77. Affirmationen bei neurodivergenten Kindern
Shownotes
„Ich bin mutig“ oder „Ich bin gut, so wie ich bin“ – das sind schöne, starke Sätze. Aber gerade für neurodivergente Kinder potenziell schwer einzuordnen. Weil sie viel zu oft eine Umgebung oder Interaktionen erleben, die doch was ganz anderes transportieren. Warum solche Affirmationen oft eher schwierig und unglaubwürdig und im schlimmsten Fall ganz gegenteilig funktionieren, darüber spreche ich in dieser Folge.
Hier findet ihr die Karten:
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Transkript anzeigen
00:00:00: Hi und ganz herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Einkopf Vollgold, dem Podcast rund um die Begleitung Neurodivagenter Kinder.
00:00:08: Und die heutige Folge widmet sich einem Thema das mir persönlich sehr wichtig ist gerade im Kontext Schule – es ist das Thema Affirmation!
00:00:33: Jetzt kann man sich gut fragen, was hat denn jetzt dieses Thema Affirmation direkt so ganz spezifisch mit Neurodivergenten Kindern zu tun?
00:00:43: Und das erkläre ich euch dann in vielen Klassenzimmern auf Instagram.
00:00:49: In jedem Etsy-Shop sehen wir diese ganz tollen Kärtchen mit!
00:00:53: Ich bin mutig, ich bin stark, ich Bin gut sowie es gibt auch ganz viel Angebot zu diesem ganzen Mindset, Selbstwert, Selbstbewusstseinsthema.
00:01:05: Und das ist natürlich super, super schön und super, Super wichtig!
00:01:09: Wünschte mir sehr diese Strömung hätte es schon in meiner Kindheit gegeben.
00:01:13: an dieser Stelle empfehle ich sofort das tolle Angebot von Mira und dem fliegenden Haus dass Helena ja so schön betreibt.
00:01:22: da geht es ganz, ganz viel um dieses Thema selbst wert.
00:01:27: und wie gesagt Das ist ja auch super wichtig und ich freue mich immer, wenn diese Kärtchen ein Klassenzimmer zieren.
00:01:34: Denn zumindest zeigt es eine gewisse Haltungsrichtung der Lehrkraft.
00:01:38: Zeigt es okay dieses Thema soll hier wichtig sein?
00:01:42: Und auch wenn Eltern solche Produkte kaufen, zeigt das erst mal Gott!
00:01:47: Ich möchte meinem Kind genau das mit auf den Weg geben.
00:01:50: Ich möchte dass mein Kind gut über sich selbst denkt.
00:01:53: Eine gute positive innere Stimme hat.
00:01:56: Genau da kommt ein bisschen das kleine Ja-Aber und der Knackpunkt rein.
00:02:01: Also die Intention dahinter, super wichtig, super toll zeigt die richtige Haltung, zeigt die richtige Richtung.
00:02:09: Und vielleicht ist euch das aber auch schon mal so ergangen dass ihr mit solchen Sätzen gegenüber eure divergenten Kindern arbeiten wolltet?
00:02:16: Ich bin gut, so wie ich bin!
00:02:17: Ich bin stark, ich bin mutig, ich schaff alles!
00:02:22: Und es gab vielleicht eine gewisse Abwehrhaltung oder eine Gleichgültigkeit und gar nicht so sehr diese, oh schön toll.
00:02:30: Ja das übernehme ich Sätze die man an dieser Stelle sich erhofft.
00:02:36: Und woran liegt das?
00:02:40: So klassische Affirmationen funktionieren in Anforderungsstrichen bei Neure Divergentenkindern oft nicht wie wir das vermuten.
00:02:51: Ganz im Gegenteil Sie können nicht nur wirkungslos sein, sondern auch echt ins Gegenteil abdrücken.
00:02:58: Darum ist mir so wichtig eine Folge dazu aufzunehmen und dabei aufzuklären.
00:03:02: Die können Druck auslösen, die können regelrecht beschämend wirken, unangenehm sein und sich falsch anfühlen.
00:03:10: Warum?
00:03:11: Ist das so?
00:03:12: Affirmationen sind ja nicht einfach Zaubersprüche, die dann wirklich ins Kind hineinsickern wenn es das nur oft genug hört.
