bisschen.

00:55:01: Du hast auch schon gesagt Boah es gibt immer mal wieder so Stimmen, die sagen ach Mensch ne wie kannst du das denn so machen?

00:55:06: Und oh das geht doch überhaupt gar nicht.

00:55:10: Und da denke ich immer gerade im Kontext Neurodivergenz, wo vieles so anders läuft und wo Kinder – ich habe es ja vorhin aufgemacht – teilweise gar nicht ins Schwimmen lernen kommen.

00:55:18: Weil die Erfahrung für sie so prägend und negativ prägent ist, weil sie diese Gruppen-Erfahrungen nicht schaffen, weil Sie sich auch diese andere Personen nicht gut einlassen können, weil dieses ganze Setting ohne die Eltern viele dieser Kurse finden gewollt oder ohne Eltern statt.

00:55:32: Dann denke ich dann immer, das ist vielleicht kein konventioneller Weg aber ich glaube wir haben in der letzten Stunde gut gehört Verläuft und ist es nicht einfach nur so ein bisschen irgendwie rumplanchen ist, sondern dass das um das wirklich intuitive gut sichere Schwimmlernen hier geht.

00:55:47: Und gerade für die, für die andere Wege so gar nicht möglich sind und wie gesagt sogar die Gefahr besteht.

00:55:54: Und ich kenne Familien wo das so gelaufen ist, dass gar nicht schwimmen lernen möglich war weil die Eltern sich auch dann gar nicht zugetraut haben es selber zu machen.

00:56:02: Weil sie dachten ja würde ich machen sofort aber ich weiß gar nicht so richtig weh!

00:56:06: Das kann ich doch gar nicht.

00:56:08: So einen weiteren Zweig aufzumachen der eine Chance schafft die diese Kinder sonst vielleicht gar nicht hätten oder also nachweislich gar nicht haben.

00:56:16: Ich kenne solche Familien.

00:56:18: Finde ich das ganz toll, dass es so was gibt und das werden wir alles in den Shownots verlinken.

00:56:24: da kann sich jede interessierte Familie unbedingt umschauen, sich dein Angebot genauer anschauen und sich da noch mal einen Eindruck machen.

00:56:31: Ich danke dir sehr für diese tollen, tollen Einblicke die du uns gegeben hast!

00:56:37: Wie gesagt, wir saßen wahrscheinlich jetzt viele so vor dem Handy oder mit den Kopfhörern und waren die ganze Zeit am Dicken.

00:56:46: Und das klingt ja traumhaft, klingt schön!

00:56:48: Wie gesagt schaut euch gerne in den Show Notes um.

00:56:51: Anja ich danke dir und ihr dürft euch auf die nächste Folge freuen.

00:56:55: bis dahin habt ihr jetzt einiges zu recherchieren.

00:56:57: Bis

00:56:57: dahin

00:56:59: Und zu guter Letzt natürlich noch ein herzliches Dankeschön an Jakob Jens und Voice-Up Productions für die Bearbeitung und die Produktion dieser

00:57:08: Folge.

00:57:12: Ein Kopf voll Gold, was Neurodivagente Kinder brauchen und wie wir sie stärken können!

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