00:03:24: Denn es gibt schon die Notwendigkeit, dass zwischen dem was ein Kind da hört und dem was einen kind passend dazu erlebt das muss irgendwie schon matchen Und das ist bei neurodivagenten Kindern ganz oft eben nicht dieses.
00:03:42: ich bin toll Ich bin genau richtig!
00:03:44: Ich kann so viel schaffen, kollidiert ganz ehrlicherweise oft an einer riesigen Menge an Gegenbeweisen, die das Kind erlebt weil es sich in einer Welt bewegt.
00:03:58: Die gar nicht für die eigene Gehirnfunktionsweise gemacht ist.
00:04:04: und je größer die Diskrepanz zwischen so einem Satz und dem Inneren erleben desto schwieriger wird er, weil der nicht mehr glaubwürdig ist.
00:04:15: Aber das stimmt doch überhaupt nicht.
00:04:17: Okay, dann mache ich ja da schon wieder irgendwas falsch!
00:04:20: Weil das was gesagt wird, erfülle ich doch irgendwie gar nicht.
00:04:23: Ich kriege ja ganz oft etwas anderes.
00:04:25: Zum Beispiel wissen wir mittlerweile dass neue divergente Kinder mit einer höheren Tendenz negatives Feedback sammeln quasi.
00:04:35: Da gibt es immer diese zwanzigtausend mehr negative Kommentare.
00:04:38: Das war eher so eine Hochrechnung die jetzt also keine konkret belastbare Zahl ist.
00:04:45: Allerdings gibt es eine klare nachweisliche Tendenz dafür, dass eben neurodivergente Kinder viel schneller mal sowas wie setz dich hin konzentriere dich doch mal du könntest doch wenn du wolltest stell dich bitte nicht so an die anderen.
00:05:01: schaffen das auch.
00:05:03: was bist denn da schon wieder so schwierig?
00:05:05: all diese Dinge erfahren sie einfach in einem höheren maß Und das Selbstbild entsteht vor allem aus der Erfahrung in der Kommunikation mit anderen, in der Beziehung mit anderen und nicht durch Slogans.
00:05:20: Also wenn wir dagegen dann so slogans wie Du bist toll!
00:05:23: So wie du bist!
00:05:25: Aber setz dich bitte hin, red nicht zu viel, sei nicht so laut, konzentriere dich besser, stell dich nicht an.
00:05:30: Passt ja nun wirklich überhaupt nicht dazu.
00:05:35: Das ist auch einfach... nicht mehr glaubwürdig und kann gar nicht mehr wirklich, wirklich ankommen.
00:05:43: Viele Personen aus meiner Generation ganz egal ob jetzt Neure typisch oder Neure Divergent kennen dieses Gefühl.
00:05:51: wir lesen diese Karten vielleicht auch und denken ja stimmt doch überhaupt gar nichts weil wir eben mit diesem Selbstbild so gar nicht aufgewachsen sind.
00:05:58: dann kann man sich das hundertmal sagen.
00:06:01: aber dass man es wirklich fühlt und für sich annehmen kann das wissen ganz viele von uns ist eine völlig andere Nummer.
00:06:10: Und dann gibt es da verschiedene Schwierigkeiten.
00:06:14: Wenn ich so was höre, merke aber das stimmt doch für mich irgendwie nicht.
00:06:19: Dann entsteht schnell wieder... mach' ich hier jetzt auch schon wieder irgendwas falsch?
00:06:23: Krieg' ich nicht mal das gut genug sein richtig hin?
00:06:27: Also da kann ein sehr unangenehmes Gefühl entstehen, ein Druckgefühl und ein Schamgefühl entstehen.
00:06:32: Das muss uns unbedingt bewusst sein.
00:06:34: Es ist nachgewiesen dass es diesen schädlichen Effekt erhaben kann.
00:06:39: Und er dafür sorgt, dass wir nicht mal hier Positives denken irgendwie richtig hin.
00:06:45: Wir belasten auch eine Beziehung.
00:06:48: im schlimmsten Fall, denn – das sage ich auch mal wieder – Neurodivagente Kinder haben einen Riesen-Bullshitdetektor und wenn auf so einer Karte dann irgendwie steht Ich habe keine Angst!
00:07:00: Ich bin mutig!
00:07:01: Ich kann alles schaffen!
00:07:03: Doch, ich hab Angst!
00:07:04: Offensichtlich kann ich nicht alles schaffen.
00:07:09: Ich bin gut genug oder?
00:07:10: Ich bin Warum dann die ganze Zeit diese anderen Sätze und diese Zurechtweisung?
00:07:17: Du bist doch irgendwie nicht ehrlich zu mir.
00:07:19: Und das kann wirklich die Beziehung zu der Person, die da eigentlich was ganz ganz Gutes möchte belasten.
00:07:27: Du bist nicht ehrlich zum ihr.
00:07:28: Was soll das wenn ich das nicht so richtig glauben kann?
00:07:31: Was kann ich dir denn überhaupt glauben?
00:07:33: Und es passiert nicht gleich sofort auf dieser riesigen Stufe, kann aber langfristig diese Effekte haben.
00:07:39: Da müssen wir ganz genau darauf aufpassen.
00:07:41: An dieser Stelle auch wichtig, Affirmationen sind oft sehr absolut... Achtet mal da drauf!
00:07:47: Ich bin mutig Das ist sehr absolut.
00:07:50: ich bin nicht immer mutig.
00:07:53: Ich bin vielleicht in bestimmten Situationen mutig Aber ich Bin Mutig ist gerade für Kinder die sehr genaue Sprachdetails achten ein völlig abstrakter, nicht andockender Satz.
00:08:07: Da wäre es dann vielleicht viel besser und dazu kommen wir gleich nochmal mit anderen Sätzen zu arbeiten.
00:08:14: Außerdem Es ist gar nicht so sehr das, was neurodivagente Kinder an erster Stelle brauchen.
00:08:19: Die brauchen nicht unbedingt dieses slogans und stetigen Kärtchen gerade in einem Nervensystem, dass oft ein bisschen drüber ist, dass auf disreguliert ist.
00:08:29: Braucht es vielmehr ganz konkrete Strategien?
00:08:32: Und nicht so ein Kärtchem wo das draufsteht wie gesagt.
00:08:34: Das ist einfach auch eine nette Geste.
00:08:36: Das kann etwas bedeuten aber es ist sicherlich damit getan, so ein Kärtchenung wohin zu packen.
00:08:44: Es geht viel mehr darum Strategien zu entwickeln die wirklich einzuschleifen und automatisieren Verständnis zu haben Haltung zu zeigen hey dir geht's grad so und so stimmt was machen wir da?
00:08:54: Und dann wirklich auch ja Möglichkeiten anzubieten mit bestimmten Situationen umzugehen Manchmal an solchen Karten und dafür haben Kinder auch ein gutes gespür oder in diesen.
00:09:08: Affirmation ist dass die ein bisschen auch ein strukturelles Problem verdecken.
00:09:19: Zum Beispiel, ich kann alles schaffen aber die Umgebung ist so gestaltet das mir eigentlich zusätzlich noch erschwert.
00:09:30: ist die Dinge zu schaffen, die ich wenigstens eigentlich schaffen könnte oder dieses Ich kann mich gut konzentrieren.
00:09:39: Das ist jetzt nicht so richtig eine Affirmation, aber keine Zielsetzung sein, die da manchmal in einen Topf geworfen werden.
00:09:45: Aber vielleicht ist das Setting überhaupt nicht für mich gemacht, damit ich diese Anforderung schaffen kann?
00:09:52: Ich bin liebenswert!
00:09:54: Vielleicht ist es aber in einer Klasse zum Beispiel nicht genug.
00:09:58: Fokus auf Sozialsituationen, auf sozialem Lernen, auf einem Miteinander und auf offengelebten positiven Unterschieden.
00:10:04: Und dann ist dieses, ich bin lebenswert aber vom Setting her gar nicht so einfach zu erfahren.
00:10:10: Weil vielleicht in dieser Klasse viele, viele soziale Konflikte herrschen weil einfach die Situation die begünstigt also Informationen individualisieren dann ein eigentlich strukturelles Problem oder sorgen dafür, dass dieses Jahr du musst dich aber trotzdem irgendwie gut fühlen in so einer Situation.
00:10:30: Obwohl es strukturer nicht zu dir passt und daran auch leider nichts verändert wird.
00:10:33: das lässt immer sehr die Verantwortung bei einem Kind.
00:10:42: Ich glaube, jetzt ist einmal ganz gut klar geworden wo die Schwierigkeiten sind.
00:10:46: Also es gibt eine riesige Diskrepanz – ganz oft leider für neurodivagente Kinder zwischen so einem Stärkenden dürst du aber genau richtig satz und dem was es tagtäglich in der Interaktion erfährt.
00:10:59: Es belastet sowohl das eigene Selbstbild noch mal negativ, weil man denkt ja nicht einmal dieses hier kann ich irgendwie erfüllen und nicht mehr das kriege ich hin.
00:11:08: Und irgendwie habe ich... Kann ich diesen Satz nicht so annehmen wie andere Kinder.
00:11:12: mit mir stimmt schon wieder was nicht?
00:11:14: Und es belastete eben auch die Beziehung, weil ich merke aber irgendwie passt das doch gar nicht zusammen.
00:11:21: Wieso lügt mich denn diese Person an?
00:11:23: oder warum sagt die was, was offensichtlich nicht stimmt?
00:11:26: Sie haben eben oft eine zu absolute Sprache.
00:11:28: Ich bin mutig.
00:11:30: ich Bin selbstbewusst ich war es auch immer das stimmt ja vielleicht gar Nicht immer ich bin nicht immer mutig.
00:11:39: manchmal habe ich auf richtig richtig schiss ist aber auffällig okay sie individualisieren Ich bin liebenswert muss mich in einem Setting bewegen, dass sehr viel soziale Konflikte, sehr viel Ausgrenzung, sehr viele Finger zeigen irgendwie begünstigt und ich soll aber jetzt irgendwie mit mir klage um mich liebenswert fühlen während im Außen wenig dafür getan wird das wir gut miteinander auskommen.
00:12:05: Dass sich diese Erfahrung auch irgendwie im Miteinander machen kann etc... Und ein weiterer Punkt der einige neue divergente Kinder betrifft ist wenn wir als Bezugspersonen über so etwas sprechen, also es nicht auf einem Kärtchen präsentieren sondern auch sagen.
00:12:22: Dann weil wir das ja auch nicht so intuitiv gelernt haben klingen wir manchmal ein bisschen schief.
00:12:28: Also wir klingen nicht so authentisch wie sonst und dann gehen bei den Kindern auch wieder die Alarmglocken an dieses hey wieso sagst du das so komisch?
00:12:33: Wieso klingst du da so anders als sonst?
00:12:35: Stimmt das vielleicht nicht, was du dir sagst?
00:12:37: Also auch da wirklich gut überlegen wie wir das so präsentieren.
00:12:42: Es ist ein kleines bisschen schief meist dadurch dass wir das wie gesagt eben für uns selber oft gar nicht so annehmen können weil wir es so nicht gelernt haben.
00:12:52: Da kann man aber auch manchmal wirklich ganz offen drüber sprechen und dann merken Kinder okay ich werde hier wieder ernst genommen, da spreche jemand authentisch mit mir.
00:13:02: Für mich ist der Satz auch noch ganz schön seltsam, weil ich habe das früher als Kind gar nicht so lernen dürfen.
00:13:09: Hast du gemerkt dass ich ein bisschen unsichergeklungen hab?
00:13:11: So was zum Beispiel kann man auch einfach adressieren und stellt dann wieder die Beziehung gut her und die Augenhöhe gut her, weil man darüber authentisch spricht.
00:13:20: Sollen wir also auf so Affirmation gänzlich verzichten muss nicht sein.
00:13:26: Ich finde nur wichtig, sich über das Wie-Gedanken zu machen oder wirklich auch sagen okay sind es wirklich diese Sätze die Kinder da in dem Fall so brauchen wenn wir solche Sätze nutzen sagen euch findest aber schön sowas doch nochmal irgendwo im Klassenzimmer hängen zu haben dann gerne mal mit den Kindern gemeinsam sammeln Und dann können das vielleicht so Dinge sein, die zum Beispiel nicht so absolute Sprache haben.
00:13:55: Ich darf Angst haben und trotzdem etwas Neues ausprobieren beispielsweise.
00:14:01: Das war mal eine Affirmation einer meiner Klassen, die ich hier mit reinbringen kann.
00:14:13: Weil das Kind war super, super ehrlich.
00:14:15: Für das habe ich dieses Kind sehr geliebt und gesagt, ich muss nicht alles können!
00:14:19: Und ich will auch nicht alles kann weil manches interessiert mich NICHT ein bisschen.
00:14:25: Das ist ja ganz wahr... Ich kann auch nichts auf dieser Welt.
00:14:28: Niemand in der Welt kann alles.
00:14:30: Es ist völlig okay zu sagen, nee, das WILL ich gar nicht können.
00:14:34: Weil es gibt ja in diesem Growth Mindset dieses Du kannst es noch nicht.
00:14:36: Ja und ich werde's mein Leben lang auch nicht können, weil ich nicht will.
00:14:39: Interessiert mich überhaupt nicht und muss sich auch nicht.
00:14:41: Und dass das super viel entlastender ist und in dem Satz, ich kann es noch nicht trotzdem auch wieder eine Aufforderung steckt.
00:14:48: Was muss ich denn jetzt wieder machen?
00:14:49: Das muss ich auch noch lernen!
00:14:51: Wir unterschätzen manchmal was solche Sätze machen wenn wir die einfach nur so einen Raum stellen oder für alle gleich denken.
00:14:59: Oder auch ein Satz Ich darf mir Hilfe holen Ganz, ganz wichtig.
00:15:04: Und an dieser Stelle haben wir mal so ein gutes Beispiel für komische Umgebungen die nicht zu diesem Satz passt weil in Schula Hilfe holen negativ Gesetzes da könnte ich mich ja jedes Jahr wieder neu drüber aufregen.
00:15:19: aber ein Kind das Unterstützung braucht Ein kind dass sich Hilfe holt sammelt eigentlich in Zeugnissen gedacht und komischen Kopfnoten und Verhaltens- und Lernverhalten, Sozialverhaltensnoten sammelt da Minuspunkte.
00:15:36: Denn Hilfe holen ist in der Regel eine Abstufung!
00:15:40: Also selbstständig etwas können super.
00:15:42: Achtet mal da drauf, wie es oft so formuliert ist und ich habe mir auf wirklich viele von diesen Textbausteinen angeguckt.
00:15:50: und je weiter runter das in der Bewertung wandert umso eher tauchen dann eben Sätze auf.
00:15:55: Wie kann das und das mithilfe rechnen?
00:15:57: Ist ja immer schön positiv formuliert heißt aber Und darum ist es nicht so gut wie ein anderes Kind dass das ganze Alleinschaft und ich denke mir wo ist das denn?
00:16:05: was ist das für eine Message fürs Leben?
00:16:08: Also das ist so dieses Jahr, natürlich möchte ich meinen Kindern vermitteln.
00:16:12: Dass sich Hilfe holen etwas Unglaublich Wichtiges ist und dass niemand auf dieser Welt alles allein schafft oder schaffen sollte.
00:16:20: Und ich glaube so im gelebten Schulalltag kriege ich das mit meinen Klassen und den Kindern auch zu Hause glaube ich ganz gut hin.
00:16:26: Blödes und darum weg mir diesen dämlichen Bewertungssystem.
00:16:30: Blöd ist, wenn dann am Ende doch irgendwie die Quittung dafür steht.
00:16:33: Deswegen ist es in der Bewertung halt nicht so gut weil Hilfoholen ist immer schlechter als das ganze alleine hinzukriegen Wenn wir solche Karten reinbringen mit Ich bin mutig!
00:16:48: Wenn ich jetzt doch sage, ich möchte das aber für viele Kinder meiner Klasse ist und man nicht möchte daran festhalten, wenn das so sein sollte Dann fühlt diese Sätze mit Inhalt Wann warst du zum Beispiel in dieser Woche mutig und hast etwas gemacht, obwohl dir auch ein bisschen Angst hattest dabei?
00:17:10: Füllt das also mit konkreten Situationen die andocken können damit es keine inhaltsliere Phrase wird.
00:17:17: Und was ich merke, was viel viel wichtiger ist als diese Affirmation und so Sätze, die wir dann präsentieren, ist ganz oft zu validieren.
00:17:27: Nicht, dass Kinder unsere Validierung brauchen damit etwas wirklich stattgefunden hat oder ernst genommen werden kann aber es hilft einfach so Sätze zu sagen wie oh das war schwierig?
00:17:40: Oder ja ich glaube dir!
00:17:43: Oder als dieses Kind gesagt hat Ich will gar nicht alles können und muss sich auch nicht... Es interessiert mich zum Beispiel auch gar nicht.
00:17:50: Sogar nicht mein Ziel im Leben Das wird das zulassen und validieren und sagen Ja Du hast recht.
00:17:57: Manchmal, das meint es gar nicht, müssen wir Dinge machen die uns nicht interessieren.
00:18:02: Es fordert manchmal das Leben von uns.
00:18:03: aber ich würde sagen dass muss man dann gar nicht immer so hoch aufhängen.
00:18:06: Das war an dieser Stelle auch nicht gemeins sondern einfach eine klare Reaktion auf dieses.
00:18:11: du kannst es noch nicht ne?
00:18:12: Ich kann's auch in zehn Jahren nicht weil will ich gar nicht können oder niemand kann doch alles sagen ja stimmt da hast du völlig Recht.
00:18:20: also der Stimme die in Kindern ist Und dieser Differenzierung und Gleichzeitigkeit, jenseits von plakativen Sätzen Raum zu geben ist super, super, Super wichtig.
00:18:35: Also die Intention hinter solchen Setzen ist natürlich nicht grundsätzlich schlecht.
00:18:39: Und mal so einen Satz- und Ankersatz reinzugeben.
00:18:43: Sich einfach gut überlegen was für ein Ankersatz das ist.
00:18:47: Ist wirklich eine gute Idee.
00:18:49: aber wichtig ist dass diese Sätze im großen Kontext glaubwürdig sind, dass sie konkret sind ohne plakativ zu werden.
00:18:59: Dass sie flexibel sind also nicht dieses ich bin mutig sondern hey in bestimmten Situationen bin ich mutig und vor allem ist es ganz wichtig das die anschlussfähig sind an das was ich in der tendenz also wirklich häufig erlebe und darum gar nicht so sehr die Frage, okay welches Kärtchen hänge ich denn jetzt hier mal auf?
00:19:24: oder welchen Satz sage ich?
00:19:26: Sondern wenn ich sowas aufhängen möchte.
00:19:29: Wenn mir wichtig ist dass Kinder das innerlich spüren dieses Ich bin wertvoll!
00:19:33: Ich bin gut zu wie ich bin.
00:19:36: Wenn ich das in den Raum hängen möchte weil das meine innere Haltung ist Denn es stimmt ja Kinder sind gut wie sie sind Menschen sind gut so wie Sie sind.
00:19:46: Das is ein super guter Grundsatz und Grundwert.
00:19:51: Aber dann ist die Frage nicht, wo häng ich den jetzt hier stehen hin?
00:19:53: Wie oft sage ich denen.
00:19:55: Sondern wie schaffe ich es, dass Kinder ausreichend Erfahrung machen damit sie diesen Satz auch wirklich annehmen können, damit der stimmt, damit er andocken kann, damit ja ins Innen kommt und das ist mir ganz, ganz wichtig.
00:20:12: also das mal so ein bisschen als Reflexionsaufgabe.
00:20:16: Ich habe eine kleine Materialerstellung vollzogen.
00:20:23: Ich habe ein bisschen gefragt auf Instagram, welche Sätze für eure Kinder super hilfreich waren in den Klassen gut funktionieren und habe daraus eine Sammlung gemacht die ihr euch kostenlos herunterladen könnt.
00:20:36: auch da wichtig.
00:20:37: auch das sind am Ende nur Sätze auch die müssen mit Leben gefüllt werden mit Erfahrung gefüllt wären das ist ganz klar.
00:20:43: aber Ja, sind vielleicht schon mal ein bisschen durchdachternd und nochmal reflektierter.
00:20:48: Und etwas zugeschnittener auf gerade neurodivergente Kinder vielleicht aber auch alle wie gesagt wir immer kostenlos.
00:20:55: aus meiner Seite ist verlinkt und ja lasst mich gerne eure Erfahrungen dazu wissen.
00:21:01: ich finde dieses Thema doch sehr sehr sehr spannend weil das nicht so viel behandelt wird und es aber so viel machen kann, wenn das im Reflektiert eingesetzt wird.
00:21:11: Also ab damit in den Kommentaren!
00:21:13: Vielen Dank dafür und ich freue mich auf die nächste Folge bis dahin.
00:21:18: Und zu guter Letzt natürlich noch ein herzliches Dankeschön an Jakob Jensch und Voice-Up Productions für die Bearbeitung und die Produktion dieser Folge.
00:21:31: Ein Kopf voll Gold – was Neurodivagente Kinder brauchen?
00:21:36: und wie wir sie stärken können.
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